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Tiergerechte Einrichtungsideen für Chinchillagehege

Sitzbretter/Etagen

Etagen/Sitzbretter in verschiedenen Höhen dürfen im Chinchillakäfig nicht fehlen, sie vergrößern die Käfigfläche und erlauben dem Chinchilla sich oben aufzuhalten. Die Sitzbretter sind für die Tiere eine vereinfachte Felslandschaft zum Klettern. Diese sollten so angebracht werden, dass die Chinchilla von einem Brett zum anderen problemlos springen können (Abstand nicht mehr als 30 cm). Die Bretter oder ganze Zwischenetagen sind so anzubringen, dass der Chinchilla auf keinen Fall tiefer als 60 cm fallen kann. Ideal sind Holzbretter aus Massivholz, eher nicht geeignet sind vorlackierte Bretter oder beschichtetes Holz. Da Chinchilas normalerweise sehr sauber sind, ist es aber nicht nötig, die Bretter zu lackieren. Da die Bretter auch oft angenagt werden, ist es fraglich, ob ein "sabbersichere" Lack denn dann wirklich in den Mengen so ungefährlich ist. Wird in eine bestimmte Ecke doch gepinkelt, dann können Sie dort eine Kachel hinlegen.

Vorschläge zum befestigen der Etagen im Käfig:
Messen Sie die Tiefe des Käfigs von innen genau nach. Überlegen Sie sich dann, wie breit die Etagen werden sollen (auf Türen achten, auf Abstände zueinander achten!). Lassen Sie sich im Baumarkt genau passende Massivholzplatten zurechtschneiden. Diese Platte sollte mindestens 1 cm dick sein. So eine Etage können Sie auf verschiedene Weise befestigen:

Im Gitterkäfig:
Schrauben Sie an den Seiten Haken ein, mit denen Sie das Bett ins Gitter hängen, das ist allerdings etwas unhandlich und rutscht leicht. Achten Sie darauf, dass die Bretter sich nicht lösen können, wenn Ihr Chinchilla dagegen springt. Ein abstürzendes Brett kann schwere Verletzungen hervorrufen.

Sie können auch Schrauben welche statt eines normalen Schraubkopfes oben rundgebogene Enden haben (wie Ösen) verwenden. Nehmen Sie dazu noch normale Metallunterlegscheiben. Auf beiden Seiten des Brettes werden jeweils 2 kleine Löcher (eine Stärke kleiner als die Schrauben) vorgebohrt und dann wird das Brett angepasst, die Unterlegscheiben kommen von Außen gegen das Gitter und mit den Schrauben wird das Brett fixiert. Auf diese Weise können Sie auch kleine Eckbretter sicher befestigen.

Die einfachste Möglichkeit ohne Schrauben und Haken eine Etage in einen Gitterkäfig zu installieren ist diese: Messen Sie wieder die Breite des Gitters nach. Geben Sie ca 4 cm dazu und lassen Sie sich dieses Brett zuschneiden. An den Stellen wo beim Käfig die hochkantigen Gitterstreben sind sägen Sie dann entsprechend 2 cm tiefe Einkerbungen in das Brett. Das Brett wird dann mit etwas Gewaltanwendung ins Gitter geklemmt. (man muss dafür meist das Gitter etwas strapazieren und biegen, aber dafür halten diese Etagen meist bombenfest - schlecht ist das allerdings bei der Reinigung)

Im Eigenbau ohne Gitter
Bringen Sie rundherum an der Wand ca. 3 cm dicke Leisten an, auf welche die Etagen gelegt werden. Achten Sie darauf, dass die Etagen nicht nach Vorn wegrutschen können, bringen Sie dort ein kleines Klötzchen vor der Etage an, welches die Etage am Platz hält. Sie können die Etagenbretter dann auf den Leisten festschrauben. Achten sie darauf, dass keine Schraube übersteht und Ihre Tiere verletzen könnte.

Auch gut geeignet zur Befestigung der Etagen sind Regalwinkel, die an Brett und Selbstbau geschraubt werden. Wichtig ist, dass die Etagen- und Sprungbretter auch an ihrem Platz bleiben, wenn die Chinchillas mit teilweise enormer Kraft dagegen und darauf springen. Es darf sich nichts lösen.

Häuser

Mindestens ein großes Haus, besser für jeden Chinchilla ein eigenes Haus (mindest Kantenlänge 25 x 30 cm) sollte vorhanden sein. Mindestens ein Haus sollte in den oberen Etagen stehen, Chinchillas sitzen gern im oberen teil des Käfigs. Da Chinchillas sich aber gerne mit der Umdekorierung ihres Käfigs beschäftigen, muss es befestigt werden, aber andererseits auch leicht zum säubern heraus genommen werden können. Um die Käfigfläche zu vergrößern sollten Sie Häuser mit Flachdach verwenden, Chinchillas springen gern auf ihre Häuser und verwenden sie als Aussichtsplattform, Spitzdächer sind deshalb eher ungeeignet.

