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Diabetes bei Rennmäusen

Was ist Diabetes?

Bei einem Menschen oder einem Tier das Diabetes hat, ist der Zuckerstoffwechsel gestört. Normalerweise sind zwei Hormone für den Abbau von Glukose aus dem Blut verantwortlich, das Glucagon erhöht den Blutzuckerspiegel. Das Insulin, welches in der Bauchspeicheldrüse produziert wird, senkt den Blutzuckerspiegel. Insulin sorgt dafür, dass Glukose aus dem Blut und dem Gewebe weiterverarbeitet (entweder eingelagert oder in Energie umgewandelt) wird. Wird zu wenig Insulin produziert, steigt der Blutzuckerspiegel im Blut dauerhaft an, es wird zu wenig Glukose in Form von Glykogen eingespeichert und zu wenig Energie erzeugt. Insulin wirkt außerdem auf den Fettstoffwechsel und den Kaliumhaushalt.

Es gibt verschiedene Diabetesformen, aber in erster Linie wird zwischen Typ 1 und Typ 2 unterschieden.

Typ 1 Hier liegt eine Erkrankung des Immunsystems vor. Diese wird in den meisten Fällen vererbt. Das eigene Immunsystem zerstört körpereigene Zellen, vor allem die Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse. Diese Diabetesform ist nicht heilbar, aber bei Rennmäusen eher selten. Sobald ein Großteil der Beta-Zellen zerstört sind, kann der Patient nicht mehr ausreichend Insulin ausschütten und Glukose verstoffwechseln. Hier hilft nur die regelmäßige Gabe von künstlichem Insulin.

Typ 2 Die Wirksamkeit des Insulins im Körper ist reduziert, vor allem Fett- und Muskelzellen reagieren kaum noch auf das Insulin und werden mit der Zeit resistent. Zuerst reagiert der Körper darauf mit einer massiven Insulinproduktion. Es kommen also zwei Faktoren zusammen: die Zellen nehmen keine Glukose mehr auf und die Bauchspeicheldrüse wird überbeansprucht, altert vorzeitig und vermindert irgendwann die Insulinausschüttung stetig. Eine generell zu zuckerhaltige Ernährung oder eine zu einseitige Ernährung kann diesen Diabetes begünstigen. Häufig zeigt sich diese Diabetesform erst später bei den Rennmäusen, die erkrankten Tiere sind schon mehrere Monate oder sogar Jahre alt.

Anzeichen/Symptome

Es gibt verschiedene Anzeichen, die auf Diabetes bei Rennmäusen hinweisen.

Vermehrtes Trinken: Normalerweise nehmen Rennmäuse wenig Wasser zu sich, wenn sie vermehrt trinken oder regelrecht am Wasser hängen kann das ein Zeichen für Diabetes sein. Auch auf andere Erkrankungen wie z.B. Nieren-/Blaseninfektionen oder Hitzeschlag weist die vermehrte Flüssigkeitsaufnahme hin!

Aktivitätssteigerung: Es kommt häufiger zu gesteigerten Aktivitätsphasen, auch teilweise zu Aggressivität.

Aktivitätsverlust: Grundsätzlich sind die Tiere im Gesamtbild allerdings weniger aktiv. Sie laufen insgesamt weniger im Rad und ermüden vor allem schnell. Die Nahrungsaufnahme scheint für diese Tiere sehr anstrengend zu sein, schnellt der Blutzuckerspiegel nach der Fütterung hoch, schlafen die Tiere dort ein, wo sie gerade sind, sie liegen sogar mitunter ungeschützt im Gehege und schlafen.

Besonders in der Frühphase der Erkrankung wechseln sich die Gemütszustände ab, ein hoher Blutzuckerspiegel sorgt anfänglich für Hyperaktivität, das Tier verausgabt sich. Steigt der Blutzuckerspiegel weiter wird das Tier inaktiv.

Ursachen

Grundsätzlich sind Tiere, die aus kargen Gegenden stammen, wie Mongolische Rennmäuse, Chinchillas und Zwerghamster sehr gute Futterverwerter. Sie verstoffwechseln einen großen Teil Kohlenhydrate und somit auch Zucker aus der Nahrung und können gleichzeitig mit weniger Energie auskommen, sie verbrauchen also auch weniger. Deshalb benötigen sie eine entsprechende Fütterung. Wird zu viel Zucker zugeführt, wird dieser auch verstoffwechselt, was in der Folge zu dauerhaft hohem Blutzucker und Übergewicht führt.

Diagnose

Da bei Rennmäusen ein Bluttest schwer möglich ist, kann die Diagnose der Erkrankung mit einem Urinteststreifen durchgeführt werden. Allerdings kann dieser Test nur eine massive Erhöhung der Zuckerwerte im Urin anzeigen und es ist nicht ganz leicht, eine entsprechende Urinprobe zu bekommen.

Vorbeugen/Behandlung von Diabetes

Eine sehr ausgewogene Ernährung, mit sehr vielen verschiedenen Futterbestandteilen, Kleinsämereien und täglich verschiedene Sorten frisches Gemüse und vor allem Grünfutter/Kräuter ist wichtig um Diabetes vorzubeugen. Es werden nur wenige stark fetthaltige Komponenten angeboten und vor allem auf stark zuckerhaltige Futtermittel sollte verzichtet werden. Auf Leckerchen aus dem Zooladen, gebackene Leckerchen, Trockenobst und Knabberstangen muss ebenfalls verzichtet werden. Gemüse muss ausgewogen gegeben werden.

Es ist bisher nicht wissenschaftlich erwiesen, dass rotes Gemüse - vor dem in allen Foren bei Diabetes gewarnt wird - Diabetes begünstigt! Der Kohlenhydratgehalt, also der Gehalt verschiedener Zuckerarten, ist in rotem Gemüse meist nicht nennenswert höher als bei anderen Gemüsesorten, auch der Anteil an Glukose und Fructose unterscheidet sich nicht stark. Hier an Auswahl zu sparen, wäre fatal, da wir den Tieren damit auch alle positiven Eigenschaften des entsprechenden Gemüses vorenthalten.

Statt also Gemüse welches evtl. etwas mehr Zucker enthalten könnten vom Futterplan zu streichen, ist es viel wichtiger, die Frischfutterration ausgewogen zu gestalten. Geben Sie täglich mindestens 4 Gemüsesorten. Wenn Sie darauf achten, nur ein stark kohlenhydrathaltiges Gemüse (Knollengemüse, Möhren, Paprika) und dazu drei andere Sorten (Blattgemüse) sowie verschiedene Grünfuttersorten zu geben, ist ein Gleichgewicht wieder hergestellt.

Den Gehalt verschiedener Zuckerarten im Gemüse können Sie dieser Tabelle entnehmen: Nährwerttabelle.

Ein großes Gehege und viel Bewegung sind ebenfalls sehr wichtig um Diabetes vorzubeugen!