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"Bonnie" oder "Wie alles begann"

Ein Erfahrungsbericht über ein krankes Kaninchen, wie es behandelt wurde und warum es 6 Monate allein leben musste.

Am 28.08.2002 gingen wir in ein Zoogeschäft und haben uns die Kaninchen angeschaut. Da saß SIE, ein kleines süßes weißes mit braunem Streifen auf dem Rücken handvoll Etwas - viel, viel kleiner als die anderen und bewegte sich kaum. Auf Nachfrage bei dem zuständigen Mitarbeiter für Kaninchen warum sie denn so viel kleiner als die anderen wäre und sie wäre doch sicher keine 8 Wochen alt, bekam ich die Antwort "doch, doch, sie ist schon 8 Wochen, sie kommt nur aus einem sehr großen Wurf".

Natürlich wurde sie gleich mitgenommen und von da an war ich neue Kaninchenhalterin. Ich taufte das kleine Fellbündel Bonnie. Zuhause angekommen, haben wir sie in ihren riesigen Käfig gesetzt und in Ruhe gelassen. Bonnie war total verängstigt, aber war ja auch kein Wunder nach so einem Umzug.

Da Bonnie aber offensichtlich krank war, ging ich mit ihr zum Tierarzt. Dieser teilte mir direkt mit, dass Bonnie sicher, wenn überhaupt, gerade mal 4 Wochen alt war und Kokzidien (Einzeller im Darm) hatte, er meinte, dass wohl auch ihre Mutter schon krank gewesen sein sollte. Es folgten 3 Wochen Behandlung und Bangen ob sie überhaupt überlebt. Zwischenzeitlich fraß sie mal nicht mehr, da wurde sie von uns mit Möhrenbabybrei gepäppelt. Wir hatten großes Glück, Bonnie schaffte es.

Leider war sie nicht völlig ausgeheilt, sie hatte noch sehr oft Kokzidien. Zum Glück kenne ich ja mittlerweile die Anzeichen und bin immer SOFORT zum Tierarzt gegangen. Wir bekamen es jedes mal in den Griff. Nur leider war kein Tierarzt auf die Idee gekommen ihren Darm nach den ganzen Antibiotika-Behandlungen wieder aufzubauen (zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass das nötig ist) oder uns über tiergerechte Ernährung aufzuklären. Die Aussage der Tierärzte war: morgens und abends eine handvoll Trockenfutter und wenn sie damit nicht mehr satt wird, dann erhöhen.

Zur anfänglichen Einzelhaltung und Vergesellschaftung:

Bonnie wurde anfangs alleine gehalten. Wir haben bei mehreren Tierärzten nachgefragt, ob sie denn keinen Partner braucht und überall haben wir die Antwort bekommen, "nein, so wie die auf sie fixiert ist, braucht die keinen Partner." Dazu muss ich erwähnen, dass Bonnie sich wie ein Hund benimmt. Sie hört aufs Wort, läuft mit in jedes Zimmer, legt sich zu uns auf die Couch, fordert ihre Schmuseeinheiten ein und knutscht uns auch ganz herrlich ab - und wehe man beschäftigte sich mal kurz nicht mit ihr, dann machte sie sofort etwas kaputt um wieder Aufmerksamkeit zu bekommen.

Aber nach ca. 6 Monaten, als Bonnie in die Pubertät kam, wurde sie langsam unausstehlich. Wir sind dann mit ihr zu einer Heilpraktikerin gegangen, die uns darüber aufklärte, dass ihr der Partner fehlen würde, sie wäre unzufrieden. Also sind wir zwei ab ins Tierheim (Zoogeschäft kommt für uns nicht mehr Infrage) und haben einen Partner ausgesucht, ein Zwergkaninchen - schwarz mit weißer Nase. Er sollte es sein, sofern es denn wirklich ein Männlein wäre. Die Helferin meinte, das Kaninchen wäre ein Weibchen (das Kaninchen wurde mit drei anderen Weibern in einem Käfig abgegeben). Ich wollte jedoch sicher gehen, denn wie will man sich bei den vielen Tieren merken ob es Männlein oder Weiblein sind? Wir fingen es ein und ich erkannte schnell, dass er doch ein Rammler war. Da er in dem großen Auslauf war, in dem nur kastrierte Rammler und Weiber zusammenlaufen, fragte ich denn, ob er nun auch kastriert wäre, da er ja in dem Gehege sitzt. Diese Frage wurde mit einem Ja beantwortet, aber wie sich dann herausstellte, war er es nicht. Man sagte mir, ich könne mir dann ein anderes Tier aussuchen, aber nein, das kam für mich überhaupt nicht in Frage. Er wurde mitgenommen und kastriert. Beim TA stellte sich dann auch heraus, dass er vom Kopf an Bisswunden hatte. Er zog also bei uns ein und wurde Clyde getauft.

