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Erfahrungsbericht

Ein sehr bedenklicher (gefährlicher) "Nager-Snack"; Papaya!

Goldhamster

Die Tatsache, dass ich von einem Verkäufer aus einem Tierfachgeschäft die Information bzw. die Antwort bekam, dass Hamster hin und wieder als Leckerlie getrocknete Mango und Papayastückchen fressen dürfen, veranlasste mich, diese Tütchen, die im Nagerbereich standen, für meinen Hamster zu kaufen. Ich dachte mir, dass diese so frisch aussehenden Früchte vielleicht etwas unbedenklicher sind, als Hamsterwaffeln, Drops & Co., die Buddhi Kleinehamsterin nie bekam. Somit wollte ich ihr zu ihrem 1  Geburtstag etwas mit nach Hause bringen, dass für die kleine Fellnase so richtig etwas Besonderes ist. Eben mal eine kleine "leckere Sünde" als Geschenk.

Zuerst kaufte ich die Mangostückchen. Laut dem Tierfachverkäufer sollte der Hamster davon nur ein Stückchen pro Woche erhalten. Da die Mangostückchen meiner Hamsterin gut zu schmecken schienen, kaufte ich ca. zwei Monate später auch ein Tütchen "Nager-Snack Papaya". Diese Papayastückchen schienen das absolute "Lieblingsgericht" von Buddhi zu sein, wenn sie auch "nur" ein Stückchen pro Woche davon erhielt. - März 2012 -

Etwa einen Monat später kam Buddhi eines Abends aus ihrem Häuschen und zitterte am ganzen Körper; auch der Kopf zitterte. Ich dachte zuerst, dass ich zur Tierklinik fahren muss, jedoch war das Zittern nach ca. 3 - 4 Minuten wieder komplett weg. Buddhi lief wieder sehr energisch durch ihren Käfig und wollte dann - wie jeden Abend - in ihr großes Gehege gehoben werden. Dennoch machte ich mir natürlich Gedanken darüber, was der Auslöser für dieses Zittern sein konnte; hatte jedoch (noch) keine Erklärung dafür. Eine Woche später kam Buddhi abends aus ihrem Häuschen und ihr ganzer Körper wackelte vor lauter Atemnot. Ihre Schleimhäute (Nase und Mund) waren blau angelaufen und sie schien unter sehr starken Schwindelgefühlen zu leiden. Ich fuhr direkt in die Tierklinik. Dort wurde mir gesagt, dass Buddhi sehr wahrscheinlich eine Lungenentzündung oder einen (schon angeborenen) Herzfehler habe. Sie bekam eine Entwässerungsspritze und Antibiotikum, dass ich auch weitere sechs Tage verabreichen sollte. Nach ca. zwei Stunden schien es Buddhi wieder richtig gut zu gehen; sie lief so energisch wie zuvor. Über diese relativ schnelle Besserung war ich sehr erstaunt; natürlich auch sehr erfreut. Sowohl die Atemnot als auch die blau angelaufenen Schleimhäute waren wieder völlig abgeklungen. Die folgenden Abende verliefen sehr unterschiedlich; entweder kam Buddhi nur aus ihrem Häuschen, um ihr Futter einzusammeln oder sie lief vorher noch ein paar Runden in ihrem Gehege. Die Atemnot war von Abend zu Abend unterschiedlich stark ausgeprägt. Einen Zusammenhang erkannte ich (derzeit) noch nicht. Um den Verlauf etwas abzukürzen: Es folgten noch zwei weitere Besuche nachts in der Tierklinik; mittlerweile lautete die Diagnose: Herzproblem - sehr wahrscheinlich angeboren. Angeborene Herzfehler seien laut der Tierärztin sehr häufig bei Hamstern. Davon hatte ich zuvor nichts gemerkt und stellte diese Diagnose auch (eigentlich) sehr in Frage. Ich suchte anschließend noch zwei andere Tierärzte auf; Diagnose zum "Schluss": Gebärmutterentzündung. Die Tierärztin hörte Buddhi sehr lange ab und sagte, dass das Herz ganz normal und gut schlagen würde, mit dem Bäuchelchen jedoch etwas nicht stimmen würde, da es so dick und so hart sei. Buddhi fraß und trank kaum noch und hatte sehr abgenommen. Die Ärztin verschrieb Antibiotikum und ich sollte Buddhi Rotlichtlampenlicht anbieten.

Diese Diagnose gab mir wieder ein wenig mehr Hoffnung; denn sie hörte sich "heilbar" an und ich dachte, wenn Buddhi die enorm heftige Atemnot und zusätzlichen Kreislaufprobleme überstanden hat, dann ist vielleicht das Schlimmste überstanden. Mein Gefühl war jedoch durchgängig, dass mit dem Magen etwas nicht stimmt; leider gingen die Tierärzte nicht sehr darauf ein. Ich mache jedoch keinem Tierarzt einen Vorwurf; denn sie wussten ja nicht, dass das Tier etwas gefressen hatte, dass es absolut nicht fressen darf und es gab ja "genügend Diagnosen".

