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Die Tierhaltung beenden

Irgendwann kommt der Moment, an dem die Tierhaltung wieder beendet werden soll. Sei es, weil Partnertiere verstorben sind und man das verbliebene Tier nicht allein halten will, weil die Tierhaltung nicht mehr zum Lebensstil passt oder auch weil Tiere sich nicht verstehen - häufig bleiben ein oder mehr Tiere übrig und müssen dann abgegeben werden. Die Abgabe der Tiere sollte dann gut überlegt und geplant werden.

Abgabe in ein Tierheim

Staatlich geförderte Tierheime sollten eigentlich zu den üblichen Geschäftszeiten auch Kleintiere aufnehmen, versorgen und vermitteln. Bei der Abgabe wird üblicherweise eine kleine Gebühr fällig, um die Unkosten im Tierheim zu decken. Nun ist allerdings die Qualität der Versorgung und Vermittlung in den Tierheimen sehr unterschiedlich. Während einige Tierheime sich auch auf Kleintiere spezialisiert haben, diese absolut vorbildlich halten und vermitteln, ist es in anderen Tierheimen leider so, dass die Kleintiere eher unbeliebt sind und nicht ihren Bedürfnissen entsprechend untergebracht und vermittelt werden. Liegt Ihnen etwas an den Tieren, schauen Sie sich das Tierheim vorher an und überlegen Sie sich gut, ob Sie damit umgehen können, dass Ihr geliebtes Heimtier dort bleibt oder an wildfremde Menschen weitergegeben wird. Über Google, die gelben Seiten oder diesen Link finden Sie schnell das nächste Tierheim in Ihrer Nähe.

Abgabe in einer spezialisierten Notaufnahme/privaten Pflegestelle

Es gibt nahezu überall in Deutschland Kleintierhilfen, die auf verschiedene Nager und Kaninchen spezialisiert sind. Diese sind leicht über Google zu finden, hier findet sich ebenfalls eine kleine Liste mit Notaufnahmen: Linkliste Tiervermittlung. Diese Notaufnahmen und ehrenamtlichen Vermittler haben nur begrenzte Kapazitäten, sind aber meist sehr qualifiziert, halten die Tiere vorbildlich und vermitteln nur unter strengen Richtlinien in gute Hände. Wenn Sie ein Tier abgeben möchten, bedenken Sie bitte, dass es freiwillige Helfer sind, die Ihnen einen großen Gefallen tun. Sprechen Sie die Vermittler bitte freundlich an und spenden Sie großzügig bei Abgabe Ihres Heimtieres, denn diese Notaufnahmen finanzieren ihre Arbeit durch Spenden und sind darauf angewiesen.

Eigene Vermittlung

Es erfordert viel Arbeit und Zeit, um seine Heimtiere selbst in gute Hände zu vermitteln. Aber meistens lohnt sich dieser Aufwand, denn man sieht, wo die Tiere hinkommen, kann die Haltung überprüfen und bleibt vielleicht sogar in Kontakt mit den neuen Tierhaltern.

Wie wird vermittelt?

Wenn Sie Anzeigen aufgeben, bleiben Sie skeptisch, es melden sich leider auch Reptilienzüchter und weniger vertrauenswürdige Tierhalter, die Ihnen dicke Lügen über die angebliche Haltung bei sich zuhause auftischen. Auch Fotos der angeblichen Tierhaltung sind kein Beweis, das Ihre Tiere es dort gut haben werden (mir wurde sogar mal mein eigenes Gehegebild von meiner HP von einem Interessenten als eigenes Gehege zugeschickt). Bringen Sie das Tier immer selbst in sein neues Zuhause und überprüfen Sie die Haltung vor Ort. Prüfen Sie die neuen Tierhalter, erfragen Sie, ob diese genug Fachwissen über die Haltung der Tiere haben und klären Sie ggf. auf. Verwenden Sie einen
Abgabevertrag.