Nach einer Zeit der Getrennthaltung, kastrierte Männlein haben ja noch eine Zeit lang einen "goldenen Schuss", kam die Zusammenführung. Wir ließen sie bei einer Freundin im Garten laufen und auskämpfen wer der Boss ist. Für meinen Partner und mich war es nicht gerade toll das mit anzusehen. Meine Freundin versicherte mir (sie hat selber auch Kaninchen und kennt sich mit der Vergesellschaftung aus), dass das, was da "abgeht" doch harmlos wäre. Es wurde ein bisschen in den Popo gezwickt, ein bisschen Fell flog rum, es wurde ein paar mal gerammelt und gut war es. Ein paar Tage später waren die zwei schon ein Herz und eine Seele. Sie kuscheln und haben sich lieb, lecken sich ab. Und nun darf er auch noch zusätzlich zu uns ihre deutlich geäußerten Streicheleinheiten Wünsche erfüllen. Wir ärgern uns, dass wir ihr nicht schon früher einen Partner gegeben haben. Bonnie wurde wieder super zutraulich und lieb und dazu auch noch glücklich. Von wegen Kaninchen können alleine gehalten werden, so ein Schwachsinn!

Mit Clyde haben wir nun auch riesen Fortschritte gemacht. Er war absolut scheu. Wir konnten uns keine 3 Meter an ihn nähern, er haute sofort voller Angst ab. Ein halbes Jahr haben wir gebraucht, bis wir es schafften, dass er nicht mehr abhaute und sogar zu uns hin kam. Nur anfassen konnten wir ihn nicht. Das hat noch 6 weitere Monate gedauert. Ein Schmuser ist er nicht geworden, aber er vertraut uns! Ich hoffe, das gibt allen Hoffnung, die ein so scheues Tier haben. Man braucht viel Zeit und Geduld, aber es lohnt sich!

Seit Bonnie dann mit Clyde zusammen saß, wurde sie weniger krank.

Ein Tierarztbesuch mit Folgen:

Ostern 2004 gingen wir zu einer Sammelimpfung. Leider benutzte der Tierarzt für alle Kaninchen ein und dieselbe Spritze. Mir war zwar unwohl, aber alle anderen Halter stellten sich auch nicht an und ich dachte nur bei mir, sei nicht so penibel. Ich hätte auf meine innere Stimme und meine Vernunft hören sollen, natürlich blieb die Fahrlässigkeit des Arztes nicht ohne Folgen. Bonnie bekam eine Augenentzündung; Clyde bekam erhöhte Temperatur, Bonnie bekam dann auch Fieber. Clyde hatte eine Pocke mit flüssigem Inhalt am Ohr. Bonnie bekam auf einmal am Körper blutige Stellen. Bonnie hatte des öfteren wieder Kokzidien, außerdem wurden bei ihr noch Wurmeier festgestellt.

Anschließend hat Bonnie jetzt momentan aktuell Haarlinge. Außerdem wurde sie vor kurzem (Juli 2004) in Narkose gelegt um ihre eitrigen Ohren ausgespült zu bekommen. Dabei wurden ihr auch die Backenzähne gekürzt.

Ich möchte noch kurz hinzufügen, dass ich nicht behaupten will, dass das alles was mit dem Impftag zu tun hat! Dies steht nur bei der Augenentzündung (hatten viele Tiere nach dem Impftag) und der Impfmyxomatose (aufgrund der Impfung) fest!

Seit Ostern ist Bonnie leider am laufenden Band krank; und immer wieder hatte sie neue Krankheiten.

