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Rattengerechte Einrichtungsideen

Was Ratten nicht brauchen!

Verzichten Sie beim Einrichten der Rattenbehausung auf Gitteretagen, in denen die Ratten stecken bleiben können. Keine Ratte läuft gern über Gitter und wenn sie darauf ausrutscht kann sie sich dabei schlimmstenfalls die Gliedmaßen einklemmen und brechen oder verstauchen. Decken Sie vorhandene Gitteretagen mit lackierten Holzbrettern ab, verwenden Sie zum Lackieren "sabbersicheren" Holzlack wie er in jedem größerem Baumarkt für Kinderzimmermöbel angeboten wird.

Weichplastik eignet sich nur bedingt, es wird oft zernagt und abgenagte und heruntergeschluckte Splitter könnten zu Darmverletzungen führen. Hartplastik ist allerdings durchaus geeignet.

Hier finden Sie mehr Infos:
Tierschutzwidriges Zubehör für kleine Heimtiere

Häuser

Mehrere große Rattenhäuser müssen jederzeit angeboten werden, jedes Rudelmitglied muss die Möglichkeit haben, dem Rest des Rudels aus dem Weg zu gehen. Die meisten angebotenen Rattenhäuser sind zu klein, achten Sie darauf, dass mindestens zwei ausgewachsene Ratten bequem im Haus Platz haben. Die Häuser sollten über zwei Eingänge verfügen, damit keine Ratte von einer nachfolgenden Ratte im Haus in die Enge gedrängt wird. Ideal sind große Holzhäuser, Plastikhäuser, Tonhäuser, Mindestgröße 15 x 20 cm. Die Häuser müssen allerdings von Zeit zu Zeit ausgewechselt werden da sie sich mit Urin vollsaugen. Möchten Sie das verhindern, dann lackieren Sie die Häuser mit sabbersicherem Lack "EN 71" oder schrubben Sie die Häuser mit heißem Wasser jede Woche gründlich ab. Plastikhäuser sollten sehr groß sein, müssen entfernt werden wenn sie stark zernagt werden und müssen viele Lüftungslöcher aufweisen. Die Öffnungen der Häuser und aller Spielgeräte sollten mindestens 6 cm, besser 8 cm groß sein, damit die Tiere bequem durch passen. Für große Rattenböcke sind häufig noch größere Öffnungen nötig.

Etagen

Um die Käfigfläche zu erweitern und tiefe Stürze zu vermeiden sollte der Käfig mit verschiedenen Etagen ausgestattet werden. Geeignet sind Holzetagen aus lackiertem Sperrholz, Plastiketagen wie sie mittlerweile sogar schon in Rattenkäfigen fertig angeboten werden, Siebdruckplatten (teuer, aber sehr haltbar) oder auch Etagen aus Plexiglas. Beschichtete Sperrholzplatten sind ebenfalls geeignet, allerdings müssen die Kanten noch lackiert werden und die Platten saugen sich stark mit Urin voll wenn sie mal einen Riss bekommen.

Lackierte Etagen, Plastiketagen und Siebdruckplatten sind mitunter etwas glatt, sie sollten mit Schleifpapier leicht angerauht werden. Die Etagen sollten mit Zeitungspapier oder Küchenpapier abgedeckt werden, dann sind sie nicht so rutschig, sind leichter zu reinigen und die Ratten haben Spaß daran, diese Abdeckungen zusammen zu tragen und kaputt zu machen. Auch eine Abdeckung aus Pappe ist möglich und da brauchen die kleinen Nager etwas länger um sie kaputt zu kriegen.

Vorschläge zum befestigen der Etagen im Käfig:
Messen Sie die Tiefe des Käfigs von innen genau nach. Überlegen Sie sich dann, wie breit die Etage werden soll (auf Türen achten!). Lassen Sie sich im Baumarkt eine genau passende Sperrholzplatte oder Maßivholzplatte zurechtschneiden. Diese Platte sollte mindestens 1 cm dick sein. So eine Etage können Sie auf verschiedene Weise befestigen:

Im Gitterkäfig:
Schrauben Sie an den Seiten der Etagen Haken ein, mit denen Sie das Bett ins Gitter hängen, das ist allerdings etwas unhandlich und rutscht leicht.

