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Deguverhalten in der Gruppe

Degus haben untereinander viele verschiedene Verhaltensmuster. Häufiger vorkommende Verhaltensweisen möchten wir hier vorstellen:

Begrüßung: Zum Sozialverhalten innerhalb einer Gruppe gehört ein Begrüßungsritual. Degus die sich begegnen beschnuppern sich im Maulbereich und knabbeln und kraulen sich gegenseitig. Dabei stoßen sie ein leises Trillern aus.

Aufpassen: Es ist häufig zu beobachten, dass ein Degu sich in den höheren Bereich des Geheges begibt und von dort aus aufmerksam Männchen machend das Gehege sichert. Wenn der "Wächter" etwas Beunruhigendes außerhalb des Geheges ausmacht (in der Heimtierhaltung sind es meist völlig harmlose und uns Menschen nichtmal auffallende Dinge, die einen Degu in Alarmbereitschaft versetzen können) stößt er einen schrillen Pfiff aus und richtet sein Schwänzchen auf - so wird die ganze Gruppe gewarnt und alle Degus verschwinden pfeilschnell in ihre sicheren Höhlen.

Aufreiten: Der Sozialkontakt innerhalb der Gruppe wird durch das Aufreiten gefestigt. Das Aufreiten ist nicht allein ein geschlechtlicher Akt. Mit dem Aufreiten wird auch die Rangordnung gefestigt, die Tiere geben so Duftmarkierungen weiter und das Aufreiten kann auch eine Dominanzgeste (vor allem nach vorangegangenen Rangstreitigkeiten) sein.

Gemeinsames Sandbaden: Beim gemeinsamen Sandbaden nehmen alle Degus einen Rudelgeruch an, meist wird der Sand vorab mit Urin markiert, damit alle gleich duften. Das Sandbaden dient ebenfalls dem Stressabbau.

Kuscheln: Degus kuscheln viel miteinander. Sie schlafen meist eng zusammengekuschelt (regelrecht "gehäuft") zusammen.

Putzen: Degus putzen sich mitunter sehr intensiv gegenseitig, das stärkt den Gruppenzusammen halt und dient natürlich auch der Fellpflege.

Streit / harmlos: Vor allem bei Neuvergesellschaftungen, wenn Jungtiere in die Pubertät kommen, es kann sogar solche Streitereien um Futter geben, aber auch aus (für den Menschen) weniger greifbaren Gründen, kann es zu Streit zwischen den Degus kommen. Die Streitenenden Degus richten sich auf und stellen sich auf die Hinterbeine, sie umtänzeln sich dabei regelrecht. Sie boxen sich mit ihren Vorderpfoten, fiepen lautstark und treten sogar mit den Hinterbeinchen. Mitunter fallen sie dabei auch um, rollen übereinander her und kabbeln sich lautstark schimpfend weiter. Der harmlose "Kampf" endet aber meist schnell indem sich das unterlegene Tier zurückzieht.

Streit / ernsthaft: Ein ernsthafter Streit kann ähnlich los gehen, wie der harmlose Streit. Allerdings versuchen die Kontrahenten bei einem ernsten Streit, ihren Gegenüber zu beißen, meist versuchen sie einen Biss in die Kehle. Der Kampf ist lautloser als der harmlose Streit. Das ranghohe Tier versucht den Gegner klar zu vertreiben, wenn dieser sich nicht zurückzieht (was in einem Gehege nicht entgültig möglich ist) wird er vom überlegenden Degu getötet. In so einem Fall muss der Halter sofort eingreifen - siehe: Trennen von ineinander verbissenen Tieren. Das unterlegene Tier muss dauerhaft aus der Gruppe genommen und neu vergesellschaftet werden.

Futter verbuddeln: Degus legen sich gern kleine Futterreserven für schlechte Zeiten an. Von daher kommt es vor, dass Degus regelrecht hamstern und Futter im Gehege vergraben. Sie finden ihre Vorräte aber für Gewöhlich wieder.

Lautsprache

Eine kleine Einführung in die Lautsprache der Degus, soweit wir sie bisher deuten können:

Hohes, kurzes Pfeifen = Warnruf (der Pfiff ist zweisilbig, er ist also nicht gleichbleibend sondern variier in der Tonlage). Der Degu signalisiert Gefahr.