Kurzbeschreibung der Behandlungen:

Für die Augenentzündung bekam ich ein Mittel, dass ins Auge getropft wurde; leider erbrachte das keine Besserung. Nach 14 Tagen meinte der damalige behandelnde Tierarzt, es wäre ja nun auch nicht schlechter geworden, ich solle das Mittel doch einfach mal weglassen und sehen was dann passiert, daraufhin habe ich den Tierarzt gewechselt. Es stellte sich übrigens im Nachhinein noch heraus, dass auch viele andere Tiere nach diesem Impftag Augenentzündungen hatten, nur gingen die bei den anderen innerhalb von 3 Tagen Behandlung weg. Irgendwann war auch bei Bonnie die Augenentzündung weg, ich war zu einer Heilpraktikerin gegangen, die mir ein Homöopatisches Medikament für sie mitgegeben hatte. Bonnie und Clyde bekamen gegen das Fieber ein Antibiotikum. Innerhalb von 3 Tagen erbrachte diese Behandlung Erfolg.

Clydes Pocke wurde geöffnet und die Flüssigkeit rausgedrückt, ab da heilte es.

Das mit Bonnie war allerdings nicht so ganz leicht. Es bedarf dreimaligen Wechsel des Tierarztes bevor ich wusste was die blutigen Stellen waren - eine Impfmyxomatose. Der neue TA erklärte mir, dass aufgrund der Tatsache, dass nicht nur der Impfstoff dem Tier zu schaffen machte (jede Impfung ist für ein Tier sehr anstrengend), sondern auch noch andere Keime, die durch die verschmutzte Impfnadel in das Tier gelangten. Sie bekam eine Impfblockade gespritzt und ich bekam noch einige andere Mittel. Nach mehrwöchiger Behandlung und zurückgebliebenen kleineren Löchern in den Ohren haben wir es dann geschafft, die Stellen fingen an abzuheilen.

Gegen Kokzidien und Wurmeier wurden beide mit Panacur behandelt und nach einer Woche war das auch erledigt.

Bonnies eitrige Ohrenentzündung wurde zuerst mit einem Mittel behandelt, dass in die Ohren kam. Leider hat die Behandlung nichts genützt. (Die TÄ hatte mich schon vor der Behandlung darauf hingewiesen, dass es sein könnte, dass das nicht hilft. Kanincheneiter ist sehr zähflüssig und schlecht loszuwerden. Sie berichtete mir von einer anderen Kaninchenbesitzerin, deren Kaninchen auch mit eitrigen Ohren zu kämpfen hatte. TÄ und Besitzerin haben alles mögliche probiert den Eiter wegzubekommen, aber es half nichts. Das einzige was nicht probiert wurde, war die Ohrspülung unter Narkose. Das Tier war schon acht Jahre alt und die Besitzerin wollte das Narkose-Risiko nicht mehr eingehen (was ich durchaus verstehen kann). Außerdem erklärte die TÄ mir, dass darüber (so gut wie) nichts in Lehrbüchern zu finden sei. Auch beim Erfahrungsaustausch mit anderen Ärzten konnte sie über Behandlungsmethoden nicht mehr erfahren. Das Problem ist wohl, dass die meisten Tierärzte nicht mit dem richtigen Gerät in den Ohren nachschauen. Die meisten benutzen dafür wohl das Hund-, bzw. Katzengerät. Die "Düse" ist aber gar nicht lang genug um wirklich ins Kaninchenohr gucken zu können. Man braucht ein extra Gerät für Kaninchen und das haben wohl die meisten nicht...). Die Ohren waren so voller Eiter, dass die Flüssigkeit nicht bis ins Ohrinnere kam. Aus oben genanntem Grund war ich damit einverstanden Bonnie in Narkose zu legen. Ich hatte nicht vor Bonnie mit vielen evtl. nutzlosen Behandlungen zu stressen. Sie wurde in Narkose gelegt und ihr wurden die Ohren ausgespült. Danach haben wir sie noch eine Zeit lang mit dem Mittel behandelt und der Eiter kam nicht wieder. Allerdings hat sie momentan vermehrte Schmalzbildung im Ohr. Sie bekommt jetzt zweimal die Woche Ohrreiniger ins Ohr und wir hoffen, dass es bei den eiterfreien Ohren bleibt. Woher die eitrige Ohrenentzündung kam, ist leider nicht bekannt. Allerdings hegen wir (TÄ und ich) die Vermutung, dass sie die schon länger hatte. Sie hantierte ständig mit ihren Tätzchen in den Ohren herum, schüttelte den Kopf sehr oft, hielt den Kopf auch öfters schief. Die vorherigen Tierärzte hatten mir immer versichert, dass die Ohren ok seien. Sie hatten aber mit dem zu kurzen Gerät in die Ohren geschaut und somit nichts gesehen. Bonnie war zum Schluss fast taub. Dabei hatte ich immer gedacht, sie hätte keinen Bock mehr auf uns zu hören, bis wir dann feststellten, sie konnte es nicht. Jetzt hört sie wieder einwandfrei.