Sie können auch Schrauben welche statt eines normalen Schraubkopfes oben rundgebogene Enden haben (wie Ösen) verwenden. Nehmen Sie dazu noch normale Metalunterlegscheiben. Auf beiden Seiten des Brettes werden jeweils 2 kleine Löcher (eine Stärke kleiner als die Schrauben) vorgebort und dann wird das Brett angepasst, die Unterlegscheiben kommen von Aussen gegen das Gitter und mit den Schrauben wird das Brett fixiert. Auf diese Weise können Sie auch kleine Eckbretter sicher befestigen.

Sie können auch einfach Leisten (viereckig, ca. 2,5 x 2,5 cm) in der Länge der Etagen an das Gitter schrauben (wieder mit Unterlegscheiben) und die Etagen da drauf legen. So können die Etagen zur Reinigung leicht entfernt werden. Statt der Holzleisten können auch glatt geschliffene Winkel am Gitter angebracht werden, auf welche dann die Etagen gelegt werden.

Die einfachste Möglichkeit ohne Schrauben und Haken eine Etage in einen Gitterkäfig zu instalieren ist diese: Messen Sie wieder die Breite des Gitters nach. Geben Sie ca 4 cm dazu und lassen Sie sich dieses Brett zuscheiden. An den Stellen wo beim Käfig die hochkantigen Gitterstreben sind sägen Sie dann entsprechend 2 cm tiefe Einkerbungen in das Brett. Das Brett wird dann mit etwas Gewaltanwendung ins Gitter geklemmt. (man muss dafür meist das Gitter etwas stapazieren und biegen, aber dafür halten diese Etagen meist bombenfest - schlecht ist das allerdings bei der Reinigung)

Im Eigenbau ohne durchgehendes Gitter
Schrauben Sie einfach 4 Füßchen in der passenden Größe unter das Brett, so dass ein kleines Tischchen entsteht, welches Sie leicht beim Reinigen herausnehmen können.
Bringen Sie rundherum ca. 2 - 3 cm dicke Leisten an, auf welche die Etagen gelegt werden.
Verwenden Sie Regalbefestigungen wie man sie für Wandregale verwendet.

Rampen: Um von einer Etage auf die nächste zu kommen sind verschiedene Rampen sehr beliebt. Idealerweise sind sie nicht zu steil, eine Steigung von über 45 Grad sollte vermieden werden. Die Rampen können einfach aus Holzbrettchen hergestellt werden, in diese werden entweder Rinnen eingefräßt um den Tieren Halt zu geben, oder es werden kleine Holzstückchen als Sprossen aufgeleimt (nur ungiftigen, wasserlöslichen Leim verwenden!). Bei flachen Rampen kann auch die rauhe Seite der Siebdruckplatten als Rampe verwendet werden. Leitern sind mitunter gefährlich, die Ratten könnten unglücklich stürzen und sich zwischen den Sprossen einklemmen - verwenden Sie keine Gitterleitern mit engem Abstand, dort können sich die Tiere die Füße einklemmen, nehmen Sie eher Holzleitern, Sprossenabstand ca. ~1,5 cm.

Weitere Einrichtungsgegenstände

Für weitere Einrichtungsgegenstände steht Ihrer Phantasie nichts im Weg, aber verzichten Sie auf Nadelhölzer, die austrettenden Harze sind giftig für Ratten. die ätherischen Öle reizen ihre Atemwege

Hängematten aus alten Handtüchern können gern auch in das Gehege gehangen werden, vor allem wenn die Gehege höher sind um Stürze zu verhindern (wichtig: nur uralte ausgewaschene Stoffe, keine neuen Tücher, in ihnen sind oft noch zu viele Chemikalien, am besten Leinentücher). Es gibt auch Hängematten für Frettchen zu kaufen, die sich super für Ratten eignen. Kuschelröhren wie sie aus vielen Materialien im Zoofachhandel angeboten werden sind ebenfalls sehr beliebt. Ein Hosenbein einer alten Jeans ist allerdings billiger und ebenso gut als Kuschelröhre geeignet, hängen sie diese Röhren einfach in den Käfig.

