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Jedes Leben endet

In diesem Artikel wird nicht nur, aber auch, rein sachlich über das Thema "Tod beim Heimtier" aufgeklärt. Natürlich werden auch Emotionen und private Berichte einfließen weil das bei so einem Thema unvermeidlich ist. Da ich zunehmend bemerke, dass viele neue Tierhalter ein großes Problem mit dem Thema haben und es viele Fragen zum Thema Sterben und Tod von Kleintieren gibt, möchte ich nun versuchen diese hier zu beantworten.

Der natürliche Tod

Irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen an dem unser Tier alt geworden ist und von uns geht. Egal um welche Tierart es sich handelt, einige Tiere altern früher, andere später und manche werden zu regelrechten Greisen. Mitunter zeigen Mäuse schon mit einem Jahr Alterserscheinungen, andere werden 2 Jahre alt und sind dann noch putzmunter. Einige Meerschweinchen sind mit fünf Jahren sichtbar alt, andere erst mit acht. Es scheint häufig eine genetische Veranlagung zu sein wie alt ein Tier wird und natürlich spielen auch die Lebensumstände und der Gesundheitszustand des Tieres eine wesentliche Rolle. Manche Tiere erkranken leider sehr früh und auch hier muss man damit rechnen, dass sie bald versterben.

Das alte oder kranke Tier wird natürlich von seinen Haltern liebevoll umsorgt. Es bekommt spezielle Nahrung die auf seine Bedürfnisse zugeschnitten ist, wird ggf. gepäppelt, das Gehege wird entsprechend seniorengerecht eingerichtet und das Tier bekommt die Ruhe die es braucht. Die "Senioren" schlafen mehr, verlieren Gewicht und sind häufig nicht mehr so aktiv. Sie nehmen aber normalerweise noch am Leben im Gehege teil oder versuchen eine Routine aufrecht zu erhalten. Alte oder kranke Tiere sollten deshalb auf jeden Fall in ihrer gewohnten Umgebung und bei ihren Partnertieren bleiben dürfen. Nahezu alle Tierarten kümmern sich liebevoll um ihre alten Artgenossen oder ignorieren sie. Es ist also normalerweise nicht nötig und auch nicht sinnvoll alte Tiere einzeln zu setzen. Nur in sehr seltenen Fällen, wenn die Tiere den Senior drangsalieren und vertreiben oder das Tier eine sehr ansteckende Erkrankung hat, muss der Senior alleine bleiben.

In vielen Fällen schlafen alte Tiere einfach ein und der Tierhalter findet seinen Liebling tot im Gehege. Das ist natürlich ein trauriger Moment und viele Halter sind schockiert vom Anblick des verstorbenen Haustieres. Aber für unsere Lieblinge ist das Sterben in gewohnter Umgebung ganz natürlich und somit das Beste was ihnen am Ende ihres Lebens passieren kann. Nach dem ersten Schreck sollte das verstorbene Tier unverzüglich aus dem Gehege genommen und das Gehege gereinigt werden. Untersuchen Sie das Tier noch einmal genau. Es dauert eine Weile bis das Tier ganz abkühlt. Kommt es ihnen noch zu warm vor, sollten Sie den Herzschlag abhören um den Tod festzustellen. Wenn Sie unsicher sind ob das Tier wirklich verstorben ist, legen Sie es an einen weichen Ort und warten Sie noch eine Zeit ab.

Achtung: Finden Sie einen tot aussehenden Goldhamster ohne dass dieser vorher krank war, dann könnte dieser sich auch im Winterschlaf befinden. Mehr Informationen dazu finden Sie hier: Winterschlaf beim Goldhamster.

