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von Angelus Noctis

Herkunft

Es gibt viele Arten von Stachelmäusen, diese bewohnen ausschließlich trockene Gebiete. Sie sind in den Halbwüsten, Wüsten, Felsgebieten, Savannen und Trockenwäldern im südlichen Europa, in kleinen Teilen Asiens und großen Teilen Afrikas zu finden. An ihre natürliche Umgebung sind sie physisch sehr gut angepasst. Alle Arten sind sehr gute Läufer und Kletterer, die auch zu außergewöhnlich hohen Sprüngen fähig sind. Dadurch können sie sich sowohl auf felsigem Untergrund wie auch in Buschwerk und Gehölz hervorragend bewegen.

Die am häufigsten als Heimtier gehaltene Stachelmaus ist die Sinai-Stachelmaus mit sandfarbenem Rückenfell und hellcremefarbenem Bauch.

Stachelmäuse haben ein sehr komplexes Sozialleben und eine faszinierende Form der Brutpflege entwickelt. Bei ihnen fungieren die anderen Weibchen der Gruppe für die Gebärende als Hebamme. Stachelmäuse sind auch die einzigen Mäuse, deren Junge als Nestflüchter auf die Welt kommen.

Habitus

Die nacht- und dämmerungsaktive Sinai-Stachelmaus hat ein relativ langgezogenes, spitzes Gesicht, große, hochstehende Trichterohren und sehr lange Vibrissen. Die Tiere weisen eine Körperlänge von ca. 9 bis 13 cm auf. Der nackte, dunkel geschuppte Schwanz ist mit ca. 9 bis 12 cm noch einmal fast so lang, wie der Körper. Das Gewicht variiert zwischen 30 und 40 g.

Namensgebend sind die platten Borstenhaare am Rücken, die den Betrachter an die Stacheln eines Igels erinnern, welche beim Anfassen aber längst nicht so borstig und stabil sind.

Stachelmäuse sind sehr neugierige Tiere, die auch futterzahm werden. Sie schätzen es jedoch überhaupt nicht oder nur sehr selten, angefasst zu werden. Aber als Beobachtungstiere machen sie dem Halter sehr viel Freude, da sie sich nicht allzu sehr verstecken und entsprechend oft im Gehege zu sehen sind.

Aufgrund ihrer Scheu vor dem Anfassen und ihrer enormen Sprungkraft, mit der sich auch schnell flüchten können, sind Stachelmäuse als Haustiere für Kinder ungeeignet.

Behausung

Für diese agilen Tiere ist ein Gehege von ca. 100 x 50 x 100 cm notwendig, da die Tiere sehr bewegungsfreudig sind und auch gern in die Höhe klettern, wenn sie die entsprechende Möglichkeiten haben.

Für die agilen Stachelmäuse eignen sich am besten umgebaute Schränke oder Volieren mit Etagen. Diese lassen sich hervorragend strukturieren und den Bedürfnissen der sehr gut kletternden und springenden Mäuse anpassen.

Da Terrarien in einer ansprechenden Größe sehr teuer sind, sind sie zur Haltung nur bedingt geeignet. Planen Sie, Ihre Tiere in einem Terrarium zu halten, sollten Sie schon beim Kauf auf eine ausreichende Belüftung achten. Aquarien ohne Volierenaufsatz grundsätzlich zu flach.

Das Habitat der neugierigen Nager sollten Sie möglichst abwechslungsreich gestalten. Dafür eignen sich alle Arten von Naturmaterialien außer Seilen, die die Tiere nicht benutzen können. Neben den dicken Ästen, auf denen die Tiere gern sitzen, können Sie auch schmalere anbieten, auf denen sie zum Beispiel auf eine Etage balancieren können. Dies schult Koordination und Gleichgewicht der Tiere. Für Unterschlupfe eignen sich Korkröhren und -platten, Blumentöpfe, Ton- und Holzhäuser und andere natürliche Einrichtungsgegenstände. Auch Finkennester und hängende Kokosnüsse werden gern angenommen. Eingestreut werden können sie mit Kleintierstreu oder ähnlichen Untergründen, aber auch mit Mulch oder Sand.

Nur mit entsprechend viel Platz und einem gut strukturierten Käfig können die Stachelmäuse ihre natürliche Neugier ausleben und werden zu mehr Bewegung angeregt. Da die Tiere leicht zu Verfettung neigen, ist dies sehr wichtig.

Die Tiere können sowohl aus einem zentralen wie auch aus mehreren kleineren Futternäpfen gefüttert werden.

Ein Wassernapf wird öfter mit einer Toilette verwechselt, weshalb sich eher die Verwendung einer Wasserflasche anbietet.

Ernährung

Das Grundfutter sollte zum größten Teil aus feineren, nicht zu fetthaltigen Körnersorten wie etwa Hirse bestehen, da Stachelmäuse sehr zur Verfettung neigen. So eignet sich beispielsweise eine Mischung aus Exotenfutter und einem pellet- und fettarmen Nagerfutter sehr gut als Trockenfuttergrundmischung. Das Exotenfutter sollte dabei den deutlich größeren Anteil ausmachen. Dieser Mischung können Sie aber auch Waldvogelfutter, diverse Kleinsaatenmischungen oder verschiedene kleine, fettarme Einzelsaaten zusetzen.

Als Feuchtfutter reicht man in erster Linie Gemüse, da die Tiere auch in freier Natur kaum an Obst gelangen. Vorsicht ist hier bei Tomaten angeraten. Die enthaltene Oxalsäure kann Nierenschäden verursachen. Sonst gelten die üblichen Verbote wie etwa alle Kohlsorten auch für Stachelmäuse.

Sie benötigen tierisches Eiweiß. In der Heimtierhaltung hat sich die Gabe von frischen und getrockneten Insekten (Schaben, Heuschrecken, Grillen, etc.) und ggf gekochtem Ei bewährt.

Da Stachelmäuse sehr zur Verfettung neigen, achten Sie darauf nicht zu kalorienreich füttern!

Nachwuchs

Nach einer Tragzeit von 34 bis 39 Tagen bringt die Stachelmäusin 1 bis 4 Junge zur Welt. Schon Stunden nach der Geburt ist sie wieder empfängnisbereit. Auch wenn Stachelmäuse relativ wenige Jungtiere bekommen, können die Tiere dem Halter bei gemischtgeschlechtlicher Haltung schnell über den Kopf wachsen. Erwerben Sie deshalb in jedem Fall nur gleichgeschlechtliche Gruppen!

Die kleinen Nestflüchter benötigen nur 6 Tage lang Muttermilch. Die Säugezeit beträgt aber normalerweise trotzdem 19 bis 20 Tage, um den Jungen einen optimalen Start ins Leben zu garantieren Die Geschlechtsreife erreicht der Nachwuchs dann mit 2 bis 3 Monaten. In diesem Alter haben die Mäuse dann auch ihren ersten Nachwuchs.

Die Kinder tragen ein Jugendfell, welches hellgrau ist und kaum ausgebildete Stacheln besitzt. Einige Wochen nach der Geburt bekommen die Jungen auf dem Rücken einen kreisrunden Fleck. Dieser besteht aus je nach Art unterschiedlich gefärbten Borsten und wird im Laufe der Zeit immer größer, bis das Tier sein komplettes Erwachsenenfellkleid ausgebildet hat. Gleichzeitig werden die Stacheln immer ausgeprägter.

Die durchschnittliche Lebenserwartung von Stachelmäusen beträgt 4 Jahre.

Weitere Infos finden Sie auf diesen Seiten:

Stachelmäuse / Mäuseasyl

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