Leckereien statt Lebewesen

Keine lebenden Tiere ins Osternest!

So niedlich ein kleines Häschen oder ein Küken im Osternest auch sein mögen - Tiere sind keine lebenden Spielzeuge - Tiere haben Bedürfnisse und sollten niemals einfach verschenkt werden!

Zu Ostern ist in den meisten Familien viel los, es kommen Besucher und es herrscht Feierstimmung. Kleine Heimtiere wie Kaninchen, aber auch Vögel, Hamster und Meerschweinchen benötigen in den ersten Tagen in der neuen Heimat viel Ruhe, um sich einleben zu können. Jeder Umgebungswechsel ist für die Tiere sehr anstrengend, die Osterfeiertage sind also nicht geeignet, um ein Kleintier in die Familie aufzunehmen.

Das lebendige Geschenk ist häufig wenige Tage nach dem Osterfest auch schon langweilig, überflüssig und unbeliebt geworden. Im Tierschutz hören wir es immer wieder: Das niedliche Babykaninchen wurde größer, es fing vielleicht sogar an zu beißen oder aus Langeweile am Gitter des zu kleinen Käfigs zu nagen, es war nicht stubenrein und hat womöglich schon ein Kabel durch genagt. Die Meerschweinchen waren zu laut, der Hamster stand erst nach 23 Uhr auf, die Mutter war allergisch gegen das neue Haustier. Alle Tiere waren unsauber und keiner hat den enormen Pflegeaufwand bedacht. Und das aus kleinen, gelben und niedlichen Küken große Hühner werden scheint noch nicht jeder begriffen zu haben - und das diese kleinen Küken ohne entsprechende Haltung leider bei vielen Haltern kurz nach Ostern schon versterben, dass sollte doch eigentlich jedem klar sein.

Zu spät merken die neuen Tierhalter, dass so ein kleines Tierchen vielleicht doch nicht ganz passt und mehr Verantwortung und Arbeit mit sich bringt, als vorab gedacht. Viele Tiere, die von liebenden Menschen verschenkt wurden und für kurze Zeit Freude brachten sind nun nur noch lästig und müssen wieder weg. Die Tierheime sind gerade nach den Feiertagen voll mit niedlichen Tierchen die unpassend verschenkt wurden. Spätestens im Sommerurlaub wird das niedliche Osterhäschen dann mit Sicherheit lästig, da sich häufig keine Urlaubspflege findet.

Einige Geschichten von ungeliebten Haustieren können Sie hier finden: Überflüssig gewordene Haustiere

Sie können viel mehr Freude schenken, wenn Sie folgendermaßen vorgehen

Wenn ein Tier verschenkt werden soll, dann bereiten Sie das Geschenk sorgfältig vor: Schenken Sie statt eines lebenden Tieres ein passendes Stofftier mit Gutschein. So hat der Beschenkte etwas worauf er sich weiter freuen kann. Kaufen Sie Bücher über das ausgewählte Tier oder drucken Sie Informationen aus dem Internet aus. Zu vielen Nagerarten und Kaninchen finden Sie auf den Seiten der Nagerhilfe ausführliche Informationen sowie: Infoblätter und Mappen.

So hat der zukünftige Tierhalter viel Zeit, die Bücher zu lesen, passende Gehege auszusuchen oder sogar selber zu bauen. Die zukünftigen Halter können sich im Internet weiter informieren und so schon vorab Vieles über ihre neuen Hausgenossen lernen. Manchmal wird dabei bemerkt, dass man eine falsche Vorstellung vom Tier hatte, mitunter wird ein anderes Haustier gewählt. Aber noch häufiger lernen die Besitzer gleich vieles über tiergerechte Haltung. Es macht sogar richtig Spaß, sich vorab mit dem Bau der Einrichtung eines Geheges zu befassen. Eine artgerechte Unterbringung zu schaffen, geht nicht von heute auf morgen. Das braucht Zeit und der Beschenkte möchte seine eigene Vorstellung auch mit verwirklicht sehen. So wird die Vorfreude auf das neue Tier gesteigert und das Tier kommt zu Menschen, die sich darauf vorbereitet haben und wird sich von Anfang an wohl fühlen. Nur so entstehen echte Freundschaften zwischen Mensch und Tier!

