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Sommerprobleme

Mäuse vertragen als Höhlenbewohner und nachtaktive Tiere hohe Temperaturen nur schlecht. Farbmäuse stammen von Labormäusen ab, welche über viele Generationen lang in gemäßigten und klimatisierten Räumen lebten und sich an diesen Lebensraum angepasst haben. Auch aufgrund ihres schwachen Immunsystems vertragen sie keine starken Temperaturschwankungen. Farbmäuse fühlen sich bei einer Zimmertemperatur von ca. 20 °C am wohlsten. Schon Zimmertemperaturen über 28 °C können allerdings gefährlich werden, im Hochsommer bei starker Hitze kommt es nicht selten zur Überhitzung der Tiere und zum Hitzeschlag. Vor allem in Aquarien und Terrarien (welche ohnehin nicht optimal für die Haltung von Farbmäusen geeignet sind) kommt es schon bei geringeren Temperaturen zu einem Hitzestau! Auch eine zu hohe Luftfeuchtigkeit von dauerhaft über 60 % in Verbindung mit hohen Temperaturen wird nur sehr schlecht vertragen. Messen Sie immer die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit im Gehege, dort ist sie meist schnell höher als Außerhalb!

Aus diesem Grund gehen wir hier auf einige Sommerprobleme näher ein.

Wie kann ich meinen Mäusen im Sommer Kühlung verschaffen?
Andere Fütterung?!
Erste Hilfe bei Hitzeschlag

Wie kann ich meinen Mäusen im Sommer Kühlung verschaffen?

Folgende Tipps bringen im Sommer eine leichte Abkühlung. Bei allen Kühlmaßnahmen ist zu beachten, dass die Tiere sie freiwillig aufsuchen sollen. Bringen Sie die Kühlmittel immer nur auf einer Seite vom Gehege an.

  • Legen Sie Kacheln, Steinplatten oder auch Keramikteller an einige Stellen ins Gehege, solche kühlen Plätze sind im Sommer sehr beliebt. Aber die Tiere müssen auch die Wahl haben, ob sie diese kühlen Flächen aufsuchen oder nicht. Manche kühle Plätze werden besonders gern genutzt, wenn eine Etage darüber ist, die Tiere fühlen sich dort sicherer. Auch feuchte Tontöpfe sind mitunter sehr beliebt um sich darin abzukühlen.

  • Feuchte Tontöpfe sind ebenfalls sehr beliebt, der Ton saugt sich mit Wasser voll und gibt dieses langsam ab. Die Töpfe sollten so ins Gehege gelegt werden, dass die Öffnung seitlich liegt. Die Töpfe müssen so gesichert sein, dass sie nicht weg rollen können.

  • Ein Sandkasten mit Chinchillasand wird ebenfalls mitunter gern zur Abkühlung genutzt. Sie können im Sommer auch einen zusätzlichen Kasten mit leicht feuchtem Sand anbieten.

  • Geben Sie bei großer Hitze einen kleinen Kühlakku in eine Tüte, wickeln sie ein Tuch darum und legen Sie es oben auf das Gitter auf eine Seite vom Gehege. Dort fließt dann kühle Luft in das Gehege. Legen Sie den Akku nicht ins Gehege, dieser könnte von den Tieren angenagt werden. Wechseln sie regelmäßig den Akku aus. Die Kühlwirkung von Akkus ist allerdings sehr begrenzt, nur direkt unter dem Akku bis 20 cm Abstand ist sie überhaupt messbar, mehr Infos dazu hier: Kühlwirkung von Akkus auf Kleintiergehegen.

  • Vermeiden Sie unbedingt direkte Sonneneinstrahlung ins Gehege! Verschließen über Mittag die Vorhänge und die Fenster (dann bleibt es im Raum länger kühl) und lüften Sie gut über Nacht, am Morgen und Abend.

  • Bei starker Hitze sind Transporte zu vermeiden oder nur in klimatisierten Fahrzeugen durchzuführen (die Klimaanlage sollte aber nur leicht kühlen und die Tiere dürfen auf keinen Fall direkt davor gestellt werden oder Zug bekommen). Im Idealfall wird der Transport am frühen Morgen oder späten Abend durchgeführt. Als Transportbehälter eigenen sich dann nur kleine Gitterkäfige die gut belüftet sind. Im Transportbehälter sollten Frischfutter und Wasserflasche vorhanden sein. Der Transport muss so kurz wie möglich erfolgen. Die Tiere dürfen auf keinen Fall ohne Aufsicht im Auto verbleiben, denn darin wird es, auch im Schatten, sehr schnell sehr heiß!

