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Laufräder

Es gibt eine Vielzahl von Laufrädern und viele Argumente für und gegen Laufräder. Unsere eigenen Erfahrungen und neue Studien zeigen, dass Laufräder bei einer Käfiggrundfläche ab 1 m² zwar nicht mehr unbedingt notwendig sind, aber doch jeder Hamster gern einfach mal losrennt und im Rad Stress abbaut und genau diese Möglichkeit bietet ihm ein empfehlenswertes Laufrad.

Vorab möchten wir auf Folgendes hinweisen.

Laufräder können einem Hamster einen großen Abwechslungsreich eingerichteten Käfig nicht ersetzen. Hamster, welche in zu kleinen Käfigen mit Laufrad gehalten werden, entwickeln meist stereotypenähnliche Verhaltensmuster. Sie wiederholen immer und immer wieder die gleichen Bewegungsabläufe, häufig ist es das Laufen im Laufrad. Haben Tiere in zu kleinen Gehegen keine Laufräder, entwickeln sie andere Stereotypen. Das stundenlange Laufen im meist viel zu kleinen Laufrad bleibt nicht ohne gesundheitliche und psychische Folgen. Tiere, die solche Verhaltensmuster zeigen tun kaum noch etwas Anderes mehr (wie z.B. in der Erde wühlen, im Sand buddeln, Futter suchen etc.). Nimmt man diesen Tieren ihr Laufrad weg, wirken sie Anfangs sehr lustlos und bewegen sich kaum noch oder sie nagen stundenlang am Käfiggitter und scharren unablässig in einer Käfigecke. In so einem Fall sollte erst einmalmal ein großer, tiergerecht eingerichteter Hamsterkäfig her und der Hamster sollte langsam vom Rad entwöhnt und zu anderen Beschäftigungen angeregt werden. Erst wenn der Hamster gelernt hat, auch andere Beschäftigungen anzunehmen, ist es ratsam, ihm ein gutes Laufrad anzubieten.

Zwerghamster gehören zur Familie der Wühler, diese Tiere laufen in ihrem natürlichen Lebensraum nicht stundenlang geradeaus. Sie legen immer nur kleine Strecken zwischen ihrem Bau und den Futterquellen zurück. Sie laufen zwar in einer Nacht oft insgesamt viele Kilometer, aber meist nicht mehr als wenige Meter am Stück, denn die durchschnittliche Größe des durchstreiften Gebietes eines Hamsters beträgt nur wenige Quadratmeter. Ein ständiges Laufen im Rad nutzt ihren Bewegungsapparat unnatürlich ab, frühzeitige Alterung und Gelenkschäden können die Folge davon sein.

Halten Sie Ihren Zwerghamster in einem großem Gehege und möchten Sie ihm ein Laufrad zur Verfügung stellen damit er hin und wieder mal losrennen kann, sollten Sie dieses sehr sorgfältig auswählen.

Im Folgenden werden wir auf die verschiedenen angebotenen Laufradmodellen eingehen:

So sieht das ideale Laufrad aus

  • Das Rad muss für kleine Zwerghamster einen Mindestdurchmesser von 20 cm haben, für größere Zwerghamsterarten besser 25 cm. Hier können Sie nachlesen, woher dieses Maß kommt und wie die richtige Laufradgröße berechnet wird: Laufradgrößen berechnen. Es kommt durch zu kleine Laufräder zu einer starken Verkrümmung der Wirbelsäule (vorne läuft der Zwerghamster hoch, hinten runter!), sie wird falsch abgenutzt, was dem Tier auf Dauer Schmerzen bereitet und im schlimmsten Fall zu Bandscheibenvorfällen führt.
  • Das Laufrad muss auf einer Seite völlig geschlossen sein (Gitter sind gefährlich - die Füßchen können sich darin verfangen). Die Einstiegsseite sollte ganz offen sein. (Haltestreben bei handelsüblichen Metallaufrädern führen zu Verletzungen durch starke Schläge mit dem Streben, es kommt zu Hämatomen, Rippenbrüchen und ähnlichen Verletzungen).
  • Die Lauffläche muss völlig geschlossen sein. Es dürfen keine offenen Sprossen vorhanden sein in denen sich die Hamster verfangen können. Die Lauffläche muss über eine Struktur verfügen, (Rillen oder eine Naturstruktur, z. B. durch Korkbelag) die es dem Hamster erlaubt, darauf ruhig und gleichmäßig zu laufen. Sind Sprossen aufgegeklebt, müssen diese leicht rund gefeilt, nicht höher als 2 mm und fußgroß sein, sie dürfen nur geringe Abstände von nicht mehr als 3 cm aufweisen, damit der Hamster dort gut Halt findet. Die im Handel angebotenen Laufräder mit eingeklebten Sprossen haben derzeit alle einen falschen Abstand der Sprossen und die Sprossen sind für Hamsterfüße zu groß! Ich empfehle diese zu entfernen und durch einen Einsatz aus Korkplatte oder Korktstücke (Bastelanleitung hier) zu ersetzen.
  • Das Rad darf nur an der geschlossenen Seite aufgehangen werden -Räder mit zweifachen Standbeinen sind eine Gefahrenquelle.
  • Das Rad muss leicht und rund laufen ohne zu eiern, es muss leicht zu stoppen sein.

