NagerInfoLemmingHamsterZwerghamsterMeerschweinchenChinchillaRatteMausDeguKaninchenRennmaus

Kaninchen (Oryctolagus cuniculus)

Physiologische Daten

Körpertemperatur:     38,5 - 40,0 °C
Atemfrequenz     50 - 150 / Min. in Ruhe
Herzfrequenz     120 - 150 / Min. in Ruhe
Geschlechtsreife    Kleine Rassen 10 - 14 Wochen, große Rassen 4 - 5 Monate
Zuchtreife    ~8 Monate
Tragzeit    28 - 33 Tage
Wurfgröße    4 - 6 Welpen, Durchschnitt 6
Lebenserwartung    6 - 10 Jahre, Durchschnitt 8
    
    

Sinnesorgane

Augen:     Kaninchen haben durch ihre seitlich angebrachten Augen einen guten Rundumblick. Sie haben dadurch allerdings ein geringes räumliches Sehvermögen. Sie haben mehr Rezeptoren für Licht, können also in der Dämmerung besser sehen als wir Menschen. Dafür nehmen Sie Farben anders wahr, sie haben nur Rezeptoren für Grün und Blau. Damit können sie zwar Farben auseinander halten, vor allem sehen sie gut im Bereich Gelbgrün bis Blauviolett, aber sie nehmen die Farben ganz anders war als wir Menschen.
Ohren:     Kaninchen haben ein sehr gutes Gehör. Sie können ihre Ohren unabhängig voneinander in alle Richtungen bewegen (Ausnahme Widderkaninchen). Sie nehmen auch Töne wahr, die der Mensch nicht mehr wahrnehmen kann.
Nase:     Kaninchen haben einen ausgesprochen guten Geruchssinn. Sie nehmen ihre Umwelt über sehr differenzierte Gerüche wahr.
Tasthaare:     Kaninchen besitzen Schnurrhaare (Vibrissen), mit denen sie ihre Umgebung auch im Dunkeln ertasten können.
Zähne:     Kaninchen haben vorne ständig nachwachsende Nagezähne, je zwei im Oberkiefer und zwei im Unterkiefer. Hinter den oberen Nagezähnen, besitzen sie zwei Stiftzähne. Die Backenzähne sind wurzeloffen und wachsen ebenfalls zeitlebens. Die Vorderseite der Zähne ist stark mineralisiert, aber nicht wie bei den Nagern stark pigmentiert; die Zähne sind also eher weiß bis nur sehr leicht gelb.

Besonderheiten

Fell     Zweimal im Jahr wechseln Kaninchen ihr Fell: von Sommer - zu Winterfell und zurück. Dann haaren sie sehr stark und können auch teilweise dünnes Fell haben - es kommt aber im Normalfall dabei nicht zu kahlen Stellen! In dieser Zeit sollten Kaninchen hin und wieder gebürstet werden. Das Fell von normalen Kurzhaarkaninchen besteht aus Grannenhaare, diese sind sind 2 bis 3 cm lang und bilden das Deckfell, Wollhaaren, diese sind dünn, wellig und kurz und bilden das Unterfell und Leithaaren. Diese Zusammensetzung ist bei allen Tieren relativ gleich, wobei sich die Ausprägung und Art der Haare bei den Tieren stark unterscheiden (beispielsweise haben Angorakaninchen ausgeprägte Wollhaare (Grannenflaumhaare).
Wamme      Die Wamme ist ein Fettansatz unterhalb des Kopfes bis zum Rumpf des Tieres. Wammen gibt es in verschiedenen Ausprägungen und an verschiedenen Stellen an der Vorderbrust. Die Wamme ist bei verschiedenen Rassen unterschiedlich ausgeprägt. Ursprünglich wurde die Wamme bei Rammlern beschrieben. Seit die Tiere als Heimtiere älter werden dürfen, ist aber bekannt, dass gerade Weibchen ausgeprägtere Wammen haben. Im Alter zeigen sich die Wammen verstärkt und durch das schwache Bindegewebe fallen sie auch stärker auf. Massives Übergewicht ist an der übergroßen Wamme gut zu erkennen (die Kaninchen liegen mit dem Kopf auf dem schwammigen Doppelkinn, können ihre Analregion nicht mehr selbst sauber halten und somit auch nur erschwert Blinddarmkot aufnehmen). Nehmen die Tiere ab, bleibt ein hängendes Gewebe unter dem Kinn erhalten, die Wamme bildet sich nicht ganz zurück.
Analdrüse     Am After hat das Kaninchen eine Duftdrüse (Analdrüse), das ausgeschiedene Sekret umschließt die Kotkügelchen, mit denen die Reviergrenzen des Kaninchens markiert werden.
Kinndrüse      Am Kinn haben Kaninchen ebenfalls eine Duftdrüse, mit der sie ihr Revier durch Kinnreiben markieren.

