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Woher kommen unsere Futterlisten?

Eine Frage, die uns oft gestellt wird. Ich möchte hier kurz darauf eingehen, wie wir unsere Futterlisten erstellt haben.

Wenn wir eine Futterliste erstellen wollen, werden ersteinmal grob alle in Frage kommenden Pflanzen und Futtermittel gesammelt und aufgelistet. Dies geschieht unter Zuhilfenahme der gängigen Fachliteratur, des Weiteren aufgrund Erfahrungswerten und natürlich im Vergleich mit dem natürlichem Futterspektrum der Tiere sowie anhand von vorhandenen Quellen zur Futterbeschaffung (mit anderen Worten; es wird geschaut, was hier auf den Wiesen wächst, was im Supermarkt zu bekommen ist und ganz allgemein in Deutschland vorhanden und beschaffbar ist).

Dann wird jedes Futtermittel auf Inhaltsstoffe geprüft (anhand von entsprechenden Fachbüchern und Giftpflanzenlisten). Kenntnisse im biologischen und chemischen Bereich um nachvollziehen zu können, welche Inhaltsstoffe welche Wirkung auf das entsprechende Tier haben könnten, sind dafür natürlich wichtig. So werden anhand von chemischen Inhaltsstoffen mögliche Gefährdungen für das entsprechende Tier herausgefiltert. Um dazu überhaupt in der Lage sein zu können, befassen wir uns vorab mit der Verdauung der Tiere, versuchen herauszufinden, wie das Darmmilieu aufgebaut ist, welche Besonderheiten es bei dem entsprechenden Tier gibt (Beispiel Kaninchen, diese besitzen im Zäkum hauptsächlich anaerobe und grampositive Bakterien (Kokken, Lactobacillen), haben ein basisches Darmmilieu etc.). Und versuchen dann anhand dieser Informationen Rückschlüsse auf die Verdaulichkeit und den Nutzen des Futtermittels zu ziehen.

Natürlich kommen auch Heilpflanzenlisten und Naturheilkundliche Abhandlungen zum Einsatz - aber nur jene, wo offizielle Studien angegeben sind und die wirksamen Stoffe aufgelistet sind. Um herauszufinden, ob eine Heilwirkung beim Tier ebenfalls nachgewiesen wurde, werden selbstverständlich medizinische Fachbücher herangezogen und anhand von vorhandenen Studien wird nachgeprüft, ob die Heilwirkung auch beim Kleintier nachgewiesen wurde oder eine entsprechende Wirkung möglich ist. Ebenso wird natürlich gründlich geprüft, ob die enthaltenen Stoffe evtl. giftig oder unverträglich sein könnten. Das ist eine der schwersten Aufgaben, denn viele Stoffe, die für Menschen unverträglich sind, können für Tiere durchaus gesund sein (Beispiel: Löwenzahn soll beim Menschen bei übermäßigem Verzehr zu Durchfall führen, Nager haben das Problem nur, wenn sie einseitig damit ernährt werden oder nicht an das Futtermittel gewöhnt sind (was aber auf nahezu alle Pflanzen zutrifft)). Viele Stoffe, welche dem Menschen bei Krankheiten helfen, können bei Tieren einen gegenteiligen Effekt haben (ein dafür allgemein bekanntes Beispiel ist die Wirkung von Baldrian bei Katzen).

Selbstverständlich ist es uns trotz aller Anstrengung nicht möglich, alle Inhaltsstoffe von jedem Futtermittel zu kennen, jedes Futtermittel komplett zu durchleuchten und jede Wirksamkeit nachzuweisen. Wenn wir eine medizinische Wirksamkeit nicht anhand der Literatur oder der Inhaltsstoffe nachweisen können, haben wir sie nicht angegeben. Einige Futtermittel die üblicherweise seit langer Zeit an diese bestimmte Tierart verfüttert wurden, sind nicht umfangreich untersucht worden (z.B. Möhren für Kaninchen, wir haben uns zwar intensiver mit dem Zuckergehalt verschiedener Möhrenarten auseinander gesetzt und haben uns mit dem Nährwert der Möhre befasst, aber wir haben nicht versucht, eine medizinische Wirkung oder die Verträglichkeit der Möhre beim Kaninchen weiter zu untersuchen, da dieses Futtermittel seit Jahrzehnten ohne schädliche Nebenwirkungen in großem Maßstab verfüttert wird).

Futtermittel, die in geringen Mengen unschädlich wären, aber in größeren Mengen Probleme bereiten, sind teilweise bei den "Unverträglichen Pflanzen" gelandet. Unverträglich meint in dem Fall: diese Pflanzen sind keine normalen Futtermittel und sollten, wenn überhaupt, nur in geringen Mengen angeboten werden. Dies hat noch einen ganz banalen Hintergrund: unsere HP ist für normale Halter (Laien) konzipiert, diese schauen oft nur auf den vorderen Teil der Futterliste und sehen sich die Besonderheiten nicht an. Steht vorne also "Kartoffel" würde diese als normales Futtermittel angesehen und wohl sicher von einigen Haltern in großen Mengen angeboten werden und genau das möchten wir verhindern.

Grundsätzlich übernehmen wir bei den Futterlisten keine Gewähr auf Richtigkeit und Vollständigkeit, sie entsprechen einfach unserem derzeitigen Wissenstand und sind auf jeden Fall sorgsam und gewissenhaft zusammengestellt und nicht einfach nur irgendwo im Internet abgeschrieben oder ohne Sachkenntnis zusammengeschrieben, wie es leider häufig im Internet der Fall ist.