Leider sind empfehlenswerte Laufräder noch immer die Ausnahme, die meisten Laufräder die man im "Zoofachhandel" erwerben kann sind für Zwerghamster ungeeignet.

Wodent Wheels

Das Wodent Wheel Laufrad erfüllt alle Vorgaben welche an ein gutes Hamsterlaufrad gestellt werden. Es ist in mehreren Größen erhältlich: Für Roborowski Zwerghamster als Robo Wheel in der Größe: Durchmesser 20 cm, Breite 6 cm. Für größere Zwerghamster (Chinesen, Dsungaren, Campbells) in der Größe: Durchmesser: 27 cm, Breite: 7 cm. Es besteht aus ungiftigem Plastik, erzeugt keine scharfen Splitter und weist keinerlei Schereneffekte auf. Der Hamster hat die volle Kontrolle über das Rad, es ist leicht und stoppt dadurch nahezu synchron wenn der Hamster aufhört zu laufen. Eine Verletzung beim Aussteigen ist daher nicht möglich.

Ein kleines Handicap hat das Rad, der Fuß ist nur gut geeignet, wenn man das Rad oben am Gitter befestigt (auch da gibt es allerdings Kritiker, die befüchten Hamster, die am Gitter langklettern könnten zwischen Halterung und Standbein fallen und sich dort einquetschen), in die Streu gestellt kann das Rad schnell zugebuddelt und somit schwer gängig werden. Auf eine glatte Etage gestellt ist der Stand nicht ganz fest, es verrutscht leider bei sehr starken Tieren mitunter, von daher sollte es auf uneingestreuten Etagen fest angebracht oder mit einer nicht rutschenden Unterlage versehen werden.

Das Wodent Wheel Laufrad benötigt regelmäßige Laufradpflege. Es kann dazu komplett auseinander genommen und gereinigt werden. Nach der Reinigung ist es unbedingt nötig, die Achsen einzufetten, damit das Rad leicht und geräuschfrei läuft. Sehr gut geeignet ist dafür handelsübliche Vaseline. Öl eignet sich nicht, Industrieöle sind giftig für die Hamster, Pflanzenöle aus der Küche werden schnell ranzig und halten den Belastungen der Reibungshitze auf Dauer nicht stand.

Sie können das Rad im Internet bestellen, dort bekommen Sie auch mehr Informationen zu dem Rad: Rodipet.

Holzlaufräder

  • Bei manchen Modellen gibt es immer noch offene Holzprossen und beidseitige Aufhängungen, dort können sich die Hamster verfangen und Gliedmaßen verrenken oder schlimmstenfalls brechen.
  • Die meisten Holzlläufräder sind zu klein.
  • Zwischen den Standbeinen und dem Rad können sich Hamster einklemmen.
  • Die Holzlaufräder können angenagt werden und verlieren dann evtl. ihren Stand und/oder laufen nicht mehr rund, meist werden sie allerdings nur von Tieren angenagt, die sonst keine anderen Nagemöglichkeiten haben oder ohnehin Verhaltensauffällig sind

Achten Sie beim Kauf auf Qualität! Wir fanden im Handel bisher nur wenige empfehlenswerte Holzlaufräder. Alle Räder von Rodipet können wir allerdings uneingeschränkt empfehlen. Einige Modelle lassen sich sogar in der Höhe verstellen und können so auch bei hoher Einstreu gut aufgestellt werden. Diese Räder haben eine durchgehende, gewachste Lauffläche oder eine Korklauffläche und sind nicht chemisch behandelt. Sie laufen durch ein hochwertiges Kugellager ruhig und sind an der geschlossenen Seite aufgehängt.

Ebenfalls geeignet sind die Räder von Getzoo, sie verfügen auch über eine sinnvolle Rillenstruktur und ein hochwertiges Kugellager.