Bei manchen Tierarten kommt es vor, dass ihre Artgenossen ihren verstorbenen Kameraden annagen. Dies ist ein reiner Schutzmechanismus, da verwesende Tiere im Revier Fressfeinde anziehen. Manche Tierhalter sind dann sehr bestürzt und wütend auf ihre Haustiere. Man sollte jedoch bedenken, dass die Tiere nur nach ihren Instinkten handeln und man ihnen dies nicht verübeln darf. Ausgesprochen selten sind es die Tiere selbst, die sich gegenseitig töten und wenn dies der Fall ist, dann liegt es an falschen Haltungsbedingungen (zu enge, falsch eingerichtete Gehege, falsche Sozialpartner etc.), d.h. nicht die Tiere, sondern der Halter ist schuld!

Manchmal finden Halter ihr Tier während des Sterbens vor und sind durch den Anblick verständlicherweise geschockt. Der Tod ist nur selten ein wirklich sanftes Entschlafen, häufig wird er von einem letzten Kampf gegen das Unvermeidliche begleitet. Sterbende Tiere liegen meist auf der Seite und können nicht mehr aufstehen. Manchmal versuchen sie noch aufzustehen, fallen aber wieder zurück. Manche quieken oder kreischen dann regelrecht vor Verzweiflung und Schmerzen. Meist haben sie eine starke Flankenatmung oder atmen unregelmäßig. Kurz vor dem Ende kann es auch zu Krämpfen und starken Zuckungen kommen. Die Tiere reagieren häufig nicht mehr auf ihren Halter und ihre Umwelt. Dann wird der Puls unregelmäßig, die Tiere schnappen nach Luft und zucken ein letztes Mal. Wir können aber davon ausgehen, dass diese letzten Zuckungen rein mechanischer Natur sind und die Tiere davon nichts mehr mitbekommen. Ein Blick in die Augen der Tiere verrät, dass sie schon längst gegangen sind und es nur noch ihr Körper ist der sich wehrt. Das ist alles leider völlig normal und gehört zu einem natürlichen Tod dazu, auch wenn es schwer fällt, das zu akzeptieren.

Es gibt keine klaren Regeln wie dann vorzugehen ist. Wenn mit dem Tod zu rechnen war, kann es durchaus eine Möglichkeit sein das Tier einfach dort zu belassen wo es ist. Mit ihm zu reden und ihm, wenn vorhanden, ein starkes Schmerzmittel oder Beruhigungsmittel zu geben, ist ebenfalls eine Möglichkeit. Die wenigsten Kleintiere wollen dann noch aus dem Gehege genommen und gestreichelt werden, deshalb sollte man ihnen solche Liebesbeweise bitte ersparen. Zum Einschläfern ist es meist zu spät. Auch wenn es schwer fällt;, lassen Sie das Tier dann einfach in Ruhe sterben.

Wenn es sich um ein sonst gesundes Tier handelt, muss allerdings schnell gehandelt werden. Das Tier wird gewärmt, in eine Transportbox getan und dem nächsten Tierarzt vorgestellt. Denn diese Symptome können durchaus auch einfach ein Zeichen für starke Schmerzen sein. Mit etwas Glück kann das Tier dann noch erfolgreich behandelt werden.

Das alte Tier

Auch wenn das alte Tier viel schläft, sich wenig bewegt und am liebsten seine Ruhe haben möchte, wenn es mager geworden ist, struppig und nicht mehr schön anzusehen ist, sind das alles keine Gründe es einschläfern zu lassen. So lange es sonst gesund ist kann es noch viel Lebensfreude haben.

Erst wenn das Tier keine Nahrung mehr aufnimmt, nur noch liegt und nicht mehr am Leben teilnimmt, ist eine Entscheidung nötig. Nun muss der Halter dafür sorgen, dass sein Tier nicht unnötig leidet. Nicht alle alten Tiere gehen von selbst, manchmal ist der Lebenswillen so groß, dass sie lange liegen. Dann kommt es häufig dazu, dass ihre Sehnen verkürzen, sie nicht mehr aufstehen können, die Gliedmaßen versteifen und sie in ihren Ausscheidungen liegen, diese greifen die Haut an und es kommt zu entzündlichen Prozessen in der Haut. Damit beginnt das Leiden und wir haben das große Glück, dass wir es bei unseren Haustieren mit Hilfe eines Tierarztes beenden können.