An den Haarlingen arbeiten wir noch. Den ersten Versuche hatten wir mit Bolfo (vom Tierarzt erhalten) gestartet. Hat leider nichts gebracht. Der nächste Versuch wird mit Duowin sein, allerdings muss ich noch warten, bis sie wieder gesund ist, momentan hat sie wieder Kokzidien.

Auf die Kokzidien werden jetzt beide mit Baycox behandelt.

Zur Ernährung:

Eine neue Tierärztin klärte mich auch auf, dass die zwei erst mal ein bisschen abnehmen müssen. Sie beide eine Heudiät bekommen und damit auch der Darm wieder stabilisiert werden soll. Außerdem bekommen sie jetzt noch Bird Bene Bac. Die zwei haben super abgenommen (zum Schluss sogar zu viel und ich musste sie wieder beifüttern). Clyde, der sonstige Bewegungsmuffel, flitzte auf einmal durch die Gegend wie ein kleiner Jungbrunnen. Bonnie war auch vorher immer schon sehr lauffreudig, aber auch ihr schien die Futterumstellung gut zu tun. Nach der Heudiät haben wir auch wieder angefangen, die zwei an Frischfutter zu gewöhnen. Das war allerdings immer ein Problem mit Bonnie, da sie von Möhrchen und allem anderen Durchfall bekam. Aber nichts passierte, ich war so froh. Dann stellte sich heraus, dass Bonnie wohl auf Möhren allergisch ist. Allerdings war zuerst auch die Vermutung, dass sie Schnupfen hat. Sie wurde daraufhin behandelt, aber das schien es nicht gewesen zu sein, da keine Besserung auftrat. Sie nieste ca. 30 min. am Stück und brachte Schleim/Schnodder aus der Nase hervor. Jetzt fang ich mit der Heudiät wieder von vorne an. Da Bonnie gerade mal wieder Kokzidien hat, ist es sowieso das beste. Ihr geht es mit der Heu-"diät" dann besser. (Das Diät habe ich in Anführungszeichen gesetzt, da dass eigentlich die natürliche Ernährung von Kaninchen ist.) Die Tierärztin klärte mich noch genauer darüber auf, wie ich meine Tiere anständig ernähre (vorwiegend bzw. immer vorhandenes Heu, Frischfutter, natürlich langsam dran gewöhnen, KEIN Trockenfutter, KEINE Drops und sonstige Knabbereien). Sie meinte, wenn ich an der Ernährung nichts ändern würde, wären Bonnie & Clyde bei ihr bald Dauergäste. Meine Trockenfutter-Ernährung und Dröpchen-Gabe wären total ungesund. Natürlich war im Käfig auch immer Heu vorhanden. Aber da die zwei natürlich lieber das ungesunde Trockenfutter und die Dröpchen fraßen, blieb das Heu fast unangerührt. Daher kommen wohl auch Bonnies Zahnprobleme. Nur beim Heufressen werden die ständig nachwachsenden Backenzähne ausreichend abgerieben. Die beiden OPs (Zähne abschleifen) hätten wir mit einer tiergerechteren Ernährung verhindern können. Leider habe ich aus Unwissenheit verkehrt ernährt (schließlich gibt es überall Kaninchenfutter zu kaufen, das muss doch gut sein und die falsche Ernährungsberatung vom ersten Tierarzt war auch nicht gerade hilfreich). Bonnie hat jetzt mit den Folgen zu kämpfen. Ihr Immunsystem ist sowieso nicht gerade das beste und die falsche Ernährung tat ihr übriges, sie ist nun sehr stark anfällig für sämtliche Krankheiten. Außerdem wurde das Kokzidiose-Problem noch unterstützt (habe ich aber auch gerade erst erfahren). Clyde hatte erhebliches Übergewicht, er konnte erst mal 1 kg abspecken. Ihr könnt Euch sicher vorstellen, was das für ein so kleines Tier heißt. Er ist dafür jetzt fitter denn je. Und auch Bonnie wird wohl irgendwann das Frischfutter vertragen, ich bin wirklich frohen Mutes. Außerdem bin ich jetzt nach fast 2 Jahren Suche endlich bei der richtigen Tierärztin angekommen. Wir kriegen das zusammen schon in den Griff.