Eine tolle Hänge-/kuschelmatte ist aus einer alten Leinentasche schnell selber genäht. Die Henkel eines einfachen (gewaschenen) Leineneinkaufsbeutels werden abgeschnitten, zerteilt und an jede Ecke wird ein Stück angehäht um sie damit ans Gitter zu knoten. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die vorderen Henkel so angebracht werden, dass der untere Teil der Hängematte ein wenig durchhängt, so können die Ratten besser reinsteigen. Es ist ebenfalls möglich, statt der Bänder zum Aufhängen einfach Ösen einzuschlagen und die Rattentasche dann an Karabinerhaken an den Etagen oder Gittern zu befestigen - bei Ratten die gern mal an Stoffen nagen empfielt sich diese Art der Befestigung eher.

Kuschelhöhle zum Aufhängen sind der Hit. Es gibt sie mittlerweile in vielen Shops schon fertig zu kaufen, z.B. bei "Annas Kuschelsachen".

Holz/Kork: Durchlöcherte Baumstümpfe, lange dicke Äste (Vorsicht, keine Astgabeln in denen sich die Ratten einklemmen könnten), Treppen aus Holzscheiben sind sehr beliebt. Als Unterschlupf sinnvoll sind Holzbrücken. Diese bestehen meist aus Weidenzweigen und sind auch unter dem Namen "Weidenzweigröhren" bekannt. Sie sind auch mitunter in Haselnuss oder anderen Holzarten erhältlich. Bei diesen Röhren sind die Zweige biegsam mit Draht verbunden, sie können als Höhle oder Rampe eingesetzt werden.

Ebenfalls eignen sich verschiedene Spielsachen aus Kork. Geeignet sind z. B. Korkröhren, Korkbrücken oder Halbröhren/Höhlen und Korkrampen. Kork kann läßt sich leicht mit Essigwasser reinigen und darf auch mal angenagt werden.

Heunester: Im Zoofachhandel werden Heunester angeboten. Diese dürfen nur verwendet werden, wenn sie kein Drahtgerüst aufweisen, dieses kann zu Verletzungen führen, wenn die Ratten das Nest zernagen. Diese Heunester liegen oft Wochenlang in Läden und Lagerhäusern offen herum, denn sie werden unverpackt verkauft. Kein Wunder also, dass sich schon viele Rattenhalter mit diesen Nestern Milben und anderes Ungeziefer ins Haus geholt haben. Neu gekaufte Heunester sollten unbedingt mindestens 48 Stunden vor der Verwendung im Käfig eingefroren werden, damit Parasiten abgetötet werden. Wir empfehlen allerdings, ganz auf diese Nester zu verzichten!

Plastik: Große Plastikröhren aus dem Baumark oder auch aus dem Zoogeschäft mit einem Durchmesser von mindestens 12 cm (es muss so groß sein, damit die Ratten in den Röhren problemlos aneinander vorbei kommen) dürfen angeboten werden. Diese Röhren können leicht oben am Gitter befestigt werden, einfach kleine Löcher reinbohren und mit Draht am Gitter festdrahten. Ebenso können die Röhren dazu dienen, von einer Etage auf die Nächste zu gelangen. Umgedrehte Eimer eignen sich als tiergerechter, runder Unterschlupf. Die Eimer werden einfach mit zwei Eingangslöchern versehen, diese können mit einer guten Schere hineingeschnitten werden. Die meisten im Handel angebotenen Plastikhäuser haben nicht genug Öffnungen um eine gute Belüftung des Hauses zu gewährleisten, von daher hat es sich bewährt, weitere Öffnungen in die Häuser zu schneiden.

Ton/Keramik: Gegenstände aus Ton oder Keramik eignen sich ebenfalls für Ratten, achten Sie aber darauf, dass die Öffnungen mindestens 6 cm groß sind, kleinere Öffnungen müssen ausgesägt oder verschlossen werden, damit die Tiere nicht drin stecken bleiben. Unsere Ratten liebten lange Zeit eine alte, große Teekanne und auch der umgedrehte Blumenuntertopf war sehr beliebt.

