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Keksbacktag für fleißige Leckermäuler

Ich liebe selbst gebackene Kekse zu Weihnachten, sie sind das, was die Adventszeit so besonders macht. Es gibt nichts Schöneres, als den Duft von selbst gebackenen Plätzchen in der Luft und Dosen voller Leckereien auf dem Tisch.

Allerdings liebe ich es nicht so sehr, dafür ewig in der Küche zu stehen oder an Rezepten die schon von der Zutatenliste her für mich völlig unverständlich sind zu verzweifeln und ich mag es gar nicht, wenn halbe Eier über bleiben, die Rezepte immer gleich für 120 Kekse sind, die wir zu zweit im Leben nicht aufessen könnten oder die Kekse zwar toll aussehen, aber absolut nicht schmecken.

Seit vielen Jahren feile ich an meiner Weihnachtsbäckerei, es soll relativ schnell gehen, einfach und unkompliziert sein und die Ergebnisse müssen Gatten, Besuchern und natürlich mir schmecken. Nun habe ich eine Rezepte ausgetüftelt, die einfach sind, sicher sind, sich ergänzen und mit denen ich an einem Tag genug Plätzchen für die ganze Adventszeit backen kann. Und darum gibt es nun hier meine Rezepte und meine Tipps, wie sowas an einem Tag fertig wird.

Vorbereitung

Erstmal werden alle Geräte die benötigt werden auf dem Küchentisch bereit gestellt: Küchenwaage, Handrührgerät, Küchenrolle, Ausstechformen, Alufolie, Backpapier, 2 Backbleche, 2 Messer, 2 Esslöffel, 2 Teelöffel. Anschließend werden alle benötigten Zutaten bereit gestellt. Für die nachstehenden Rezepte werden benötigt: 60 g gemahlene Mandeln, 60 g gemahlene Haselnüsse, 780 g Mehl, 400 g Butter, 3 Eier, 200 g Zucker, 250 g Puderzucker, 170 g Honig, 150 g Marzipanrohmasse, 200 g Kokosraspeln, 4 Päckchen Vanillinzucker, 2 Teelöffel Kakaopulver, 1 Esslöffel Rum, 1 Päckchen fertig gemischtes Lebkuchengewürz, 1 gestr. Teelöffel Pfeffer (am besten frischen Pfeffer oder weißen Pfeffer), 5 g Hirschhornsalz.

Nahezu alle Keksteige müssen vor dem Ausbacken einige Stunden im Kühlschrank ruhen. Also beginnen wir mit dem Kneten der einzelnen Teigarten.

Vanillekipferl und Spitzbuben

Zutaten:
  • 60 g gemahlene Mandeln
  • 60 g gemahlene Haselnüsse
  • 300 g Mehl
  • 100 g Zucker
  • 200 g g weiche Butter
  • 2 Eigelbe (Eiweiß behalten und zurückstellen)

Spitzbuben

Alle Zutaten ordentlich verkneten (dauert Ewig und krümelt ganz übel - aber irgendwann wird`s plötzlich Teig). Den fertigen Teig in Alu gewickelt in den Kühlschrank legen. Auf die Uhr schauen und die Zeit notieren. Wollen Sie nur dieses Rezept nachbacken, geht es hier weiter: Vanillekipferl, Spitzbuben.

Heidesandtaler Vanille und Schokolade

Zutaten:
  • 200 g Butter
  • 100 g Puderzucker
  • 100 g Marzipanrohmasse
  • 250 g Mehl
  • 1 Teelöffel Vanillinzucker
  • 2 Teelöffel Kakaopulver
  • 1 Esslöffel Rum
Heidesandtaler

Die Zutaten von Butter bis Vanillinzucker zu einem Teig verkneten. Anschließend den Teig in 2 Teile teilen. Einen Teil gleich zu einer ca. 5 cm dicken Rolle formen und in Alufolie wickeln und in den Kühlschrank legen. Den anderen Teil mit dem Kakaopulver und dem Rum vermengen. Für marmorierte Taler leicht vermengen, für gleichmäßig braune Taler ordentlich durchmengen. Ebenfalls zu einer 5 cm dicken Rolle formen und in den Kühlschrank legen. Auf die Uhr schauen und die Zeit notieren. Wollen Sie nur dieses Rezept nach backen, geht es hier weiter. Heidesandtaler

