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Erfahrungsbericht

Gebärmutterentzündung und Narbenbruch

Ich habe Fussel, eine meiner Meerschweinchendamen, morgens mit gesträubtem Fell in der Ecke sitzend vorgefunden. Sie kam dann auf mich zu und fraß normal, aber ich habe sie dennoch herausgenommen und auf besondere Auffälligkeiten untersucht. Dabei fand ich einen Blutstropfen am Scheidenausgang.

Daraufhin fuhr ich mit Fussel zum Tierarzt. Dort wurde sie abgetastet -- keine Auffälligkeiten. Zusätzlich wurde ein Röntgenbild gemacht, um Blasensteine und ähnliches ausschließen zu können. Nachdem auch das Röntgenbild ohne Befund blieb, wurde noch ein Ultraschall gemacht.

Auf diesem ließ sich erahnen, dass die Gebärmutter evtl. verdickt war. Da auch der Blutstropfen, der nicht durch Urin verdünnt zu sein schien, bereits auf eine Gebärmutterentzündung schließen ließ, wurde beschlossen, Fussel dahingehend zu behandeln.

Als Behandlungsalternativen wurden mir zum einen eine Antibiotikabehandlung mit zweifelhaften Erfolgsaussichten sowie die Kastration des Meerschweinchens mit hohem Operationsrisiko angeboten.

Etwas ratlos begab ich mich mitsamt Meerschweinchen nach Hause und kontaktierte die Nager-Info. Dort wurde mir geraten, das Schweinchen operieren zu lassen, da bei Antibiotika-Behandlung eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass erneut eine Entzündung auftritt. Mit ca. 3-4 Jahren war das Schweinchen noch relativ jung und ihr Allgemeinzustand war noch sehr gut, so dass die Erfolgsaussichten bei einer sofortigen Operation besser waren als wenn ich erst weitere Entzündungen abgewartet hätte.

Also brachte ich Fussel am nächsten Morgen wieder zum Tierarzt und ließ sie operieren.

Gegen 18 Uhr durfte ich sie wieder abholen. Sie war wach und fraß laut Aussage der Tierärztin bereits. Ich bekam Schmerzmittel mit, sollte mit der Gabe aber erst am nächsten Morgen anfangen, da angeblich die Narkose noch schmerzstillende Nachwirkungen habe.

Zuhause setzte ich sie zunächst alleine in ein Quarantänegehege, in das ich eine in ein Handtuch gewickelte Wärmflasche gelegt hatte. Dort begann sie aber nicht zu fressen sondern legte sich bäuchlings auf die etwa handwarme Wärmflasche und blieb apathisch. Daraufhin setzte ich ihre Freundin zu ihr, die so undominant ist, dass ich mir sicher war, dass sie auch ein OP-geschwächtes Schweinchen nicht ärgern oder jagen würde, beobachtete das Ganze aber zur Vorsicht.

Aber auch mit Gesellschaft begann Fussel nicht zu fressen. In der Zwischenzeit hatte ich im Internet recherchiert und keine Aussagen über die beschriebenen schmerzstillenden Nachwirkungen des Narkosemittels gefunden -- im Gegenteil. Daraufhin bekam Fussel ihren ersten Tropfen Metacam (Schmerzmittel) doch schon am Abend.

Sie begann dann zu fressen, aber nur sehr wenig und machte insgesamt noch einen sehr schlechten Eindruck. Weil ihr Bauch etwas hart wirkte (drücken wollte ich wegen der Operation nicht) gab ich vorsichtshalber noch einige Tropfen Elugan, was sie freiwillig vom Löffel nimmt, daher musste ich sie dafür nicht noch einmal herausheben.

Daraufhin besserte sich massiv ihr Zustand und sie begann wieder normal zu fressen. Durch die lange Zeit ohne Futter während der Narkose und möglicherweise auch durch die Wärmflasche hatte sie wohl Blähungen bekommen, die sie daran hinderten, zu fressen. (Inzwischen besitze ich für die OP-Nachsorge eine Rotlichtlampe).

Drei Tage lang bekam sie Metacam, das Antibiotikum über 7 Tage und bei der täglichen Medikamentengabe kontrollierte ich gleich die Wunde.

Fussel und ihre Freundin Nici saßen von den anderen Meerschweinchen ihrer Gruppe getrennt in einem Extragehege, in dem ich ein Bettlaken auf die Einstreu gelegt hatte. Dieses habe ich täglich gewechselt. Zusätzlich lagen in den bevorzugten (Pinkel-) Ecken noch Handtücher, die ich zwei- bis dreimal täglich gewechselt habe. Durch die Einstreu unter den Laken ist das Gehege relativ trocken geblieben und trotzdem konnten keine Einstreu und kein Staub in die frische Wunde gelangen. Die tägliche Kochwäsche zu dieser Zeit war der Nachteil...

Im Laufe der nächsten Tage begann die Wunde immer stärker anzuschwellen, blieb aber recht weich. Nach drei Tagen musste Fussel sowieso zur Nachkontrolle zum Tierarzt. Dort ging die Vermutung direkt in Richtung Bruch, zumal bei der Punktion mit einer Injektionsnadel keine Gewebsflüssigkeit austrat. Durch Tasten ließ sich aber nichts feststellen, also wurde ein Röntgenbild gemacht. Auch darauf ließ sah man nichts auffälliges.

Demnach schien es doch nur eine normale Schwellung zu sein, die laut der Tierärztin in den nächsten Tagen hart werden und dann abklingen sollte.

Doch die Schwellung blieb weiterhin weich und wurde immer größer, so dass ich nach wenigen Tagen erneut zum Tierarzt fuhr. Mittlerweile war der Bruch so groß, dass er sich durch Abtasten finden ließ. Vermutlich hatte Fussel das selbstauflösende Nahtmaterial nicht vertragen. Dadurch war die innenliegende Naht an der Bauchdecke aufgerissen und das Fett aus dem Bauchinnenraum war durch das Loch in der Bauchdecke gequollen. (Soweit die Erklärung der Tierärztin für Laien...) Das selbst war noch nicht gefährlich und ich hatte auch nicht den Eindruck, dass es für Fussel schmerzhaft war, doch mit einem Loch in der Bauchdecke besteht die Gefahr, dass der Darm sich dort einklemmt. Also musste erneut operiert und mit neuem Nahtmaterial die Bauchdecke geschlossen werden.

Wieder wurde morgens operiert, abends um 18 Uhr konnte ich Fussel abholen. Als ich sie zuhause hatte, habe ich direkt Metacam und, etwas verzögert, Elugan gegeben und dieses Mal hatten wir keinerlei Probleme; Fussel begann sofort wieder, ihre übliche Gefräßigkeit an den Tag zu legen.

Dieses Mal heilte die Wunde auch problemlos ab, die Schwellung brauchte einige Zeit, bis sie weg war. Nach etwa vier Tagen begannen die ersten außenliegenden Fäden, sich zu lösen, weil aber kein Loch an der Wunde klaffte, bestand kein Handlungsbedarf. Nach zehn Tagen wurden die übrigen Fäden gezogen und Fussel und ihre Freundin Nici konnten nach weiteren 5 Tagen, als die letzten Krusten abgefallen waren, wieder mit den anderen Schweinchen vergesellschaftet werden.

Bild: 5 Tage nach der Bruch-OP, Schwellung sieht aber noch aus wie vor dem Bruch, nur etwas kleiner.

Narbenbruch

Dieser Bericht wurde uns freundlicherweise von Inga Kotte zur Verfügung gestellt. Ihre Schweinchen können Sie hier näher kennen lernen: SPIKES KLEINE WELT