Häuser aus Holz halten meist nicht sehr lange, es werden zusätzliche Fenster in die Seiten und in das Dach gebaut. Kontrollieren Sie jeden Tag, ob das Haus auch keine Verletzungsrisiken birgt.

Ebenfalls gut geeignet sind spezielle Chinchillahäuser aus Metall. Sie haben einen Holzboden, der zum Reinigen geöffnet werden kann und können nicht benagt werden. Diese Häuser eignen sich hervorragend, um sie oben im Käfig zu platzieren.

Ebenfalls eignen sich große Keramik- oder Tonschalen/-töpfe. Gerade im Sommer sind sie als kühle Schattenspender sehr beliebt. Sägen Sie einfach ein genügend großes Loch als Eingang in den Topf und stellen ihn auf den Kopf. Die gesägten Kanten sollte man etwas abschleifen, damit sich die Chinchillas nicht an den rauhen Kannten verletzen.

Chinchillahäuser müssen einen oder 2 großen Eingänge haben. Die Eingänge der Häuser sollten einen Durchmesser von 10 cm oder größer aufweisen. Sollte das gekaufte Haus ein Fenster haben, dann vergrößern Sie es als Tür oder verschließen es mit einem Stück Holz. Chinchillas versuchen sich durch solche Fenster hindurch zu quetschen. Auch wenn es 100x geklappt hat, kann Ihr Tier plötzlich stecken bleiben und sich schwer verletzen.

Weitere Einrichtungsgegenstände

Verzichten Sie auf Plastik im Gehege, angenagt könnte es zum Tode der kleinen Lieblinge führen. Besser ist es, den Käfig ausschließlich mit Holz, Kork und Stein einzurichten.

Dicke Äste zum dran hochklettern sind sehr beliebt. Achten Sie bei bei den Ästen darauf, dass sie keine nach oben stehenden Gabelungen haben. In solchen Gabelungen können sich die Tiere einklemmen (z. B. wenn sie von der Etage springen und direkt in der Gabelung landen. Nehmen Sie anfangs Äste ohne Gabelungen oder mit großen Gabeln, damit Sie sehen, wie geschickt Ihre Tiere sind. Kommen die Chinchillas damit gut klar, dann können Sie auch Äste mit Gabelungen anbieten, diese dürfen aber nicht nach Oben stehen, Gabelungen die nach Unten zeigen sind kein Problem. Unbehandelte Weidenkörbe ohne Drahtgeflecht (die natürlich nicht lange ganz bleiben) und Weidenzweigröhren runden die Einrichtung optisch ab und sind für den Chinchilla eine willkommene Abwechslung.

Kork
Korkrinden, Korkplatten, Korkröhren werden zwar angenagt, eignen sich aber wunderbar als Gehegeeinrichtung. Holzbrücken
Als Unterschlupf sehr beliebt sind Holzbrücken. Diese bestehen meist aus Weidenzweigen und sind auch unter dem Namen "Weidenzweigröhren" bekannt. Sie sind auch mitunter in Haselnuss oder anderen Holzarten erhältlich. Bei diesen Röhren sind die Zweige biegsam mit Draht verbunden, sie können als Höhle oder Rampe eingesetzt werden, oft werden sie von den Chinchillas auch als Nagematerial verwendet. Allerdings besteht die Gefahr des Hängenbleibens wenn die Röhren nicht gut verarbeitet oder schon zernagt sind. Es sollten nur wirklich gut verarbeitete Röhren angeboten werden welche regelmäßig auf Löcher überprüft werden sollten. Überprüfen Sie auch, ob das Holz möglicherweise splittert.

Heunester/Heuhäuser
Es werden mittlerweile Heuhäuser oder auch Heunester für Chinchillas angeboten. Leider sind sie meist zu klein und nicht selten sind sie mit einem Drahtgerüst verstärkt, welches gefährlich wird, wenn das Haus zerlegt wird - und das werden sie sicher, denn sie sind ja aus Heu. Wer nicht auf Heunester verzichten möchte, sollte auch dort darauf achten, dass die Häuser groß genug sind, 2 Eingänge haben und nur Häuser ohne Drahtgeflecht verwendet werden. Diese Heunester liegen oft Wochenlang in Läden und Lagerhäusern offen herum, denn sie werden unverpackt verkauft. Kein Wunder also, dass sich schon viele Tierhalter mit diesen Nestern Milben und anderes Ungeziefer ins Haus geholt haben. Von daher sollten neu gekaufte Heunester unbedingt mindestens 48 Stunden vor der Verwendung im Käfig eingefroren werden, damit Parasiten abgetötet werden.

