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Wie wird die richtige Laufradgröße berechnet?

Bei der Auswahl des richtigen Laufrades sind viele Faktoren wichtig:
  • Das Rad muss sicher sein. Es darf keine offenen Streben haben zwischen denen die Tiere sich einklemmen können.
  • Es muss auf einer Seite offen sein, damit das Tier leicht ein- und aussteigen kann.
  • Es darf keine Aufhängung haben, die durch den Schereneffekt dazu führt, dass die Tiere sich beim Ein- oder Aussteigen einklemmen.
  • Die Aufhängung in der Mitte muss derart gestaltet sein, dass der Hamster sie beim Laufen nicht berührt und sich sein Fell nicht darin einklemmen kann.
  • Das Rad muss aus einem ungiftigem Material hergestellt sein, damit der Hamster es gefahrlos annagen kann. Weichplastik ist ungeeignet, Holz, Metall oder spezielle Plastikanten die keine Spliter bilden sind geeignet.
  • Es sollte einen möglichst hohen Laufkomfort bieten. Die Lauffläche muss durchgängig und leicht geriffelt oder möglichst naturnah sein (Kork, Laufrillen), es dürfen keine hohen eingeklebten Streben vorhanden sein die ein sicheres Auftreten im Rad erschweren.
  • Das Rad muss leichtgängig sein, damit die Tiere es gut bewegen können. Dabei sollte es auch leise sein, damit weder Tier noch Halter gestört werden.
  • Das Rad muss groß genug sein, damit die Tiere mit geradem Rücken darin laufen können.

Gerade die Größe der Laufräder ist ein häufig vernachlässigter Faktor. Viele Tierhalter bevorzugen kleinere Räder, weil sie im Käfig wenig Platz weg nehmen und sie die Notwendigkeit der größeren Räder nicht erkennen. Unsere Größenangaben werden häufig angezweifelt und wir werden sehr oft gefragt, wie wir auf dieses Maß kommen und dieser Artikel ist unsere Antwort auf diese Frage.

Der erste Schritt zur Bestimmung der richtigen Laufradgröße für ein Tier ist, das Tier zu vermessen. Wie lang ist das Tier, wie lang ist es, wenn es läuft? Die im Internet und in Büchern angegebenen Daten zur Länge von Tieren sind immer Maximaldaten, also so lang kann das Tier sein, wenn es sich streckt. Der Durchschnitt der angegebenen Daten wird als Grundlage für die Bestimmung der richtigen Laufradgröße verwendet.

So lang kann ein Lemming sein - bis zu 12 cm
Lemming

Mit den so ermittelten Längen wird innerhalb eines Kreises an dem Platz, auf dem der Tierkörper sich beim Laufen befindet, nachgemessen um zu ermitteln in welcher Kreisgröße das Tier ausgestreckt laufen kann. Normalerweise ist das in Kreisen der Fall, deren Radius der Länge des Tierkörpers entspricht, das haben viele Messungen ergeben. Es gibt dabei nur geringfügige Abweichung (da auch die Länge der Beine und damit die Höhe des Tieres eine Rolle spielt, Tiere mit längeren Beinen, die höher Laufen, laufen auch in etwas kleineren Rädern ausgestreckt). Als einfacher Grundwert gilt:
Optimale Laufradgröße = Durchmesser des Laufrades = 2 x Länge des Tieres.

Zieht man die Distanz vom Boden zum Laufrad ab, ist zu sehen, was gemeint ist
Lemming

Als nächster Schritt werden den Tieren entsprechend große Laufräder angeboten und das Laufverhalten beobachtet. Dabei ergeben sich häufig noch kleine Abweichungen, z. B. werden zu große Räder zu schwer, die Tiere bevorzugen dann häufig etwas kleinere Räder. Beispielsweise müssten die Räder für Goldhamster 34 cm im Durchmesser haben, aber die meisten Hamster bevorzugen 32 oder 30 cm und sehr kleine Männchen häufig sogar noch kleinere Räder. Der Schwanz des Tieres wird nicht mit berücksichtigt, da er aber beim Laufen im Rad nach oben gekrümmt wird, ist gerade für solche Tiere ein andauerndes Laufen im Rad nicht empfehlenswert. Würde man allerdings die Schwanzlänge mit anrechnen, müsste ein Rad für eine große Rennmaus 50 im Durchmesser haben, so ein Rad könnte aber vom Tier nicht mehr bewegt werden und wird auch von den Tieren nicht benutzt.

Grundsätzlich gilt für alle Laufräder und deren Nutzung:
Laufräder sollen nur die Möglichkeit bieten, hin und wieder los zu rennen oder als Spielzeug dienen. Wenn die Tiere ausdauernd und lange in den Rädern laufen, dann muss die Haltung überdacht werden. Die Tiere benötigen dann häufig größere Gehege, mehr andere Beschäftigungsmöglichkeiten, eine stabilere Sozialstruktur (Stressabbau ist einer der Hauptgründe für eine zu exzessive Radbenutzung), mehr Ruhe oder mehr Auslauf.