Deko Verschenke keine Tiere! Deko

Meerschweinchen sind keine kuscheligen Lebendgeschenke!

Hier sammeln wir Bilder und Geschichten von Meerschweinchen aus dem Tierschutz.

Amy und Donna

Die beiden aus dem Schuppen

Mitte Januar 2013, es war kalt, Schnee lag über dem Land und freiwillig ging niemand vor die Tür. Da bekam ich einen Anruf von einer sehr lieben Hausangestellten einer durchaus begüteten Familie. Sie sorgte sich um die völlig verwahrlosten Meerschweinchen, die bei Ihren Arbeitgebern ohne Schutz im Käfig im Schuppen standen. Die Kinder hatten sie vor einem Jahr bekommen, im Sommer wurden sie in den Schuppen gestellt, damit die Oma sie im Urlaub dort versorgen konnte, aber danach blieben sie im Schuppen, weil sie langweilig waren. Die Putzfrau konnte ihre Arbeitgeber überreden, diese Tiere abzugeben und suchte ein neues Zuhause. Natürlich konnte ich da nicht nein sagen, der Gedanke an frierende und hungernde Meerschweinchen lies mich nicht lange überlegen und bat sie, die kleinen Racker hier her zu bringen. Auf dem Bild ist zu sehen, in was für einem miesen Zustand sie ankamen. Abgemagert, am Hintern riesengroße, verfiltze Fellknäule und sie stanken erbärmlich. Hier wurde aus ihnen zwei muntere, wilde, dicke Racker ;)

Drei Meeries im Karton

Eine Tierärztin in Osnabrück fand vor ihrer Tür drei Meerschweinchen - ausgesetzt im Karton. Wir können nur vermuten, was da geschehen ist - aber da es sich um ein erwachsenes Weibchen und zwei Jungböcke handelt, denken wir, es wurde ein schwangeres Tier gekauft und zusammen mit den Söhnen wurde es dann zu viel. Aber damit nicht genug, das Weibchen hatte Parasitenbefall, eine eiternde Wunde am Rücken, gebrochene Zehen am linken Hinterfuß und ein Beinchen mit einer Wucherung am rechten hinteren Knie, evtl eine alte Verletzung oder Knochenkrebs. Sie kann sich nur noch hoppelnd fortbewegen. Da wurde wohl mit einem empfindlichen Tier zu wild gespielt - und als es dann "kaputt" war, wurde es entsorgt. Sie und die Jungs haben ein neues Zuhause gefunden - aber das Weibchen wird für immer behindert bleiben! Zu allem Unglück war die Dame wieder schwanger und das ist mit dem kaputten Beinchen eine heftige Belastung für das Tier. Sie hat die Schwangerschaft überstanden, aber eins der Babys kam lebensunfähig zur Welt und mußte direkt nach der Geburt eingeschläfert werden: Der es nicht geschafft hat
Wieselchen
Frau Wagner

Die dicke Sau

"Holen Sie das Meerschweinchen hier ab, es sitzt nur im Käfig und wird immer fetter" - so in etwa lautete der Tenor des Anrufes, den die Notaufnahme in Osnabrück bekam. Beim Besitzer angekommen wurde fest gestellt: ja, dieses Schwein ist superfett. Sie saß schon lange allein im Gitterkäfig im Flur. Sie wurde mit Trockenfutter gemäßtet und ihr einziger Lebensinhalt bestand darin, gefüttert zu werden. Das Kind hatte das Interesse verloren (ja, es hatte eine Allergie bekommen - sowas kommt ja häufig vor). Nun war sie fett, das Käfig sauber machen wurde lässtig und sie mußte einfach schnell weg.

Das Pünktchen

"Meerschweinchen mit Käfig abzugeben". Immer wenn ich diesen Satz lese, weiß ich genau: da sitzt ein Schwein allein in einem Käfig im Kinderzimmer und nun ist es überflüssig geworden. So war es auch hier. Pünktchen hatte genau das Alter, in dem so ein Tier überflüssig wird, sie war 2 Jahre alt. Nach einem Umzug war kein Platz mehr da und Pünktchen sollte nun "in gute Hände abgegeben werden". Als wir sie abholten fiel uns schon der dicke Bauch auf - hatten da etwa zwei Kinder ihre Schweinchen zusammen laufen lassen? Nein, zwar hatte man wirklich vor ein paar Monaten mal versucht, Pünktchen zu einem Bock zu setzen, aber das klappte nicht. Der dicke Bauch kam durch zwei riesige Zysten zustande. Glücklicherweise hat sie die OP überlebt und ist nun ein aufgewecktes Rudeltierchen.
Pünktchen
okapi

Meeris versus Tanzkurs

Okapi wurde mit zwei anderen Schweinchen weggegeben, weil das kleine Mädchen der Familie ihr Spielzeug leid war. Schließlich hatte sie auch keine Zeit mehr. Die kleine Okapi brachte bei uns im Pixels Park dann sechs Babys zur Welt. Eins überlebte die Geburt nicht, drei mussten gepäppelt werden und wohnen noch immer bei uns, da es sehr schwächliche Tiere sind, die zwei gesunden Babys konnten vermittelt werden. Okapi selbst hat die Geburt ebenfalls stark mitgenommen. Die "hübschen Babys" auf unserer Internetseite blieben nicht unentdeckt - das Töchterchen wollte alle süßen Schweinchen wiederhaben, schließlich habe sie jetzt ja keinen Tanzkurs mehr und nun gerade wieder Lust auf die Schweinchen bekommen. Da wir eine Rückgabe der Schweinchen aus verständlichen Gründen ablehnten, bekamen wir sogar Drohungen. Okapi wohnt heute zusammen mit ihrem von uns kastrierten Mann und einer ihrer Töchter in einem netten Eigenbau.