Kokosmakronen

Zutaten:
  • 2 Eiweiße
  • 100 Puderzucker
  • 200 g Kokosraspeln
  • 50 g Marzipanmasse

Die Eiweiße mit einem Handrührgerät zu steifem Schnee schlagen. Anschließend unter weiterem Rühren den Zucker einrieseln lassen. Dann in Flocken das Marzipan einrühren. Abschließend die Kokosraspeln mit einem Löffel einrühren. In allen Backbüchern steht nun etwas davon, dass der Teig mit Löffelchen auf Obladen gesetzt werden soll - Quatsch wenn Sie mich fragen. Der Teig ist dazu zu krümelig, Obladen mag ohnehin niemand - also lassen wir das. Wir nehmen Backpapier, legen ein Backblech damit aus, waschen uns die Finger und dann greifen wir damit beherzt in den krümeligen Teig. Nehmen eine kleine Portion, formen diese so gut es eben geht zu einer kleinen Pyramide und ab damit aufs Backblech. Ja es krümelt ein wenig und klebt an den Fingern (wenn man sie mit Mehl bestäubt geht es etwas besser) - aber da muss man halt durch. Die Makronen auf dem Backblech trocknen lassen, noch nicht in den Ofen. Wollen Sie nur dieses Rezept nach backen, geht es hier weiter. Kokosmakronen

Jetzt kommt der letzte Teig - dann geht`s ans Ausbacken.

Pfeffernüsse

Zutaten:
  • 170 g flüssigen Honig
  • 100 g Zucker
  • 1 Ei
  • 1 Päckchen fertig gemischtes Lebkuchengewürz
  • 1 gestr. Teelöffel Pfeffer (am besten frischen Pfeffer oder weißen Pfeffer)
  • 5 g Hirschhornsalz
  • 330 g Mehl
Pfeffernüsse

Den Honig in einem Topf auf dem Herd bei schwacher Hitze ganz dünnflüssig werden lassen. Zucker, Gewürze, Hirschhornsalz einrühren, dann das Ei mit dem Schneebesen unterrühren. Nach und nach nun das gesiebte Mehl unterrühren. Zu Anfang noch mit dem Löffel, aber dann wird der Rest auf der Tischplatte verknetet, das klebt und ist erstmal krümelig, aber schnell wird es ein geschmeidiger Teig. Wollen Sie nur dieses Rezept nach backen, geht es hier weiter. Pfeffernüsse

Jetzt haben wir also unsere Arme bis zum Muskelkater mit Teig kneten strapaziert, Zeit für eine Tasse Kaffee oder einen Tee, der Teig ruht vor sich hin und wir nehmen uns eine halbe Stunde Auszeit.

Ausgeruht? Ok dann gehts weiter.

Kokosmakronen Ofen auf 160 Grad vorheizen. Makronen einschieben und leicht goldbraun werden lassen. An der Spitze werden sie meist ein wenig dunkler, aufpassen dass sie nicht verbrennen. die abgekühlten Kokosmakronen können Sie gern noch zur Hälfte in ein Schokoladenbad tauchen - sie schmecken ohne Schokolade aber viel Kokusnussiger.

Pfeffernüsse Der Ofen ist schon heiß, stellen Sie ihn auf 180 Grad hoch. Aus dem Teig mit bemehlten Fingern (sonst klebt der Teig wie Kleister an den Händen) in kleine Kugeln formen - na so ca. Kirschgroß. Diese mit gutem Abstand auf einem Backblech welches mit Backpapier ausgelegt ist auflegen. Wenn der Ofen warm genug ist, Backblech einschieben - und sich nicht über den üblen Gestank wundern, wenn das Hirschhornsalz erwärmt wird, stinkt es erstmal gar nicht so besonders gut ... bäh. Die Pfeffernüsse werden flacher und gehen auf, wenn sie Goldbraun bis Mittelbraun sind werden sie aus dem Ofen genommen. Ich lasse sie dann einfach abkühlen und wir futtern sie am liebsten so. Mögen Sie Ihre Backwaren lieber Zahnschmerzsüß, dann können Sie nun noch Puderzucker in Wasser auflösen und diesen Zuckerguss auf die heißen Pfeffernüsse aufbringen.

