NagerInfoLemmingHamsterZwerghamsterMeerschweinchenChinchillaRatteMausDeguKaninchenRennmaus

Chins nie allein!

Chinchillas leben in freier Wildbahn immer in Gruppen bzw Kolonien zusammen! Sie brauchen die Sicherheit einer Gruppe, da sie allein kaum eine Chance zum überleben haben. Ein Einzeltier ist nicht in der Lage, seine Umgebung ausreichend zu sichern. Da es als Fluchttier aber auf alle äußeren Gefahren achten muss, sorgt der Versuch sich abuzusichern beim einzelnen Tier für starken Stress. Auch in Gefangenschaft versucht ein einzelnes Chinchilla seine Umgebung zu sichern, es weiß ja nicht, dass es hier keine Fressfeinde hat und es im Gehege sicher ist. Dieser Stress, dem ein Tier in Einzelhaltung unterliegt, kann zu gesundheitlichen Problemen führen. Mögliche Folgen der Einzelhaltung sind: Fellbeißen, Stereotypen, Abmagern, Krankheiten, etc.. Chinchillas brauchen immer einen Partner um sich sicher und geborgen zu fühlen.

Es gibt keine Gründe Chinchillas einzeln zu halten. Die Haltung eines einzelnen Chinchillas ist niemals tiergerecht. Leider gibt es aber immer noch viele Menschen, die das anders sehen und viele unterschiedliche Gründe für die Einzelhaft ihres Chinchillas angeben.

Gründe die häufig für die Einzelhaltung genannt werden:

Ich will, dass mein Chinchilla zutraulich wird.

Chinchillas sind keine Kuscheltiere sondern es sind eher Tiere zum beobachten. Ein Chinchilla wird nur dann auf seinen Menschen zugehen, wenn es sich wohl fühlt und Vertrauen zum Menschen hat.

Aber woran erkennt der Mensch das ein Chinchilla sich wohl fühlt? Meinen Sie, dass ein Chinchilla, der stocksteif auf dem Schoß sitzt und sich kraulen lässt sich wohl fühlt?

Nein - der Chinchilla sitzt ruhig auf dem Schoß, weil er keine andere Wahl hat - er hat sonst keine anderen Kontakte, der Halter ist stärker als der Chinchilla und viele Chins geben sich dann einfach auf. Wohl fühlen sie sich dabei aber nicht!

Erfahrungsberichte zeigen ganz deutlich, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ein Chinchilla zahm wird und wirklich gerne zu seinem Menschen kommt, damit zusammenhängt ob es noch ein oder mehrere Artgenossen hat. Denn nur ein zufriedenes Chinchilla wird auch seinem Menschen gegenüber vertrauen aufbauen und seiner Umgebung unbesorgt und neugierig gegenüber stehen. Häufig wird in Foren darüber berichtet, dass ein vormals scheues allein gehaltenes Tier oft nach der Anschaffung eines zweiten Tieres auf einmal auch auf seinen Menschen zugeht. Gerade mehrere Chinchilla geben sich gegenseitig Sicherheit und haben so weniger Angst, ihre natürliche Neugier kommt durch und sie nehmen dann schneller den Kontakt zum Menschen auf. Sieht ein Chinchilla, wie ein Artgenosse auf den Menschen zugeht, wird es sich warscheinlich sogar anschließen, denn es könnte ja sonst was Wichtiges verpassen oder ein Leckerchen zu wenig bekommen.

Mein Chinchilla ist nicht allein, ich spiele oft mit ihm.

Stellen Sie sich einen Menschen vor, der auf einer einsamen Insel lebt und nur ein Chinchilla als gesellschaft hat. Würden Sie sagen, dieser Mensch ist nicht einsam?

Chinchillas sprechen mit ihren Artgenossen. Sie verständigen sich durch eine vielfältige Laut- und Körpersprache, welche kein Mensch nachahmen kann! Chinchillas putzen sich gegenseitig vorsichtig an den Stellen, wo ein Chinchilla sich selber nicht putzen kann, sie kuscheln sich gegenseitig in das Fell des Andern ein und schlafen eng zusammen. Chinchillas spielen miteinander, treiben Schabernack, in einem Verhältnis, welches nur Tiere einer Art untereinander haben können.

Sie werden mit Ihrem Chinchilla wohl kaum nebeneinander auf einer Etage sitzen und ihn beknabbern und sehr wahrscheinlich haben Sie auch kein Fell in das Ihr Chinchilla sich hineinkuscheln kann - und Sie werden Ihren Chinchilla nicht mit einer kleinen Nase beschnuppern und ihm zärtlich über die Ohren lecken - so wie Chinchillas das untereinander tun.

