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SommerproblemeKaninchen vertragen als Höhlenbewohner und Dämmerungsaktive Tiere hohe Temperaturen nur schlecht. So bringt die Aussenhaltung in der wärmeren Jahreszeit einige Probleme mit sich. Aus diesem Grund gehen wir hier auf einige Sommerprobleme näher ein.
Wie kann ich meinen Kaninchen im Sommer Kühlung verschaffen?
Wie kann ich meinen Kaninchen im Sommer Kühlung verschaffen?Ideal wäre bei Tieren in Wohnungshaltung natürlich ein Klimagerät, welches die Raumtemperatur auf einer gleichbleibenden Temperatur hält. Starke Temperaturschwankungen sollten aber auch hierbei vermieden werden! Natürlich kann sich nicht jeder so ein Gerät leisten, aber auch mit einfachen Mitteln ist es möglich, den Tieren Kühlung zu verschaffen.
Ein wirklich schöner Vorschlag zur Kühlung von Pia Maar:Im Baumarkt oder Gartenfachhandel wird ein großer Topfuntersetzer aus Plastik gekauft. Er wird einfach umgedreht, es werden ein paar Kühlakkus drunter gelegt, dann kommt oben noch eine Decke oder ein Handtuch drüber und schon haben die Kaninchen eine kühle Insel. Auf dem Foto sehen wir Kaninchen Emilie die diese Insel offensichtlich genießt:![]()
Andere Fütterung?Bei großer Hitze werden die Tiere eher träge und bewegen sich wenig. Dass sollte man bei der Fütterung bedenken und entsprechend Energieärmer füttern. Möhren und ähnliche Gemüsesorten werden bei großer Hitze meist ohnehin verschmäht. Aber leider dürfen Sie Ihren Tieren auch nicht allzuviel Salate und Gurken füttern, vor allem nicht über Mittag. So erfrischend diese auch sein können, wenn sich die Tiere wenig bewegen und es dazu noch sehr warm ist, kommt es durch stark Wasserhaltiges Futter eher zu Fehlgährungen im Darm. Die Tiere bekommen schmerzhafte Blähungen. Also füttern Sie bei großen Temperaturen erst gegen Abend größere Mengen Frischfutter und über Tag nur sehr kleine Mengen. Gras und Kräuter dürfen Kaninchen in Außenhaltung aber natürlich den ganzen Tag über zu sich nehmen.
Erste Hilfe bei HitzeschlagKaninchen können nicht schwitzen, sie hecheln kaum und durch ihr dickes Fell sind sie kaum in der Lage, Wärme abzugeben, nur über die Ohren können sie ihre Temperatur etwas regeln. Bei sehr hohen Umgebungstemperaturen (direkte Sonneneinstrahlung, keine schattigen Rückzugsmöglichkeiten), besonders auch bei hoher Luftfeuchtigkeit, kann es zu Überhitzung des Kaninchens kommen. Von Hitzeschlag besonders betroffen sind überfütterte, fette Tiere, ebenso alte oder schwangere Tiere. Bei starker Hitze sind Transporte zu vermeiden oder nur in klimatisierten Fahrzeugen durchzuführen (s.o.).Die Symptome eines akuten Hitzeschlags sind: völlige Teilnahmslosigkeit - die Tiere liegen auf der Seite, schnelle flache Atmung - Flankenatmung, schneller schwach fühlbarer Puls. Sollten Sie diese Symptome bei heißem Wetter bei einem sonst gesunden Kaninchen bemerken ist unverzüglich zu handeln.
Warten Sie mit dem Tierarzt Besuch nicht bis zum nächsten Morgen oder bis sie mal Zeit hätten, denn dann haben Sie kein Kaninchen mehr dass sie mitnehmen könnten. Ein unbehandelter Hitzeschlag kann innerhalb kurzer Zeit zum Tod des Tieres führen.
Madenbefall (Myiasis)Gerade im Sommer kommt es leider häufiger zu Madenbefall bei Kaninchen in Aussenhaltung (seltener auch bei Tieren in Innenhaltung). Schmeißfliegen, Goldfliegen und auch andere Fliegenarten legen ihre Eier am Tier ab, ja nach Art bevorzugt in Hautläsionen (Verletzungen der Haut) und in der Anogenitalregion (am After) sowie an verkoteten Stellen. Die Maden können innerhalb sehr kurzer Zeit aus diesen Eiern schlüpfen, bei der am häufigsten für Fliegenmadenbefall verantwortlichen Lucilia sericata schlüpfen die Maden je nach Temperatur innerhalb von 8 Stunden bis 3 Tagen. Sie fressen sich dann tief in die Haut und ernähren sich vom Gewebe und den Sekreten der Haut. Als Folge kommt es zu massiven Verletzungen der Tiere, inneren Blutungen, zu einer bakteriellen Sekundärinfektion, zur einer starken Schwächung und schlimmstenfalls zum Tode des Tieres. Gesunde Tiere sind kaum betroffen, aber ältere, geschwächte oder gestresste Tiere (z. B. durch vorhergehende Erkrankungen, Durchfall, Rangordnungskämpfe) werden leicht Opfer von diesen Fliegenmaden. Haben die Tiere zu lange Haare, so dass sie sich kaum noch selber putzen können, oder wird der Käfig nicht gründlich gereinigt oder haben die Tiere Durchfall kommt es eher zu einem Madenbefall.Vorbeugend sollten Sie langhaarigen Tieren das Fell vor allem am Po stutzen, die Käfige sauber halten und Fliegengitter anbringen, verschmutze Tiere sind zu säubern und täglich werden die Tiere auf Madeneier kontrolliert (die Eier sind meist als kleine weiße Punkte im Fell zu erkennen). Die Gehege müssen regelmäßig heiß ausgewaschen werden. Die Schmeißfliegeneier werden durch kochendes Wasser abgetötet. Einen Madenbefall erkennen Sie vorab an den weißlichen Eiern die auf der Haut oder in Wunden liegen. Und natürlich an den geschlüpften Maden (dickliche, kleine, weiße Würmchen). Es ist ebenfalls möglich zu impfen, wenn mit vermehrtem Schmeißfliegenaufkommen zu rechnen ist oder ein Befall im Bestand vorliegt. Im Frühjahr wird der Insektenwachstumsregulator Dicyclanil pour on auf das Tier gegeben (Dosierung 30 - 100 mg/kg), das Mittel hält etwa 16 Wochen vor (Quelle BECK 2005). Sollten Sie einen Befall feststellen, entfernen sie die sichtbaren Maden und suchen Sie unverzüglich einen Tierarzt auf. Dieser wird die Wunde reinigen, und ein geeignetes Mittel gegen Maden verabreichen (z. B. Ivomec, Dectomax als Spritze oder Stronghold)
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