Das kranke Tier

Viele Erkrankungen gehen mit starken Schmerzen einher, vor allem wären da Tumorschmerzen bei Krebserkrankungen zu nennen. Auch massive Veränderungen in den Gelenken und an der Wirbelsäule sorgen für starke Schmerzen und eine extrem eingeschränkte Bewegungsfreiheit. Chronische Erkrankungen können auch jüngeren Tieren so massive Probleme bereiten, dass ihr Leben nicht mehr lebenswert ist. Wenn das Tier sichtbar leidet und starke Schmerzen hat, weil es unbehandelbar oder unheilbar krank ist, es freiwillig keine Nahrung und keine Flüssigkeit mehr zu sich nimmt, es nicht mehr am Leben in der Gruppe teilnimmt oder schon massiv von der Gruppe drangsaliert und ausgeschlossen wird, dann sollten Sie auch bei jüngeren Tieren über eine erlösende Maßnahme nachdenken.

Es wäre falsch, ein altes und schwaches oder unheilbar erkranktes Tier künstlich am Leben zu erhalten. Es zu päppeln, auch wenn es sich wehrt, es mit Medikamenten voll zu stopfen oder ständig zum Tierarzt zu schleppen um es noch über Tage am Leben zu erhalten, weil Sie sich von Ihrem geliebten Tier nicht trennen können. Dem Tier bringt diese Zeit nichts mehr. Solche Maßnahmen sollten nur ergriffen werden, wenn noch eine klare Heilungschance besteht. Ebenso wäre es natürlich falsch, das alte oder kranke Tier einfach verhungern und verdursten zu lassen.

Das Einschläfern

Das Einschläfern ist dann der letzte Freundschaftsdienst den wir unserem Haustier erweisen können. Rufen Sie beim Tierarzt an und kündigen Sie an, dass Sie vermutlich ein Tier einschläfern lassen müssen. Manche Tierärzte sind so taktvoll und vergeben dafür einen Termin, damit man im Wartezimmer nicht lange auf das Unvermeidliche warten muss.

Ein guter Tierarzt nimmt sich dann Zeit für Sie, spricht alle Möglichkeiten durch und sagt Ihnen ob er das Einschläfern befürwortet oder nicht. Auch wenn häufig behauptet wird Tierärzte würden zu früh einschläfern, sind die meisten Tierärzte doch eher dazu bereit ein Tier weiter zu behandeln wenn es sinnvoll erscheint. Rät ein Tierarzt aber von weiteren Behandlungen ab, ist es für gewöhnlich richtig auf sein Urteil zu vertrauen. Meine persönliche Erfahrung dazu ist: Die meisten Tierärzte geben ungern auf und behandeln mitunter beinahe zu lange als zu kurz. Als Halter ist man so stark auf sein Haustier fixiert und wünscht sich so sehr, dass es ihm besser geht, dass man häufig genug die Realität nicht mehr wahrnimmt. Man sollte sich dann von seinem Tierarzt und auch von guten Freunden bei der Entscheidung helfen lassen.

Der Tierarzt wird das Tier vorab noch einmal gründlich untersuchen. Manchmal ist es sinnvoll das Tier dafür schon unter Narkose zu legen, damit es die Untersuchung nicht mehr mitbekommt.

Vor dem Einschläfern erfolgt immer eine Narkose. Dies ist gesetzlich vorgeschrieben und natürlich auch sinnvoll, damit das Tier nichts mehr mitbekommt. Eine überdosierte Narkose hat allerdings häufig auch schon eine tödliche Wirkung. Manche Medikamente die zum Einschläfern eingesetzt werden, gehören zu den Narkotika und in so einem Fall gibt der Tierarzt vielleicht auch nur diese eine Spritze.

Das Tier schläft langsam ein und der Tierhalter hat die Gelegenheit sich zu verabschieden. Wer das Einschläfern nicht verkraften kann, darf den Raum verlassen. Bei Tieren die nie zahm waren und Berührungen nicht sehr mochten, sollten Sie es unterlassen sie währenddessen zu streicheln. Waren die Tiere aber menschenbezogen, kann es den letzten Weg erleichtern wenn Sie liebevoll mit ihnen sprechen und sie streicheln.

