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Von der Käfighaltung zum Kaninchenzimmer

Die anfänglichen Fehler und wie das Kaninchenglück Formen annahm

Der Anfang

Wie so ziemlich jeder andere Kaninchenhalter, habe auch ich mit einem Käfig begonnen und dachte das würde (kombiniert mit 2 Stunden Auslauf am Tag) locker für zwei Kaninchen reichen. Unsere damaligen Fellnasen waren die zwei Schwestern Bonnie und Lucy, die mit 12 Wochen bei uns einzogen.

Natürlich habe ich damals auch falsch gefüttert und auch sonst wenig zur halbwegs artgerechten Haltung beigetragen.

(Heute, 8 Jahre später und etliche Erfahrungen reicher, engagiere ich mich selbst bei der Kaninchenberatung dafür, dass Kaninchen ein käfigfreies Zuhause bekommen.)

Als dann unsere Lucy leider viel zu früh an einer Magenüberladung und dem daraus resultierenden Kreislaufzusammenbruch verstarb musste eine neue Gesellschaft für Bonnie her. Diesmal holten wir uns einen kastrierten Rammler aus dem Tierheim: Gismo. Da Bonnie eine recht zickige und dominante Kaninchendame war, musste mehr Platz für die beiden her. Somit wurde aus der reinen Käfighaltung mit Auslauf im Flur, eine Gehegehaltung.

Zu diesem Zweck wurde ein Holzfreilauf als Abtrennung umfunktioniert und mit weiteren Gehegeelementen aus Metall zu einem Eck-Gehege umfunktioniert. Als Untergrund wurde ein altes Stück PVC genutzt, der bei der Renovierung unserer Küche übrig geblieben war. Leider verstarb auch Bonnie einige Monate später und Gismo trauerte sehr.

So wollten wir wieder einem armen Sorgenfell ein schönes Heim bieten und informierten uns bei der Kaninchenhilfe über geeignete Damengesellschaft. Das Finchen sollte dann bei uns einziehen. Da die Grundfläche für 2 Kaninchen aber mindestens 4 m² betragen sollte, mussten wir wieder umbauen und vergrößerten das Gehege auf die passenden Maße

Finchen und Gismo in ihrem neuen Gehege
Kaninchen im Gehege

Schon damals versuchte ich meinen Mann davon zu überzeugen, das komplette Zimmer zur Kaninchenwohnung umzufunktionieren leider ohne Erfolg.

Als wir dann aber einige Monate später unser Arbeitszimmer, in dem sich das Kaninchengehege befand, renovieren mussten, nutzte ich all meine Überzeugungskraft und konnte einen Erfolg verzeichnen.

So wurde aus unserem Arbeitszimmer ein knapp 14 m² großes Kaninchenzimmer.

Die Renovierung

Die Umgestaltung des 14 m² Raumes musste schnell, aber effektiv über die Bühne gehen, schließlich mussten unsere beiden Fellnasen so lange umquartiert werden. Die alte Tapete wich einer bereits weiß gestrichenen Raufaser.

Wir entschieden uns für einen PVC in Holzoptik, damit der Boden darunter nicht begradigt werden musste und die Holzdielen sich nicht durchdrücken. Der PVC war nicht ganz so günstig, die Investition hat sich aber gelohnt, da er sehr robust, rutschfest und leicht zu reinigen ist.

Wir befestigten ihn nur mit doppelseitigem Klebeband, da wir Menschen in diesem Zimmer ja nicht ständig umherlaufen, war das auch ausreichend. Die vor der Renovierung abmontierten Fußleisten wurden wieder angebracht, so gab es keine abstehenden Ecken die angeknabbert werden konnten. Zwei Holzregale wurden aufgebaut und mit allem möglichen Kaninchenkram bestückt (getreidefreie Leckerlies, Transportbox, Heukisten, Kaninchenbücher,...) nur die untere Etage blieb frei, damit die Kaninchen dort nach Herzenslust hoch- und runterspringen konnten.

