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Chinchillaverhalten

Um Ihren Chinchilla besser verstehen zu können, müssen Sie es gut beobachten. Nur dann erkennen Sie, was Ihr Chinchilla Ihnen durch Körper- und auch durch Lautsprache mitteilen möchte und in welcher Stimmung sich Ihr Tier in dem Moment befindet. Hier finden Sie eine kleine Auflistung typischer Verhaltensweisen und Lautäußerungen.

Körpersprache

Angst/ Abwehr

Ein Chinchilla, das sich in einer Ecke zurückzieht, hat offensichtlich Angst. Sprechen Sie ganz ruhig mit Ihrem Chin und greifen Sie jetzt nicht in das Gehege. Wenn das Tier in dieser stressigen Situation noch zusätzlich bedrängt wird, stellt es sich auf die Hinterbeine und bedroht sein Gegenüber fauchend. Erst wird es die Zähne zeigen und bedrohende Fauchgeräusche von sich geben, anschließend pinkelt es in hohem Bogen in die Richtung des Angreifers.

Hüpfen/Springen

Unbefangen und neugierig hüpfen Chinchillas im Käfig und im Auslauf. Sie freuen sich über alles, was es zu entdecken gibt. Dabei hüpfen sie auf ihren kräftigen Hinterläufen, die Vorderbeinchen haben nur eine stützende Funktion im langsamen Lauf. Beim Springen dient der Schwanz als "Steuerruder", nach hinten ausgestreckt kann das Chinchilla so das Gleichgewicht in der Luft halten.

Männchen machen

Wenn ein Chinchilla "Männchen macht", ist es besonders konzentriert und aufmerksam. Entweder versucht das neugierige Tier so an einen Leckerbissen heranzukommen, oder es ist dabei, etwas Neues und bisher Unbekanntes zu entdecken (dabei stecken Sie ihre schnuppernden Nasen weit vor), oder es wittert Gefahr.

Nahrungsaufnahme

Pellets und Heuhalme werden mit den Zähnen aus dem Napf bzw. der Heuraufe gepickt und sofort in die Vorderpfote genommen. Chinchillas sind sehr geschickt, größere Leckerbissen wie z.B. ein Stück Apfel wird in beiden Händen gehalten und manierlich gefressen. Beim Fressen sitzen die Chinchillas auf den Hinterbeinen mit geradem Rücken und beißen Stück für Stück ab, um es genüsslich durchzukauen.

Probebiß

Jeder unbekannte und neue Gegenstand wird von Chinchillas erstmal auf Essbarkeit überprüft. Nach einem Probebiß entscheidet das Tier, ob der Gegenstand gefressen oder fallengelassen wird.

Auch in einen Finger beißen Chinchillas mehr oder weniger kräftig rein, wenn er durchs Gitter gesteckt wird. Dieser Biß hat aber nichts mit Bissigkeit zu tun, sondern es ist der Gedanke, es könnte etwas essbares sein.

Lautsprache

Feines, leises, kaum hörbares Fiepen = Kontaktlaut eines neugeborenen Chinchillas.

Lautes Quietschen = Neugeborene Chinchillas reagieren mit einem lauten Quietschen auf den Nackenbiß der Mutter. Er wird auch "Belebungsbiß" genannt, die Mutter erkennt an dem Laut, ob das Baby lebensfähig ist oder nicht (wenn nicht, dann tötet sie es hier auch).

Protestschrei, "Quäken" = Ältere Jungtiere zeigen so ihren Protest bei Bedrängung oder Eingeengtheit. Es handelt sich um einen "Tu-mir-nichts"-Laut, der älteren Tieren zeigt, dass es sich nur um ein harmloses Jungtier handelt.

Leise, fiepende Töne, vergleichbar mit denen von Meerschweinchen = Erwachsene Chinchillas reden miteinander in fiependen Tönen verschiedener Tonlagen. Diese Kontaktlaute bestätigen die Zusammengehörigkeit und man hört sie aus jedem Chinchillagehege. Auch beim gegenseitigen Putzen und Kuscheln hört man mitunter diese Laute. Es bedeutet auch, dass die Tiere sich wohlfühlen und zufrieden sind.

Kurzer, hustenartiger Laut = Wenn man einen hustenartigen Laut oder fast Schrei hört, zeigt das Chinchilla gerade seinen Unmut. Entweder stört der Mensch gerade (z.B. den Schlaf) oder der Partner. Anschließend hört man oft ein "Grummeln" im Gehege und die Stimmung beruhigt sich anschließend.

Sehr lauter, hoher, schriller Schrei = Der Warnschrei erwachsener Chinchillas kann in einer Gruppe zu großer Aufregung führen. Ein Tier hat sich erschreckt oder hat Angst und warnt die anderen. Beruhigen Sie die Chinchillas mit ruhiger Stimme, damit bald wieder Ruhe in die Gruppe einkehrt.

Text von Sandra Korndorf


Zusammenleben mit anderen Haustieren

Chinchillas sollten Grundsätzlich nur mit ihresgleichen zusammengehalten werden. Auch wenn sich manche Chinchillas evtl. beim Auslauf gut mit Kaninchen, Meerschweinchen, Ratten, Degus usw. verstehen, gehören sie niemals zusammen in einen Käfig. Verzichten Sie auf Vergesellschaftungsversuche ! Bei ausreichendem Platz können diese Tiere im selben Raum gehalten werden. Obwohl das laute Fiepen der Meeries oder auch das zwitschern von Vögeln die Chins sehr in ihrer Tagruhe stören könnten. Wir empfehlen deshalb die Tiere nicht zusammen in einem Raum zu halten.

Das Hund und Katze den Chins gefährlich werden können, versteht sich von selbst, kennen Sie Ihr Tier so gut, daß sie abschätzen können ob es nur Spiel oder Ernst ist, wenn es dem Chin hinterherjagt? Lassen Sie niemals die Tiere unbeaufsichtigt zusammen laufen. Auch wenn es den Anschein hat als würden sie sich verstehen, kann es schnell zu tödlichen Auseinandersetzungen kommen.