Da ich den gesamten Krankheitsverlauf von Buddhi, der schon fast 3,5 Wochen anhielt, immer merkwürdiger fand - auch das Zittern ganz zu Beginn und die unterschiedlichen Diagnosen bzw. Krankheitsverläufe, googelte ich im Internet. Ich hatte bei allen Tierärzten immer wieder mit angegeben, dass ich u. a. ein Magen-Darm-Problem vermute, da Buddhi Schmerzen zu haben schien, wenn sie etwas fraß oder trank. Als ich dann eine Internetseite mit Informationen zu Papaya gefunden hatte, bekam ich einen "kleinen" Schock. Auf dieser Seite stand, dass Hamster keine Papaya fressen dürfen. Würden sie es fressen, wäre der Krankheitsverlauf folgender: "Es beginnt mit einem starken Zittern, es folgen Atemnot und Herzprobleme, schwere Magen-Darm-Probleme und andere schwere Erkrankungen, die meist zum Tode des Tieres führen." Als ich dann auf andere Internetseiten ging - Hamster und Papaya eingab - , und in verschiedenen Hamsterbüchern recherchierte, bestätigte sich der Hinweis. Die Einträge reichten von der Beschreibung "ungeeignet". "auf gar keinen Fall geben" bis "giftig" (siehe auch: Hamster Info Frischfutterliste/ Unverträgliches Obst). Der oben beschriebene Verlauf war der gleiche, den Buddhi durchgemacht hat.

Nun erkannte ich auch den Zusammenhang zwischen dem Fütterungszeitpunkt von den Papayastücken und u. a. der heftigen Atemnot von Buddhi. Die Papayastückchen (Volumen teilweise ca. 1 Kubikzentimeter) gab ich Buddhi freitags oder samstags - am Wochenende war der gesundheitliche Zustand von Buddhi stets am schlimmsten. So dachte ich mehrmals, "gerade wieder am Wochenende, wo kein Tierarzt Sprechstunde hat, geht es Buddhi wieder so schlecht" und suchte deswegen mehrmals die Tierklinik auf. Erst im Nachhinein wurde mir bewusst, dass ich einen Gesundungsprozess bei Buddhi durch die Gabe eines "Futtermittels" verhindert bzw. "eine Krankheit" damit ausgelöst habe und sie über einen Zeitraum von ca. zwei Monate "selber damit langsam vergiftet habe".

Da ich mittlerweile (nach 3,5 Wochen) nun erfahren hatte, dass Papaya nicht an Hamster gefüttert werden darf, sagte ich der Ärztin, dass Buddhi sehr wahrscheinlich durch das Fressen von Papaya "vergiftet" worden sei. Die Ärztin sagte mir, dass sie nicht glauben könne, dass Tierfutter hergestellt und angeboten werde, dass für die Tiere so schädlich ist.

Ich denke, gerade weil man dies nicht glauben kann - ich zuerst ja auch nicht - stellt man es nicht in Frage. Deswegen ist es mir so wichtig, diesen Erfahrungsbericht zu schreiben.

Leider habe ich mich auf den "Tierfachverkäufer" verlassen bzw. auf die Tierfutterfirma, die dieses Produkt "Papaya" für Hamster (und andere Nager) anbietet bzw. herstellt. Verhängnisvoll ist auch, dass Buddhi diese Papayastücke sehr gerne gefressen hat; ich denke, sie ist hier nicht die große Ausnahme. Ich schreibe diesen Erfahrungsbericht, weil die Tierfutterfirma (deren Namen ich nicht nennen möchte - hier wurde mir schon mit dem Anwalt gedroht) Papaya auch weiterhin für Hamster anbietet und um andere Fellnasen davor zu bewahren und auch deren Besitzer vor so einem "verwirrenden und schrecklichen Krankheitsverlauf" zu warnen und zu verschonen.

Im Mai 2012 ging Buddhi Kleinehamsterin über die Regenbogenbrücke. Trotz ihrer enormen Bemühungen hat sie es leider nicht geschafft. Eins würde sie mit Sicherheit noch sehr gerne an alle ihre Hamsterkumpels weiter tragen: "Papaya schmeckt zwar super gut, jedoch erhält diese Frucht besondere Enzyme, die unsere Eiweißbausteine enorm angreifen und unser Immunsystem ruinieren." Für mich unbegreiflich, wie eine Tierfutterfirma Futter anbieten "darf", das den Tieren (hier Hamstern) nicht gefüttert werden darf und den Tieren so schadet!!! Sowohl die Tierfutterfirma als auch der Geschäftsführer des "Tierfachgeschäftes" schien dies nicht wirklich zu interessieren. Wenn die Tierfutterfirma dies für Hamster anbieten würde, wäre dies wohl richtig, wurde mir gesagt. (In einer anderen Filiale wurde mir für den Hinweis sehr gedankt; die Papayastückchen stehen dort nun beim Papageienfutter.) Von der Tierfutterfirma wurde mir am Telefon gesagt, dass der Tierhalter selber dafür verantwortlich sei, was er seinem Tier gibt. Sehr paradox meines Erachtens, denn den Tierfachverkäufer hatte ich extra (sicherheitshalber) gefragt, ob Papaya auch dem Hamster gefüttert werden darf und die Tierfutterfirma bietet es für Hamster (und andere Nager) an und legt die Verantwortung dafür in die Hände des Tierhalters.

Alles Gute für Sie und Ihr(e) Tier(e)!
Mit freundlichen Grüßen
Juliane Gillissen (und Buddhi Kleinehamsterin)
Bei Fragen dazu stehe ich gerne zur Verfügung.
Mobil: 0176 400 723 29