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Mehlwürmer?

Viele Nager benötigen tierisches Eiweiß. In freier Wildbahn nehmen die verschiedenen Hamster, Rennmäuse, andere Wühler und Mausartige Insekten und deren Larven zu sich. In der Heimtierhaltung möchten wir unseren Hausgenossen dieses "Lebendfutter" nicht vorenthalten. Aus diesem Grund werden gerne die sogenannten "Mehlwürmer" verfüttert. Aber auch diese Lebewesen sollten vernünftig unter gebracht und versorgt werden. Sauber gehaltene und gesund ernährte Mehlwürmer sind selbstverständlich auch für unsere Heimtiere gesünder.

Unterbringung und Versorgung der Mehlwürmer

Auf Sauberkeit und eine gesunde Ernährung ist auch bei Futtertieren zu achten! Als sinnvoll hat sie die Unterbringung in einem kleinen Terrarium/Faunarium erwiesen. Die kleinste Größe (ca. 18 x 11 x 14 cm) reicht aus. Es ist ebenfalls möglich, die Mehlwürmer in einem großen Marmeladenglas zu halten. Da die Würmchen an den glatten Wänden nicht hochkommen, ist ein Deckel nicht erforderlich. Wird ein Deckel verwendet, muss dieser natürlich Luftlöcher aufweisen. Der Boden des Faunariums oder des Glases wird mit Mehl, Haferflocken, Gries, Vollkornflocken, auch Brot, und Kleie einige cm hoch bedeckt. Die Mehlwürmer leben dann direkt in ihrem Futter. Bis 100 Mehlwürmer können in so einen Faunarium unter gebracht werden. Die Besatzdichte sollte nicht zu hoch sein, sonst wird es zu feucht im Faunarium und es setzt sich eher Schimmel an. Es sollte immer wesentlich mehr Futter als Würmer im Faunarium vorhanden sein. Hin und wieder benötigen die Mehlwürmer auch Feuchtigkeit, diese kann mit Salatblättern, Gurkenstückchen oder anderem Grünfutter zugeführt werden. Grünfutter wird gern angenommen und manche Würmchen stürzen sich regelrecht darauf.

Je kühler die Mehlwürmer stehen, umso langsamer entwickeln sie sich. Daher ist es sinnvoll, die Mehlwürmer in kühlen Räumen (Keller, Badezimmer) oder im Kühlschrank unter zu bringen.

Faunarium von Vorn:
Faunarium

Das Faunarium sollte alle 1 - 2 Wochen gereinigt werden. Dazu werden alle Würmer aus den Haferflocken heraus gesucht, das Faunarium wird heiß ausgewaschen. Das nicht verzehrte Futter ist nach 2 Wochen von den Ausscheidungen der Mehlwürmer verunreinigt, oft lassen sich auch viele Häute finden, deshalb ist es komplett zu entsorgen. Nach dem Reinigen wird das Faunarium neu eingestreut und die Mehlwürmer werden wieder hinein gegeben.

Faunarium von Oben:
Faunarium

Zu Beachten beim Verfüttern

Mehlkäfer und ihre Larven sind Nachtaktiv. Am Tage liegen sie oft regungslos im Faunarium. Um herauszufinden, ob der Mehlwurm noch lebt, reicht es oft, ihn hochzunehmen. Verfüttern Sie niemals Würmer, die leblos bleiben - diese sind evtl schon verstorben und können sogar Krankheiten übertragen!

Achten Sie beim Verfüttern der Mehlwürmer darauf, dass sie vom Nager unverzüglich getötet werden. Bieten Sie die Würmer nur von Hand an und halten sie den Kopf des Wurmes nach Vorne, so dass der Nager erstmal den Kopf abbeißt (die meisten Nager drehen den Wurm ohnehin automatisch so, dass sie erstmal den Kopf abbeißen). Lassen Sie erst dann den Wurm los. Wer sich davor ekelt, einen Mehlwurm anzufassen, kann diese auch mit einer Pinzette verfüttern.

Was ist ein Mehlwurm?

