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Mongolische Wüstenrennmäuse (Meriones unguiculatus)

Allgemeines

Mongolische Wüstenrennmäuse (Meriones unguiculatus) haben eine Körpergröße von etwa 10 - 14 cm, dazu haben sie einen ca. 10 - 12 cm lange Schwanz. Sie werden bei guter Pflege ca. 3 Jahre alt, können aber auch bis zu 5 Jahre alt werden. Das durchschnittliche Körpergewicht liegt bei weiblichen Tieren bei 60 - 100 g, bei den männlichen, meist kräftigeren Tieren bei 70 - 110 g.

Soziales

Rennmäuse sind sehr gesellige Tiere und sollten niemals einzeln gehalten werden! Gut vertragen sich gleichgeschlechtliche Geschwistertiere aus einem Wurf. Anfänger sollten nur 2 Tiere aufnehmen, bei mehreren Tieren kann es zu Rangordnungskämpfen und Problemen kommen. Jungtiere sollten vor der 10. Lebenswoche vergesellschaftet werden. Einzelne ältere Tiere werden idealerweise auch mit Jungtieren unter 10 Wochen vergesellschaftet.

Ein Pärchen Mongolische Rennmäuse sorgt für viel Nachwuchs!
Von daher ist davon für Laien und Anfänger dringend abzuraten!

Neue Rennmäuse ziehen ein

Vorab: Rennmäuse eignen sich nicht als Spielgefährten für kleine Kinder. Es müssen immer Erwachsene die Pflege der Tiere überwachen. Rennmäuse sind eher die idealen Hausgenossen für erwachsene und berufstätige Menschen. Sie können recht zahm werden, sind aber auch sehr flink, weshalb ihnen nur auf begrenztem Raum Auslauf gegeben werden sollte.

In vielen Tierheimen warten Rennmäuse auf ein neues Zuhause, auch Jungtiere aus ungewollten Würfen warten dort. Fragt also zuerst in den umliegenden Tierheimen nach Rennmäusen. Werdt ihr dort nicht fündig, schaut euch nach einem guten Züchter um der euch berät.

Bevor die Rennmäuse einziehen, sollte das Gehege schon fertig eingerichtet bereit stehen. Dort dürfen die Tiere sich ein paar Tage ausruhen, bevor der Halter anfängt, sich mit den Tieren bekannt zu machen. Haltet Eure Hände in das Gehege und legt ein Leckerchen (eine Nuss, einen Kern) auf die Hand um die Tiere damit anzulocken. Es kann etwas dauern, aber meist kommen die Renner recht schnell angelaufen um neugierig nachzuschauen was es gibt. Kommen die Tiere auf die Hand, können sie auch zum Auslauf raus genommen werden - aber vorsicht - Renner sind flink und springen schnell von der Hand, also immer mit den Händen eine Höhle bilden und die Renner am runter Springen hindern.

Hebt die Tiere nur niemals am Schwanz hoch, der Schwanz bricht zu leicht ab!

Tiergerechte Rennmausbehausung

Größe

Im allgemeinen wird ein Aquarium oder ein gut belüftetes Terrarium Länge 100 x Breite 40 x Höhe 40 cm für 2 Tiere als Minimum empfohlen. Käfige eigenen sich nicht unbedingt als alleinige Behausung, da sie nicht hoch genug eingestreut werden können und Renner viel am Gitter nagen. Gitter von Käfigen oder Aquarienabdeckungen sollten einen Höchstabstand von 1 - 1,2 cm bei erwachsenen Tieren nicht überschreiten.

Bei der Haltung von 2 Tieren, wie es für Laien empfohlen wird, darf das Gehege gern auch größer sein. Es können auch 2 oder mehr Aquarien aneinander gestellt und mit Röhren verbunden werden, um den Tieren mehr Spielmöglichkeiten zu bieten.