Keine Zeit für Candy

Candy war zuerst ein tolles Geschenk für ein Kind. Kuschelig und weiches dichtes Fell - und sooo lieb. Allein saß Candy dann zwei Jahre im Hamsterkäfig im Kinderzimmer und wurde bestimmt zu Anfang viel gekuschelt und bespielt. Dann aber wurde die Besitzerin älter und hatte andere Interessen, das Spielzeug Candy wurde bei Oma in der Abstellkammer unter gestellt - dort saß sie nochmal zwei Jahre in ihrem Hamsterkäfig, vollgestopft mit Knabberstangen, fett, mit filzigem Fell und schiefen Krallen. Auch der Oma wurde es zu viel und sie gab dann das Tier in eine Notaufnahme in der Nähe von Bremen. Von dort aus kam Candy in ein großes Meerierudel in ein großes Gehege - also gabs für dieses ungeliebte Geschenk noch ein Happy End - nach 4 Jahren Einzelhaft.
candy
Flitze

Flitzer Flitze

Es rannte immer so niedlich im Kreis in seinem kleinen, leeren Käfig. Darum nannten Sie das Meerschweinchen Flitze - weils im Kreis flitzt. Es rannte 2 Jahre immer im Kreis in dem kleinen Käfig, es bekam Trockenfutter und machmal Möhren, wenn sich denn mal Jemand drum kümmerte. Der Dreck im Käfig war schon festgetrampelt und es stank zum Himmel. Irgendwann reichte es der jungen Besitzerin dann auch, sie hatte keinen Bock mehr auf das stinkende Tier und gab es ab. In der Notaufnahme stellten wir dann fast, dass der Flitze ein Mädchen war - ein ganz liebes Mädchen das für ihr Leben gern rannte und hier konnte sie es dann auch und sie rannte den Flur lang und sie rannte durchs Gehege und lernte auch langsam wieder die Meerschweinchensprache, sie lernte gutes Essen kennen und ist nun ein großes, mächtiges Leitschwein.

Das große Bautz

Bienchen lebte im Zimmer eines kleinen Jungen. Nervte, in dem sie die Nippeltränke als Spielzeug entdeckte und die Kugel im Röhrchen herumprallen ließ. Wenn ihr kleiner Besitzer ihr zusah, dann langweilte er sich schnell, denn Bienchen lag faul in ihrem Käfig. Also griff er zu kleinen Dingen, mit denen er sie animieren konnte. Zwischen die Gitter schob er Stöcke, Stifte, durch das Türchen Möhren hindurch und kiekste sie so lange in die Seite, bis sie sich endlich bewegte. Manchmal ließ er sie raus zum Spielen, doch Bienchen biss ihn. Er verlor das Interesse, ignorierte sie. Bienchen, die ewig die Nippeltränke bediente, die Dreck machte, deren Käfig schlecht roch und die auch noch biss, dieses Vieh nervte die Familie.

Wer sie wirklich ist und was aus ihr wurde, lest unter: Das große Bautz

Bautz
Möhrwin

Möhrwins Leben

Möhrwin wurde von Tierliebhabern zum Tierheim gebracht, als der Parasitenbefall ihn bereits so weit geschwächt hatte, dass seine Überlebenschancen gegen 0 tendierten. Er hatte sein Leben lang das Futter für eine Schlange produziert. Im Gegenzug wurde er gefüttert. Tierarztleistungen, die sowohl eine Hornhautverletzung im rechten Auge als auch den Parasitenbefall behoben hätten, gehörten jedoch nicht zur Gage.

Er erzählte uns seine Geschichte. Aufgeschrieben ist diese Geschichte unter: Möhrwins Leben

Max, das Schweinchen aus der Scheune

In einer stockdunklen Scheune ohne Fenster stand ein sehr kleiner Käfig mit einem riesigen Tier drin. Es sah gar nicht aus wie ein Meerschweinchen. Es war am Po völlig verfilzt - ein Gemisch aus Fell, Kot, Stroh und Draht.... Verwahrlost, krank, einsam und in dem eigenen Dreck saß Max viele Jahre in einer Scheune, bis ein lieber Mensch ihn fand und ihm ein neues Leben schenkte.

Die ganze Geschichte von Max ist hier zu lesen - die Bilder sind nur was für wirklich starke Nerven!

Max, das Schweinchen aus der Scheune

Max


Diese Meerschweinchen haben Glück im Unglück gehabt, sie kamen in eine gute Vermittlung und haben ihr Rudel und ihre Futtergeber gefunden. Aber unzählige kleine Kuschelgeschenke haben es nicht so gut. Sie vegetieren Jahrelang ungeliebt in Zimmerecken, in Abstellkammern, in Kellern, in Garagen oder im Garten in kleinen verdreckten Gehegen vor sich hin. Oft allein, krank und voller Parasiten. Nicht selten gehen diese Tiere dann durch unzählige Hände, werden immer weiter verschenkt und müssen als lebendiges Spielzeug viel über sich ergehen lassen. Muten Sie keinem Tier so eine Zukunft zu - informieren Sie sich genau über die Bedürfnisse der kleinen Wesen und verschenken Sie lieber nur einen Gutschein, ein Buch und ein Stofftier.