Erst wenn die Narkose wirkt, das Tier nicht mehr bei Bewusstsein ist und somit keine Schmerzen mehr spürt, wird der Tierarzt es mit einer Spritze erlösen. Es werden dafür verschiedene Medikamente eingesetzt, empfehlenswert ist ein Mittel mit dem Namen "Eutha 77". Dies enthält ein starkes Narkotikum, das Tier schläft nach einer Spritze schmerzfrei ein. Manche Tierärzte spritzen das Mittel direkt ins Herz, andere setzen die Injektion ins Muskelgewebe (auf keinen Fall darf das ohne vorherige Narkose geschehen!). Meist tritt der Tod dann sehr schnell ein, es folgt eine kurze Schnappatmung und das Tier entspannt sich und ist von seinem Leiden erlöst. Es gibt aber auch Ausnahmen: Mitunter dauert die Schnappatmung länger, es kommt zu Krämpfen oder das Herz des Tieres ist so stark, dass die übliche Menge des verwendeten Medikamentes einfach nicht ausreicht. In so einem Fall wird der Tierarzt dann noch einmal nachspritzen.

Früher wurden kleine Tiere wie Mäuse und Hamster eingeschläfert, indem sie einfach in einen Behälter mit Chloroform gesteckt wurden, allerdings ist das ein langsamer Tod der mit Krämpfen einher geht und deshalb wird das heute nicht mehr gemacht.

Wenn das Tier entschlafen ist, wird der Tierarzt es noch einmal untersuchen, das Herz abhören und den Tod eindeutig feststellen.

Das tote Tier

Verstorbene Tiere sind nicht sofort kühl, die Körpertemperatur senkt sich nur langsam ab. Sie sind auch nicht sofort steif. Der Körper versteift sich nur langsam und bläht sich im Bauchbereich häufig stark auf. Die Augen sind meistens offen und trocknen schnell aus. Leider ist es schwer, die Augen zu schließen. Die Sehnen ziehen sich zusammen und so kommt es häufig zu einer seitlichen Haltung mit nach innen verkrümmten Beinen. Das gekrümte Liegen bedeutet nicht, dass es unter Krämpfen qualvoll gestorben ist, sondern zeigt nur an, dass der Tod eingetreten ist und die Sehnen sich zusammen ziehen.

Es wird behauptet, aus toten Tieren trete sofort Leichengift aus, welches einen krank macht. Diese Aussage ist jedoch falsch. Tote Tiere können bedenkenlos mit bloßen Händen angefasst werden. Natürlich sollte man sich anschließend die Hände waschen, den an toten Tieren reichern sich Bakterien an. Vergiften kann man sich aber nicht.

Nach dem Tod

Die praktischen Überlegungen

Ist das Tier verstorben, muss der Halter einige rein praktische Überlegungen anstellen. Nutzen Sie dafür die Zeit direkt nach dem Tod, meist steht man dann noch ein wenig unter einem schützenden Schock und kann noch reagieren und Entscheidungen treffen. Später, wenn die Trauer massiv eintritt, fällt dies häufig schwer.

Wo und wie wird das Tier beerdigt?
So vielfältig wie die Menschen und ihre Haustiere sind, so vielfältig ist auch der Umgang mit dem Tod. Es gibt viele Möglichkeiten seinem verstorbenen Tier die letzte Ehre zu erweisen. Was den einen abschreckt, mag für den anderen normal sein. Welche Möglichkeit für Sie die richtig ist können nur Sie selbst entscheiden.