Zubehör

Ein Haus, z. B. Hamsterhäuschen oder Nistkasten für Wellensittiche, sollte nicht fehlen. Ein Stein, an dem die Tiere ihre Krallen abnützen können sollte ebenfalls vorhanden sein. Eine Trinkflasche oder ein Wassernapf an geschützter Stelle und ein Frischfutternapf oder Frsichfutterspieß sind sinnvoll. Idealerweise werden diese Dinge auf einer Etage aufgestellt, sonst sind sie schnell eingebuddelt.

Einrichtung

Verzichtet bei der Einrichtung des Rennmausheims auf Plastik, angenagt und verzehrt könnte es zum Tode der Tiere führen. In Plastikhäusern und -röhren herrscht keine ausreichende Luftzirkulation. Verzichtet auch auf Gitteretagen, in denen Ihre Rennmäuse stecken bleiben können.

Eine Buddelecke mit Chinchillasand ist beliebt und für die Fellpflege unentbehrlich. Gebt den Sand in eine hohe Schale oder ein Vogelnistkasten, damit er nicht gleich ausgebuddelt wird. Sandkastensand eigenet sich nicht, er ist zu grobkörnig und schädigt das Fell.

Folgendes kann Ihren Rennern darüber hinaus das Leben verschönern:

Etagen, durchlöcherte Baumstümpfe, Heunester, Heuberge zum darin herum klettern, lange Pappröhren an den Käfigoberteilen, Korkröhren und Rampen, ein Erdebuddelkasten, Wurzeln wie sie für Aquarien verkauft werden, lange Äste zum darin und darauf herum klettern und benagen, Spieltürme, Toilettenpapierrollen (die werden sehr schnell zerschreddert und scheinen den Tieren sehr zu gefallen), unbedruckte Kartons in allen Größen und vieles mehr.

Die richtige Einstreu

Geeignet ist das normale, staubfreie Kleintierstreu, aber ebenso Hanfstreu und Maisstreu. Grobe Granulate und Pellets sollten hingegen nicht als alleinige Einstreu angeboten werden. In einem Zusatzaquarium kann auch als kleines Extra ein trockenes Erde/Sandgemisch angeboten werden.

Zur Stabilisierung werden Heu und Stroh und auch kleine Äste unter die Einstreu gemischt.

Verwendet kein Katzenstreu! Klumpstreu wird evtl gefressen und verklumpt im Magen, viele Katzenstreuarten sind chenmisch behandelt.

Besonders wohl fühlen sich die Tiere, wenn mindestens die Hälfte des Aquariums mit Einstreu gefüllt wird, also 20 cm Einstreuhöhe sollten es sein, mehr ist natürlich besser und je mehr Einstreu im Aquarium ist, desto lieber ist es den Rennern, denn sie bauen gern und ausdauernd Gänge und Räume in die Einstreu.

Bei einer Einstreuhöhe von ca. 20 cm muss das Gehege nur etwa alle 2 - 3 Wochen, oder je nach Größe noch seltener gereinigt werden.

Laufräder:

Handelsübliche Laufräder stellen eine Gefahrenquelle dar. In den Sprossen können sich die Tiere verfangen und die Gliedmaßen brechen, der Schwanz kann eingeklemmt und schlimmstenfalls gebrochen oder abgerissen werden. Beim Aussteigen können sie sich zwischen den Haltestreben einquetschen (Schereneffekt). Es kann in viele zu kleinen Gehegen zu einer Art Laufradsucht kommen, welche die Tiere an jeder vernünftigen Aktivität hindert (Stereotype). Es kommt durch die meist zu kleinen Laufräder zu einer starken Verkrümmung der Wirbelsäule (vorne läuft die Maus hoch, hinten runter!), diese wird falsch abgenutzt, was den Tieren auf Dauer Schmerzen bereitet.