Wenn dann die Tierwahl sicher ist und das neue Heim auf das Tier vorbereitet ist, können Sie dann in aller Ruhe in die Tierheime der Umgebung fahren und zwischen unzähligen Tieren aller Art in allen Altersgruppen wählen. Gerade diese Tiere haben es verdient, in ein schönes Zuhause zu kommen. Keine Angst vor diesen Tierheimtieren - Jungtiere im Tierheim benehmen sich nicht anders als Jungtiere im Zoogeschäft. Auch Rassetiere bekommen Sie im Tierheim. Es spricht auch viel dafür, zuerst einmal älteren Tieren, deren Charakter schon bekannt ist, ein schönes Zuhause zu geben. Kaninchen bekommen Sie oft schon kastriert und passend vergesellschaftet im Tierheim. So können Sie diese Tierarten erst einmal in Ruhe kennen lernen und übernehmen die Verantwortung für ein Tier über einen überschaubaren Zeitraum.

Sollten Sie dort wider Erwarten keines der von Ihnen gewünschten Tierarten im Tierheim finden, so wenden Sie sich vertrauensvoll an einen Züchter in Ihrer Nähe. Dieser kann Ihnen auch weitere Pflegetipps für Ihren neuen Schützling mit auf den Weg geben und Sie sehen, wie die Tiere dort gehalten werden. Im Falle von Reptilien (da gehören die Schildkröten mit dazu) ist der Züchter in den meisten Fällen die bessere Wahl, weil man dort gleich sehen kann, wie groß das Tier wird.

Überlegungen vor dem Einzug des neuen Haustieres

Sie können sich anhand folgender Fragen schon mal selber testen, ob Haustiere für Sie in Frage kommen:
  • Viele Tiere werden recht alt, Meerschweinchen und Kaninchen können 8 Jahre alt werden, Hund und Katz werden noch älter, Schildkröten können sogar weit über 80 Jahre alt werden! - Können und wollen Sie sich so lange um diese Tiere kümmern?
  • Sind alle in der Familie mit den neuen Hausgenossen einverstanden und bereit, sich um die Tiere zu kümmern?
  • Liegen evtl. Allergien vor?
  • Wohin mit den Tieren im Urlaub?
  • Nicht alle Tiere sind von Anfang an stubenrein, mache Tiere werden es nie - bekommen die Tiere trotzdem Auslauf in der Wohnung? Behalten Sie auch ein Kaninchen, das nicht Ihren Wünschen entspricht?
  • Nager - und vor allem Kaninchen - könnten beim Auslauf Möbel, Bücher und andere Dinge annagen. Katzen wissen nicht immer, was Kratzbaum und was Sofa ist, und schon mancher Hund fand einen Designerschuh essbar - nehmen Sie das in Kauf?
  • Reptilien haben ganz besondere Ansprüche an die Pflege. Viele unterliegen dem Bundesartenschutz und müssen auch bei den entsprechenden Stellen registriert werden!
  • Sind die gewünschten Tiere vom Vermieter erlaubt. Manche Reptilienarten, sowie Hunde und Katzen müssen vom Vermieter genehmigt werden.
  • Kranke Tiere müssen vom Tierarzt behandelt werden. - Sind Sie bereit, dafür Geld auszugeben und zwar Beträge, die den Anschaffungswert des Tieres bei weitem übersteigen?
  • Die Pflege eines Tieres muss immer in den Händen Erwachsener liegen, kein Kind ist in der Lage sich immer um sein Tier zu kümmern. Kinder können oft nicht abschätzen, wie wichtig das tägliche Versorgen der Tiere ist. Kinder vergessen im Spiel ihre Kraft und können Tiere verletzen. Egal um welches Tier es sich handelt, ein erwachsener Mensch muss sich jeden Tag um dieses Tier kümmern.
  • Alle Tiere welche in Käfigen oder Terrarien gehalten werden benötigen sehr viel Platz - mehr als ein kleiner Käfig. Einige Tierarten fühlen sich in Außengehegen wohler, mache brauchen die Sommersonne um gesund zu bleiben.

Dies sind nur einige Fragen die vorab zu klären sind, prüfen Sie bitte Gewissenhaft, ob sie wirklich bei allen Fragen ganz sicher sind dass der Beschenkte im Sinne des Tieres antworten würde.


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