Ein hoher, langanhaltender oder wiederholter Pfiff = Der Degu ist erregt. Auch ein Zeichen von Wut, Frust, Schmerzen - oder sexueller Erregung.

Quietschen, Cirpen, Trällern, Zwitschern, Guggeln, Quäken = Dies sind Laute, die zur normalen Komunikation von Degus untereinander gehören. Sie begleiten kleine Auseinandersetzungen, Paarung, Begegnungen, zeigen an, dass die Degus sich wohl fühlen oder genervt sind und sind oft im Gehege zu hören.

Hohes Quietschen = Der Degu könnte sich erschreckt haben, meist in Zusammenhang mit dem Aufgeregtem Aufrichten auf die Hinterbeine und regungslosem Verhaaren oder einer Flucht. Der Pfiff signalisiert aber auch Schmerz und Schreck und Panik, vor allem bei Gewaltanwendung vom Menschen dem Degu gegenüber (Tierärzte kennen diese Pfiffe und das Quietschen meist sehr gut)

Tiefes Knurren = Ja, das bedeutet genau das, was man vermuten möchte: Ärger und Aggressionen, wird der Degu nicht in Ruhe gelassen, folgt ein Angriff. Mitunter wird das Geräusch durch Zähne knuspeln begleitet.

Zähne knuspeln = Degus reiben ihre Zähne aneinander, es ist ein leicht knirschendes Geräusch. Meist ist es zu hören, wenn der Degu unsicher ist, nachdenkt, aber auch bei Angst, Panik, Unsicherheit und Wut ist es zu höhren. Es hat nichts damit zu tun, dass die Zähne zu lang werden, wie oft behauptet wird.

Verhalten in Gefangenschaft

Gitternagen: Das Knabbern am Gitter kann viele Ursachen haben:
  • In den meisten Fällen ist es schlicht Langeweile in einem zu kleinem Käfig, der häufig auch nicht mit genügend Spielzeug, Etagen und Buddelmöglichkeiten ausgestattet ist. Ein größeres Gehege sollte angeschafft werden.

  • Fehlende Laufräder sind oft ein Grund für das Gitternagen. Das Laufrad ersetzt den Auslauf nicht, gibt den Degus aber die Möglichkeit, ihrem starken Bewegungsdrang nachzukommen.
  • Häufig wird das Knabbern am Gitter eine Suchthandlung (Stereotype), die auch in einem großem Käfig beibehalten wird. In den meisten Fällen ist es ein Zeichen von Vereinsamung bei einzeln gehaltenen Degus.

  • Stress führt oft zu massivem Gitternagen. Sozialer Stress in der Gruppe (vor allem nach Vergesellschaftungen) kann zu verstärktem Gitternagen führen. Ebenso kann ständiges und übertriebenes Gehegereinigen zu Stress führen, die Degus fühlen sich in ihrem Revier, dass ständig falsch riecht, nicht mehr sicher.

  • Fehlendes Nagematerial. Wenn die Degus keine Zweige und auch sonst kein geeignetes Nagematerial bekommen, nagen sie vermehrt am Gitter.

  • Das Gelegendliche probehalber am Gitter nagen ist sicher auch nur ein Zeichen davon, das die Degus einen Ausweg aus ihrem Gehege suchen, denn wie groß das Gehege auch sein mag, das Drausen reizt und natürlich möchten die Degus ihr Revier gerne vergrößern. Bekommen die Degus regelmäßig Auslauf, ist ebenfalls zu beobachten, dass sie zu den gewohnten Auslaufzeiten mit Gitternagen in Türnähe auf ihren Auslauf aufmerksam machen.

Futter verbuddeln: Degus legen sich gern kleine Futterreserven für schlechte Zeiten an. Von daher kommt es vor, dass Degus regelrecht hamstern und Futter im Gehege vergraben. Sie finden ihre Vorräte aber für Gewöhlich wieder.

