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Gebärmutterentzündung (Endometritis) beim Goldhamster

Kranheitszeichen:
Eitriger oder blutiger Scheidenausfluss ist das Hauptmerkmal einer Gebärmutterentzündung, meist verbunden mit starker Geruchsbildung. Weitere Krankheitszeichen können sein: verschmierte, schmutzige Anal/Geschlechtsregion, Aktivitätsverlust und Futterverweigerung, Gewichtsverlust, Druckempfindlichkeit am Bauch, massive Umfangsvermehrung am Bauch, gekrümmte Körperhaltung.

Ursachen:
Bakterielle Erreger dringen an den Empfängnissbereiten Tagen (ca. alle 4 Tage) in die Gebärmutter ein und sorgen für eine Entzündung. Meist lassen sich Staphylokokken, Streptokokken und Pasteurella Pneumotropica im Ausfluss finden. Unsaubere Haltung, Stress und häufige Schwangerschaften scheinen eine Gebärmutterentzündung zu begünstigen. Bei älteren Tieren ab 6 Monate kommt es häufiger zu so einer Entzündung.

Achtung:
Während der Empfängnisbereitschaft (Östrus) des Weibchens, fließt ein durchsichtiger Schleim aus der Scheide (Vulva). Dieser kann am folgenden Tag dicklich, zäh und gelblich sein und kann bei flüchtiger Betrachtung mit Eiter verwechselt werden. Dieser Ausfluss ist unbedenklich.

Behandlung:
Werden Anzeichen für eine Gebärmutterentzündung bei einem Goldhamsterweibchen beobachtet, ist unverzüglich ein Tierarzt aufzusuchen!

Eine unbehandelte Gebärmutterentzündung führt unweigerlich zum Tod des Tieres!

Der Tierarzt wird ein Antibiotikum spritzen oder oral eingeben. Meist erfolgt die Behandlung mit deinem Antibiotikum über einen Zeitraum von ca. 7 - 10 Tagen. Gute Erfahrungen haben wir mit Chloramphenicol gemacht (Dosierung 2- 5 mg pro 100 g Körpergewicht, bei einem mittelgroßem Hamster wären das z.B. 0,3 ml Chloropal forte ad us. vet., Suspension®). Ebenfalls geeignet: Marbofloxacin (Marbocyl® 2% Injektionslösung, Dosierung: 0,1 ml/kgKM) und Enrofloxacin 5 mg/KM (Baytril® Dosierung: 0,5% orale Lösung, 0,3 ml/kgKM oder Baytril® (nicht zugelassen!) 2,5%, Injektionslösung, 0,3 ml/kgKM; oder Enrobactin® - Konzentrat, muss entsprechend verdünnt werden). Häufig wird empfohlen, ein Antibiotikum über das Trinkwasser zu verabreichen, da Hamster kaum Trinkwasser aufnehmen, reicht diese Behandlung nicht aus! Das Antibiotikum muss unbedingt direkt verabreicht werden - eine Verabreichung über das Wasser ist nicht sinnvoll! Siehe auch: Medikamentengabe. Führt diese Behandlung nicht innerhalb weniger Tage zu einer deutlichen Verbesserung des Gesundheitszustandes, sollte dringend ein Abstrich untersucht werden, um die genaue Keimbesiedelung fest zu stellen und ggf das Antibiotikum zu wechseln.

Wenn es der Gesundheitszustand des Tieres zulässt und die Antibiotikumgabe nicht hilft, dann wäre die operative Entfernung der Gebärmutter (also eine Ovarohysterektomie) eine weitere Möglichkeit, dem Tier zu helfen.

Eine Gebärmutterentzündung ist immer mit starken Schmerzen verbunden, es hat sich von daher als sinnvoll erwiesen, dem Hamster ein Schmerzmittel zu verabreichen! Gut geeignet wären hier Meloxicam (Metacam®), Carpophen (Rimadyl®) oder Metamizol (Novalgin®). Wenn der Hamster sehr inaktiv ist, die Nahrung verweigert und sichtbare Schmerzen hat, muss der Halter unbedingt auf die Gabe eines Schmerzmittels bestehen!

Wenn das Tier zu wenig oder gar nicht frisst, bzw. zu stark abnimmt muss es Zugefüttert werden, damit die Darmtätigkeit nicht zum Erliegen kommt und das Tier bei Kräften bleibt. Oft reicht es schon aus, Päppelbreie anzubieten: Mehr Informationen dazu finden Sie hier: Zwangsernährung von kranken Hamstern.