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Wie sollte eine gute Heuraufe beschaffen sein?

Für die meisten Tierhalter ist eine Raufe eben irgendwas mit Streben und Heu drin. Wenn es raufig ausschaut, dann ist es eben auch eine Raufe. Aber nicht alles was aus Gitterstäben besteht und wie eine Raufe aussieht ist auch eine gute Raufe. Eine Raufe ist kein Schlafplatz - sie soll Heu sauber anbieten. Eine Raufe darf die Tiere nicht gefährden und muss einen problemlosen Zugang zu sauberem Heu gewährleisten.

Wie sollte also eine gute Raufe aussehen?

Senkrechte Streben:
Eine gute Raufe muss so beschaffen sein, dass die Tiere mit ihrem vorderen Schnauzenbereich zwischen die Streben kommen, besonders gut klappt das aber normalerweise nur bei senkrechten Streben (denn die meisten Tierhasen sind nun einmal nicht so breit, aber dafür hoch). Die Tiere dürfen aber nicht ihren Kopf durch stecken können, denn sonst könnten sie mit dem Kopf zwischen den Streben hängen bleiben.

Gitterabstand:
Die Tiere dürfen nicht ihren Kopf durch stecken können, denn sonst könnten sie mit dem Kopf zwischen den Streben hängen bleiben. Wie breit der Gitterabstand sein muss, hängt von der entsprechenden Tierart ab. Bei Meerschweinchen wäre der optimale Wert etwa 3 cm, bei Zwergkaninchen von ca. 3 - 3,5 cm, mittelgroße Kaninchen bis 4 cm und Riesenkaninchen auch bis 4,5 cm, Degus um die 2,5 - 3 cm.

Sind die Streben enger beieinander, kann das Tier dort kein Heu herausziehen und die Raufe erfüllt ihren Zweck nicht.

Strebenbreite
Der Breite der Streben sind keine Grenzen gesetzt. Es sollten allerdings viele Öffnungen in der Raufe sein, dass alle Tiere gut und bequem fressen können ohne sich zu nahe zu kommen (die meisten Tiere mögen beim Fressen etwas Abstand von den Artgenossen). Die Streben sollten möglichst rund oder an den Rändern rund gefeilt sein, da sich die Tiere an Ecken wund scheuern können, wenn sie zu intensiv ihren Kopf durch stecken. Die Streben dürfen nicht zu tief sein, sonst müssen die Tiere ihren Kopf zu weit in die Raufe stecken um ihr Futter raus zu bekommen. Stehen die Streben dann eng beeinander, scheuern die Tiere mit dem Kopf, vor allem den Augen, an den Streben und es kommt auf Dauer zu Verletzungen. Eine Strebentiefe/-dicke von ca. 5 mm ist für kleinere Tiere optimal, für große Kaninchen dürfen es bis zu 8 mm sein. Sind die Streben wesentlich dicker, dann erreichen die Tiere mit ihrer Schnauze das Heu nur sehr schwer oder gar nicht.

Strebenbeschaffenheit
Die Streben müssen starr sein. Raufen aus Netzen, Wolle oder elastischem Gitter sind ungeeignet, da die Tiere diese schlimmstenfalls so verbiegen können, dass sie in die Raufe gelangen, dabei verschmutzt nicht nur das Heu durch ihre Ausscheidungen, sondern im schlimmsten Fall kann das Tier nicht mehr aus der Raufe heraus oder wickelt sich sogar Netze um Gliedmaße und verletzt sich dabei.

Sicherheit
Damit das Heu nicht durch hinein springende Tiere verschmutzt wird, ist es sinnvoll, Raufen zu verwenden, die mit einem Deckel verschlossen werden oder solche, die so hoch sind, dass die Tiere wirklich nicht über den Rand springen können. Offene Raufen mit Gitter sind immer gefährlich, da die Tiere hinein springen können. Manche Raufen fallen dann sogar um, andere klappen zusammen und manche haben einen so ungünstigen Gitterabstand, dass die Tier mit den Füßen drin hängen bleiben können.

Standort
Raufen sollten immer am Boden angeboten werden, die Tiere müssen in einer normalen Futterhaltung fressen können. Nicht optimal sind Raufen, die hoch aufgehangen werden und die Tiere sich hoch recken müssen um an das Heu zu kommen. Ebenfalls ungeeignet sind Raufen, deren Gitter sehr schräg abstehen und die Tiere beim Fressen drunter stehen. Denn eine Fresshaltung mit überstrecktem Kopf ist unnatürlich und beim Heu heraus ziehen fallen immer Staub und kleine Heupartikel auf das Tier, werden eingeatmet, reizen die Atemwege und kleine Partikel landen in den Augen und können schlimmstenfalls sogar zu Verletzungen führen.

Raufen, bei denen die Tiere sich hoch abstützen um dann aus einer offenen Raufe zu fressen sind möglich, aber nicht optimal (alte Tiere können sich häufig nicht mehr so gut abstützen, übermütige Tiere springen rein und verschmutzen das Heu).

Größe
Die Raufen sollten so groß sein, dass sie mindestens eine doppelte Tagesration Heu aller im Gehege vorhandener Tiere fassen (nur so ist gewährleistet, dass die Tiere ihr Heu auch selektieren können).

Zusammenfassung:

  • Senkrechte Streben
  • Abstand passend zur Tiernase
  • Starre Streben
  • Verschlossen oder hoch
  • Natürliche Fresshaltung am Boden

Heuraufegut

So nicht:

  • Netze, verbiegbare Streben
  • Zu enge oder zu weite Öffnungen
  • Offene Raufen in denen Tiere stecken bleiben können
  • Hoch oder überhängend

Heuraufeschlecht

Da die meisten Tiere gern im Heu schlafen, wird natürlich immer auch Heu am Boden als Schlafplatz angeboten. Die Raufen dienen ausschließlich dem Zweck, dass jederzeit sauberes Heu im Gehege vorhanden ist.

Mehr Informationen zum Heu finden Sie hier:

Allerlei Heu