Der Sarg / Aufbahrung

Als Sarg oder zur Aufbahrung wird normalerweise ein passender Pappkarton verwendet, dieser verrottet schnell und ist umweltverträglich. Legen Sie auf den Boden immer einige Lagen saugfähiges Papier (Küchenpapier, Toilettenpapier), damit der Boden nicht durchweicht. Holzkisten eignen sich nur bedingt, da sie meist nicht so schnell verrotten und den Tierkörper zu lange erhalten. Auch Leinentaschen, Leinentücher und andere Naturstoffe eignen sich. Ungeeignet sind natürlich Plastikdosen, Blechkisten und Gläser, da sie das Verrotten des verstorbenen Tieres verhindern.

Beim Abschied nehmen kann es helfen den Sarg ein wenig herzurichten. Pappkartons können mit Wasserfarben bunt bemalt werden. Der Sarg kann mit ein wenig Einstreu, Heu, dem Nest des Tieres, Futter und weiteren Grabbeigaben ausgestattet werden. Verwenden Sie allerdings wieder nur Naturmaterialien.

Wenn Sie das Tier nicht unverzüglich bestatten können, dann sollten Sie den Sarg kühl stellen und vor allem bei warmer Witterung unbedingt in eine Plastiktüte wickeln (diese wird vor der Beerdigung natürlich entfernt). Der Sarg kann zwar eine kurze Zeit offen bleiben, aber der Anblick ist meist nicht sehr schön und deshalb sollte man sich das selbst ersparen.

Kremierung/Einäscherung

Das verstorbene/eingeschläferte Tier kann beim Tierarzt belassen werden. Dort werden die Tiere einzeln verpackt und in einer Kühltruhe gesammelt. Sie werden dann zusammen mit den anderen organischen Überbleibseln aus der Praxis an ein entsprechendes Unternehmen (Tierkörperbeseitung) übergeben und von diesem normalerweise verbrannt (kremiert /eingeäschert). Es ist nicht erlaubt die eingeschläferten Tiere aus Praxen in irgendeiner Weise weiter zu verwerten, sie müssen vollständig entsorgt werden, da sie giftige Stoffe enthalten.

Eine weitere leider sehr kostspielige Möglichkeit ist die Kremierung durch einen Tierbestatter die in fast allen deutschen Großstädten zu finden sind. Dort kann das Tier eingeäschert werden. Häufig gibt es auch ein Feld, auf dem die Asche verstreut werden darf. Es ist ebenfalls möglich, die Asche mit nach Hause zu nehmen, aufzubewahren oder selbst zu beerdigen.

Für viele Menschen sicher gruselig, aber in manchen Gemeinden dennoch erlaubt ist es, kleine Heimtiere bis Rattengröße mit dem Hausmüll zu entsorgen. Diese werden dann mit dem Müll verbrannt und somit auch kremiert.

Beerdigung

Es ist in Deutschland, mit Ausnahme von Wasserschutzgebieten, meist erlaubt die kleinen Heimtiere im eigenen Garten beizusetzen. Manche Gemeinden gestatten auch, die Tiere im Umland auf freien Flächen beizusetzen. Informieren Sie sich am besten bei der Gemeindeverwaltung und erfragen Sie, welche Möglichkeiten es gibt. Wenn Sie Ihr Heimtier im Freiland beerdigen, achten Sie darauf, tief genug (mindestens 60 cm, besser 80 cm tief) zu graben, denn sonst buddeln frei laufende Hunde oder andere Tiere ihren Liebling wieder aus oder starker Regen legt das Tier frei. Bei Frost ist es schwer, den Boden aufzugraben. Nehmen Sie dann eine Thermoskanne heißes Wasser mit, damit können Sie den Boden etwas aufweichen.

An manchen Orten gibt es Tierfriedhöfe. Meist sind die Plätze dort allerdings sehr teuer und nicht überall sind Nagetiere erwünscht.

Manche Halter von sehr kleinen Tieren wie Mäusen und Lemmingen beerdigen ihre Heimtiere in den Pflanzentöpfen großer Zimmerpflanzen oder sogar in Balkonkästen. Allerdings ist das keine optimale Lösung, denn leider begegnet man seinen verstorbenen Lieblingen beim Umtopfen wieder und das möchte wohl niemand gerne.

