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Fütterungs- und Pflegeplan für Mittelhamster

FutterPflege
Täglich Trockenfuttergabe
2 - 3 Gemüsesorten
Mengenbeispiele: 1 halbes Scheibchen Gurke, ein 1 cm Scheibchen Möhre und ein Stück Salat, etwas Sellerie oder 1 Stückchen Paprika, eine Chicoreespitze, ein Stück Pastinake, ein halbes Scheibchen Gurke und etwas Eisbergsalat.
Grünfuttergabe im Sommer (Löwenzahn, Spitzwegerrich, Gräser etc.)
Frisches  Wasser
Kontrolle ob der Hamster was gefressen hat und munter ist.
Alle 2 - 3 Tage Obst oder Trockenobst (Rosine)
Tierische Nahrung wie z.B einen  Mehlwurm oder Quark
oder eine Nuss, oder einen Kern
Reinigung der Pinkelecken und Wasser- und Futternäpfe
Kontrolle ob Frischfutter gebunkert wurde
Wöchentlich Neues Beschäftigungsfutter (Kolbenhirse) und neue Graswiesen Gründlicher  Gesundheitscheck
ggf Fellpflege bei langhaarigen Hamstern
Monatlich frische  Zweige Reinigung von verschmutzten Stellen im Gehege

Käfigreinigung

Zubehör und tägliche Pflege

Die Wasserflasche/Wasserschale wird täglich frisch befüllt, es reicht aber aus, sie alle drei Tage gründlich zu reinigen. Wenn Spülmittel, Zitrone oder Essig zum Entfernen von Kalkablagerungen verwendet werden, muss sehr lange und gründlich nachgespült werden. Frischfutterschalen werden natürlich täglich gesäubert.

Die meisten Hamster sind sehr sauber und benutzen eine bestimmte Ecke im Käfig um zu Urinieren. In diese Ecke können Sie eine Hamstertoilette stellen, die dann alle 2 - 3 Tage gereinigt werden sollte. Uriniert der Hamster überall im Käfig, sollten Sie 1 x die Woche die beschmutzen Teile des Streus austauschen. Seine Köttel verteilt der Hamster überall im Revier, auch zwischen den Futtervorräten. Die Köttel sind zwar sehr trocken, sollten aber trotzdem regelmäßig (etwa alle 2 - 4 Wochen) zusammen mit dem gebunkerten Futter entfernt werden. Geben Sie hinterher die gleiche Menge frisches Trockenfutter an die gleiche Stelle. So wird Schimmelbildung im Futtervorrat verhindert. Wenn Ihr Hamster Frischfutter bunkert, muss regelmäßig sein Nest kontrolliert und die Frischfutterreste entfernt werden um auch hier Schimmelbildung vorzubeugen. Um das Bunkern des Frischfutters zu verhindern, geben Sie immer nur so viel Frischfutter, dass es am nächsten Tag verzehrt ist. Bunkert der Hamster trotzdem viel Gemüse, bieten Sie es auf einem (nicht frei schwingenden!) Futterspieß an. Trocknendes Grünfutter, wie Gras und Löwenzahn müssen normalerweise nicht entfernt werden.

Gehegereinigung

Das komplette Saubermachen ihres Heimes empfinden Hamster als extrem stressend. Durch das Reinigen gehen alle gelegten Duftspuren verloren, der Hamster kann sich nur schwer orientieren. Professor Gattermann von der Uni Halle hat an Testhamstern denen eine Sonde eingepflanzt war herausgefunden, dass Hamster nach der Komplettereinigung des Geheges eine stark erhöhte Herzfrequenz hatten, der Puls stieg von 300 auf über 500 an, die Tiere bekamen teilweise sogar Fieber, sie benötigten im Schnitt 4 Stunden um sich wieder zu beruhigen. Geruchliche Manipulationen an ihrem Eigenheim bedeuten für Hamster mehr Stress, als z. B. ein Kampf mit Artgenossen. Leider ist allerdings eine Reinigung und das Entfernen der Einstreu gelegentlich nötig. In großen Gehegen ist es sinnvoll, immer nur einen Teil des Geheges zu komplett zu reinigen, bei sehr kleinen Aquarien bis 0,5 m² ist eine Teilreinigung allerdings kaum sinnvoll zu bewerkstelligen.

Dadurch, dass sich auf den eingebrachten Pflanzenmaterialien (Heu, Stroh, Blüten, Moos etc.) oft Parasiteneier befinden, ist eine Besiedelung mit verschiedenen Organismen in der Einstreu, vor allem in der Nähe von Schlafnestern, Vorratskammern und Pinkelecken, aber auch am Gehegeboden mit der Zeit eigentlich kaum zu umgehen. In der Einstreu fühlen sich Staubmilben, Bücherskorpione, Kornkäfer und und ähnliches Getier sehr wohl. Diese Tierchen sind zwar harmlos, bei massiver Besiedelung können ihre Ausscheidungen aber zu Atemwegsproblemen und Bakterienbefall führen. Es finden sich aber häufig auch weniger harmlose Parasiten in der Einstreu, wie Grabmilben, Pelzmilben, Raubmilben, Herbstgrasmilben und weitere. Auch Schimmel/Mykotoxine sind mit der Zeit der Einstreu zu finden und vermehren sich in dem warmen Einstreuklima eines Hamstergeheges mit der Zeit massiv.