Tonröhren
Möchten Sie Ihren Chinchillas Tonröhren (Weinregalröhren aus dem Baumarkt) anbieten, sollten Sie darauf achten, dass diese einen Mindestdurchmesser von 12 cm haben, sonst besteht die Gefahr, dass die Tiere stecken bleiben. Die Röhren sollten außerdem gut zu reinigen und nicht länger als 30 cm sein, damit Sie jederzeit an die Tiere kommen können. Ebenfalls geeignet sind Schamottröhren, die für den Kaminbau benutzt werden.

Auch feste Pappröhren (z. B. Abschnitte von Teppichrollen oder ähnlichem) sind beliebte Beschäftigungsmöglichkeiten. Einfach in den Käfig gelegt, werden sie benagt, zerpflückt, durchklettert und es wird auf ihnen balanciert. Man kann sie auch etwas schräg an eine Käfigwand montieren, so ist die Röhre dann als Kletter- und Sprungmöglichkeit. Diese Röhren bekommt man kostenlos bei Teppichhändlern oder in Firmen, die große Paletten versenden. Einfach mal nachfragen, denn dort werden sie meist nur entsorgt und Ihre Chinchillas freuen sich riesig darüber. Allerdings: falls Ihre Chinchillas die Pappe sichtbar fressen und nicht zur zerpflücken muss auf dieses Angebot verzichtet werden!

Laufräder / Laufteller

Laufräder sind bei artgerecht gehaltenen Chinchillas, welche sehr viel Auslauf bekommen, eher unnötig. Die meisten handelsüblichen Laufräder stellen auch leider eine große Gefahrenquelle dar. Beispiel Metallaufräder:
  • In den offenen Sprossen können sich die Tiere verfangen und die Gliedmaßen brechen. Angenagte Jutebänder sind ebenso eine Gefahrenquelle, in den Fäden und den entstandenen Löchern können sich die Gliedmaßen verfangen.
  • Beim Aussteigen aus einem Laufrad mit beidseitiger Halterung kann es dazu kommen, dass sich die Tiere zwischen den Haltestreben einquetschen (Schereneffekt).
  • Die Laufräder sind normalerweise zu klein, es kommt zu einer starken Verkrümmung der Wirbelsäule, was auf Dauer zu Rückenbeschwerden beim Tier führt.
  • Der Schwanz des Chinchillas kann sich in der Halterung verfangen, dabei kann der Schwanz brechen und schlimmstenfalls wird sogar ein Teil des Schwanzes abgerissen.
  • Beim Versuch das Rad gleichzeitig zu nutzen, behindern sich die Chinchillas teilweise gegenseitig. So kann es z.B. auch durch die Halterung zu Quetschungen und Verletzungen bei den Tieren kommen.

Plastiklaufräder sind ebenso gefährlich, sie können angenagt werden und die Splitter könnten zu Darmverletzungen führen. Sie sind meist auch nicht groß genug und haben oft keine geschlossene Lauffläche.

Holzlaufräder

Bedingt geeignet als Chinchillalaufrad sind bisher nur die Holzlaufräder von Rodipet. Diese haben einen Durchmesser von 40 cm, der Rücken der Chinchillas biegt also nicht mehr beim Laufen durch. Auf einer Seite sind die Räder ganz offen und auf Seite mit der Aufhängung sind sie geschlossen, damit ist das Ein- und Aussteigen auch wenn sich das Rad dreht gefahrlos möglich.

Ein solches Rad kann im Auslauf oder auch in sehr großen Chinchillagehegen als zusätzliches Spielzeug angeboten werden. Es ersetzt aber den täglichen Auslauf nicht! Chinchillas sind Entdecker, sie möchten nicht nur stupide im Rad rennen, sondern ihre Umgebung erkunden. Ein Laufrad ist nur ein Sportgerät, welches selten benutzt werden sollte.

Laufteller

Die sogenannten "Flying Saucers" kommen aus den USA und sind hier bisher nur über Einkaufsgemeinschaften, bei wenigen Internethändlern oder über ebay zu bekommen. Es handelt sich dabei um einen Laufteller aus Metall, welcher in der Mitte mit einem Kugellager versehen ist. Der Laufteller wird am Gehegerand befestigt und hängt leicht schräg am Gehegerand, wodurch die eigentliche Lauffläche relativ gerade hängt. Allerdings, auch bei deinem Durchmesser von 34,5 cm biegen sich die Chins nach innen durch (wie leicht auch an dem entsprechend gebogenen Schwanz beim Laufen zu erkennen ist), wenn sie auf dem Laufteller laufen und ungeschickte Tiere können bei einem abruptem Halt regelrecht durch die Gegend geschleudert werden.

Ein Laufrad oder auch ein Laufteller können im Auslauf oder auch in sehr großen Chinchillagehegen als zusätzliches Spielzeug angeboten werden. Sie ersetzt aber den täglichen Auslauf nicht! Chinchillas sind Entdecker, sie möchten nicht nur stupide im Rad oder auf einem Teller rennen, sondern ihre Umgebung erkunden. Es sind nur zusätzliche Sportgeräte, die selten benutzt werden sollten.