Nicht geeignet sind fast alle anderen, meist günstigeren, Holzlaufräder aus dem Handel. Die dort eingeklebten Laufstege sind für Hamsterfüße zu groß, haben einen zu hohen Abstand und damit machen sie ein gleichmäßiges Laufen unmöglich . Auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht, als könnten die Tiere gut laufen, die Auswertung von Filmaterial hat deutlich gezeigt, dass die Tiere in solchen Rädern nicht so gut und so gleichmäßig laufen können, wie in den Rädern mit Rillenstruktur. Es kommt in den Rädern dazu, dass die Tiere häufiger stolpern und sich verletzen. Außerdem ist das Holz sehr rau und es kam und kommt immer wieder zu blutigen Spuren in den Rädern, die darauf hindeuten, dass die Tiere sich die Fußsohlen wund laufen und sogar durchlaufen. Sie können solche billigen Räder verwenden, wenn Sie die Sprossen entfernen und eine dünne Korkplatte als Lauffläche einkleben.

Metallaufräder

Metallaufräder mit offenen Sprossen sind von der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz als tierschutzwidrig und gesundheitsschädlich eingestuft. (Merkblatt Heimtierhaltung, Tierschutzwidriges Zubehör (62) und Merkblatt für Heimtierhalter Hamster TVT )
  • In den offenen Sprossen und Aufhängungen können sich die Hamster verfangen und sich die Gliedmaßen verrenken oder schlimmstenfalls brechen.
  • Jutebänder bieten nur eine scheinbare Sicherheit, sie können angenagt werden, Fäden können sich um die Beinchen wickeln oder durchhängen und in den entstehenden Löchern können die Hamster hängen bleiben.
  • Beim Aussteigen aus einem handelsüblichen Metallaufrad können sie sich zwischen den Haltestreben einquetschen (Schereneffekt) wie auf dem Bild Rechts zu sehen ist. Diese Gefahr besteht ebenfalls, wenn zwei Zwerghamster gleichzeitig laufen, der eine Zwerghamster will aussteigen, die andere läuft weiter und schon ist der Hamster eingeklemmt. Auch Metallaufräder mit Seitenbefestigung haben noch einen Haltestreben am Rad der durch Schläge zu Verletzungen führen kann.
  • Die meisten Metalläufräder sind zu klein.
  • Unter dem dem Rad können sich Hamster einklemmen, da die Standbeine nicht hoch genug sind
Sonstige Plastiklaufräder

Es gibt verschiedene Plastiklaufräder, nicht alle sind für Hamster geeignet
  • Das Laufrad sollte aus Hartplastik, besser noch aus ungiftigem und nicht spliterndem Plastik sein, weiche Laufräder könnten angenagt werden und die Spliter können im Darm zu tötlichen Verletzungen führen.
  • Die meisten Plastiklaufräder sind zu klein für alle Hamsterarten. Vor allem die in Kaufkäfigen vormontierten Räder sind meist nicht zu empfehlen. Diese Räder haben oft nur einen Durchmesser von ca. 13 cm, das ist für alle Hamsterarten zu klein und führt zu Rückenproblemen.
  • Häufig haben diese Plastikräder noch offenen Sprossen, in diesen kann sich der Hamster mit seinen Füßchen verfangen und verletzen. Ebenfalls ungeeignet sind geschlossene Räder, welche aber harte, viereckige Sprossen haben.
  • Die meisten Standardplastikräder haben in der Mitte eine vorstehende, nicht gesicherte Halterung. An dieser Halterung kann sich der Hamster beim Laufen verletzen.

Mehr Informationen zu Laufrädern finden Sie hier im: Laufradtest der Hamsterinfo dort finden Sie auch einen Artikel und eine Zusammenfassung über die Laufradstudie der Uni Bern.

Laufteller

Die "Laufteller" oder auch "Flying Saucers" wurden ursprünglich in den USA für Chinchillas entwickelt. Es handelt sich dabei um einen Laufteller aus Metall, Holz oder Kunststoff, welcher in der Mitte mit einem Kugellager versehen ist. Der Laufteller wird am Gehegerand befestigt oder im Gehege aufgestellt. Wir sind vom Laufteller keinesfalls überzeugt und empfehlen ihn nicht. Auch bei deinem großem Durchmesser biegen sich die Tiere beim Laufen nach innen durch, wenn sie auf dem Laufteller laufen. Das führt zu einer dauerhaft einseitigen Belastung der Wirbelsäule. Ungeschickte Tiere können bei einem abruptem Halt durch die entstehenden Fliehkräfte regelrecht durch die Gegend geschleudert werden. Sie landen dann sehr unsanft an den Käfigwänden. Die meisten Laufteller sind außerdem zu glatt, oder haben Rillen, die in zu großen Abständen eingefräßt sind. Kein von uns getesteter Laufteller hatte eine Lauffläche, die für Hamsterfüße und die entsprechende Schrittlänge optimiert ist.

