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So hat sich unsere Zwerghamsterhaltung entwickelt

Hallo Nagerfreunde!

Ich möchte euch hier mal zeigen, dass es auch anders geht. Selbst wenn man unwissend begonnen hat, kann man seinen Lieblingen ein schönes Zuhause erstellen. Daher steht hier, wie ich meine Anfängerfehler durch Informationen aus dem Internet beseitigen konnte.

Zu aller erst: Sowohl mein Feund, als auch ich sind mit Katzen aufgewachsen, und auch als ich bei ihm einzog, waren wir ursprünglich ein Katzenhaushalt. Trotzdem war der Wunsch nach Kleinnagern immer präsent, wahrscheinlich durch die Erinnerung an unsere eigenen Nager aus der Kindheit, denn Zwergkaninchen Meerschweinchen, Mäuse und chinesische Zwerghamster begleiteten uns durch diese.

Im November 2007 entdeckten wir beim Katzenfutterkauf einen kleinen knuffigen Schneeball in der Tierhandlung und taten etwas, was unser Leben veränderte: Wir fragten die Verkäuferin, was das denn sei. ;) Ein dsungarischer Zwerghamster. Da er total handzahm war, durften wir ihn auch in die Hand nehmen und schon war es um uns geschehen. Die Verkäuferin (heute weiß ich dass wir mit ihr Glück hatten!) erklärte uns in einem 30 Minuten Gespräch die wichtigsten Fakten. Einzelhaltung, Frischfutter, große Gehege.. Den Rest des Tages verbrachten wir damit, passende Einrichtung und ein Terrarium (100 x 50 x 50 cm) zu finden. Am nächsten Morgen holten wir den kleinen Fratz ab.

Zwerghamster

"Rémi van Hamsterdamm" wohnte nun bei uns. Im Glauben, alles richtig und gut zu machen, denn immerhin haben wir ihm ja nicht so einen kleinen Plastikkäfig gekauft, wiegten wir uns diesbezüglich in Sicherheit und präsentierten auch stolz sein neues Zuhause.

Zwerghamsterterrarium

Heute wissen wir, was alles falsch war: zu kleines Laufrad aus splitterndem Plastik, zu wenig Einstreu (eigentlich war nur der Boden eingestreut), nur ein kleines Häuschen (mit winzigen Eingängen und Fenstern), viel zu viel Futter (und da wir ihn ja so lieb hatten auch mit reichlich Sonnenblumenkernen bestückt), einen Buddelturm, auf den er nicht hinaufkonnte, da die Sprossen der Leiter einen zu großen Abstand hatten und nicht zu vergessen massig Hamsterwatte (natürlich von der Sorte, die sich ziehen aber nicht reißen lässt, also Beinchen abschnüren kann). Auch in der Haltung haben wir viele Fehler gemacht. Gleich am ersten Tag wollten wir ihn ständig beobachten und hebten so immer wieder das Häuschen hoch. Zudem wurde er von uns jeden abend mit Sonnenblumenkernen gemästet, weil er ja so süß war und wir ihn so gern hatten.

In einem Forum wurde ich dann dezent auf die schlimmsten Fehler aufmerksam gemacht, aber so richtig ernst nahmen wir es noch nicht. Trotzdem waren wir gewillt, ein paar Dinge zu ändern.

Da er sich im großen Laufrad schwer tat (heute wissen wir, es war unwuchtig, daher konnte er nicht konstant laufen) besorgten wir ein kleineres Laufrad und dass er über die steilen Treppen nicht hinauf oder hinunter konnte, schrieben wir seiner Tollpatschigkeit zu - aber wenigstens hatter er nun schon ein zweites Haus und durch die Ebene auch ein wenig mehr Platz.

Immer wieder kam in dem erwähnten Forum aber auch diese HP vor. Eines Nachts, ich konnte nicht schlafen, setzte ich mich davor und las mir mal durch, was denn da so über Zwerghamster stand. Das für mich Schockierende: ich fand uns und unsere Haltung in so vielen Negativbeispielen, wir machten so viele Fehler. Noch in der Nacht weckte ich meinen Freund und zeigte ihm auf, was wir nicht alles falsch machten. Am nächsten Tag berieten wir uns und bestellten über einen online-shop erst einmal hamstergerechtes Mobiliar. Auch ließen wir Rémi seine Zeit, wir holten ihn wirklich nur mehr zu uns heraus, wenn er uns zeigte, dass er rauswollte. Wir bestellten einen großen Auslauf (2x1m), gingen auf eine Ausstellung, um viele Naturmaterialien zu besorgen und stiegen auf Hanfeinstreu um.

Heute sieht sein Terrarium so aus:
Zwerghamsterterrarium

Rechts unten hat er auf einer Fläche von 50 x 50 cm ca. 20 cm Einstreu in denen er seine Gänge baut. Desweiteren steht unten eine Buddelkiste mit einem Kleintiertorf-Chinchillasand-gemisch, in der regelmäßig besondere Leckerlis versteckt werden. Hinter der Kokosnuss, die mit Baumwolleinstreu gefüllt ist ist sein Knabbergarten mit Ästen, Wurzeln und Zweigen. Über den Buddelturm, die Korkrinde oder eine (flache!) Holztreppe kommt er auf die mittlere Etage auf der sein Eckklo, sein Laufrad und seine Futterstation stehen. Auf der letzten bekommt er allerdings nur sein Frischfutter und gesunde Leckerlis (Löwenzahnwurzel, Gemüsetaler, Hirseblüten, getrocknetes Gemüse und manchmal auch Obst, Topinambur, Reisrispen, etc.) Sein eigentliches Futter bekommt er auf der Ebene davor vertreut, was er sich jeden abend wuselnd zusammensucht ;)

Über eine Hängebrücke oder eine Wurzel kommt er auf die oberste Etage, wo sein 4-Kammern-schlafgemach ;) und sein Sandbad stehen. Abends ca. um 22 Uhr stellt er sich für den Auslauf hin, er macht Männchen am rechten Schiebetürrand, dann wissen wir, er will raus und er weiß, jetzt kann er mit uns im Auslauf herumturnen, denn das liebt er.