Pappe: Lange Pappröhren, wie beispielsweise Paketrollen, sind beliebt, gern mit Heu oder Leckerchen drin versteckt oder an die Decke des Geheges gehängt zum durchlaufen. Auch unbedruckte Kartons in allen Größen können interessant sein, ebenso Eierkartons mit Taschentüchern und ein wenig Futter befüllt. Geschlossen in den Käfig gestellt bietet ein solcher Karton Anreiz, ihn zu erkunden. Alle Pappgegenstände werden mit Begeisterung von Ratten zerschreddert. Wichtig: achten Sie darauf, dass die Papprollen nicht mit Klebstoff behandelt sind. Toilettenpapierrollen eigenen sich nur, wenn sie nicht im Bad in Benutzung waren, sonst sind sie meist zu stark mit Coli Bakterien belastet (Toilettenpapier einfach vorher abrollen und schöne Höhlen draus basteln, siehe nächster Absatz). Sind Klebestellen an den Rollen, bitte diese nicht verwenden. Eierkartons können mit Salmonellen belastet sein!

Sandkasten: Ein Kasten mit Sand zum buddeln und wühlen kann gern im Auslauf oder auch in großen Gehegen angeboten werden. Manche Ratten bevorzugen Toilettenschalen mit Sand im Gehege. Geeignet sind folgende Sandarten: Vogelsand (achten Sie darauf, dass kein Muschelgrit enthalten ist, dieser ist scharfkantig und kann die Füße verletzten), Chinchillasand (nur Quarzsand oder Bimsstein, Attapulgus und Sepiolith stauben zu stark und enthalten scharfkanntige Stäube, die in Verdacht stehen, Krebs zu erregen), feiner Bausand, Sandkastensand, Kinderspielsand und weitere Quarzsandarten. Der Sand darf nicht zu grob sein, sonst besteht Verletzungsgefahr.

Buddelerde: Erde zum buddeln darf gern mitunter im Auslauf angeboten werden. Wir hatten dafür immer eine Wäschewanne mit Erde gefüllt, die gern komplett unterbuddelt wurde. Häufig wird dafür Torf empfohlen, allerdings ist dieser sehr umstritten, denn er ist meist zu sauer und schädigt das Fell, außerdem werden beim Torfabbau die Moore zerstört und vielen Wildtieren wird so der Lebensraum genommen. Fragen Sie im Blumenhandel nach ungedüngter Erde oder verwenden Sie Erde aus dem eigenen Garten. Die Erde aus dem Garten sollte im Ofen bei 100°C durchgetrocknet werden um Keime abzutöten, danach muss die Erde wieder leicht befeuchtet werden, damit sie nicht zu stark staubt und die Atemwege des Tieres reizt. Wegen der Feuchtigkeit dürfen Erde und Torf nicht als Einstreu verwendet werden, da sich die Ratten durch die Feuchtigkeit erkälten können.

Grünpflanzen: Wer sein Gehege naturnah gestalten und begrünen möchte, findet hier ein paar Tipps und Anregungen: Pflanzen im Kleintiergehege

Bastelideen

Hier nun einige Anregungen zum Selberbasteln von Rattenkäfigeinrichtung und Spielzeug. Beachten Sie dazu auch diese Informationen: Ungiftiger Kleister und Leime für Kleintierbastelarbeiten

Höhle/Iglu/Röhre: Nehmen Sie einen Luftballon, blasen Sie ihn auf und wickeln Sie viel Toilettenpapier umzu, machen Sie das Toilettenpapier mit Wasser naß, drückt Sie es sehr fest und wickeln noch mehr Toilettenpapier drumzu (4-6 Lagen). Sie können auch bereits feuchtes Toilettenpapier umzuwickeln. Anschließend lassen Sie die Toilettenpapierhöhle trocknen (2 - 3 Tage auf der Heizung oder ein paar Stunden bei 50 Grad im Ofen, wenn Sie den Ballon im Ofen trocknen wollen, sollten Sie vor dem Trocknen ein wenig Luft rauslassen). Nach dem Trocknen schneiden Sie die vordere Spitze ab und entfernen den Ballon und schon haben Sie eine prima ungiftige, vollverdauliche Rattenhöhle. Wenn Sie die untere Seite abschneiden dann gibts einen Ratteniglu. Für Rattenröhren nehmen Sie längliche Ballons. Siehe Bild rechts