Geeignete Laufräder haben eine geschlossene und eine offene Seite, die Lauffläche ist geschlossen (Jutebänder werden angenagt!), die Aufhängung ist an der Wand und sie haben einen Mindestdurchmesser von 25 cm. Gut geeignet sind die Laufräder die ihr hier bestellen könnt: Rodipet

Allerdings, im Einstreuaquarium kann man kein Laufrad anbieten, zu schnell werden diese eingebuddelt und sind dann unbrauchbar. Von daher ist es immer ratsam, ein zweites, gern auch kleines, Zusatzaquarium mit Sand, Laufrad und Etage für Frischfutter und Wasser anzubieten.

Joggingbälle/Laufkugeln, sind laut "Tierärztlicher Vereinigung für den Tierschutz" tierwidrig und sollten niemals Einsatz finden! Kein Tier läuft gern ein einem geschlossenen Behälter in dem es sich nicht orientieren kann.

Gesunde Rennerernährung

Vorab, die meisten bunten Leckerlis, die im Fachhandel angeboten werden sind für Rennmäuse eher gesundheitsschädlich!

Joghurtdrops, Nagergebäck und ähnliche Knabbereien enthalten zu viel Zucker und Fett und sind nicht unbedingt empfehlenswert. Renner neigen zu Diabetis und Fettsucht, da könnten schon wenige dieser Leckerlies zu ernsthaften Gesundheitsschäden führen.

Gesunde Leckerlis sind Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Erdnüsse (allerdings nur in kleinen Mengen) oder auch getrocknetes Obst wie Rosinen oder Hagebutten.

Trockenfutter:

Rennmäuse ernähren sich hauptsächlich von Sämereien und auch etwas Getreide und nehmen nur wenig Früchte oder tierische Nahrung zu sich. Als Hauptnahrung sollte eine Körnermischung gereicht werden.

Folgende Bestandteile sollte das Futter enthalten: Im Zoofachhandel sind div Trockenfuttermischungen für Rennmäuse zu bekommen. Diese enthalten leider meist zu viele Fetthaltige Bestandteile, sowie Zucker und zu wenig Kleinsämereien. Von daher sollten diese Futtermischungen nur als Basisfutter genutzt werden. Mischt Kleinsämereien unter das Futter und sucht fetthaltige Bestandteile raus.

Folgende Bestandteile kann ein gutes Trockenfutter enthalten: Getreide als Korn und Flocken z.B. Hafer, Weizen, Gerste, Roggen, Hirse (diese sollte ca. 30% ausmachen!), Buchweizen.
Kleinsämereien wie Grassamen, Kräutersamen (sollten ca. 50 % des Gesamtfutters ausmachen).
Geringe Mengen Ölsamen wie Negersaat, Kardi, Perilla, Leinsaat, Hanf, Mohn, Sesam.
Trockengemüse und Trockenfrüchte wie Möhren, Sellerie, Fenchel, Kohlrabi, Rosinen, Äpfel, Birnen, Hagebutten, ungezuckerte Bananenchips.
Getrocknete Kräuter wie Dill, Gänseblümchen, Haselnussblätter, Kamille, Kornblumenblüten Löwenzahnwurzel mit Kraut, Melisse, Petersilie, Pfefferminzblätter, Ringelblumenblüten, Sauerampferkraut, Schafgarbe, Sonnenblumenblüten.
Nüsse/Kerne (in kleinen Mengen): Sonnenblumenkerne, Pinienkerne, Erdnüsse, Haselnüsse, Macadamia, Walnüsse, Pecannüsse, Kürbiskerne.
Weitere Bestandteile: Maiskörner, Reisflocken, Erbsenflocken, Johannisbrot, ungezuckerte Corn Flakes, ungezuckertes Früchtemüsli, rohe Nudeln.

Achtet darauf, dass nicht zu viele fetthaltige Bestandteile im Futter sind (Sonnenblumenkerne, Nüsse usw.).

Um Renner handzahm zu machen, könnt ihr auch erstmal alle Leckerchen wie Sonnenblumenkerne und Nüsse nur von Hand geben.

Frisches Blüten- oder Kräuterheu sollte immer im Käfig vorhanden sein, zum Nestbau, zum darin herum wühlen und zum Verzehr.

