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Grundsätzliche Infos zu Trockenfutter

Der Hamster benötigt täglich etwa 15 - 20 g Futter, darin sollten ca. 20 % Rohprotein, 65 % Kohlenhydrate und höchstens 5 % Fett enthalten sein. Dazu noch ca. 8 - 10 % Rohfaser. (Quellen: Gabrisch und Zwart, Zoll, Hartmann).

Um diese Werte zu erreichen und gleichzeitig dem natürlichen Futterspektrum gerecht zu werden orientieren wir uns an dem natürlichem Futterspektrum des syrischen Goldhamsters. Diese Hamster ernähren sich im Sommer in erster Linie von Gräsern, Blättern, Kräutern, Beeren, selten Obst und Gemüse, noch seltener Nüsse oder Kerne, dazu Insekten (können im Sommer ca 40 % der Nahrung ausmachen) und relativ wenig Getreide (Quellen: Kittel, Gattermann). Allerdings hängt ihre Ernährung sehr stark davon ab, an welchem Feld sich der Hamster angesiedelt hat, lebt er in unmittelbarer Nähe eines Getreidefeldes, wird er mehr Getreide fressen, Hamster im Melonenfeld, ernähren sich gern von Melonen (Quelle: Gattermann). Im Winter ernährt er sich während der "Winterschlafphase" in erster Linie von den eingelagerten Kleinsämereien, Getreide, wenig Kernen (ebenso Mais) sowie trockenen Früchten und Kräutern.

Dem kann und sollten wir in der Heimtierhaltung gereicht werden, aber eine 1:1 Umsetzung dieser Ernährung wäre nicht sinnvoll. In der Heimtierhaltung setzt ein Goldhamster seine Energien anders ein. Er benötigt deshalb weniger Proteine und Fette. Um das zu verdeutlichen: In freier Wildbahn muss ein Hamster im Sommer mehr protein- und fetthaltige Nahrung aufnehmen. Denn er muß in der Zeit Futter sammeln, Kinder zeugen und großziehen, sich gegen Fressfeinde und Jäger wehren, Baue anlegen und sein Revier verteidigen etc... dies muss er in Gefangenschaft nicht und so ist dort sein Energiebedarf anders einzuschätzen.

Trotz dieser Diskrepanz haben wir uns an der natürlichen Nährstoffzusammensetzung orientiert. Wir haben einen Querschnitt des Futterspektums gebildet (da wildlebende Hamster sich ja zu jeder Jahreszeit anders ernähren und unsere Heimtiere eher ein breites Spektrum aller Futtermittel bekommen sollten). Dann wurden Pflanzen aus Aleppo mit einheimischen Pflanzen (anhand von Tabellen die den Nährstoffgehalt der Pflanzen genauer angeben) verglichen, wir haben z.B. geschaut, welche Ausländischen Samen mit welchen hier im Handel erhältlichen Samen substituiert werden können. Anschließend wurden die ersten Futtermischungen erstellt und den Hamstern gegeben. Dabei konnten wir fest stellen, dass alle getesteten Hamster sehr unterschiedliche Futterkomponenten bevorzugten. Vor allem waren sich die Hamster bei den beigefügten Kräutern uneinig (da gibt es auch deshalb immer noch keine abschließend als gut befundene Mischung, es muss wohl jeder Halter selber testen, was sein Hamster mag).

Wir sind also mit unserer Futtermischung einen Kompromiss zwischen dem Bedarf eines wildlebendem Hamsters, dem Bedarf eines Hamsters in Heimtierhaltung und den vorhandenen Futtermitteln eingegangen. Wir haben heimische Getreidesorten und div. Kleinsämereien genommen, dazu Kräuter und Trockengemüse und Obst und Flocken, dies entspricht zwar nicht ganz dem natürlichem Futtersprektrum, aber es enthält die benötigten Rohstoffe s.O.. Unser Futter ist nicht zu fetthaltig und enthält dringend benötigte Mineralien und Vitamine, (welche sonst künstlich ins Futter gemischt werden) in den Trockenkräutern. Dazu gibt es von allen Sämereien und Futterkomponenten verschiedene Varianten, damit der Hamster eine kleine Auswahl hat und nicht täglich das Selbe fressen muss. Je mehr verschiedene Futterkomponenten ein Futter enthält, umso gesünder und abwechslungsreicher kann sich der Hamster ernähren. Professor Gattermann hat fest gestellt, dass sich Hamster, die ein breites Futterspektrum vorfinden, nicht einseitig ernähren und es dort nicht zu Fettleibigkeit oder Mangelerscheinungen kommt. Hamster die sich einseitig ernähren, haben meist einfach keine Auswahl, die ihnen zusagt und greifen dann nicht selten nur auf fett- oder zuckerhaltige Bestandteile im Fertigfutter zurück.

An unseren Rezepten haben wir also lange gearbeitet und geforscht, wir sind uns auch noch nicht sicher, ob es so die letzte Variante ist, denn wir lernen ja nie aus. Es ist auf alle Fälle fettarmer und gesünder als die meisten im Handel angebotenen Fertigfutter. Bei der Futtermittelherstellung wird unserer Ansicht nach eher Rücksicht auf die Weltmarktpreise für Getreide genommen, als auf die Gesundheit der Tiere (denn Trockenkräuter und Früchte findet man nur selten, Gemüse meist nur aufgepoppt und in geringen Anteilen - allgemein sind die meisten Fertigfuttermischungen sehr einseitig und minimalistisch).

Schwangerschaft, Jungenaufzucht, alter Hamster - was ist zu beachten?

Während der Schwangerschaft und Jungenaufzucht benötigen Zwerghamsterweibchen mehr Eiweiss und Fett. In der Zeit sollte täglich Eiweissfutter (im Idealfall Mehlwürmer und andere Käferlarven) gereicht werden.

Ältere Hamster werden mit der Zeit etwas inaktiver, sie haben einen niedrigeren Stoffwechsel, werden aus der Zucht genommen und benötigen dann weniger Fett und Eiweiss. Tiere ab dem ersten Lebensjahr sollten also weniger fetthaltige Kerne, weniger Mehlwürmer und Käferlarven und dafür mehr Kleinsämereien bekommen.

Grundsätzlich muss jedes Hamstertrockenfutter durch Frischfuttergaben ergänzt werden!

Eine Liste mit Fertigtrockenfuttermischungen die ebenfalls als Grundfutter geeignet sind, finden Sie hier: Hamsterfutter

Welche Bestandteile im Trockenfutter unter Anderem enthalten sein können, können Sie in dieser Liste nachlesen: Hamster Info Futterliste