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Vielzitzenmaus (Mastomys coucha)

von Angelus Noctis

Herkunft

Die Afrikanischen Vielzitzenmäuse kommen auf dem gesamten Kontinent südlich der Sahara in sieben Arten (am bekanntesten Mastomys coucha und M. natalensis) vor, die man äußerlich kaum unterscheiden kann. Sie nehmen dort die Stellung unserer gewöhnlichen Hausmaus ein. Wie unsere Hausmäuse graben sie Höhlen, in denen sie leben und suchen ihren Vorteil in der Nähe zum Menschen.

Ihr bevorzugter Lebensraum sind dabei Trocken- und Feuchtsavannen sowie Kulturland. Dort bleiben sie hauptsächlich am Boden und graben unterirdische Gänge.

Wie die meisten Mäuse haben sie ein sehr ausgeprägtes Sozialverhalten und leben in großen Kolonien. Deshalb sollte man sie auch als Heimtiere immer zu mehreren halten.

Habitus

Ihren Namen verdanken die Vielzitzenmäuse dem Umstand, dass sie mit 16 - 24 Zitzen deutlich mehr haben, als andere Säuger.

Die Farben der Tiere variieren bei der Naturfärbung in braunen, rötlichen, gelben und grauen Tönen. Die Unterseiten sind weiß bis grau. Zuchtformen gibt es jedoch auch schon in verschiedenen Cremeschattierungen, Albinos und Schecken.

Die nachtaktiven Vielzitzenmäuse sind relative große Tiere. So erreichen sie im Durchschnitt eine Körperlänge von 10 - 15 Zentimetern. Der Schwanz ist noch einmal genauso lang. Je nach Größe, Statur und Geschlecht erreichen sie ein Gewicht von 40 - 90 Gramm.

Wer sich für Vielzitzenmäuse entscheidet, sollte bedenken, dass sie ein eigenwilliges, manchmal auch aggressives Wesen haben und eher zum Beißen neigen als Farbmäuse. Am zahmsten werden die Tiere, wenn man sie schon als Jungtiere (ab vier Wochen) viel aus dem Käfig herausnimmt und ihnen so durch den Kontakt beibringt, dass man als Mensch keine Bedrohung darstellt. Erwachsene Tiere zu erziehen, ist dagegen schwer bis unmöglich und sollte im Interesse von Tier und Halter unterbleiben.

Vielzitzenmäuse eignen sich also nur sehr bedingt als Kuscheltiere und auf keinen Fall sind sie ideale Spielgefährten für Kinder. Mit ihnen wird ein Halter, der sie in erster Linie beobachten möchte, am glücklichsten werden.

Behausung

Über die Behausung der Vielzitzemaus als Liebhabertier finden sich in der Literatur sowie im Internet kaum Angaben, da die Tiere zumeist nur als Futtertiere gezüchtet werden und sie dann nur den minimalen Lebensraum einer Makrolonbox (Laborkäfig) bekommen.

Aus eigener Erfahrung kann ich aber sagen, dass für die Tiere Käfige, Volieren und Nagerschränke ab einer Größe von 100 x 50 x 100 cm (LxBxH) für zwei oder drei Tiere ausreichend sind - die Tiere aber gern mehr Platz haben möchten und sich in größeren Gehegen wohler fühlen.

Bei der Einrichtung sollte man dem Umstand Rechnung tragen, dass Vielzitzenmäuse nicht ganz so gut wie Farbmäuse klettern von daher sollten Sie ihnen auch dickere Äste, Leitern und Gitter anbieten. Mit Seilen oder sehr dünnen Zweigen können die Tiere jedoch nichts anfangen.

Ansonsten sind der Phantasie in puncto Einrichtung kaum Grenzen gesetzt. Alle natürlichen Materialien wie Ton, Kork, Holz und anderes können verwendet werden, um den Tieren Unterschlupfmöglichkeiten zu bieten. Auch über ein Sandbad freuen sie sich sehr. Einrichtung wie Heunester, Korkrollen, aber auch Häuschen fallen ab und an auch dem Zerstörungswahn einiger Exemplare zum Opfer.

Obwohl Vielzitzenmäuse es gern warm haben, vertragen sie auch Temperaturen bis 15°C noch ohne Probleme. Allerdings sollte in kühleren Räumen mehr Futter und Nistbaumaterial sowie Einstreu gegeben werden. Ideal ist eine Umgebungstemperatur von 20 - 22 Grad.

Ernährung

Vielzitzenmäuse kann man wie Farbmäuse ernähren. Das Trockenfutter sollte ein Mix aus einem pelletarmen oder besser pelletlosen Nagerfutter (Achtung, nicht zu viele Sonnenblumenkerne!), Wellensittich- oder Exotenfutter bestehen.

Als Feuchtfutter nehmen die Tiere gern Eisbergsalat und anderes Gemüse. Jedoch kann man die komplette Obst- und Gemüsepalette, Kohl ausgenommen, durchprobieren, um herauszufinden, was die eigenen Tiere am liebsten mögen.

Sie benötigen tierisches Eiweiß. In der Heimtierhaltung hat sich die Gabe von frischen und getrockneten Insekten (Schaben, Heuschrecken, Grillen, etc.) und ggf gekochtem Ei bewährt.

Nachwuchs

Das Weibchen bringt etwa alle vier Wochen nach einer Tragzeit von ca. 23 Tagen im Schnitt zehn bis zwölf, in Extremfällen bis zu 22 nesthockende Jungtiere zur Welt, die zu dem Zeitpunkt je nach Wurfgröße etwa 1,8 Gramm wiegen. Nach 12 bis 16 Tagen öffnen sie die Augen und beginnen auch feste Nahrung aufzunehmen. Aber erst nach einer weiteren Woche sind die Jungtiere dann entwöhnt. Die Geschlechtsreife erreichen die jungen Mäuse dann mit etwa 40 bis 45 Tagen. Von Zuchtreife wird jedoch bei Männchen erst ab ca. 12 Wochen und bei Weibchen ab ca. 16 Wochen gesprochen. Aufgrund der rasanten Vermehrungsrate der Tiere, sollte der Liebhaber daher vorher sicherstellen, dass er kein Paar oder ein trächtiges Tier erwirbt. Da die Nachkommenflut dieser extrem vermehrungswütigen Nager sehr schnell zu einem schier unlösbaren Problem werden wird.

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