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Sommerprobleme

Chinchilla vertragen Temperaturen über 22 °C nur schlecht, deshalb bringt die wärmeren Jahreszeit einige Probleme mit sich. Ab 25 °C kann es schon richtig gefährlich werden, die Tiere geraten in Stress, ab Temperaturen über 30 °C droht ein Hitzeschlag! Besonders wichtig: Chinchillas vertragen auch eine hohe Luftfeuchtigkeit sehr schlecht, deshalb sollte diese immer mit einem Hygrometer beobachtet werden, optimal sind Werte zwischen 20 und 40 %, Werte ab 55 % können für die Tiere bei gleichzeitigen hohen Temperaturen lebensgefährlich werden. Messen Sie immer die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit im Gehege, dort ist sie meist schnell höher als Außerhalb! Aus diesem Grund gehen wir hier auf einige Sommerprobleme näher ein.

Wie kann ich meinen Chinchilla im Sommer Kühlung verschaffen?
Andere Fütterung?
Erste Hilfe bei Hitzeschlag

Wie kann ich meinen Chinchilla im Sommer Kühlung verschaffen?

Um einem Hitzeschlag und Kreislaufproblemen vorzubeugen, sollten Sie den Chinchilla ab 25 °C auf jeden Fall Kühlung verschaffen die folgenden Tipps bringen allerdings nur eine leichte Verbesserung. Bei allen Kühlmaßnahmen ist zu beachten, dass die Tiere sie freiwillig aufsuchen sollen. Bringen Sie die Kühlmittel immer nur auf einer Seite vom Gehege an:

  • Legen Sie Kacheln ins Gehege, solche kühlen Plätze sind im Sommer sehr beliebt. Ein zusätzlicher Sandkasten wird ebenfalls mitunter gern genutzt.

  • Achten Sie auf eine gute Belüftung im Gehege! Und in dem Zimmer, in dem die Tiere stehen. Lüften Sie am Morgen und am Abend und halten Sie dazwischen die Fenster geschlossen und abgedunkelt, damit die Mittagshitze nicht in den Raum kommt.

  • Vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung in das Chinchillazimmer, dunkeln Sie das Zimmer ab. Vermeiden Sie Mittagssonne.

  • Auf keinen Fall dürfen Chinchilla im Sommer in einem handelsüblichen Gitterkäfig (Plastikbodenschale und Gitteraufsatz) ohne weiteren Schutz und Auslauf auf den Balkon oder in den Garten gestellt werden. Manche Halter meinen es besonders gut und wollten ihren Tieren frische Luft gönnen - aber dem Chinchilla schadet sowas massiv.

  • Geben Sie mehrere Kühlakku in eine Tüte, wickeln sie ein Tuch darum und legen Sie es oben auf das Gitter auf eine Seite vom Gehege - aber so, dass nichts angenagt werden kann! Dort fließt dann kühle Luft in das Gehege. Die Kühlwirkung von Akkus ist allerdings sehr begrenzt, nur direkt unter dem Akku bis 20 cm Abstand ist sie überhaupt messbar, mehr Infos dazu hier: Kühlwirkung von Akkus auf Kleintiergehegen.

  • Ein leicht feuchtes Handtuch neben dem Gehege aufgehängt (so, dass die Tiere sie nicht erreichen) sorgt für leichte Abkühlung, da es durch das Verdunsten des Wassers der Umgebung Energie in Form von Wärme entzieht. Die Luftfeuchtigkeit erhöht sich dadurch nur sehr wenig, trotzdem sollte die Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer im Auge behalten werden. Allerdings erhöht sich die Luftfeuchtigkeit noch mehr, wenn Menschen mit im Raum sind, jeder Mensch gibt in etwa so viel Schweiß ab, wie ein nasses Handtuch, aber erhöht auch durch seine Anwesenheit auch die Raumtemperatur. So könnte die Luftfeuchtigkeit dann massiv ansteigen. Verwenden sie pro Raum nie mehr als ein Handtuch, viele Handtücher würden die Luftfeuchtigkeit massiv ansteigen lassen und das vertragen Chinchillas ebenfalls nicht gut. Keine Nassen Tücher direkt anbieten, die Chinchillas erkälten sich, wenn sie nass werden!