Vanillekipferl Der Ofen hat immer noch 180 Grad. Der Teig war nun sicher seine 2 Stunden im Kühlschrank. Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und in sehr kleinen Portionen weichkneten. Diese Portionen dann zu dünnen Rollen (ca. 8 mm Durchmesser) formen und in Stücke (ca. 5 cm) teilen. Diese Stücke biegen und etwas nachformen und auf ein mit Backpapier belegtes Backblech geben. Goldbraun backen - ca 10 Minuten. Noch warm werden die Kipferl in einer Mischung aus Vanillinzucker und Puderzucker gewälzt. Dafür nehmen Sie ca. 3 Päckchen Vanillinzucker und 50 g Puderzucker und vermischen diese Gründlich.

Zwischendrin backen wir die Heidesandtaler aus, weil das recht schnell geht.

Heidesandtaler Wenn der Teig mindestens 2 Stunden, besser 3 Stunden im Kühlschrank war ist er schön hart geworden. Nun schneiden Sie einfach mit einem scharfen Messer ca. 5 mm dicke Scheiben ab und legen diese auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech. Ich lege immer abwechselnd dunkle und helle Taler auf, da ich bei den braunen Talern sonst nie so recht erkennen kann, wann sie fertig sind - so kann ich das mit den hellen Talern kontrollieren. Bei 180 Grad werden die Taler goldbraun gebacken.

Es folgen die Spitzbuben, die sind sehr Zeit- und Arbeitsintensiv, aber sie kommen sehr gut an.

Spitzbuben Nehmen Sie den restlichen Teig der von den Vanillekipferln und kneten Sie ihn weich. Anschließend wird der Teig sehr dünn ausgerollt und es werden eher runde Formen ausgestochen (es sollten größere Kekseformen sein). Achten Sie darauf, dass Sie noch etwa die gleiche Menge Teig über haben um die Deckelchen aus zustechen. Bei 180 Grad werden diese Plätzchen goldbraun ausgebacken. Dann wird der Teig noch dünner ausgerollt und es werden die gleiche Anzahl Plätzchen ausgestochen, diesmal mit einem Loch in der Mitte. Wenn Sie große, runde Plätzchen machen, dann eignen sich kleine Sternformen oder Herzformen gut für das Loch. Auch diese Plätzchen werden goldbraun gebacken. Sobald die Plätzchen kalt sind, wir die untere Seite mit Marmelade bestrichen. Welche Marmelade Sie nehmen bleibt Ihrem Geschmack überlassen, ich nehme meist selbstgemachtes Johannisbeergelee oder Erdbeermarmelade. Die Oberen Teile werden mit Puderzucker bestäubt (meist hat man von den Vanillekipfeln noch Vanille/Puderzucker über, der lässt sich hier gut verwenden - er muss allerdings gut gesiebt werden). Dann werden die Deckelchen aufgesetzt und auch diese Hürde der Weihnachtsbäckerei ist genommen.

Mein Tipp zum Teig ausrollen
Statt mit viel Mehl die Küche und sich selber einzupudern und den Teig brüchig werden zu lassen, damit er nicht an der Rolle klebt, nehmen Sie zum Ausrollen einfach normale Frischhaltefolie. Unter den Teig und über den Teig legen Sie ein großes Stück Frischhaltefolie, dann den Teig wie gewohnt ausrollen und die Folie abziehen wenn er ausgerollt ist. So bleibt der Teig zart, Ihre Küche unbemehlt und es klebt nix an der Rolle.

Der Tag ist rum, die Kekse sind fertig - nun kommt der Ehegatte nach Hause, steht Kekseschmatzend in der Küche, lobt das Backwerk und futtert innerhalb eines Wochenendes alle Kekse weg - und wieder wars nix mit "das reicht für den ganzen Advent"

Hier das Gesamtergebniss eines Keksbacktages:

keksbacktag

Dieser Backwahn stammt von Christine Wilde

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