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Der Unidom K3

Die Firma Uniblech aus Hohenfels in Baden-Württemberg stellt seit Jahren in kleiner Serie Tiergehege her. Angefangen hatte alles mit dem „Unidom ET”, einem Modulsystem, welches ursprünglich für die vorübergehende Unterbringung von Katzen und ähnlichen Kleintieren in Tierkliniken u.ä. gedacht war. Recht schnell allerdings avancierte das System bei Rattenhalterm zum Geheimtipp. Aufgrund des Erfolgs entwickelte die Firma das Konzept weiter, und so entstand unter anderem die Kaskadendom-Serie, die ich hier näher vorstellen möchte.

Unidom

Sowohl der „alte” ET-Dom als auch die neuere K-Serie erfreuen sich bei Rattenhaltern großer Beliebtheit. Das liegt vor allem an der Haltbarkeit: ein Unidom ist quasi ein Wandschrank aus Metall, dessen Größe man flexibel durch die Anzahl Module variieren kann. Alle Teile sind pulverbeschichtet und aus solidem Aluminium. Darauf können sich die lieben kleinen Bewohner noch so oft erleichtern, der Dom erträgt so gut wie alles. Die K-Serie besteht minimal aus drei Modulen und ist auch nur so bestellbar: einzelne Module gibt es vom Hersteller nur auf Nachfrage zur Erweiterung eines bestehenden Doms. Die Türen sind farbig lackiert, wobei man derzeit die Auswahl zwischen sechs Farben hat.

Ein Grundmodul hat die Maße Breite 90 x Tiefe 56 x Höhe 30 cm, wobei das oberste Modul eines Doms immer der „Dachgarten” ist, welcher mit 38 cm Höhe ein Stückchen geräumiger ausfällt. Ein K3 kommt so auf eine Nettohöhe von rund 98 cm, steht daber aber auf einem (immer mitgelieferten) Sockel von 30 cm Höhe (der als Stauraum genutzt werden kann). Die Gesamtkonstruktion ist also mindestens 128 cm hoch (der K5 als höchste Standard-Variante erreicht beeindruckende 188 cm Gesamthöhe). Sowohl das Volumen als auch die Lauffläche des K3 reichen für bis zu vier Farbratten aus, allerdings sollte man, sofern der Platz vorhanden ist, über ein weiteres Modul nachdenken, um die Höhe zu vergrößern (bei mir war diese Option aufgrund einer Dachschräge leider nicht gegeben). Eine Besonderheit ist, daß man Seitenwände mit Durchgang ordern kann, so daß sich zwei nebeneinander stehende Dome zu einem Riesengehege verbinden lassen. Insbesondere für einzeln stehende Dome bietet sich der Rollengleiter-Untersatz an, der ein einfaches Verschieben des Doms auf Teppich oder Laminatboden erlaubt.

Die einzelnen Module werden in senkrechter Richtung durch Öffnungen und Treppen verbunden, so daß die vierbeinigen Bewohner problemlos zwischen den Etagen wechseln können. Aufgrund der Öffnungen ist eine Auslegung der Module mit Streu problematisch, was aber nicht so dramatisch ist, da die meisten Rattenhalter sowieso Zeitungen und/oder Teppiche als Unterlage bevorzugen. Die Stufenhöhe beträgt rund 5 cm, was auch für ältere Ratten normalerweise kein großes Problem darstellt. Auch die Treppen bestehen übrigens aus pulverbeschichtetem Aluminiumblech und sind problemlos abwaschbar. Da sie nur „eingehängt” werden, kann es mitunter vorkommen, daß sehr aktive Ratten eine Treppe (unter lautem Poltern) aushängen, was normalerweise keine große Gefahr darstellt, aber einen empfindlichen Schläfer mitunter senkrecht im Bett stehen lassen kann. Grundsätzlich ist die Blechkonstruktion zwar praktisch unverwüstlich, aber auch relativ laut. Im Schlafzimmer würde ich einen Dom also nicht unbedingt aufstelle, aber das wäre aufgrund der nachtaktiven Bewohner eh eine schlechte Idee, von anderen Problemen wie dem leichten Grundgeruch der Tiere ganz zu schweigen.

Aufgrund der Konstruktion des Doms gibt es bei der Ausstattung ein paar Besonderheiten. Ketten etc. können nur in die dafür vorgesehene Kufenleiste im „Dachgarten” eingehängt werden, wodurch die oberste Etage sozusagen zum hauptsächlichen Spielzimmer wird, wo Hängematten und Röhren aufgehängt sind. Alles weitere Zubehör wird in den Dom hineingestellt bzw. -gelegt. Für die bei Ratten und Haltern sehr beliebten Kuschelhäuser gibt es zum Beispiel als Zubehör spezielle Aufhängungen, die solche Hängehäuser für eben diesen Zweck in freitragende Konstruktionen verwandeln.

Der Durchgang zwischen Etagen kann übrigens zum Beispiel während der Reinigung mit einem speziellen Blech jederzeit verschlossen werden. Meiner Erfahrung nach ist es allerdings für die Tiere deutlich entspannter, sie komplett herauszunehmen und während der Reinigung des Doms in einer Transportbox in einem anderen Zimmer unterzubringen. Der Krach, den eine Reinigung fast zwangsweise verursacht, kann eventuell noch nicht ganz zahme Tiere ansonsten verschrecken. Außer dem Absperrblech, das zum Lieferumfang gehört, konnte man früher als Zubehör ein gelochtes Blech als Integrationshilfe erwerben, auch wenn dies derzeit anscheinend nicht lieferbar ist.

Kommen wir also zum Fazit: auf der Vorteilsseite des Doms steht die konkurrenzlose Haltbarkeit und Reinigungsfreundlichkeit. Alle 1-2 Jahre sollte man den Dom zwar zerlegen und die Dichtungen aus Vitolenband austauschen, da sich diese mit der Zeit mit Urin vollsaugen, der Dom selbst jedoch ist nahezu unzerstörbar und sehr einfach zu reinigen. Die Konstruktion ist sehr robust und hält auch den größten Rabauken problemlos stand. Auf der Nachteilseite stehen die eingeschränkten Klettermöglichkeiten im Dom: auch wenn Farbratten genau wie ihre Wanderratten-Verwandten beileibe nicht so gut klettern wie beispielsweise Hausratten, so gibt es doch immer wieder Tiere, die geradezu akrobatische Fähigkeiten an den Tag legen. Für diese sollte man daher im Auslauf nach Möglichkeit für Kletteroptionen sorgen. Weitere Nachteile liegen im Gewicht der Konstruktion, was die Lieferkosten erhöht: Uniblech liefert normalerweise per Spedition, und die Versandkosten liegen üblicherweise bei rund 30 Euro oder noch mehr. Grundsätzlich ist der Dom leider nicht ganz billig: ein K3 ist zwar theoretisch für 230 Euro zu bekommen, mit Rollengleiterplatte und ein wenig Zubehör schlägt er aber schnell mit über 300 Euro zu Buche, und jedes weitere Modul noch einmal mit rund 100 Euro. Dafür bekommt man allerdings jederzeit Ersatzteile, und die Fertigungsqualität ist meiner Meinung nach über jeden Zweifel erhaben.

Hier sind weitere Infos zu finden:
Erfahrungen beim Zusammenbau eines K3-Uni-Doms.

Einen praktischen Rechner zur Berechnung von Gehegegrößen finden Sie hier:
CageCalc 2: Gehegeberechnung für Kleintiere

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