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Infektionen (Otitis media/interna) , Parasitenbefall (Ohrräude) und Pilzbefall im und am Kaninchenohr

Die Ohren bei Kaninchen sind relativ groß, haben eine große Öffnung und sind damit anfällig für verschiedene Erkrankungen. Deshalb sollten sie bei jedem Gesundheitscheck gründlich untersucht werden. Infektionen und Parasitenbefall kommen häufig vor, dies sollte vor allem berücksichtigt werden, wenn der Verdacht auf Encephalitozoon Cuniculi besteht.

Syptome

Symptome für eine Infektion:
Kopfschiefhaltung, Gleichgewichtsstörungen, veränderte Haltung der Ohren, Kopfschütteln, vermehrtes Ohren putzen, vermehrte Sekretbildung im Ohr, Verletzungen am Ohr, Anzeichen von Schmerzen und Unruhe (klopfen, verminderte Futteraufnahme, aufgeplustertes Sitzen).

Symptome für einen Parasitenbefall:
Kopfschiefhaltung, blättrig schuppige Hautveränderungen im und am Ohr, Kopfschütteln, vermehrtes Ohren putzen, Unruhe, Kratzspuren an den Ohren und am Kopf.

Symptome für einen Pilzbefall:
Kopfschiefhaltung, weißlich schuppige Hautveränderungen im und am Ohr, bei Hefepilzinfektionen ist ein typischer Hefegeruch fest zu stellen.

Differenzialldiagnosen:
Kopfverletzungen (Stauchungen, Schädelbruch etc.), Verletzungen der Haut und des Gewebes (z. B. durch Bisse), Encephalitozoon Cuniculi . Da sich die Symptome von Infektionen, Parasitenbefall und Encephalitozoon Cuniculi sehr ähneln, ist eine sehr genaue Anamnese und eine sorgfältige Diagnose durch einen Tierarzt unbedingt nötig! Ein Abstrich vom Ohrensekret kann Gewissheit darüber bringen, ob Parasiten, Pilze oder Bakterien die Infektion auslösen. Besteht der Verdacht auf Encephalitozoon Cuniculi, sollte zusätzlich ein Immunfluoreszenztest durchgeführt werden.

Eine Eigenbehandlung ohne Abklärung der genauen Ursachen kann zum Tod des Kaninchens führen!

Behandlung:

Verwenden Sie im Ohr keine Salben, diese verkleben die Innenohren und können zur kompletten Verstopfung des Ohres führen!

Parasitenbehandlung:
Ohrreinigung, anschließend Behandlung wie normaler Parasitenbefall, siehe: Parasitenbefall beim Kaninchen.

Pilzbehandlung:
Üblicherweise wird vom Tierarzt Surolan® für die Behandlung von Pilzbefall am Ohr verschrieben, ebenfalls geeignet ist Panolog®. Bei Hefepilzbefall wird gern Mycorylen® oder OtiVet® verwendet. Wichtig: Die Behandlung muss mindestens 3 Wochen durchgeführt werden, auch wenn die äußeren Symptome abgeklungen sind, nur so werden die Pilzsporen vollständig beseitigt. Ist nach einer Woche Behandlung keine Besserung in Sicht, oder schreitet der Pilzbefall voran, finden Sie hier weitere Behandlungstipps: Pilzbefall beim Kaninchen

Behandlung von Infektionen:
Bei leichten Infektionen reicht es häufig aus, diese mit antibiotischen Augentropfen (Thilocanfol®, Floxal® Fuciderm®) zu behandeln. Eine Behandlung mit Surolan®, Panolog® ist ebenfalls möglich und bei einem gleichzeitigen Pilzbefall sinnvoll. Bei stärkeren Infektionen werden verschiedene Antibiotika verabreicht (möglich sind z. B. Marbofloxacin, Chloramphenicol, Enrofloxacin), hier kann ein vorheriger Abstrich sinnvoll sein, um genau heraus zu finden, welche Bakterien bei der Infektion eine Rolle spielen und dann gezielt zu behandeln.

Reinigung der Ohren

Sind die Ohren völlig verstopft oder ist sehr viel Sekret vorhanden, sollte die Reinigung der Ohren von einem Tierarzt durchgeführt werden. Dieser wird die Ohren mit speziellen Präparaten ausspülen und ggf. auch mit Spachteln gründlich reinigen. Die anschließende tägliche Pflege bis zum völligem Abklingen der Problematik kann vom Halter selbst übernommen werden.

Bei der Reinigung der Ohren muss sehr vorsichtig vorgegangen werden um Verletzungen des Innenohrens vorzubeugen. Um feste Sekretbildungen/Verstopfungen im Ohr zu entfernen, wird in Ohrreiniger in Form Tropfen ins Ohr eingebracht (z.B. EpiSqualan®, Epi-Otic®, Otifree® oder ein anderer Ohrreiniger der speziell für Tiere angeboten wird und kein Alkohol enthält). Aufgelöste Sekrete werden vorsichtig mit einem Kosmetiktuch entfernt. Nur am äußeren Gehörgang darf auch mit Wattestäbchen gereinigt werden - auf keinen Fall sollte mit den Wattestäbchen im Innenohr gewischt werden, die Gefahr das Ohr durch Sekrete ganz zu verstopfen oder das Innenohr zu verletzen ist zu groß! Verkrustungen am Ohr werden vorsichtig mit Kamillentee, Reinigungsbalsam (z.B. Oribalm®) oder einfach mit warmem Wasser abgelöst. Nach dem Trocknen werden dann die vom Arzt verschriebenen Tropfen oder Salben aufgebracht.