Die Artgenossen

Nun ist ein Tier von uns gegangen, aber die anderen Tiere sind noch da. Niemand kann mit Gewissheit sagen ob die verbliebenen Artgenossen trauern, aber häufig genug zeigen sie ein verändertes Verhalten. Manchmal wird die Rangordnung in der Gruppe neu ausgefochten. Das kann sogar zu massiven Problemen führen wenn das verstorbene Tier ranghoch war. Manchmal wirken die verbliebenen Artgenossen desorientiert und verstört, manchmal fressen sie nicht richtig und benehmen sich anders als sonst. Gewähren Sie den Tieren etwas Ruhe, um mit der veränderten Situation klar zu kommen.

Richtig schlimm ist es natürlich, wenn ein einzelnes Rudeltier zurückbleibt. In diesem Fall muss der Halter möglichst schnell eine Entscheidung treffen.

Es gibt nur drei Möglichkeiten:

  1. Ein neuer Artgenosse zieht ein. Es sollte also unverzüglich mit der Suche nach einem passenden Partner begonnen werden. Kein Tier, auch kein altes Tier, sollte lange allein leben müssen. Selbst wenn die verbliebene Rennmaus schon 3 oder das verbliebene Meerschweinchen bereits 7 Jahre alt ist - diese Tiere können noch lange leben und sollten nicht in Einzelhaft bleiben. Werden die Tiere neu vergesellschaftet leben sie häufig regelrecht auf. Sicher tun sich manche Tiere erst einmal schwer mit einem neuen Partner, aber normalerweise ist ein neuer Partner immer noch besser als Einsamkeit.
  2. Wenn Sie keine weitere Tierhaltung mehr betreiben möchten, aber ihr Tier auch nicht her geben können, dann erkundigen Sie sich in Notaufnahmen nach einem "Leihtier". Mitunter ist es möglich sich für die verbleibende Lebenszeit des noch vorhandenen Haustieres einen Partner auszuleihen und diesen dann an die Notstation zurück zu geben.
  3. Das verbliebene Tier wird abgegeben. Wenn Sie nicht länger Tiere halten möchten, wäre nun der richtige Zeitpunkt, ein neues Zuhause in einer anderen Gruppe für Ihren Liebling zu suchen.

Die Einzelhaltung eines übrig gebliebenen Gruppentieres ist keine Alternative!

Wenn Sie ihr Tier sehr lieben und Sie es nicht übers Herz bringen es weg zu geben und Sie aber auch keine weiteren Tiere mehr wollen, bleiben Ihnen trotzdem nur die oben genannten Möglichkeiten. Die Einzelhaltung eines Tieres aus Liebe hat mit echter Liebe nichts zu tun - das ist nur reine Selbstsucht!

Hilfe bei der Partnersuche oder der Abgabe bekommen Sie bei diesen Nager Info / Vermittlungslinks

Die Trauer

Mit dem Tod eines geliebten Haustieres kommt auch die Trauer. Jeder Mensch ist ein Individuum und trauert individuell. Jeder Mensch geht anders damit um und das sollten wir alle respektieren.

Manche Halter nehmen sofort wieder ein neues Haustier auf. Böse Zungen behaupten, sie würden damit ihr verstorbenes Tier ersetzen wollen. Meistens ist der Grund für die sofortige Aufnahme eines neuen Haustieres nicht nur die Notwendigkeit eines Artgenossen oder der Wunsch nach Ersatz. Häufiger dient es der Ablenkung. Man erträgt den leeren Lieblingsplatz des Haustieres nicht, trauert und braucht einfach ein neues Fellgesicht das einem erwartungsvoll entgegen schaut. Ein neues Haustier tröstet und lenkt von der Trauer ab. Der neue Mitbewohner muss umsorgt, will kennen gelernt und geliebt werden. Das kann über den Schmerz des Verlustes hinweg trösten. Schon bald weicht die Trauer um den Tod des geliebten Haustieres der Freude über das neue Heimtier. Bald kann man über das gegangene Tier sprechen und vielleicht schon wieder über seine Eigenarten schmunzeln.