Verhalten dem Menschen gegenüber

Finger beißen: Degus sind neugierig. Hält der Halter seine Hand ins Gehege, beißen manche Degus probehalber in die Fingerkuppen. Nicht etwa, weil sie meinen, diese wären essbar, sondern um Grenzen auszutesten. Schubsen sie das Tier dann einfach leicht mit dem Finger weg und zeigen sie so, dass Sie das Verhalten nicht tollerieren. Belohnen Sie den Degu mit einem Leckerchen, wenn er nicht gebissen hat.

Weglaufen: Degus sind Fluchttiere. Schon eine unbedachte Bewegung des Halters kann den Fluchtinstinkt auslösen.

Zusammenleben mit anderen Haustieren

Grundsätzlich gilt: Degus braucht einen Artgenossen - halten Sie deshalb niemals einen Degu einzeln oder mit einem anderen Tier zusammen!

Degus und Mäuse, Ratten, Degus
Fatalerweise wird oft angenommen, weil sich diese Tiere so ähnlich sehen, könnte man sie auch zusammen in einem Käfig halten. Das ist ein großer Irrtum, diese Tiere jagen und beißen sich zu Tode und sollten nicht mal zusammen Auslauf haben.

Degus und Katzen
Katzen haben einen natürlichen Spieltrieb - auch wenn Sie sich sicher sind, dass Ihre Katze den Degus nichts tut und nur spielen will, so wissen Ihre Degus das nicht und erschrecken sich bestimmt sehr, wenn Ihre Katze hinter ihnen herjagt. Also achten Sie bitte darauf, dass Ihre Katze keinen Zutritt zu dem Degugehege und dem Zimmer in dem er steht hat, Degus passen wirklich perfekt in das Jagtschema von Katzen! Katzen sind nicht ganz dumm und schaffen es durchaus, wenn sie lange genug rumprobieren können, eine Voliere zu öffnen. Also; grundsätzlich keine Katzen in die Nähe von Degus!

Degus und Hunde
Wenn Sie sich absolut sicher sind, dass Ihr Hund den Degus niemals etwas tun würde, und dass Ihr Hund niemals die Degus anbellen oder sonstwie erschrecken würde, dann können Sie unter Aufsicht den Hund in das Zimmer lassen, wo die Degus leben. Sollte Ihr Hund die Degus verbellen oder gar angreifen, sollten Sie ihn nicht mit den Degus in einem Zimmer halten, dass würde nur zu unnötigem und gefährlichem Stress führen. Wenn die Degus Auslauf bekommen, muss der Hund Draussen bleiben!

Degus und Hamster
Unterlassen Sie sämtliche Versuche, diese Tiere miteinander zu vergesellschaften. Hamster sind absolute Einzelgänger (Ausnahme Robos und evtl. Dsungaren, aber auch die sind lieber unter sich) und mögen oft nicht mal den Geruch anderer Nager in ihrer Nähe.

Degus und Meerschweinchen, Ratten, Kaninchen, Chinchillas, Streifenhörnchen etc.
Es gilt auch hier: diese Tiere leben lieber mit einem Artgenossen zusammen! Verzichten Sie auf Vergesellschaftungsversuche! In Einzelfällen verstehen sich z.B. Meerschweinchen oder Chinchillas zwar mit Degus, aber das sind Ausnahmen. Es ist allerdings nichts dagegen einzuwenden, wenn diese Tiere bei ausreichendem Platz im selben Raum gehalten werden. Lassen sie niemals die Tiere zusammen laufen, auch wenn es den Anschein hat, als würden sie sich verstehen, kann es schnell zu tödlichen Auseinandersetzungen kommen.

Degus und Reptilien Logisch, dass die meisten größeren Schlangen einen Degu zum fressen gern haben. Das diese Tiere nicht im selben Raum gehalten werden sollen versteht sich von selbst, oder wie würden Sie sich fühlen, wenn neben ihnen ihr natürlicher Feind auf sie lauern würde? Jäger und Gejagte sollten nie im selbern Raum untergebracht werden. Andere Reptilien können den Degus ebenfalls gefährlich werden, oder wenn sie eher klein sind, können die Degus den Reptilien gefährlich werden, also halten Sie diese Tiere streng getrennt voneinander und achten Sie darauf, dass sie während des Auslaufs auch nicht zusammen kommen können