Zum Knabbern:

Eine Kolbenhirse oder auch Getreideähren als Beschäftigungsfutter wird gerne angenommen.

Frische Zweige von Birken, Obst-, Hasel-, oder Weidenbäumen sollten immer zum Benagen im Käfig vorhanden sein, es können auch mal frische Blätter dran bleiben.

Frischfutter:

Füttert täglich eine kleine Portion Gemüse. Vergewissert Euch, dass die Rennmäuse das Frischfutter nicht bunkern.

Folgendes kann gegeben werden:

Gemüse täglich/Obst nur selten als Leckerchen
Fenchel, Möhren (mit Grün), Sellerieknolle, Sellerie, Petersilienwurzel, Pastinaken, Gurken, verschiedene Salatsorten (selten), Kürbis, Chicoree, Äpfel, Topinamur (ganze Pflanze und Knolle).

Kohlrabi, Chinakohl, Grünkohl/Wirz, Paprika, frischer Mais mit Blättern und Brokkoli sollten nur in geringen Mengen verfüttert werden.

Nicht verfüttern solltet ihr: alle anderen Kohlarten, Zwiebelgewächse, Avocados und Kartoffeln.

Grünfutter

Grünfutter sollte ebenfalls regelmäßig angeboten werden. Unter dem Begriff Grünfutter werden alle grünen Pflanzenteile zusammengefasst. Gemeint sind vor allem Kräuter wie Löwenzahn, Kohldistel, Beifuß, Kamille, Ackerminze, ebenso auch alle Grassorten. Küchenkräuter wie Petersilie, Basilikum, Dill und Melisse. Blumen (mit Blüten) wie Sonnenblumen, Ringelblumen, Gänseblümchen.

Verfüttert aber nur Pflanzen, die ihr sicher als ungiftig für Rennmäuse kennt. (Pflanzen, die uns harmlos erscheinen, können für Rennmäuse giftig sein!)

Tierische Nahrung:

Rennmäuse sind keine reinen Vegetarier, sie benötigen hin und wieder tierisches Eiweiß. Eiweißfutter sollte 2 - 4 x die Woche verfüttert werden. Folgendes wird gern genommen:
Mehlwürmer/Zophobas: (2 - 3 Würmer pro Woche). Füttert Mehlwürmer und Zophobas nur aus der Hand. Joghurt, Quark, Eiweißfutter, Garnelen, Bachflohkrebse, Heimchen etc.

Als besonderes Leckerlie, als Eiweißlieferant und zum Zähne kurz halten könnt ihr den Rennmäusen gelegentlich Hundekuchen oder taurinfreie Katzenleckerchen gönnen.

Gesundheitscheck

Rennmäuse zeigen Krankheiten meist recht spät an, liegt ein Tier aber erstmal auf der Seite und ist es abgemagert, dann kann kein Tierarzt mehr helfen, also habt täglich ein wachsames Auge auf die Tiere:

  • Kommen alle zum Fressnapf, suchen sie ihr Futter und fressen sie es?
  • Sind sie munter, neugierig und an ihrer Umgebung interessiert, buddeln und laufen sie?
  • Putzen sie sich gründlich? Ist ihr Fell sauber, dicht und glatt?
  • Sind die Augen klar und nicht verklebt?
  • Ist der After sauber? Haben die Köttel die übliche Größe, Form und Festigkeit?
  • Sind sie nicht zu dünn, halten sie ihr Gewicht?
Wenn sich die Tiere anders als normal verhalten oder Krankheitszeichen auffallen,
dann geht unverzüglich mit den Rennern zu einem Tierarzt!

Beim Tierarztbesuch nehmt immer beide Tiere mit, denn Renner mögen nicht gern getrennt werden, so hat das kranke Tier auch immer einen Freund dabei, der ihm Trost spendet.

Dies sind nur erste Informationen, die den Einstieg ein wenig erleichtern sollen, wer nun auf den Geschmack gekommen ist und mehr über Rennmäuse wissen möchte, der kann hier weitere Informationen bekommen:

Rennmaus Info