Hier würde ich ganz gerne anmerken, dass meine Freundin auch ein Kaninchenpärchen hat. Diese werden so ernährt, wie es sich gehört (Heu, Frischfutter, keine Drops). Allerdings bekommen sie einmal die Woche Trofu. Die zwei haben den Tierarzt bisher nur zum Impfen gesehen...

Fazit

Wenn ich Euch einen Tipp geben darf: akzeptiert nicht einfach alles, was Euch ein Tierarzt erzählt, sondern hinterfragt es! Ich selbst habe mich viel vors Internet (natürlich darf man da auch nicht alles glauben) gesetzt und ständig recherchiert und so eine Menge dazu gelernt. Wenn Ihr meint, Ihr (bzw. Euer Tier) seid bei Eurem Tierarzt nicht gut aufgehoben, dann sucht Euch einen anderen Tierarzt und probiert nicht lange herum. Am besten Ihr sucht Euch einen Spezialisten (jemand der ständig auf (Kaninchen-)Fortbildungen geht). Denn erst jetzt wird meinem Tier anständig geholfen. Wir haben wirklich viel Glück (Zeit, Tränen, schlaflose Nächte und erhebliche Kosten) gehabt, dass Bonnie diese ganzen Eskapaden überlebt hat.

Tja, meine Bonnie wird wohl immer ein kleiner Krankheitsfall bleiben. Wir haben sie beide unheimlich lieb und machen alles, dass sie so lange wie möglich leben und gesund bleiben. Wir haben nie herumexperimentiert, sondern sind immer SOFORT zum Tierarzt gegangen. Das sofortige Gehen hat Bonnie schon so einige male das Leben gerettet!

Bonnie ist am 01.04.05 im Alter von 2 1/2 Jahren verstorben. Und leider weiß ich nicht genau warum.

Vor 4 Wochen ca. hat sie angefangen komisch süßlich zu riechen und hatte den Popo verschmiert. Wir sind natürlich sofort zum Tierarzt. Ohne genaue Diagnose sind wir wieder weggefahren. Es hieß, dass sie wahrscheinlich irgendwas vom Futter nicht vertragen hat. Da es aber im wöchentlichen Abstand wieder auftrat, waren wir jedesmal wieder beim Tierarzt. Immer noch ohne genaue Diagnose. Ich konnte immer wieder nur darauf hinweisen, dass der Popo verschmiert ist, sie riecht, ihr Bauch grummelt, ich keinen Durchfall gefunden habe und sie viel zu dünn ist. Keine Diagnose. Am 31.03.05 wurde sie dann auf Blasenentzündung behandelt mit einem Antibiotikum und zur Sicherheit wurden Röntgenaufnahmen gemacht um zu sehen, ob nicht vielleicht ein Blasenstein vorliegt. An der Blase war nichts, an der Gebärmutter konnte man kreisrunde Flecken sehen, aber es hieß, das könnten auch Köttelchen sein. Um sicher zu gehen, müsste man ein Ultraschall machen. Wir haben für den nächsten Tag morgens einen Termin dafür bekommen. Außerdem wurde für ein großes Blutbild noch Blut abgenommen. Ich sprach an, dass mir Bonnie viel zu dünn erschien (1,6 kg), aber es hieß sie wäre nur rank und schlank. Aber wenn ich meinte, könnte sie ja ruhig wieder 200 g mehr wiegen.

