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Erkrankungen des Bewegungsapparates

Symptome:
Das Meerschweinchen läuft nicht wie gewohnt oder es bewegt sich kaum noch. Wenn es sich bewegt, dann humpelt es, oder/und die Hinterbeinchen knicken zur Seite weg, oder/und es hat Probleme geradeaus zu laufen. Mitunter halten die Tiere eine verstauchte/gebrochene Pfote in Schonhaltung (die Pfote wird hochgehoben und nicht belastet).

Mögliche Ursachen:
Eine Fraktur der Knochen (Knochenbruch) oder eine Verstauchung ist hier häufig der Auslöser. Möglicherweise ist das Meerschweinchen irgendwo hängen geblieben (in nicht abgedeckte Gitterheuraufen, auf nicht abgedeckten Gitterkäfigen) oder es ist gefallen (es ist irgendwo heruntergesprungen und schlecht gelandet) und hat sich dabei ein Bein gebrochen oder Gelenke gestaucht/gebrochen. Bei älteren Meerschweinchen können auch Spondylosen (Wucherungen und Veränderungen der Wirbelsäule) der Grund für diese Probleme sein. Seltener sind starke Mangelerscheinungen (Vitamin C Mangel) und extrem schlechte Haltungsbedingungen ein Auslöser für Probleme mit den Gliedmaßen.

Behandlung:
Das Meerschweinchen wird geröntgt, um eine eindeutige Diagnose zu bekommen.
Bei Frakturen (Knochenbrüchen) wird, je nach Lokalisation, der Bruch geschient, operiert und fixiert oder im schlimmsten Fall wird das Bein amputiert. Wir schienen am liebsten mit VET-FLEX, Kruuse Universal-Verband. Der ist selbsthaftend, aber klebt nicht auf der Haut.
Bei Verstauchungen und Frakturen wird Cortison und, bei Verdacht auf Infektion, auch ein Antibiotikum verabreicht.
Grundsätzlich ist bei Brüchen und Verstauchungen zu beachten, dass die Meerschweinchen bis zur Heilung in kleinen Gehegen untergebracht werden, wo sie sich möglichst wenig bewegen und nicht auf Etagen/Häuser springen können. Es sollten keine hohen Schmerzmitteldosen verabreicht werden, da die Meerschweinchen sonst ihre verletzten Gliedmaßen nicht ausreichend schonen. Leichte Schmerzmittel (Metacam) sind allerdings erlaubt. Die Meerschweinchen sollten nicht unnötig leiden und natürlich ist das Schmerzmittel so hoch zu dosieren, dass die Meerschweinchen nach wie vor selbstständig Nahrung aufnehmen.

Bestehen starke Veränderungen der Wirbelsäule, können die Tiere nicht mehr selbstständig laufen und ist eine Besserung der Erkrankung ausgeschlossen, dann sollte über eine Euthanasie nachgedacht werden.

Quellen unter anderem

Gabrisch und Zwart Krankheiten der Heimtiere; Schlütersche; Auflage 2005 (und Studienausgabe 1989)

Anja Ewringmann/ Barbara Glöckner Leitsymptome bei Meerschweinchen, Chinchilla und Degu / Diagnostischer Leitfaden und Therapie

Isenbügel Heimtierkrankheiten

Ilse Hamel Das Meerschweinchen als Patient

Kraft; Hein; Emmerich Dosierungsvorschläge für Arzneimittel bei Kleinnagern, Kaninchen und Frettchen; Schattauer

Peter C. Berghoff Kleine Heimtiere und ihre Erkrankungen

Walter Baumgartner, Klinische Propädeutik der inneren Krankheiten und Hautkrankheiten der Haus- und Heimtiere, Verlag Parey, 6. Auflage 2005

Weitere Quellen hier: Quellen der Nager Info