Hinzu kommt das Chinchillas Dämmerungs- und Nachtaktiv sind! Wenn Sie Ihrem Tier wirklich den Partner ersetzen wollten, müssten Sie 365 Tage im Jahr immer von 20.00 Uhr bis 6.00/7.00 Uhr morgens bei und mit Ihrem Tier verbringen. Sie dürften dabei weder lesen, telefonieren, fernsehen oder anderen Aktivitäten nachgehen, sondern müssen sich durchgehend mit Ihrem Tier beschäftigen. Können Sie das? Kein Halter kann dies. Das Tier langweilt sich und dessen mögliche Folgen sind: Fellbeißen, Apathie, Aggressivität, Futterverweigerung, usw..

Mein Chinchilla verträgt sich nicht mit Artgenossen!

Es gibt keinen Chinchilla, das sich nicht vergesellschaften lässt! Wenn sich ein Chinchilla nicht vergesellschaften lässt, kann es mehrere Gründe dafür geben. Oft sind Fehler bei der Vergesellschaftung schuld! Es werden z.B. zwei sich völlig fremde Chinchillas in einen Käfig gesetzt den eins der beiden Tiere als sein Revier betrachtet! Häufig werden auch völlig falsche Kombinationen gewählt und die Tiere haben gar keine Chance, sich zu verstehen.

Eine Vergesellschaftung kann unter Umständen länger dauern und ist oft auch nicht ganz leicht! Aber Sie werden mit einem zufriedenen und glücklichen Tier belohnt. Was ist jetzt aber wenn Sie die Vergesellschaftung richtig durchgeführt haben aber es dennoch nicht funktioniert? In diesem Fall kann es einfach sein, dass sich beide Tiere nicht mögen, denn Chinchillas haben sehr unterschiedliche Charaktere und diese müssen auch zusammen passen. Dies ist ein natürliches Verhalten. Sie müssen weiter nach einem passenden Partnertier such. Oder würden Sie mit einem X-beliebigen Menschen zusammen wohnen wollen?

Ausführliche Informationen zur richtigen Vergesellschaftung von Chinchillas finden Sie hier:
Chinchillavergesellschaftung

Ich habe nicht genug Platz, Zeit und Geld für ein zweites Chinchilla

Dies ist leider ein häufiges Argument, das aber bei einer tiergerechten Haltung niemals auftreten sollten. Denn egal, ob Sie einen oder zwei Chinchillas halten, das Gehege sollte immer mindestens einen m³ groß sein, da Chinchillas viel Platz brauchen. Wenn Sie kein so großes Gehege haben, dann sollten Sie davon absehen Chinchillas zu halten.

Ein zweites Chinchilla benötigt nicht viel mehr Zeit und Geld! Im Gegenteil: Sie müssen kein schlechtes Gewissen haben, wenn Sie in Ausnahmefällen nur 1 Stunde Zeit an einem Abend finden, sich um die kleinen zu kümmern, denn die Chinchillas können sich auch miteinander beschäftigen. Der tägliche Auslauf ist unabhängig von der Anzahl der Tiere, je länger die Tiere frei Laufen können, umso besser geht es Ihnen. Auch muss der Käfig ebenfalls einmal die Woche komplett gesäubert werden und auch die täglichen Arbeiten wie z.B. das Füttern und Wasser welchselfallen bei einem einzelnen Tier an! Zwei Tiere brauchen auch nicht wesentlich mehr Streu und nur der Futterverbrauch verdoppelt sich.

Ich will keinen Nachwuchs oder weiß nicht wohin mit Nachwuchs

Auch dieses Argument verliert schnell an Bedeutung: Chinchillas müssen nicht als Paar gehalten werden. Es ist möglich, die Tiere auch gleichgeschlechtlich zu halten, um somit der Vermehrung aus dem Wege zu gehen und dem Tier trotzdem einen Artgenossen zu bieten. Dabei funktionieren Konstellationen mit zwei Weibchen oder mit zwei Böckchen gleichermaßen unter Berücksichtigung der einzelnen Charaktere.

Paarhaltung ist nur für Züchter zu empfehlen. Wer ein Paar halten möchte, aber keinen Nachwuchs wünscht, kann den Chinchillabock kastrieren lassen. Die Kastration ist bei Chinchillas leider immer noch mit großen Risiken verbunden. Aber statt der Kastration die Tiere einzeln zu halten, dass kann nicht der richtige Weg sein.

Brauchen Sie noch mehr Gründe gegen Einzelhaltung?

Bilder sagen mehr als Worte

©2005 by Nager Info & Natalie Pichl, mit Dank an Jenny Streich und Daniela Klein von der IG Chinchilla