Formulieren Sie deutlich, aber mit knappem Text, Ihre Vermittlungsbedingungen:

Ort/Umkreis mit Postleitzahl: In welchem Umkreis wären Sie bereit, das Tier in sein neues Heim zu bringen?
Abgabebedingungen: Welche Voraussetzungen muss der neue Tierhalter erfüllen? (Gehegegrößen, Fütterung, Zucht, etc.)
Preis: Verschenken Sie die Tiere nicht, jedem guten Tierhalter ist ein neues Tier etwas wert. Geben Sie immer einen vernünftigen Preis für das Tier an.
Zubehör: Geben Sie an, welches Zubehör ggf. mit erworben werden kann.
Foto: Ein Foto vom Tier zeigt dem neuen Halter gleich, ob ihm das Tier sympathisch ist.
Daten: Geben Sie das Geschlecht des Tieres an, ebenso, ob es kastriert ist. Geben Sie das Alter des Tieres an. Schummeln Sie dabei nicht, es werden nicht nur besonders junge, sondern auch oft alte Tiere gesucht (um verstorbene Partnertiere zu ersetzen). Hier zu lügen wäre also gar nicht sinnvoll.
Besonderheiten: Geben Sie Vorerkrankungen und bestehende Krankheiten genau an und erwähnen sie auch Besonderheiten.

Wo wird vermittelt?

Foren Es gibt viele Foren, die auf einzelne Tierarten spezialisiert sind und leicht über Google zu finden sind. Dort gibt es meistens auch einen Forenbereich für die Vermittlung von Tieren. Die Administratoren der Foren helfen mitunter auch gern bei der Vermittlung.

Facebook Auf Facebook gibt es sehr viele überregionale und regionale Gruppen, die auf einzelne Tierarten spezialisiert sind. Die Admins und Mitglieder dieser Gruppen helfen häufig ebenfalls bei der Vermittlung von Kleintieren. Suchen Sie gezielt nach Gruppen, die ihre Tierart betreffen und zusätzlich auch nach speziellen Gruppen, die sich vor allem mit der Vermittlung von Kleintieren befassen mit den Suchbegriffen: Vermittlung, Notfälle, Tiervermittlung.

Private Kleintiervermittler Viele private Vermittlungsstellen nehmen nicht nur Tiere direkt auf, sondern bieten auch an, Vermittlungsgesuche auf Ihre HP mit aufzunehmen.Linkliste Tiervermittlung

Anzeigenmärkte: Auch bei ebaykleinanzeigen, tiervermittlung.de oder markt.de und weiteren lokalen Anzeigenmärkten können Kleintiere inseriert werden. Dort wird ihr Abgabegesuch einem breiten Publikum deutschlandweit zugänglich gemacht, viele Tierschützer schauen regelmäßig in solche Anzeigenmärkte und vielleicht wird ja gerade ein Tier wie Ihres dringend als Gesellschaft für ein Notfalltier gesucht. Aber bitte halten Sie sich hier unbedingt an die oben genannten Vermittlungstipps!

Aushang Viele Zooläden, Tierheime, Supermärkte und auch Tierärzte bieten eine Pinnwand an, an der Abgabegesuche aufgehängt werden dürfen.

Nager Info Wir helfen auch bei der Vermittlung von Notfalltieren. Hier finden Sie dazu weitere Informationen: Vermittlung von Notfalltieren über die Nager Info

So nicht

Einfach aussetzen?

Man mag es sich nicht vorstellen, aber immer wieder beschließen Menschen, ihre Heimtiere einfach auszusetzen. Dies geschieht häufig aus purer Faulheit und Ignoranz gegenüber dem Tier oder aus Geiz, weil die Abgabegebühr beim Tierheim zu hoch erscheint. Tiere werden dann häufig einfach beim Müll entsorgt (wie dieser
Hamster und diese Kätzchen) oder sehr gern auch im Karton oder Käfig vor dem Tierheim, der Tür eines Tierschützers oder Tierarztes abgestellt.

Manchmal werden Tiere aber auch aus völlig falsch verstandener Tierliebe ausgesetzt. Mancher Halter kommt zu der Überzeugung, dass die Haltung von Tieren in der Wohnung oder im Käfig falsch ist und die Tiere sich nur in freier Wildbahn wohl fühlen und so werden immer wieder unterschiedliche Nager einfach in der Natur ausgesetzt - ihnen wird "die Freiheit geschenkt". Dies ist für die Tiere allerdings kein Geschenk, sondern bedeutet in den meisten Fällen schlicht das Ableben des einst geliebten Haustieres. Die meisten Heimtiere sind an die Bedingungen, die sie draußen vorfinden, nicht angepasst. Sie finden nicht genug Nahrung und verhungern, werden von Fressfeinden wie Katzen gejagt und gefangen, erfrieren im Winter. Aber auch wenn sie überleben, kann das zu großen Problemen führen, denn sie gehören üblicherweise nicht in unsere Fauna und können heimischen Tierarten schaden.