Für die Tür mussten wir uns etwas einfallen lassen, da diese nach innen zu öffnen ist und evtl. eine Gefahr für die dahinter sitzenden Kaninchen darstellt. Um hier keine Pfoten einzuklemmen, haben wir uns einem Freilaufgehege aus Metall bedient.

Diese 90 cm hohen Gehegeelemente (8 Stück mit 60 cm Breite), die eigentlich zu einem Acht-Eck zusammengesetzt werden, wurden einfach hinter den Holzregalen entlang der Wand eingeklemmt. Die letzten 3 Gehegeelemente wurden vor der Zimmertür über Eck gestellt und boten so die nötige Stabilität. Aufgrund eines Griffes der oben angebracht wurde, kann man diese Elemente zur Seite schieben um das Zimmer zu betreten. Wir nennen es unsere Schleuse.

Der Vorteil ist, dass die Zimmertür so geöffnet bleiben und man im Vorbeilaufen schnell mal nach dem Rechten schauen kann, ohne die Tiere zu stören.

Die Sonnenseite des Gehege
Kaninchengehege

Die Einrichtung

Dann wurde das Zimmer mit Einrichtung bestückt. Bis heute verändern wir immer wieder viel, damit es den Kaninchen nicht langweilig wird.

Derzeit besteht die Einrichtung aus folgenden Dingen:
2 große Tonnäpfe für Wasser
1 Futterbaum zum Erarbeiten von Gemüse und Obst
1 Kaninchenklo in Form einer weißen Plastikschale
1 Holzhäuschen, 1 Thron, 1 Holzsofa, 1 Rampe, 2 Ecktunnel und 1 Holzbrücke aus dem Plüschnasenshop
Diverse Teppiche aus einem schwedischen Möbelhaus
2 großen Korkröhren
1 große Weidenbrücke
1 kleiner Weidenkorb
1 großer Weidenkorb als Unterstand
1 großer und 1 kleiner Beistelltisch
Fliesen im Regal und auch unter den Wassernäpfen
Diverses Kaninchenspielzeug (Snackball, Futterrollen, Weidenbälle, ...)
1 Katzenkinderklo gefüllt mit Heu
1 Heuwagen gefüllt mit Heu
1 große Holzheuraufe gefüllt mit Heu
1 Graskörbchen gefüllt mit Heu

Kaninchen im Regal? ;)
Kaninchengehege

Und darin wohnen natürlich auch noch unsere beiden Kaninchen Gismo (geschätzt 7 Jahre alt) und Finchen (6 Jahre alt).

Gismo und Finchen
Kaninchengehege

Die Kosten

Schwierig zu sagen was genau das Ganze gekostet hat.

Die Renovierung wird mit Tapete, PVC und Regalen ca. 200,00 Euro gekostet haben.

Das Freilaufgehege war ein Sonderangebot aus dem Onlineshop und lag bei 45,00 Euro.

Die Einrichtung wird mit wesentlich mehr als 200,00 Euro zu Buche geschlagen haben, da alleine die Holzsachen vom Plüschnasenshop schon recht teuer in der Anschaffung waren.

Die Einrichtung wurde aber über mehrere Jahre immer wieder ergänzt und hält bis heute.

Natürlich kam noch ein wenig Wanddeko dazu. ;-)


Die Fotos und der Text dieser Seite wurden uns freundlicherweise von Jutta Zimmer zur Verfügung gestellt, für Fragen zur Kaninchenhaltung und zum Gehege steht sie Ihnen unter folgender Mailadresse zur Verfügung: jzimmer@kaninchenberatung.de. Bilder und Text stehen unter dem Urheberrecht von Jutta Zimmer! Es ist nicht erlaubt, Fotos und Texte ohne Erlaubnis zu kopieren oder die Fotos direkt zu verlinken.


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