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Armes altes Schweinchen - Max, das Schweinchen aus der Scheune

Wenn man meinen Max heute so sieht, kann man kaum glauben, wie er einmal aussah und was er alles durchgemacht hat:

Ende Juli 2005 erzählte mir meine Schwester, ihre beste Freundin (?) habe ein Meerschweinchen, dass total verwahrlost in einer dunklen Scheune sitzt. Ich bin sofort hingefahren um mir das Tier mal anzusehn.

Ich war geschockt!!! So was hab ich noch nie (!!!) gesehn. In einer stockdunklen Scheune ohne Fenster stand ein sehr kleiner Käfig mit einem riesigen Tier drin. Es sah gar nicht aus wie ein Meerschweinchen. Meine Schwester nahm es aus dem Käfig und ich traute meinen Augen nicht. Um diesen Anblick zu beschreiben fehlen mir die Worte. Ich kann gar nicht erklären was ich da sah. Aber seht selbst:

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Hier kann man in etwa erkennen, wo das Schweinchen aufhört. Das was dahinter kommt war ein Gemisch aus Fell, Kot, Stroh und Draht. Der ganze Klumpen steinhart, wie ein Panzer um das ganze Meerschwein herum. Die Füße verklumpt, es konnte sich nicht mal mehr umdrehen, geschweige denn laufen. Saß einfach nur da.

Ich packte ihn sofort in meinen (schon auf Verdacht mitgebrachten) Korb um es Zuhause aufzupäppeln und anschließend weiterzuvermitteln. Zuhause hab ich das Schweinchen erst mal mit Hundeshampoo eingeweicht.

Stück für Stück haben wir dann das Tierchen von dem Dreck befreit, war gar nicht so einfach. Das Baden klappte eigentlich ganz gut, das Schweinchen gab keinen Mucks von sich. Später fiel uns auch ein warum. Es spürte ja kein Wasser an seiner Haut!

Laut der Besitzerin sollte es ein 6 - 8 jähriges Weibchen sein, aber was ich da sah, sah sehr merkwürdig aus:

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Man konnte nicht genau definieren welches Geschlecht das Tierchen hatte. Alles war aufgequollen, die Öffnung war durch einen dicken Kotklumpen verschlossen und stark erweitert. Wir haben den Bauch massiert und das Schweinchen knödelte ohne Ende. Nach einiger Zeit wurde das knödeln weniger und man konnte in etwa erkennen, dass es sich um ein Böckchen handelte. Ich gab ihm den Namen Max.

Allmählich wurde aus dem Korb voller Meerschwein immer weniger und weniger und wir merken bald, dass es kein "Riesenmeerschwein" war, sondern ein ganz normales sehr abgemagertes altes Meerschweinchen, dem es ziemlich schlecht ging.

Natürlich gings dann auch bald zum Tierarzt, der schockiert war von den Fotos und vom Zustand des Tieres.

Er diagnostizierte eine Rückbildung der Muskeln an den Hinterbeinchen; einen chronischen Schnupfen, der sich auch sehr auf die schon sehr trüben und dauerhaft verklebten Augen auswirkt; Rückbildung der Stimmbänder (wenn er quieken möchte, hört es sich an, als ob er keine Luft bekäme, es kommt einfach kein Ton raus) und einen total ausgehungerten, abgemagerten Meerschweinchenkörper. Da er in den nächsten Tagen immer weiter abnahm und nicht so richtig fressen wollte, päppelte ich ihn mit Critical Care und Babygläschen, die er aber nur sehr ungern zu sich nahm. Alles was ich ihm anbot, kannte er ja gar nicht. Nie hat er Gemüse oder Obst bekommen, nicht mal Heu kannte er. Er wurde, laut Besitzerin, ab und zu mal mit rohen Kartoffelschalen gefüttert, mit viel Glück bekam er auch mal ein paar Pellets. Ich hab alles versucht, und schließlich schmeckten ihm zumindest Löwenzahn und Gras, sodass er wenigstens nicht weiter an Gewicht verlor.

Behandelt wird er nun regelmäßig mit Augentropfen, täglicher Krankengymnastik und speziellen Vitamin-Aufbaupräparaten.

Durch meine Schwester erfuhr ich dann, dass Max wohl schon mehrere Besitzer hatte. Die erste Familie, bei der er zusammen mit seinem damaligen Partner lebte, gab ihn nach ca. einem Jahr ab, da die Kinder wohl das Interesse verloren.

Dann landete er bei der Familie, von der ich ihn weggenommen hab. Zuerst kümmerte man sich wohl um die Beiden, dann war das Interesse an den Tierchen wohl auch schnell weg und die Beiden landeten in dieser dunklen Scheune. Kurz darauf starb der eine und Max war fast 5 Jahre ganz allein in diesem dunklen kleinen Käfig. Niemand machte mal den Käfig sauber (er saß wirklich nur auf Kot, die Käfigunterschale war fast voll damit), niemand hatte mal ein paar liebe Worte übrig für das arme Tierchen und niemanden interessierte, dass er krank war vor Einsamkeit und aufgrund der schlechten Haltung).

Und das Ende von der Geschichte... Ich habe keinen Platz für das Schweinchen gesucht und ihn selber behalten. Will ihm die restliche Zeit seines Lebens noch so angenehm wie möglich gestalten.

Seit September hat Max nun auch einen Freund, der kleine freche Jerry, mit dem er sich super versteht. Durch ihn hat er schon Vieles gelernt, wird von Tag zu Tag munterer, frisst auch wieder mehr (wenn er auch nicht zunimmt) und freut sich wenn man sich ihm nähert. Er macht im Ganzen einfach einen viel glücklicheren Eindruck:

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Ich hoffe sehr, dass er noch ein paar schöne Jahre erleben darf.

Nicole Tömmel, Nicoletoemmel@t-online.de