Ein Wurm im eigentlichen Sinne ist der Mehlwurm nicht. Es handelt sich um die Larven des Mehlkäfers (Tenebrio molitor). Der Mehlkäfer ist ein ca. 1,5 cm (1 - 1,7) langer, schwarzer bis schwarzbrauner, länglicher und sechsfüßiger Käfer. Die Deckflügel sind längst geriffelt, sie können von älteren Tieren nicht mehr ausgebreitet werden, die Unterflügel sind unterentwickelt, das Insekt fliegt normalerweise nicht (es gilt als flugunfähig, junge Mehlkäfer können allerdings ihre Flügel noch ausbreiten und entkommen so auch aus ihren Faunarien, sind die Mehlkäfer also verpuppt, muss ein Deckel angebracht werden, damit die jungen Käfer nicht entkommen). Eigentlich ist der kleine Käfer ein unscheinbarer Geselle. Der Käfer und auch seine Larven, ernähren sich besonders gern von stärkehaltigen Nahrungsmitteln (Getreide, Mehl, Brot), daher gilt der Mehlkäfer als Schädling und keine Hausfrau möchte ihn gern in ihrer Küche finden. Der Käfer und seine Larven sind Nachtaktiv. Die Larven können keine steilen Wände erklimmen, daher entkommen sie nicht aus dem Faunarium.

Käfer

Mehlkäferlarven

Die Larven des Mehlkäfers sind also unsere Mehlwürmer, im Folgenden nennen wir sie deshalb auch der Einfachheit halber Mehlwürmer. Sie haben einen geringelten Chitinpanzer. Frisch geschlüpft sind sie recht klein (2 - 3 mm) und weiß. Sie wachsen bei gutem Futterangebot und bei Wärme schnell, häuten sich dabei mehrmals und werden mit der Zeit gelblichbraun und können gut 2 - 3 cm lang werden. Wird wenig Futter angeboten und stehen sie kühl, wachsen sie langsamer und entwickeln sich langsam, so können sie bis zu einem Jahr Larve bleiben - sie können sich aber bei guten Bedingungen innerhalb von 2 - 3 Monaten zu einem Käfer entwickeln. Vorne am Kopf haben sie ein Maul mit zwei seitlich angebrachten Beißwerkzeugen mit denen sie die Nahrung zerkleinern und aufnehmen. Sie besitzen daneben Fühler und schlichte Augen, mit denen sie hell und dunkel unterscheiden können. Am Vorderleib befinden sich 6 Beine in Zweierpaaren angeordnet. Damit können sie sich relativ schnell fortbewegen und eingraben, allerdings können sie damit nicht "klettern" von daher kommen sie glatte Wände nicht hoch.

Nährwert: Der Nährwert schwankt je nachdem, wie die Larven gehalten werden. Als Grundwert gilt: ca. 20 % Protein (Eiweiß), Fett zwischen 9 und 20 % (angeblich bis zu 40 % bei manchen Arten), ca. 0,4 % Kalzium und 0,3 % Phosphor, sowie ein Feuchtigskeits/Wassergehalt von ca. 60 %

Larve

Puppen

Wenn die Larve ausgewachsen ist, verpuppt sie sich. Innerhalb von ca. drei Wochen entwickeln sich daraus wieder die Käfer. Diese sind beim Schlüpfen noch hell, dunkeln dann innerhalb eines Tages aus und bilden dann auch ihren harten Panzer ganz aus.

Puppe

Fortpflanzung/Zucht

Wenigen Stunden nach dem Schlüpfen pflanzen sich die Käfer geschlechtlich fort. Die Weibchen legen dann ca. 100 - 300 Eier. Die Weibchen bevorzugen zur Eiablage geschützte Fleckchen, ein Stück Eikarton im Gehege bietet so einen Platz. Die Eier sind nur als sehr kleine braune Punkte zu erkennen, innerhalb von ein bis zwei Wochen schlüpfen daraus wieder Mehlkäferlarven.

Die Käfer werden von den meisten Nagern leider nicht gefressen. Da es Schädlinge sind, dürfen sie nicht auf dem freien Feld ausgewildert werden! Manchmal findet sich ein Reptilienhalter, der die Käfer abnimmt.