Treppe: Schneiden Sie sich eine Holzplatte zurecht, ca. 25 x 20 cm Anschließend nehmen sie Klopapier- oder Küchenrollen (oder auch Rundhölzer wenn Sie es sehr robust haben möchten) und schneiden Sie diese in verschiedene Längen ca. 5, 10, 15 und 20 cm. Kleben Sie die Röhren wie eine Wendeltreppe hochkant nebeneinander auf das Holz. Anschließend müssen Sie nur noch 4 Holzbrettchen zurechtsägen oder aus dicker Pappe zuschneiden ca. 5 x 10 cm oder größer und kleben diese oben auf die aufrechten Klopapierrollen. Siehe Bild rechts

Labyrinth: dafür eignet sich ein alter unbedruckter Karton, ca. 12- 20 cm hoch etwa L 50 x B 30 cm (oder wies grad kommt) diesen Karton klappen Sie oben auf und zeichnen ein großzügiges Labyrinth ein, aber so, daß größere Räume bleiben. Anschließend kleben Sie hochkannt Pappwände an (dicke Wellpappe eignet sich da besonders gut, die Wände werden bis zum austrocknen mit Stecknadeln fixiert), die so hoch sind wie der Kasten und schließen den Kasten wieder. Dieses Labyrinth können Sie z.B. gut mit Paketband oder Draht oben am Käfiggitter befestigen, als Aufstieg schneiden Sie einfach ein breites Stück Pappe zurecht und beklebt es mit dicken Pappstreifen Wie eine Treppe. Ohne Deckel können Sie es umgedreht ins Streu oder in den Auslauf stellen.

Ytonghaus: (Haus aus Gasbeton-Stein / Porenbeton-Stein) In Baumärkten bekommen Sie Gasbeton-Steine, meist unter der Markenbezeichnung "Ytong-Stein". Diese weißen, porösen Steine lassen sich sehr leicht bearbeiten und zu kunstvollen Mäusehöhlen oder auch Treppen umbauen. Am besten fragen Sie nach Bruch, den bekommen Sie evtl. billiger oder sogar umsonst. Den Ytong-Stein können Sie von Aussen sehr einfach mit der Säge bearbeiten, Sie können Treppen hineinsägen oder auch einfach nur Ecken glätten damit es runder und natürlicher aussieht. Die Feinarbeiten um Ecken zu glätten können Sie gut mit einer Feile ausführen. Das Aushöhlen ist nicht ganz leicht. Wir haben es mit einem Bohrer (Fräsaufsatz oder großer Bohrer), Hammer und Meissel und sogar mit einem einfachen Löffel versucht, alles ist möglich, Sie müssen einfach sehen womit Sie am besten zurecht kommen. Das Haus auf dem Bild rechts hat z. B. zwei Kammern. Die große Kammer mit dem Vorderausgang, ist durch einen röhenartigen Durchgang mit einer kleinen Nebenkammer verbunden die an der Seite einen Ausgang hat. Gerade im Sommer sind diese kühlen Steinhäuser beliebt. Wichtig: Beim bearbeiten des Ytong-Steins staubt es sehr stark, die Arbeiten sollten nicht neben dem Gehege und am besten mit einem Mundschutz ausgeführt werden!(Weil der Staub natürlich die Lungen reizen kann, wurde das Bearbeiten von Gasbeton an Schulen verboten, aber Gasbeton ist nicht giftig wie nach dem Verbot oft behauptet wurde).

Eimerhaus Dafür verwenden Sie einfach einen Putzeimer, wir nehmen meist 5 l Eimer, größere gehen aber auch. Da diese etwas hoch sind und somit unkuschelig, schneiden wir den oberen Rand des Eimers ab, ~15 cm Resthöhe sind gut. Dann wird einfach noch Vorn eine Tür eingeschnitten oder eingesägt und Oben (Eimerboden) noch in der Mitte eine "Tür" in Form eines runden Loches von ca. 5 - 6 cm. Fertig ist das bequeme Eimerhaus.

Jede Menge weitere Bastelideen sind hier zu finden:

rat-nose.de / Bastelideen

Laufräder für Ratten?