Andere Halter ertragen schon den Gedanken an ein neues Tier nicht. Sie wehren sich auch gegen neue Rudelmitglieder und sehen sie nur als Kompromiss. Auch das ist normal und zeigt nur, wie sehr man sein Tier geliebt hat. Glücklicherweise weicht auch diese Trauer irgendwann meist wieder der Freude an den Haustieren.

Fast alle verantwortungsvollen Tierhalter fragen sich nach dem Tod ihres Lieblings, was sie falsch gemacht haben. Man zermartert sich das Hirn, ob man etwas übersehen hat, ob man schneller hätte handeln können oder ob die Krankheit zu vermeiden gewesen wäre. Man bemerkt Fehler und diese lasten schwer auf der Seele. Aber wir sind nun einmal nicht perfekt, wir reagieren nicht immer richtig und machen Fehler. Selbst wenn wir keinen Fehler finden können, geben wir uns oft die Schuld am Tod eines Tieres. Das wird einem wohl niemand ausreden können. Ich selbst leide unheimlich unter jedem Tod und kreide ihn mir persönlich an. Aber dann holen mich meine Freunde wieder auf den Boden der Tatsachen zurück und sagen mir:

"Wir sind nicht allmächtig und der Tod gehört zum Leben. Keiner von uns kann ihn verhindern und er kommt in vielerlei Gestalt zu jungen und zu alten".

Nehmen Sie sich das zu Herzen - und freuen Sie sich, dass Ihr Tier sein Leben bei Ihnen in tiergerechter Haltung verbringen durfte.

Gedenken

Es gibt viele Möglichkeiten dem Tier in angemessener Weise zu gedenken. Hier will ich nur einige Beispiele nennen.

Virtuelles Gedenken
Im Internet gibt es unzählige Plattformen, die virtuelle Friedhöfe anbieten. Diese werden häufig Regenbogenbrücke genannt. Grund: Wir möchten gerne glauben, dass alle Tiere, die von uns gehen, über die Regenbogenbrücke tapsen und dort am Ende des Regenbogens auf uns warten. Es gibt aber auch andere Plattformen, die virtuelle Kerzen, Gräber, Gedenkseiten und vieles mehr anbieten. Dort kann man seinem Tier eine Kerze anzünden, einen Gedenkstein aufstellen oder eine Seite erstellen. Neben dem Namen, einem Foto und den Daten werden dort auch Geschichten rund um das Tier eingestellt.

Grabschmuck
Wer in der glücklichen Lage ist, das Tier beerdigen zu können, kann natürlich auch das Grab schmücken. Sei es mit Blumen, dem Lieblingsgemüse des Heimtieres, einem schönen Naturstein oder auch dem üblichen Holzkreuz, der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt.

Bilder
Eine schöne Art dem Heimtier zu gedenken sind Fotos im Rahmen oder gemalte Bilder. Viele Künstler (siehe Internet) bieten an, das verstorbene Heimtier nach Foto zu malen. Ein solches Portrait ist zwar teuer, aber auf diese Weise gedenkt man seinem Tier lange und auf schöne Art.

Stilles Gedenken
Viele Tierhalter machen nichts von all diesen Dingen. Sie schreiben nicht darüber, reden nicht darüber und zeigen auch sonst keine Trauer. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass sie nicht trauern oder ihnen das Tier nichts bedeutet hat. Für manche Menschen ist die Trauer etwas sehr Persönliches, das sie nicht nach außen tragen wollen. Für sie bleibt das Tier immer in ihrem Herzen, sie sind traurig, dass es gegangen ist und freuen sich, dass sie einen Lebensabschnitt mit ihm verbringen durften. Sie denken oft an ihr Tier - und das, ohne dass sie dafür einen Ort, ein Bild oder ein Ritual brauchen.

