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"Die Hoffnung stirbt zuletzt."

Ein Erfahrungsbericht über eine Tumoroperation bei einem Goldhamster von Sonja Pöllmann

"Sehen Sie, hier, die angezeichnete Stelle, das ist der Tumor.", erklärte der TA und deutete dabei auf den Bauch meiner Kleinen am Bildschirm des Ultraschallgerätes. Ich war fassungslos, denn damit hatte ich auf keinen Fall gerechnet, wir waren doch nur mir ihr zum Tierarzt gegangen weil sie Durchfall hatte. Schützend drückte ich meine Kleine an mich und fragte, wie wir ihr denn jetzt helfen könnten. Er sagte, dass er das Tier nicht in diesem Zustand lassen könnte, denn keiner von uns wusste, ob und wie stark das Tier leidet.

Es blieben nur mehr folgende Möglichkeiten über: das Tier einfach einzuschläfern und von seinen Schmerzen zu befreien oder eine Operation durchzuführen, die zweifellos sehr riskant war. Der Tierarzt gab mir zu bedenken, dass er den Tumor nur entfernen kann, wenn er nicht im Darm verwachsen ist. Es war also nicht sicher, ob sie die Operation überleben wird. Doch sie hatte zumindest eine Chance und die wollten wir ihr geben. Daher vereinbarten wir, den Hamster einen Tag später in der Tierklinik abzugeben, damit er am Tag darauf operiert werden konnte.

Der Abend nach dem Tierarztbesuch war schrecklich, obwohl der Tierarzt ein sehr kompetenter Mann war und auf mich einen sehr erfahrenen Eindruck machte. Schließlich wusste weder er noch ich, auf was er sich da genau einlässt. Der Kleinen ging es nicht besonders gut, sie zog sich sehr zurück. Sie verbrachte den Abend in ihrem Nest, ohne sich auch nur einmal zu zeigen, entweder, weil sie Schmerzen hatte oder sie war vom Arztbesuch noch etwas verwirrt. Vielleicht spürte sie auch, wie besorgt und nervös alle um sie herum waren.

Erleichtert stellte ich am nächsten Morgen fest, dass es Hamsti noch gut ging und dass sie Nahrung zu sich nimmt. Am Nachmittag bereitete ich den Käfig für die Zeit nach der Operation vor, was eine komplette Reinigung bedeutete. Ich nahm Heu und Streu heraus und ersetzte es durch Handtücher und Taschentücher. Sie war am Anfang sehr entsetzt darüber, gewöhnte sich dann aber bald an das "neue Leben in weiß".

Es war sehr schwer, mich von der Kleinen zu trennen. Der Arzt klang zuversichtlich, das beruhigte mich etwas. Er brachte sie dann in den Raum, in dem sie die Nacht verbringen würde. Wir vereinbarten, dass ich sie morgen Abend abholen würde, denn er operiere sie schon sehr früh.

Ich konnte dann aber doch nicht bis zum Abend warten und beschloss, in der Tierklinik anzurufen. Ein Anruf, der mir nicht leicht fiel. Doch, als mir der Arzt dann mitteilte, dass die Operation zwar nicht einfach war, er jedoch den Tumor völlig entfernt habe, waren alle Bedenken vergessen. Am wichtigsten war ja, dass die Kleine schon wieder zu fressen begonnen hatte und dass es ihr gut ging. Da der Arzt sie aber erst um 2 operieren konnte, war sie am Abend noch etwas von der Narkose benommen. Außerdem wollte ihr der Arzt noch Antibiotika verabreichen. Deshalb beschlossen wir, sie noch eine Nacht dort zu lassen.

Es war ein schönes Gefühl, als ich sie am nächsten Tag in Empfang nehmen und mich selbst davon überzeugen konnte, dass es ihr gut geht. Sie ist viel schlanker als vorher, denn der Arzt musste mit dem Tumor auch die ganze Gebärmutter entfernen, um eine Neubildung des Tumors zu verhindern.

Sie ist noch genauso lebhaft wie früher, man kann wirklich sagen, dass man ihr das doch schon sehr hohe Alter (23 Monate) nicht ansieht. Seit der Operation nehme ich mir noch mehr Zeit für sie und mich freut jeder Tag, an dem sie gesund und zufrieden aus ihrem Haus schaut. Als ich geglaubt habe, sie zu verlieren, ist mir richtig bewusst geworden, wie sehr sie mir in den 2 Jahren ans Herz gewachsen ist.

Ohne Operation wäre sie wahrscheinlich innerhalb sehr kurzer Zeit an dem schnell wachsenden Tumor gestorben.