Microkrabbe auf sehr kleiner Mooskugel
Microkrabbe

Info

Herkunft/Natürliches Habitat

Die Microkrabbe werden auch falsche Spinnenkrabben genannt und besitzen den unaussprechlichen lateinischen Namen Limnopilos naiyanetri. Sie wurden Ende der 1991 zum ersten Mal in der Fachliteratur besprochen (Chuang & Ng, 1991) und erst Ende 2008 eroberten sie die Nanoaquaristik auch in Europa. In ihrer Heimat Thailand leben sie vermutlich bevorzugt in den Wurzeln von Schwimmpflanzen, vor allem in Wasserhyazinthen und auch am Boden, bisher wurde sie wohl nur in einem einzigen Fluss entdeckt. Sie verlassen das Wasser nie, sind also rein aquatisch lebende Krabben, was sie gerade für die Aquarienhaltung so interessant macht, da sie nicht die Möglichkeit benötigen an Land zu gehen (wie die meisten andern Krabben, die als Heimtiere gehalten werden).

Krabbe in der Wurzel einer Froschbisspflanze
Microkrabbe

Systematik

Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda)
Unterstamm: Krebstiere (Crustacea)
Klasse: Höhere Krebse (Malacostraca)
Ordnung: Zehnfußkrebse (Decapoda)
Unterordnung: Pleocyemata
Teilordnung: Krabben (Brachyura)
Familie: Falsche Spinnenkrabben (Hymenosomatoidea)

Aussehen

Wie der Name schon impliziert, sind die Microkrabben sehr klein. Der Körper/Panzer kann bis zu 1 cm im Durchmesser erreichen, werden die Beine gestreckt dazu gemessen, erreichen sie einen Durchmesser von etwa 3 cm. Dies trifft allerdings nur auf die Weibchen zu, die Männchen sind erheblich kleiner. Die Männchen sollen stärker behaart sein, allerdings sind die überall am Körper und an den Beinchen verteilten Haare und Zacken mit blosem Auge kaum zu erkennen, nur auf Makroaufnahmen sind diese zu sehen. Bisher konnten wir keinen signifikanten Unterschied zwischen den Geschlechtern fest stellen. Ihre Farbe variiert von grau zu braun. Wir gehen davon aus, dass sie im Alter nachdunkeln, denn die sehr großen und damit vermutlich älteren Weibchen sind generell dunkler. Sie besitzen acht Beine mit jeweils drei Gelenken (Gelenk direkt am Körper und zwei Gelenken am Bein), der letzte Abschnitt der Beine ist sichelförmig und verfügt über Zacken, damit dürften sie sich überall gut festhalten können. Wie für Krabben üblich, verfügen sie über zwei große Scheren vorne am Körper, sowie über kleinere Futterscheren. Sie besitzen jeweils zwei Augen auf Stielen, Fühler und kleine Futterscheren am Maul. Ihr Panzer ist in mehrere Segmente unterteilt. Sie häuten sich zeitlebens regelmäßig um zu wachsen, denn der starre Panzer wächst nicht mit.

Hier sind die zackenbesetzen Beine gut zu erkennen
Microkrabbe

Verhalten, Fortpflanzung

Ihre Fortbewegung ist weit weniger elegant als z. B. die unserer Garnelen, welche ja regelrecht durchs Wasser schweben. Die Krabben scheinen manchmal selbst über ihre Beine zu stolpern und wirken dabei etwas clumsy. Sie erkunden ihre Umgebung recht vorsichtig und laufen dabei bevorzugt vorwärts, wobei die vorderen Beinchen sich tastend bewegen. Erschrecken sie sich und suchen einen Unterschlupf laufen sie aber krabbentypisch seitlich und dann auch durchaus schnell. Fallen Sie von einer Pflanze oder finden sie keinen Unterschlupf, stellen sie sich tod und winkeln alle Beinchen an.

Sie werden allgemein als friedlich beschrieben und scheinen sich auch in großen Gruppen gut zu vertragen. Hier hat sich jede Krabbe ihren eigenen Platz gesucht, ich habe aber den Eindruck, einige Paare wohnen näher beieinander. Begegnungen verlaufen völlig friedlich und auch von den anderen Aquarienbewohnern scheinen sie keine große Notiz zu nehmen. Alles was sich bewegt, wird vorsichtig mit den vorderen Beinchen abgetastet und für Gewöhnlich gehen sie allem aus dem Weg. Bei der Fortpflanzung ist es wie bei allen Krabben: Die Weibchen tragen die Eier hinten am Panzer, die von den kleinen Männchen befruchtet werden. Dann tragen die Damen diese mit sich herum, bis Larven oder kleine Krabben schlüpfen (die Aussagen darüber, ob nun Larven oder Krabben schlüpfen sind bei der Microkrabbe nicht einheitlich, es wird von Larven ausgegangen die eine Weile im Wasser umher schweben). Auf jeden Fall scheinen die Eltern ihre Jungen mit Begeisterung zu verspeisen und die Jungen wiederrum benötigen spezielles Staubfutter, so das ein Aufzucht schwer ist und bisher nur selten in heimischen Aquarien gelang. Bei uns haben die Krabben keine Eier getragen, jedenfalls habe ich das nie gesehen. Eine Nachzucht ist dementsprechend auch nicht gelungen. Leider sind auch in den ersten Monaten regelmäßig Krabben gestorben. Es ist nicht bekannt wie alt sie werden können und wie alt meine beim Einzug waren, weiß ich leider auch nicht. Sie waren aber alle ausgewachsen.

Vorsichtig wird die Umwelt erkundet
Microkrabbe