Am gleichen Abend ging es ihr schlechter, ich rief noch mal beim Tierarzt an und bekam die Antwort, dass wir ja auch viel mit ihr angestellt hätten und das normal sei, ich solle das aber weiter beobachten. Am nächsten Morgen war ich direkt beim Tierarzt, da es ihr bedeutend schlechter ging, sie total schwach war und auch nicht mehr richtig laufen konnte. Es wurde noch ein Röntgenbild gemacht, dann Ultraschall (Gebärmutter war vom Darm überdeckt und man konnte nichts sehen), das Blutbild war noch nicht da. Die Aussage vom Tierarzt war, ich solle sie lieber einschläfern lassen. Damit konnte ich mich allerdings nicht anfreunden, da mir immer noch nicht gesagt wurde, was Bonnie hatte. Ich sollte sie da lassen und man wollte sie aufschneiden, um nachzusehen was los ist. Da Bonnie starke Untertemperatur hatte, sollte sie erst noch stabilisiert werden, sie bekam Infusionen und wurde auf ein Wärmekissen gelegt. Mir wurde klar gemacht, dass sie bei der Operation oder schon nur von der Narkose sterben könnte, aber das war mir lieber als sie gleich einzuschläfern. Nachmittags bekam ich einen Anruf, Bonnie würde es prima gehen. Sie sei nicht operiert worden. Ich könnte sie abends abholen. Als ich sie dann abholte, habe ich gedacht, von besser gehen kann da keine Rede sein. Der Tierarzt meinte, die Temperatur wäre jetzt stabil, sie wäre wieder gehöppelt und hätte gefressen und morgens sei sie ja schon fast tot gewesen. Wir sollten sie zu Hause auch auf ein Wärmekissen setzen und sehen ob sie sich weiter stabilisiert. Falls es ihr am nächsten Tag nicht besser gehen sollte, sollten wir wiederkommen. Bonnie hat den nächsten Tag nicht mehr erlebt. Abends um 22:30 ist sie bei uns zu Hause gestorben. Als sie auf die Seite knallte, Zuckungen hatte und mit der Luft rang, habe ich sie noch schnell genommen und bin zum Notdienst (zu einem anderen Tierarzt , dieser ist 100 m von mir entfernt) gefahren, da ich nicht wollte, dass sie sich lange zu Tode quält. Als ich beim Tierarzt ankam, war sie schon tot (wahrscheinlich sogar bei uns in der Wohnung).

Der Tierarzt fragte was passiert sei. Ich habe ihm alles erzählt, auch das mit dem Geruch und dem versauten Popo. Er meinte, das wäre Eiter gewesen (was also heißen würde, dass sie 4 Wochen lang geeitert hat). Auch die Abmagerung etc. würde für Gebärmutterkrebs sprechen (Bonnie wog nur noch 1,5 kg).

Meine Tierärztin rief mich ein paar Tage später an um mir noch die Blutergebnisse mitzuteilen. Sie hatte zu wenig weiße Blutkörperchen. Dies könne viele Ursachen haben, z. B. Virusinfektion etc. Habe ihr erzählt, was der andere Arzt gesagt hat, sie meint immer noch das könnte nicht sein. Bonnie wäre mit 2 1/2 zu jung für Gebärmutterkrebs, das würde erst mit höherem Alter so ab 5 Jahren vorkommen. Meine Antwort war, dass Bonnie nunmal nicht normal war, da sie in der Babyzeit keine Möglichkeit hatte ihr Immunsystem anständig aufzubauen (sie kam viel zu früh von der Mutter weg, das wussten wir damals allerdings noch nicht).

Die entgültige Diagnose lautete: dass es keine gibt, es käme nun mal vor, dass Tiere sterben und man könnte nicht genau feststellen woran. Man wüßte nicht was dem Tier gefehlt hat.

Ich weiß nur eins, wenn noch mal eins meiner Tiere anfängt abzumagern, obwohl es frisst und fit ist wie Bonnie, werde ich direkt ein Röntgenbild machen lassen um Krebs ausschließen zu können. Und wenn ich noch mal so eine "Keine-Ahnung"-Diagnose bekomme, werde ich direkt den Tierarzt wechseln. Schließlich gab es ja Anzeichen für eine Krankheit (Abmagerung, verklebter Popo, starker süßlicher Geruch). Die Vorwürfe nicht direkt zu einem anderen Arzt gegangen zu sein, werde ich mir wohl ewig machen.

Natürlich blieb mein Kaninchenböckchen Clyde nicht alleine, er hat sofort eine neue Partnerin bekommen. Natürlich trauert er auch, aber zumindest ist er jetzt nicht alleine und hat einen Partner. Hoffentlich kommt er bald darüber hinweg dass seine Bonnie nicht mehr da ist. Und wir auch.

Dieser Erfahrungsbericht, sowie das Foto wurden uns freundlicherweise von Susanne Marquardt zur Verfügung gestellt. Der Text und das Bild stehen unter ihrem Urheberrecht! Es ist nicht erlaubt, Text und/oder das Foto ungefragt zu kopieren oder das Foto direkt zu verlinken.