Mit dem Aussetzen eines Heimtieres macht sich der Halter strafbar, denn er muss das Tier "seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen" (TierSchG §2 Abs. 1) und das Gesetzt sagt deutlich: "Es ist verboten ein gezüchtetes oder aufgezogenes Tier einer wildlebenden Art in der freien Natur auszusetzen oder anzusiedeln, das nicht auf die zum Überleben in dem vorgesehenen Lebensraum erforderliche artgemäße Nahrungsaufnahme vorbereitet und an das Klima angepasst ist" (TierSchG §3 Abs. 4). Das Aussetzen eines Heimtieres ist also eine Ordnungswidrigkeit und kann mit sehr hohen, fünfstelligen Bußgeldern geahndet werden. Deshalb ist es wichtig, dass jedes Fundtier sofort der Polizei gemeldet wird. Wir selbst bringen jeden Fall von Tieren, die wir vor unserer Tür finden, zur Anzeige.

Was mache ich, wenn ich ausgesetzte Tiere finde?

Sollten Sie selbst mal ausgesetzte Tiere finden, dann gibt es einige klare Vorgehensweisen:
Dokumentieren Sie nach Möglichkeit, wo und wie (Foto) Sie das Tier gefunden haben. Melden Sie sich unverzüglich bei der Polizei und/oder dem nächsten Tierheim und geben Sie den Fund dort an. Nur mit einer Anzeige kann die Polizei tätig werden und vielleicht ja sogar den Aussetzer zur Rechenschaft ziehen. Auch Tiere fallen unter das Fundrecht (§§ 965 - 984 BGB) und Sie sind verpflichtet, das Tier dem Besitzer wiederzugeben. Wollen Sie selbst das Tier behalten, muss es trotzdem also unbedingt bei der Polizei und bitte auch bei allen umliegenden Tierheimen gemeldet werden, denn es ist immer möglich, dass das Tier nicht ausgesetzt wurde, sondern entlaufen ist. In dem Fall ist die häufigste Vorgehensweise die, dass Sie das Tier bei sich aufnehmen, es aber erst nach 6 Monaten Ihr Eigentum wird, wenn der ursprüngliche Besitzer sich nicht meldet.

Tierschützer erpressen

Es ist auch keine gute Idee, beim nächsten Tierschutzverein anzurufen und die Tierschützer aufzufordern, das Tier unverzüglich abzuholen oder aufzunehmen, sonst würde man es töten oder aussetzen. Das klingt brutal und absurd, kommt aber leider immer wieder vor. Ich kann nicht mehr zählen, wie oft mir am Telefon damit gedroht wurde, dass Tieren was angetan wird, wenn ich sie nicht aufnehme. Allerdings erfüllen die Tierhalter damit den Tatbestand der Nötigung und außerdem drohen sie an, eine Straftat zu begehen. Wir Tierschützer sind da mittlerweile geschult, wir merken uns ihre Telefonnummer und melden sie der Polizei. Oh, sie sind clever und haben eine Rufnummerunterdrückung - wir sind cleverer und behaupten einfach, wie nähmen das Tier (was wir sogar meist tun, weil wir das Tier vor denen retten wollen) und bringen dann zur Übergabe einfach die Polizei mit. Kein Leser meiner HP würde so etwas tun, aber erwähnen wollte ich es trotzdem - und deutlich sagen, dass wir uns das nicht gefallen lassen.

Tiere töten

Es kommt leider vor, dass Tierhalter ihr Tier lieber töten lassen wollen, statt es zu vermitteln. Das passiert nicht nur aus Faulheit (die Tiere werden dann oft einfach nicht mehr versorgt) oder verquerem Besitzdenken (bevor es jemand anders bekommt, töte ich es lieber - den Satz habe ich häufiger gehört), sondern auch aus falsch verstandener Tierliebe. Der Halter, der vielleicht wirklich aus triftigen Gründen (Gesundheit etc.) seine Tiere nicht behalten kann, ist der Ansicht, nur er allein kann das Tier artgerecht halten, nur er wird vom Tier geliebt und das Tier würde leiden, wenn es nicht mehr bei ihm sei. Aber es ist verboten, gesunde Tiere zu töten, gute Tierärzte gehen auf diesen Wunsch auch nicht ein und die Tiere selbst haben möglicherweise doch eine ganz andere Ansicht zu diesem Thema. Aber was sollten wir an dieser Stelle dazu noch schreiben? Bitte gehen Sie in sich und wenn Sie bis hierher gelesen haben, dann schaffen Sie es auch, das Tier bis zum nächsten Tierheim oder Tieraufnahme zu bringen und die schaffen es, ein gutes Zuhause zu finden!