Im Januar 2008 beschlossen wir, ein zweites Terrarium (100x50x50) für einen Zwerghamster einzurichten. Diesmal aber setzten wir uns lange hin und planten genau, wie wir was designen würden.

Und es dauerte nicht lange, bis ein kleiner kranker und unterernährter agoutifarbener dsungarischer Zwerghamster zu uns kam.

Zwerghamster

"Jacques van Hamsterdamm" war zu Beginn sehr verschreckt und verschüchtert. Wir ließen ihm viel Zeit und mitlerweile genießt er die Zeit mit uns im Auslauf. Zudem hat er schon begriffen, dass "die große Hand" meist ein Leckerli bedeutet. ;) Sein Terrarium hat er sofort in Beschlag genommen, von wegen schüchtern, er nutzt seine Bereich voll aus und nicht selten müssen wir ihn suchen, weil er sich immer wo anders einnistet. Im Prinzip ist es ähnlich eingerichtet, wie das von Rémi, nur dass wir ihm sein Holzlaufrad gegen ein Wodent Wheel eintauschen mussten, da er sein Geschäft liebend gerne darin verrichtet. ;)

Zwerghamsterterrarium

Zeitgleich mit Jacques Einzug, also im Januar, sahen wir bei unserer neuen Tierhandlung (die super Katzenfutter haben ^^) einen kleinen Zwerghamster, der uns wegen seiner quirrligen Art auffiel. Was wir damals noch nichts wussten, sie leidet am Backflipping syndrom und ihr "herziges" Purzelbaumschlagen kommt von einem Gendeffekt, der das Hirn beeinträchtigt. Meinem Freund ging der kleine Fratz aber nicht mehr aus dem Kopf und als wir im Juli 2008 sahen, dass sie bis dato noch keinen Platz gefunden hatte, beschlossen wir, sie doch zu uns zu nehmen. Eigentlich wollten wir keine Weibchen, um eingeschleppte Schwangerschaften zu vermeiden, aber da sie ja seit einem halben Jahr alleine gehalten wurde, wussten wir, dass eine Schwangerschaft nicht möglich sein kann. Und so hatte wir nun eine kleine "Cindarella van Hamsterdamm", eine kleine Hybridin aus Dshungare und Campbell Zwerghamster.

Zwerghamsterterrarium

Wieder eine Rodipetbestellung, wieder ein Besuch im Baumarkt und wieder ein Terrarienkauf. Doch diesmal mussten wir das Zimmer komplett umstellen und hatten noch 20cm mehr zu Verfügung also wurde es ein Terrarium mit den Maßen: 120 x 50 x 60 cm.

Zwerghamsterterrarium

Eingerichtet ist es ähnlich wie bei den anderen beiden, mit dem Unterschied, dass sie so klein ist, dass sie ein kleines RoboWheel bekommen hat und wegen ihres Flippens wurde alles so verstellt und bebaut, dass sie nicht herunterfallen kann. Sie hat übrigens ihr Flippen seit sie bei uns ist auf ein Minimum reduziert, was uns natürlich sehr freut.

Aus einer schönen Erinnerung an Kleinnager aus unserer Kindheit wurde nun eine 3,2m Terrarienfront, die 3 kleinen Zwerghamstern ein neues Zuhause bietet. Da wir auch 3 Katzen bei uns haben, schienen Terrarien die beste Lösung zu sein, es kam natürlich die Frage nach des Luftzirkulation bei uns auf. Aber alle Terrarien haben oben und vorne ein Lüftungsgitter. Zudem kommt natürlich auch Luft durch die Front, da die Türen ja nicht plan abschließen. Wenn die Kleinen im Auslauf sind, stehen die Türen außerdem offen.

So sieht unser "Hamsterzimmer" nun aus:
Zwerghamsterterrarium

Zu Beginn hätten wir uns nie träumen lassen, wie sehr wir das Leben mit den 3 genießen würden. Ihnen beim Buddeln, beim Wuseln oder beim Knabbern zuzusehen macht uns froh und wenn sie sich aufstellen, um uns zu signalisieren, dass sie nun zu uns wollen, zeigt das uns einfach, dass sie uns gerne haben und schöne Leben bei uns verbringen können. Ich habe viele nette Nagerbesitzer in Internetforen kennengelernt und genieße den Erfahrungsaustausch mit denen sehr.

Mitlerweile wirken wir schon als ansteckende Beispiele in unserer Umgebung. Besucher staunen über die Heime und anderen Hamsterbesitzern, auch denen, die es erst vorhaben zu werden, empfehlen wir immer sich auf der Nager-Info zu informieren. Denn es gibt nirgendwo eine so große Informationssammlung wie diese hier. In diesem Sinne wollen wir uns auch im Namen unserer kleinen Fellnasen hier bedanken.

Und es geht noch weiter....hier im Blog:

hamsterdamm.net

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