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Impressionen eines Kaninchengeheges -

Oder: Wie zwei zickige Damen und zwei heimatlose Herren doch noch ihr Glück fanden!

Alles fing ganz harmlos an...
Vor 2 Jahren wurde ich stolze Besitzerin zweier Kaninchendamen: Emily und Pauline.
Ich ließ mich natürlich "sachgerecht" im Zoohandel beraten, dessen "Fachpersonal" mir unbedingt dazu riet, mich für 2 Häsinnen zu entscheiden, da sich diese in der Regel gut verstehen würden. Gleichzeitig deckte ich mich natürlich tüchtig mit Salzlecksteinen, getreidehaltigem Trockenfutter und einem 1,20 m Käfig samt Inventar ein.
Zufrieden und voller Überzeugung, das Richtige getan zu haben fuhr ich mit meinen neuen Mitbewohnern Nachhause und begann mein Leben als Möhrchenspender.

Doch bald wurde ich eines Besseren belehrt.
Denn nach einige Monaten wurden aus den kleinen, ach so süßen immer kuschelnden Häsinnen plötzlich kleine Kampfmonster, die sich gegenseitig unentwegt berammelten, jagten und sich kleine Bisswunden zufügten.
Ich war zunächst sehr verunsichert und wusste nicht, was zu tun war.
Bis ich im Internet auf diverse Infotexte und Foren über Kaninchen stieß, wo ich erst mal gründlich über Haltung, Ernährung und die Verträglichkeit von Kanichendamen aufgeklärt wurde.

Es war also klar, dass etwas passieren musste!
Zunächst wurde langsam die Ernährung umgestellt und alle unnützen Leckereiern à la Vit.... (ihr wisst wovon ich rede) verbannt.
Dann entschied ich mich meinen Damen etwas mehr Platz zu gewähren. Vielleicht würde sich das Problem ja dann erledigen.
Ich besorgte mir also ein Freigehege aus Gitterelemten, dass ich mit dem Käfig verknüpfte, so dass meinen Häsinnen nun ca. 4m² zur Verfügung standen. Abgesehen davon, dass ich nun nur noch die Hälfte meines Zimmers bewohnen konnte und ständig über Gitter klettern durfte, war das eine tolle Idee.

Kaninchengehege

Der Streit legte sich kurzzeitig und dann ging alles wieder von Vorne los.
Also: noch mehr Platz! Ich funktionierte unser Gästezimmer kurzerhand zum "Kaninchenzimmer" um. Insgesamt 12 m² Platz für die beiden "Zicken" um sich aus dem Weg zu gehen. Pustekuchen!
Ich kam um die Anschaffung eines weiteren Männchens nicht herum. Ich fuhr also zum Tierheim, verliebte mich sofort in ein stattliches Böckchen, dass ich "Samson" taufte und dieses zog dann einige Wochen später (nach Kastration und Quarantänezeit ) bei uns ein.
Ich vergesellschaftete die drei fachgerecht im Arbeitszimmer meine Mutter (zu ihrem Leidewesen) - und was soll ich sagen? Seitdem war Ruhe! Aus den beiden kampflustigen Damen wurden auf einmal friedliche Kaninchen und Samson wurde zum Chef der Truppe, der seine beiden Mädels fest im Griff hatte.
Nach einigen weiteren Monaten kristallisierte sich, aber ein Liebespärchen heraus und eine meiner beiden Damen war sozusagen das 5. Rad am Wagen.
Also entschied ich mich dazu ein weiteres kastriertes Böckchen in die Gruppe zu integrieren. Eine weise Entscheidung!
Seitdem lebt hier eine harmonische Truppe, die sich bis auf einige kleinere Streiterein, in der Regel gut versteht und sich zur Schlafenszeit in einen kuschelnden Kaninchenhaufen (à la: Wo ist hier vorne und hinten?) verwandelt.

Um euch einen Eindruck zu verschaffen, hier einige Impressionen aus meinem Kaninchengehege:

Kaninchengehege

Als Untergrund des Zimmers verwende ich vor allem Teppiche. Mittlerweile benutze ich nur noch Teppiche aus 100% Baumwolle, da meine Kaninchen kahle Stellen an den Hinterläufen, vom Laufen auf den Kunstfaserteppichen bekamen. Ich habe dies zum Glück rechtzeitig bemerkt, bevor wunde Läufe entstehen konnten. Die Baumwollteppiche sind sowieso etwas praktischer, da man sie "mal eben" in die Waschmaschine stopfen kann.

Weitere Einrichtungsgegenstände sind: Tunnel, unbedruckte Pappkartons, herkömmliche Kaninchenställe, Wurzeln, etc. Zur Beschäftigung lege ich ab und zu Zweige, Klorollen, Weidenbälle und ähnliches ins Zimmer.

Nach einiger Zeit machten sich meine 4 Racker verstärkt an der Rauhfasertapete zu schaffen, weshalb ich mich dazu entschloss, sie einfach bis zur halben Zimmerhöhe abzureissen, so dass keine Gefahr mehr besteht.

Ich verändere des öfteren die Einrichtung des Kaninchenzimmers, so dass es immer wieder etwas Neues zu entdecken gibt. Momentan sieht es so aus:

Kaninchengehege

An einer Ecke des Zimmers habe ich mit Winkeln einfache unbehandelte Holzbretter befestigt und zudem ein kleines Regal ins Zimmer gestellt. Hier klettern sie oft und gerne!

Kaninchengehege

Herzstück des Zimmers ist ein altes Bett, bei dem ich Matratze und Lattenrost entfernt habe und stattdessen eine unbehandelte Holzplatte darauf befestigt habe.
Sie nutzen das Bett als Plattform zur Aussicht und zu Ruhezeiten schlafen und kuscheln sie unter dem Bett

Kaninchengehege

Zum Buddeln steht ihnen eine mit Sand gefüllte Plastikwanne zur Verfügung. Alle paar Monate wird der Sand gewechselt. Alternativ kann man auch Baumwollhandtücher oder Bettzeug anbieten.    Sandbadewanne

Zudem erhalten meine Tiere täglichen Auslauf im Flur unserer Wohnung, der direkt ans Zimmer angrenzt.

Zum Schluss möchte ich noch anmerken: Auch wenn eine artgerechte Kaninchenhaltung (vor allem in der Wohnung) mit relativ viel Arbeit verbunden ist, Kaninchen nicht immer zu 100% stubenrein werden und man sich die ein oder andere schlechte Angewohnheit (wie z.B. das Tapetenanfressen oder markieren mit Urin) wohl oder Übel gefallen lassen muss, lohnt es sich, sein Tier nicht in einen kleinen Kasten einzusperren , sondern sich die Mühe zu machen! Die Tiere danken es einem allemal mit ihrem fröhlichen Gemüt und ihrem hochspannenden Sozialverhalten, dass man nur in einer artgerechten Haltung zu spüren bekommt!

Keine Sekunde, die ich mit diesen liebenswerten Rackern verbringen durfte, werde ich jemals bereuen!

Die Fotos und der Text dieser Seite wurden uns freundlicherweise von Miriam Düber zur Verfügung gestellt und stehen unter ihrem Urheberrecht! Es ist nicht erlaubt den Text ungefragt zu kopieren und zu veröffentlichen, ebenso ist es untersagt Fotos zu kopieren oder direkt zu verlinken.