Persönliches
Ich wurde ermuntert, hier auch darüber zu schreiben, wie ich ganz persönlich mit dem Thema umgehe. Nicht besonders gut, wenn ich ehrlich bin. Ich halte seit über 26 Jahren eigenverantwortlich kleine Heimtiere und hatte auch vorher als Kind schon welche. Ich nehme Notfalltiere auf und habe viele dieser Tiere pflegen und leider auch gehenlassen müssen. Aber so viele es auch sind, es fällt nicht leichter. Ich leide sehr wenn meine Tiere mich verlassen und trauere oft lange. Ich gebe offen zu: Das ist nicht bei jedem Tier so. Zu einigen Tieren hatte ich nie engen Kontakt und wenn sie gehen, schmerzt es zwar, aber ich komme meist innerhalb weniger Tage drüber hinweg. Manche Tiere sind mir aber besonders ans Herz gewachsen, sei es durch ihre verrückte Art oder durch ihre Geschichte oder auch die durch den intensiven Kontakt durch die Krankenpflege. Wenn eines dieser Tiere geht, tut es besonders weh und auch heute noch kommen mir die Tränen, wenn ich an die Brain oder an Ratti denke, auch wenn beide schon sehr lange nicht mehr da sind. Dazu kommen immer noch große Selbstvorwürfe. Ich frage mich immer und immer wieder: Habe ich wirklich alles getan um dem kranken Tier zu helfen? Habe ich was übersehen? Stimmt etwas mit meiner Tierhaltung nicht? Solche und ähnliche Fragen quälen mich noch stärker, wenn ein Tier gegangen ist, auch sonst sind diese Fragen da, aber wenn eines geht, dann zweifle ich noch mehr an mir. Mich persönlich lenken neue Aufgaben ab, darum bin ich immer froh, wenn neue Tiere einziehen und mich ablenken und neu herausfordern. Dadurch werden die Tiere die mich verlassen haben nicht ersetzt, jedes ist einzigartig, keines kann ersetzt werden. Aber die neuen Tiere fordern mich und lenken mich ab. Was ich jetzt schreibe, wird vielen fast schon grausam erscheinen, aber ich gebe es jetzt offen zu und vielleicht gibt es ja auch andere Tierhalter, die das verstehen und denen es hilft zu lesen, dass sie gar nicht so anders sind: Ich betreibe keinerlei Totenkult. Wenn ein Tier verstorben ist, ist es für mich nur noch eine leere Hülle, manchmal kommt diese Hülle in die Patologie und wird genauer untersucht, manchmal bleibt sie einfach so beim Tierarzt. Ich begrabe meine Tiere nur selten im Garten, aber ich lege eigentlich keinen Wert auf Gräber. Ich gedenke meiner Tiere lieber anders, unter anderem auch mit meiner privaten Regenbogenbrücke, wo vielem einer Tiere ihre eigene Seite bekommen haben: Meine Regenbogenbrücke. Jedes meiner Tiere wird für immer in meinem Herzen sein, egal wie lange es da war oder wie intensiv wir miteinander zu tun hatten. Wenn ich andere Tierhalter treffe, dann erzähle ich gern Geschichten, die ich mit ihnen erlebt habe, ich zeige Fotos und habe auch von jedem einzelnen Tier etwas gelernt, dass ich weiter geben kann. Diese Form des Gedenkens bringt mir mehr, als ein Friedhof oder Blumen auf Gräbern.

Links zum Thema

Eine schöne Geschichte über eine Meerschweinchenbestattung findet sich hier:
Bestatterweblog

Hier dreht sich alles um das Versterben von Meerschweinchen:
Euthanasie (Einschläfern), Sterben, Abschiednehmen u. v. m.

Tierbestatter

Tierbestattung Im Rosengarten

Cremare

L&L Tierbestattungen /Wallenhorst, nähe Osnabrück

Anubis

Tierbestattung in NRW

Tiertrauer in München

CremPet Tierbestattung Trier

Wenn Sie ebenfalls hier als Tierbestatter aufgeführt werden möchten, oder Sie einen interessanten Link zum Thema haben, dann schreiben Sie bitte eine entsprechende Mail an: info@nager-info.de.