  • Bei starker Hitze sind Transporte zu vermeiden oder nur in klimatisierten Fahrzeugen durchzuführen. Die Klimaanlage sollte aber nur leicht kühlen und die Tiere dürfen auf keinen Fall direkt davor gestellt werden oder Zug bekommen, eine zu starke Temperaturschwankung ist zu vermeiden. Sollte ein Transport zum Tierarzt nötig sein, dann legen Sie diesen in die frühen Morgen- oder in die späten Abendstunden. Für den Transport keine allseits geschlossenen Behälter verwenden (gut eignen sich kleine Gitterkäfige, die günstig gebraucht zu bekommen sind ). Auf alle Fälle sollte im Transporter Wasser in einer Flasche angeboten werden und der Transport muss unbedingt so schnell wie möglich erfolgen (keine Umwege, kein kurzer Einkauf, die Tiere dürfen nicht allein im Auto verbleiben)! Ein Kühlakku auf dem Transporter erleichtern den Transport, alle 5 Minuten sollte der Transporter zur Belüftung geöffnet werden, das Tier sollte Wasser angeboten bekommen und sein Zustand kontrolliert werden. Auf Ausstellungen und ähnliche Veranstaltungen sollte während der heißen Sommermonate dringend verzichtet werden.

Wird es dauerhaft zu heiß, muss gehandelt werden, dann helfen die leichten Tipps zur Abkühlung nicht mehr! Ideal wäre dann die Anschaffung eines Klimagerätes (ohne Eis, es muss trocken kühlen), welches die Raumtemperatur auf einer gleichbleibenden Temperatur hält. Starke Temperaturschwankungen sollten allerdings vermieden werden und es sollte nicht zu schnell zu tief heruntergekühlt werden. Das Gerät sollte auch nicht direkt auf das Gehege zeigen, gut 2 m Abstand wären sinnvoll. Ist das absolut nicht möglich, können die Chinchillas auch vorübergehend in einem kühlen Raum wie dem Keller, Flur oder vielleicht Badezimmer untergebracht werden (Nordseite vom Haus). Allerdings stresst so ein Umzug die Tiere massiv und die meisten Keller sind auch nicht gut genug belüftet oder beleuchtet.

Keine Ventilatoren auf das Gehege richten! Ventilatoren kühlen die Luft nicht. Sie vermitteln uns nur ein kühles Gefühl, weil sie die warme und feuchte Luftschicht über unserer Haut wegblasen. Beim Tierfell geht das nicht, so dass der Wind durch die Ventilatoren die Tiere nicht abkühlt. Augen und Schleimhäute werden beim Tier allerdings durch den Wind ausgetrocknet, was massive Gesundheitsprobleme zur Folge haben kann.

Andere Fütterung?

Bei großer Hitze werden die Tiere eher träge und bewegen sich wenig. Das sollte bei der Fütterung bedacht werden und entsprechend wird energieärmer gefüttert. Bekommen die Chinchilla frisches Grün, so sollte dies nur in den Abendstunden gegeben werden, über Tag gärt es zu leicht im Darm und führt zu Blähungen.

Erste Hilfe bei Hitzeschlag

Chinchilla können nicht schwitzen, sie hecheln nicht und sind durch ihr dickes Fell eher in der Lage sich an Kälte anzupassen, sie sind, außer über die Ohren, kaum in der Lage, Wärme abzugeben. Bei sehr hohen Umgebungstemperaturen (direkte Sonneneinstrahlung, keine schattigen Rückzugsmöglichkeiten), besonders auch bei hoher Luftfeuchtigkeit, kann es zu Überhitzung des Chinchillas kommen. Besonders betroffen sind überfütterte, fette Tiere ebenso alte oder schwangere Tiere. Bei starker Hitze sind Transporte zu vermeiden oder nur in klimatisierten Fahrzeugen durchzuführen (s.o.).

Die Symptome eines akuten Hitzeschlags sind: völlige Teilnahmslosigkeit - die Tiere liegen auf der Seite, schnelle flache Atmung - Flankenatmung, schneller schwach fühlbarer Puls. Sollten Sie diese Symptome bei heißem Wetter bei einem sonst gesunden Chinchilla bemerken ist unverzüglich zu handeln.

  • Wickeln Sie Ihr Chinchilla in ein kühles Handtuch (das Handtuch vorher um einen Kühlakku wickeln, aber diesen wieder entfernen, oder kurz in den Kühlschrank legen. Der Kopf bleibt natürlich Draußen.)
  • Flößen Sie ihm Flüssigkeit ein.
  • Tauchen Sie seine Füßchen in kühles (kein eiskaltes) Wasser ein.
  • Fahren Sie unverzüglich zu einem Tierarzt, dieser wird dem Tier Infusionen geben und evtl Corticoide gegen Kreislaufversagen spritzen.

Warten Sie mit dem Tierarzt Besuch nicht bis zum nächsten Morgen oder bis sie mal Zeit hätten, denn dann haben Sie kein Chinchilla mehr das sie mitnehmen könnten. Ein unbehandelter Hitzeschlag kann innerhalb kurzer Zeit zum Tod des Tieres führen.