Warnung vor Joggingbällen und ähnlichen Spielzeugen

Verzichten Sie auf Laufkugeln aus Plastik, die sogenannten Joggingbälle und andere Spielzeuge wie z. B. Autos mit Kugeln, in welche die Tiere eingesperrt werden um damit durch die Wohnung zu rollen. Diese sind nicht umsonst von der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz als tierschutzwiedrig und gesundheitsschädlich eingestuft. (Merkblatt Heimtierhaltung, Tierschutzwidriges Zubehör (62) und Merkblatt für Heimtierhalter Hamster TVT ).

Diese Kugeln sind für das Tier sehr gefährlich, denn Hamster (und auch andere Tiere) können sich in solchen Geräten sehr schwer verletzen. Beim Rollen in der Hamsterkugel können die Tiere nicht manövrieren, sie können also keine Vollbremsung hinlegen, wenn die Zimmerwand oder ein Tischbein näher kommt. Die Kugel rollt ungebremmst auf das Hindernis zu und schlägt dagegen. Selbst wenn die Hamster die Gefahr rechtzeitig wittern, können sie nicht rechtzeitig anhalten. Dass die Tiere dabei schwere Trauma, Verstauchungen und weitere Verletzungen erleiden können, muss wohl kaum erwähnt werden. Bekommen die Tiere im ganzen Haus Auslauf in solchen Kugeln, ist es schlimmstenfalls sogar denkbar, dass sie damit die Treppen herunter fallen - das kein Tier so einen Sturz unbeschadet überlebt, sollte jedem klar sein.

Weitere Probleme der Hamsterkugel sind allein schon durch die Beschaffenheit der Kugel vorprogrammiert. Gerade bei der körperlichen Anstrengung in der Kugel atmet ein Hamster schneller, aber er bekommt kaum Frischluft, denn die Belüftung in diesen Kugeln reicht nicht aus, die Lüftungsschlitze sind zu klein. Ein weiterer Nachteil der Kugel ist der, dass die meisten Hamsterkugeln nicht groß genug sind. Der Durchmesser dieser Kugeln reicht gerade mal von 12 - 18 cm. Damit ein größerer Zwerghamster mit geradem Rücken laufen kann, muss ein Laufrad - und ergo auch eine Laufkugel - einen Durchmesser von 20 cm haben. In den häufig viel zu kleinen Kugeln biegt der Rücken permanent durch - Bandscheibenvorfälle, Rückradverkrümmung und damit auch bleibende Rückenschmerzen sind die Folge.

Ein Auslauf in der Laufkugel ist für Hamster auch kein "echter Auslauf". Die Wände hindern den Hamster daran, etwas von seiner Umgebung wahrzunehmen. Hamster sind kurzsichtig, durch die Wände wird ihr Sehvermögen weiter eingeschränkt, sie können also nicht sehen wohin sie laufen. Der Sinn auf den sich ein Hamster am meisten verlässt ist sein Geruchssinn, aber in einer Plastikkugel eingesperrt kann kann ein Hamster seine Umgebung nicht erschnuppern. Auf sein feines Gehör verlässt sich der Hamster ebenfalls beim Laufen, aber in dieser Kugel dringen Geräusche nur eingeschränkt und Verändert zum Hamster durch. Er ist also nicht in der Lage, sich in einer Hamsterkugel zu orientieren. Dass allein sorgt beim Hamster für ausgesprochen großen Stress. Stellen Sie sich vor, sie wären fast blind und würden in so eine kleine Kugel gesperrt um sich damit über ein für Sie völlig unbekanntes Gelände zu laufen, hätten Sie Spass daran?

Auch wenn es vielleicht so aussehen mag, als ob Ihr Hamster fröhlich in seiner Kugel läuft - in Wahrheit hat er nur schreckliche Angst und läuft panisch um zu entkommen, denn er kann diese Kugel ja nicht verlassen, wann er das will, ihm wird das Laufen in der Kugel aufgezwungen. Auch wenn der Hamster vielleicht von selber in die Kugel geht, wissen Sie denn ganz genau, wann er wieder hinaus möchte und wann das freiwillige Laufen einem erzwungenen Laufen und Panik weicht? Manche Hamster nutzen die Kugel tatsächlich freiwillig, aber das sind grundsätzlich nur Tiere, die keine andere Möglichkeit haben und ihr Leben in einem winzigen Hamsterkäfig verbringen. Gibt man diesen Tieren eine sinnvolle Alternative - nämlich ein großes Gehege und viel Auslauf, gehen sie nicht mehr freiwillig in die Kugel!

Wer seinen Hamster liebt, der verzichtet auf eine Laufkugel und baut dem Tier statt dessen einen schönen, hamstergerechten Lebensraum und lässt ihn in einem Auslauf ungehindert laufen und seine Welt ohne Plastik dazwischen erkunden!

Aktion gegen Joggingbälle