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Kaninchen in Außenhaltung - andere Fütterung in Außenhaltung?

Im Sommer unterscheidet sich die Ernährung unserer Hoppler in Außenhaltung kaum oder gar nicht von der Ernährung normaler Kaninchen. Allerdings haben die meisten Kaninchen in Außenhaltung das große Glück, dass sie wohl mehr Grünfutter bekommen, als ihre Artgenossen in Wohnungshaltung und sie können auf der Wiese meist frei wählen, was sie fressen mögen. Bei zunehmend kalten Temperaturen benötigen die Kaninchen mehr Energie um ihre Körpertemperatur zu halten. Eine Fettschicht hilft dabei - Kaninchen in Winteraußenhaltung sollten also nicht auf Diät gesetzt werden, ein paar Gramm mehr sind besser, als zu wenig Fettgewebe (natürlich nicht über ein gesundes Maß hinaus). Kleine Kaninchen zittern mehr, bewegen sich dann meist auch mehr und haben im Vergleich zur Körpermasse eine sehr große Oberfläche, über die sie Wärme verlieren, deshalb benötigen sie noch mehr Energie. Größere Kaninchen können ihre Körperwärme leichter halten, aber wenn es richtig kalt wird, benötigen auch sie wesentlich mehr Energie als im Sommer.

Wenn die Blätter fallen, steigt der Energiebedarf der Kaninchen an
Herbstkaninchen

Winterfutter

Kaninchen in Winteraußenhaltung benötigen also mehr Energie und Fettreserven um ihr Gewicht zu halten. Sie sollten vor allem viel Wurzelgemüse bekommen um Kohlenhydrate aufzunehmen. Das Gemüse und Grünfutter wird mehrmals täglich in kleinen Portionen in der Schutzhütte oder in einem geschütztem Unterstand angeboten, damit es nicht so schnell einfriert. Gefrorenes Futter kann zu Verdauungsstörungen führen und muss entfernt werden.

Um den Tieren mehr Energie zuzuführen, kann täglich pro kg Kaninchen bis zu ein Esslöffel Trockenfutter zugefüttert werden. Dieses sollte aus einem geringen Anteil getreidefreier Kräuterpellets, etwas Trockengemüse, Vollkorn Getreideflocken oder Haferflocken und Sonnenblumenkernen bestehen. Selbstverständlich können auch andere Fettsaaten wie Fenchelsamen, Hirsekolben, Sesam, Leinsaat und andere Bestandteile beigemischt werden. Der Löwenanteil des Trockenfutters (ca. 70 %) sollte aus verschiedenen Trockenkräutern/-blättern,-blüten bestehen.

Das Trockenfutter liefern vor allem wichtige Pflanzenproteine, die für die Muskeln wichtig sind (diese werden bei Kälte stark belastet), Kerne und Samen bieten Fett, leicht verfügbare Energie liefert der Zucker im Knollengemüse. Handelsübliches Mastfutter belastet die Verdauung der Kaninchen meist stark und es sollte sehr genau abgewogen werden, ob es verfüttert wird. Die Mischung der Futterbestandteile hängt von der Größe und dem Bedarf der einzelnen Kaninchen ab, das muss individuell erprobt werden.

Das frische Grünfutter muss hinter dem Gitter erst noch wachsen - die Kaninchen liegend schmollend davor
Pflanzenschutz vor Kaninchen

Wasser

Trinkwasser im Napf sollte bei sehr kalten Temperaturen idealerweise mit entsprechenden Wärmeplatten warm gehalten werden, damit es nicht einfriert. Sie bekommen solche Wärmeplatten/Wärmespiralen im Zoofachhandel oder auch über das Internet.

Ein kleiner Tischtennisball oder ein anderer Gegenstand der auf der Oberfläche schwimmt (und von den Kaninchen nicht gefressen wird), kann in großen Näpfen das Einfrieren auch verhindern.

In Tränken, die mit Wärmeschläuchen gewärmt werden, friert das Wasser zwar nicht ein, allerdings ist das Trinken aus dem Napf wesentlich natürlicher für die Kaninchen, deshalb sind solche Tränken nur zweite Wahl.

Sie können den Kaninchen im Winter auch mal lauwarmen, verdünnten Kräutertee anbieten, manche Kaninchen wissen gerade bei kalten Temperaturen so eine Aufmerksamkeit zu schätzen (ich will es nicht verschweigen, andere Kaninchen ignorieren ihren Heu- oder Löwenzahntee komplett).

Getrocknetes Futter / Heu

Gefüllte Heuraufen und frei verfügbare Heuberge sind natürlich auch in Außenhaltung Pflicht. Die meisten Kaninchen fressen ihr Heu lieber vom Boden, bieten Sie es in großen Keramikuntersetzern, Auflaufformen oder ähnlichem an, damit es nicht direkt auf dem kalten Boden liegt und die Futterstelle leicht gesäubert werden kann. Heuraufen werden täglich frisch befüllt, das nicht verzehrte Heu kann dann auf den Schlafplätzen verteilt werden. Getrocknete Kräuter und Fettfutter werden in schweren Tonfutternäpfen angeboten, damit der Verbrauch gut kontrolliert werden kann.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Kaninchen in Außenhaltung
Schutzhütte, Schutzhaus und Kälteschutz
Der geschützte Auslauf