Verdauung

Mit den Schneidezähnen wird die Nahrung grob zerkleinert. Mit den Backenzähnen wird sie anschließend fein zerkleinert (zermahlen). Im Maul wird die Nahrung eingespeichelt und dann über die Speiseröhre in den Magen weitergeleitet. Im Magen wird die Nahrung vermengt, mit verschiedenen Enzymen aufgespalten und übereinander geschichtet. Der Magen ist einhöhlig und dünnwandig und besitzt nur eine geringe Muskulatur. Innerhalb von 1 - 7 Stunden tritt der Speisebrei vom Magen in den Zwölffingerdarm (welcher 12 cm lang ist) aus. Am Zwölffingerdarm liegen auch der Gallengang und der Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse.

Der Darm des Kaninchens verfügt nur über eine geringe Muskulatur. Der Darm ist also ein sogenannter Stopfdarm. Der Speisebrei wird nicht wie beim Menschen durch eine Darmperistaltik weitergeleitet, sondern in erster Linie nur durch nachkommende Nahrung. Dies ist einer der Gründe, weshalb Kaninchen nie ausgenüchtert werden dürfen (da sie wegen ihrer geringen Magenmuskulatur auch nicht erbrechen können, ist ein Ausnüchtern ohnehin sinnlos).

Im Anschluss an den Zwölffingerdarm (Duodenum) passiert der Speisebrei den Leerdarm (Jejunum) und den Krummdarm (Ileum). Dort findet eine weitere enzymatische Aufspaltung des Speisebreis statt, gelöste Futterbestandteile werden aufgenommen.

Der anschließende Dickdarm des Kaninchens ist stark auf die Zelluloseaufspaltung spezialisiert. Der Blinddarm des Kaninchens (Zäkum/Caecum) liegt seitlich an der Bauchwand an. Im Blinddarm finden sich Bakterien, welche für die Aufspaltung und Bildung von Vitaminen lebenswichtig sind. Hier wird der vitaminhaltige Blinddarmkot gebildet. Der Blinddarmkot wird von Kaninchen direkt am Anus wieder aufgenommen. Es finden sich im Zäkum hauptsächlich anaerobe und grampositive Bakterien (Kokken, Lactobacillen).

Im Dickdarm (Colon, ca. 80 cm lang) werden die Nährstoffe aufgenommen, Wasser wird entzogen.

Die gesamte Darmpassage kann zwischen 5 und 7 Tagen dauern!

Die Ausscheidung stickstoffhaltiger Endprodukte des Stoffwechsels geschieht durch die Nieren, Harnleiter und Harnblase.

Ausführliche Informationen bekommen Sie auf dieser Seite: Kaninchen in der Kleintierpraxis von Birgit Drescher

Innere Organe

Kaninchenorgane

  1. Luftröhre (Trachea)
  2. Lunge (Pulmo)
  3. Herz (Cor)
  4. Leber (Hepar)
  5. Speiseröhre (Ösophagus)
  6. Magen (Ventrikulus)
  7. Dünndarm (= Zwölffingerdarm (Duodenum), Leerdarm (Jejunum) Krummdarm (Ileum))
  8. Blinddarm (Zäkum/Caecum)
  9. Dickdarm (Colon)
  10. After (Anus)
  11. Blase/Harnröhre (Versica urinaria/Urethra)

Skelett

Kaninchenskelett

  1. Zwei nachwachsende, doppelte Schneidezähne im Oberkiefer, dahinter zwei Stiftzähne.
  2. Zwei nachwachsende Schneidezähne im Unterkiefer
  3. 6 Backenzähne auf jeder Seite im Oberkiefer, 5 Backenzähne auf jeder Seite im Unterkiefer.
  4. Die Wirbelsäule setzt sich aus 7 Halswirbeln, 13 Brustwirbeln, 7 Lendenwirbeln, 4 Kreuzbeinwirbeln und 16 Schwanzwirbeln zusammen.
  5. Vorderpfoten mit 5 langen Zehen.
  6. Hinterpfote mit 4 Zehen.