Wird es in der Wohnung dauerhaft zu heiß, muss gehandelt werden, dann helfen die leichten Tipps zur Abkühlung nicht mehr! Ideal wäre dann die Anschaffung eines Klimagerätes (ohne Eis, es muss trocken kühlen), welches die Raumtemperatur auf einer gleichbleibenden Temperatur hält. Starke Temperaturschwankungen sollten allerdings vermieden werden und es sollte nicht zu schnell zu tief heruntergekühlt werden. Das Gerät sollte auch nicht direkt auf das Gehege zeigen, gut 2 m Abstand wären sinnvoll. Ist das absolut nicht möglich, können die Tiere auch vorübergehend in einem kühlen Raum wie dem Keller, Flur oder vielleicht Badezimmer untergebracht werden (Nordseite vom Haus). Allerdings stresst so ein Umzug die Tiere massiv und die meisten Keller sind auch nicht gut genug belüftet oder beleuchtet.

Keine Ventilatoren auf das Gehege richten! Ventilatoren kühlen die Luft nicht. Sie vermitteln uns nur ein kühles Gefühl, weil sie die warme und feuchte Luftschicht über unserer Haut wegblasen. Beim Tierfell geht das nicht, so dass der Wind durch die Ventilatoren die Tiere nicht abkühlt. Augen und Schleimhäute werden beim Tier allerdings durch den Wind ausgetrocknet, was massive Gesundheitsprobleme zur Folge haben kann.

Andere Fütterung?

Bei großer Hitze werden die Tiere eher träge und bewegen sich wenig. Dass sollte man bei der Fütterung bedenken und entsprechend Energieärmer füttern. Geben Sie weniger Nüsse oder Kerne, füttern Sie eher fettarme Getreidesorten. Zusätzlich dürfen die Mäuse aber durchaus am Abend wasserhaltige Frischfuttersorten bekommen. Gerade im Sommer sind Gurke und Salate beliebt Durstlöscher.

Das immer eine gefüllte gut laufende Tränke zur Verfügung stehen sollte versteht sich von selbst. Ein zusätzlicher Wassernapf ist ratsam. Diese sind täglich neu zu befüllen, auch wenn sie nicht leer getrunken sind, bei warmen Temperaturen wird das Wasser schnell schlecht (es bilden sich Bakterien, Algen und Schimmel)

Gerade im Sommer sollten die Futtervorräte der Tiere gut kontrolliert werden. Bei hoher Luftfeuchtigkeit bilden sich schnell Schimmel und Würmer.

Erste Hilfe bei Hitzeschlag

Bei sehr hohen Umgebungstemperaturen, besonders auch bei hoher Luftfeuchtigkeit, kann es zu Überhitzung der Mäuse kommen. Von Hitzeschlag besonders betroffen sind überfütterte, fette Tiere, ebenso alte oder schwangere Tiere. Bei starker Hitze sind Transporte zu vermeiden oder nur in klimatisierten Fahrzeugen durchzuführen (s.o.).

Die Symptome eines akuten Hitzeschlags sind: völlige Teilnahmslosigkeit - die Tiere liegen auf der Seite, schnelle flache Atmung - Flankenatmung, schneller schwach fühlbarer Puls. Sollten Sie diese Symptome bei heißem Wetter bei einem sonst gesunden Mäusen bemerken ist unverzüglich zu handeln.

  • Wickeln Sie das Tier in ein kühles, feuchtes Handtuch (nicht kalt, nur kurz zum Abkühlen in den Kühlschrank legen, verwenden sie keine Eiswürfel, Kopf draußen lassen!)
  • Flößen Sie ihm Flüssigkeit ein.

  • Tauchen Sie seine Füßchen in kühles (kein eiskaltes) Wasser ein.

  • Fahren Sie unverzüglich zu einem Tierarzt, dieser wird dem Tier Infusionen geben und evtl Corticoide gegen Kreislaufversagen spritzen.

Warten Sie mit dem Tierarzt Besuch nicht bis zum nächsten Morgen oder bis sie mal Zeit hätten, denn dann haben Sie keine Mäuse mehr die Sie mitnehmen könnten. Ein unbehandelter Hitzeschlag kann innerhalb kurzer Zeit zum Tod des Tieres führen.