Laufräder sind bei artgerecht gehaltenen Ratten, die sehr viel Auslauf bekommen unnötig. Die meisten handelsüblichen Laufräder stellen auch leider eine große Gefahrenquelle dar. Beispiel Metallaufräder:
  • In den offenen Sprossen kann sich die Ratte verfangen und die Gliedmaßen brechen. Angenagte Jutebänder sind ebenso eine Gefahrenquelle, in den Fäden und den entstandenen Löchern können sich die Gliedmaßen der Ratten verfangen.
  • Beim Aussteigen aus einem Laufrad mit beidseitiger Halterung kann es dazu kommen, dass sich die Tiere zwischen den Haltestreben einquetschen (Schereneffekt).
  • Die Laufräder sind normalerweise zu klein, es kommt zu einer starken Verkrümmung der Wirbelsäule, was auf Dauer zu Rückenbeschwerden beim Tier führt.
  • Der Schwanz der Ratte kann sich in der Halterung verfangen, dabei kann die Haut abreißen, der Schwanz kann brechen und schlimmstenfalls wird sogar ein Teil des Schwanzes abgerissen.
  • Beim Versuch das Rad gleichzeitig zu nutzen, behindern sich die Ratten teilweise gegenseitig. So kann es z. B. auch durch die Halterung zu Quetschungen und Verletzungen bei den Tieren kommen.

Plastiklaufräder sind ebenso gefährlich, sie können angenagt werden und die Splitter könnten zu Darmverletzungen führen. Sie sind meist auch nicht groß genug und haben oft keine geschlossene Lauffläche.

Holzlaufräder

Als Spielzeug geeignet sind bisher nur die Holzlaufräder von Getzoo. Diese haben einen Durchmesser von 40 cm, der Rücken der Ratten biegt also nicht mehr beim Laufen durch. Hier können Sie nachlesen, woher dieses Maß kommt und wie die richtige Laufradgröße berechnet wird: Laufradgrößen berechnen. Auf einer Seite sind die Räder ganz offen und auf Seite mit der Aufhängung sind sie geschlossen, damit ist das Ein- und Aussteigen auch wenn sich das Rad dreht gefahrlos möglich.

Ein solches Rad kann im Auslauf als zusätzliches Spielzeug angeboten werden. Es ersetzt aber den täglichen Auslauf nicht! Ratten sind Entdecker, sie möchten nicht nur stupide im Rad rennen, sondern ihre Umgebung erkunden. Ein Laufrad ist nur ein Sportgerät, welches selten benutzt werden sollte. Laufen die Ratten häufiger im Rad, sollte man es ihnen weg nehmen und statt dessen dafür sorgen, dass die Tiere genug Auslauf bekommen und in stabilen sozialen Gruppen ohne Stress leben. Evtl. müssen auch weitere Haltungsbedingungen und die Gesundheit der Ratte überprüft werden. Eine gesunde Ratte verwendet ein Laufrad lediglich als seltenes Spielzeug oder sie beachtet es gar nicht.

Laufräder gehören auf keinen Fall in kleine Käfige oder Volieren!

Ungeeignetes Spielzeug

Verzichten Sie auf Laufkugeln und ähnliche Folterwerkzeuge aus Plastik, in die man die Ratten einsperrt, um ihn dann damit durch die Wohnung rollen zu lassen. Ratten können sich in solchen Geräten nicht nur schwer verletzen, sie laufen auch nicht gern darin. Auch wenn es für Sie vielleicht so aussehen mag, als ob sie fröhlich drin laufen- in Wahrheit haben sie nur schreckliche Angst und laufen panisch, um zu entkommen. Ein Auslauf in der Kugel ist kein "echter" Auslauf, da die Ratte darin ihre Umgebung nicht erschnüffeln kann, nicht mit den Tasthaaren ertasten kann und auch nicht richtig sehen kann wo sie hinläuft.

Metallaufräder und Plastiklaufkugeln sind von der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz als tierschutzwidrig und gesundheitsschädlich eingestuft. (Merkblatt Heimtierhaltung, Tierschutzwidriges Zubehör (62) TVT.

Mehr Informationen zu Joggingbällen finden Sie hier:
Aktion gegen Joggingbälle