Die Einstreu sollte zweimal im Jahr ganz erneuert werden um eine massive Besiedelung mit Parasiten und Schimmel vorzubeugen. Auch wenn die Einstreu sauber aussieht, Schimmelsporen und viele kleinere Parasiten sind mit bloßem Auge häufig gar nicht zu erkennen oder verstecken sich tief in der Einstreu! Ist der Schimmel erst zu sehen und zu riechen oder die Parasiten in solchen Mengen vorhanden, dass sie nicht mehr zu übersehen sind, lebt der Hamster schon lange in einem ungesunden Klima! In frischer Einstreu ist, wenn sie trocken und kühl gelagert wurde, zu Anfang nur eine geringe Belastung mit Schimmel und Parasiten zu finden.

Geben Sie dem Hamster während der Reinigung Auslauf oder lassen Sie ihn mitsamt seinem Nistmaterial im Transporter. Entfernen Sie die Einrichtungsgegenstände und merken Sie sich genau, wo welcher Einrichtungsgegenstand hin kommt, wo der Hamster seine Nester und Vorratskammern hat. Die alte Einstreu und Futterreste werden entsorgt. Reinigen Sie nun die Bodenschale, Wände, Gitter und Einrichtungsgegenstände, wenn nötig mit heißem Wasser oder unparfümiertem Seifenwasser. Sind starke Urinablagerungen vorhanden, können diese mit Zitronenessenz oder Essigwasser entfernt werden, anschließend muss gründlich durchgespült werden. Verzichten sie auf Chemie und ätzende Reiniger, trotz gründlichem Spülen bleiben Reste und die Gerüche reizen die empfindlichen Atemwege und Augen der Hamster. Duftmarkierungen sollten nicht absichtlich entfernt werden, denn das irritiert die Hamster stark und führt dazu, dass ihre Duftdrüsen aktiver werden, die Tiere markieren mehr und es riecht hinterher also evtl. noch stärker.

Stellen Sie direkt nach der Käfigreinigung nichts um, sondern geben Sie alle Gegenstände wieder dort hin, wo sie vorher waren, so kann sich das Tier besser orientieren und beruhigt sich schneller wieder. Geben Sie an die Stellen, wo der Hamster seine Futtervoräte hatte eine kleine Menge Trockenfutter, das wirkt beruhigend, verteilen Sie viel Trockenfutter im Gehege, damit der Hamster sofort seine Vorräte wieder aufstocken kann. Geben Sie viel neues Nistmaterial, auch dort hin, wo bereits Nester waren. Möchten Sie neue Käfigeinrichtungsgegenstände anbieten, dann sollten Sie das in der Zeit zwischen den Reinigungen machen um den Hamster nicht zu überfordern.

Nach der Reinigung haben Sie noch Gelegenheit, einen ausführlichen Gesundheitscheck durchzuführen und das Nest zu kontrollieren. Entfernen Sie Köttel und altes Futter und geben Sie den unverschmutzten Teil seines Nestes und frische Vorräte wieder dorthin zurück, wo Sie es weggenommen haben. Nach der Reinigung wird der Hamster sehr aufgeregt seine Wohnung inspizieren, er wird neue Duftspuren setzen und es wird eine Weile dauern, bis er sich von diesem Stress erholt hat. Zu häufiges Reinigen sorgt für vermehrten Geruch, da der Hamster immer wieder neue Duftmarken legen muss. Gönnen Sie dem Hamster nach der Reinigung einen Tag Ruhe. Lesen Sie zu dem Thema auch: Auswirkungen von Stress auf Goldhamster, eine Zusammenfassung von Georg Leithold

Fellpflege

Nach dem Aufstehen sieht jeder Hamster noch sehr unordentlich aus, die Ohren sind noch etwas angeklappt, das Fell ist unordentlich und die Augen sind noch nicht ganz geöffnet. Die meisten Hamster haben aber jeden Abend die gleichen Rituale. Gleich nachdem sie in der Toilettenecke waren und evtl. eine Kleinigkeit gefressen und getrunken haben, ziehen sie sich zurück um in aller Ruhe und meist sehr intensiv Fellpflege zu betreiben. Jeder gesunde Hamster putzt sich mehrmals täglich intensiv, nach dem Aufstehen besonders gründlich, es ist also absolut nicht notwendig, die Tiere zu kämmen oder gar zu baden. Hamster mögen es meist nicht gebürstet zu werden und ein Bad kann zu Erkältungskrankheiten und Hautirretationen führen. Es gibt nur sehr wenige Krankheiten, wo nach ärztlicher Anweisung ein Bad nötig sein könnte und wenn diese Krankheiten und Parasitenbefall rechtzeitig behandelt werden, ist ein Bad nie nötig. Das langen Fell von Teddyhamstern kann allerdings verfilzen. Normalerweise kann auch ein Teddyhamster sein Fell in Ordnung halten, aber mitunter klebt das Fell oder es bleibt Streu drin hängen, so dass der Hamster es nicht mehr selber entwirrt bekommt. Ist das Fell also immer verfilzt und kann der Hamster es nicht selber reinigen muss der Mensch dem Hamster mit einer weichen Bürste das Fell entwirren, oder die verknoteten Fellbereiche abschneiden. Hamster mit einem dickem Fell vertragen warme Temperaturen sehr schlecht, aus diesem Grund sollten Sie ihrem Teddyhamster im Sommer oder bei starker Winterbeheizung eine Kurzhaarfrisur gönnen.

Jeder Hamster benötigt ein Chinchillasandbad für die Fellpflege, weshalb das so ist und welche Sandarten geeignet sind und welche nicht, können Sie hier nachlesen: Sandbad.