NagerInfoLemmingHamsterZwerghamsterMeerschweinchenChinchillaRatteMausDeguKaninchenRennmaus

Mein neuer Hoppel XXL

Ein Erfahrungsberich von Tamara Neubauer

Alles fing damit an, dass ich mit meinem Freund in die erste eigene Wohnung zog. Ich hatte schon immer mit Tieren zu tun (früher auch schon mal Kaninchen) und habe den Hund, mit dem ich bei meiner Mutter zusammenlebte einfach sehr vermisst. Also musste wieder eine Schnuffelnase her. Schnell war die Entscheidung getroffen, dass es Kaninchen sein sollen.

Ich informierte mich tagelang über Kaninchen und deren artgerechte Haltung. Schnell entschied ich mich dazu meinen alten Kaninchenkäfig als Grundlage zu benutzen und das Freilaufgehege vom Garten dran zu bauen. Auch die ganze Einrichtung war noch vorhanden. In diversen Foren und auf Kleinanzeigenseiten suchte ich nach zwei Kuschelkaninchen, die möglichst stubenrein und zahm sein sollten. Schließlich musste ich irgendwie meinen Freund überzeugen, dass Kaninchen viel toller sind als eine Kratze-Katze ;-) und die Langohren sollten ja auch irgendwie zu uns passen.

Viele Telefonate später, schon sehr frustriert, weil einfach keine Wackelnasen dabei sein wollten, die zu uns und wir zu ihnen passten, bekam ich eine E-Mail mit Fotos von einem kleinen süßen braunen Kaninchen. Hoppel. Die Pflegemama hat mir erzählt, dass er schon ein bisschen größer ist, als ein normales Kaninchen, aber ein ganz süßer und zahmer sei. Egal, dachte ich mir. Dann hab ich auch was zum anfassen.

Was zum anfassen sollte ich bekommen. Und zwar ganze 10 Kilo!

Wir sind nichts ahnend an einem schönen Samstagmorgen los gefahren um den ersten unserer beiden neuen Mitbewohner zu uns zu holen. Mit einer ganz normalen Kleintiertransportbox und einem Möhrchen bewaffnet klingelten wir. Wir wurden freundlich von der Frau begrüßt, aus den Augenwinkeln sah ich einen kleinen Hund um die Ecke flitzen. Dass der Hund unser Hase war wurde mir schnell klar, als die Pflegemama auf die Transportbox zeigt und sagte, dass die vielleicht ein bisschen klein wäre. Noch war ich frohen Mutes. Wir betraten das Wohnzimmer und mich traf fast der Schlag. Das Sofa hatte Ohren und was für welche. Er muss in diesem Moment gerade hinter dem Sofa Männchen gemacht haben um uns nur die ca. 17 cm langen Ohren zu zeigen. Mit einem Hops erschien ein Monster auf der Lehne und schaute uns neugierig an. Ich habe "so etwas" (tschuldigung - aber in dem Moment war es wirklich ein Etwas für mich) noch nie gesehen. Als der erste Schock verdaut war, kam das Monster auch schon angehoppelt, schnüffelte, stupste und um mich war es geschehen. Mein Freund sagte nur, dass eine Katze wohl kleiner gewesen wäre, womit er auch unbedingt Recht hat. Macht nichts ...der Hoppel (übrigens ein Deutscher Riese) war schnell eingepackt (in eine Katzentransportbox, die wir gegen die kleine tauschten).

Die nächste Überraschung kam beim Hochheben. Dass er keine 1200 g wiegt war mir klar, aber dass es dann fast 10 Kilo sind, schockte mich doch etwas. Ich hab mich gar nicht mehr eingekriegt vor Freude und Erstaunen. Die ganze Autofahrt über starrte ich durch die Gitter diese mörder Pfoten an, diese überdimensionale Nase und die unglaublichen Löffel, die wie riesen große Antennen bei jeder Bewegung wackelten. Ich hörte ihn sogar atmen! Meine Begeisterung fand (und findet) keine Grenzen.

    großer Hoppel

Zu Hause war schnell klar: Der Gute passt nicht in das Häuschen, die Heuraufe ist nur eine kleine Zwischenmahlzeit und der Kuscheltunnel? Da passte auch nur maximal der Kopf rein. Also los - Haus gebaut, Blumentopfuntersetzer als Futterschüssel gekauft, vom Käfig den Deckel ab und und und...

Und heute? Kann ich mir nichts anderes mehr vorstellen. Der Hoppel ist wie ein kleiner Hund. Kommt, wenn ich ihn rufe, läuft bei Fuß und knabbert zudem nichts an und ist auch noch zu 100% stubenrein. Er legt sich auf den Rücken, lässt sich streicheln und knuddeln, stubst mich an und macht bei unsrer Kuschelstunde sogar die Augen zu. Ich gebe zu, dass die Haltung eines so riesigen Kaninchens durchaus Umdenken erfordert und auch mit der einen oder anderen Schwierigkeit mehr verbunden ist, als die kleinerer Kaninchen. Aber das alles hat sich gelohnt.

Kuschel- oder eher Kletterstunde auf dem Futtergeber
großer Hoppel

Natürlich muss unser XXL-Hoppel nicht alleine leben. Nach einer Eingewöhnungsphase und einem Umbau des Geheges (das nur als Rückzug und Fressplatz dient, er ist den ganzen Tag frei in der Wohnung) zog Zwergnase zu uns. Eine (noch) süße kleine weiß-braune, fehlgezeichnete Deutsche Widder Häsin, die ansonsten zu Ostern im Ofen gelandet wäre.

So klein war sie mal
kleiner Hoppel
   So groß ist sie jetzt
Etwas größerer Hoppel

Die beiden haben sich auf Anhieb verstanden und die Süße entwickelt sich genauso zum Kuschelmonster und Bei-Fuß-Hündchen wie der Große.

Zu Anfang gab es noch einen extremen Größenunterschied
zwei Hoppel

Aber jetzt hat sich die kleine Maus ihrem großem Freund doch gut angeglichen
zwei Hoppel

Zum Schluss kann ich nur sagen, dass sich all die Mühe und die Sorgen gelohnt haben. Es hat allen Anschein, dass sich die beiden bei uns wirklich tierisch wohl fühlen. Den ein oder anderen Besucher und Nachbar haben sie mir ihrer Größe schon erschreckt, aber die meisten sind wirklich fasziniert, wie zutraulich und imposant die beiden sind.

Dieser Erfahrungsbericht, sowie die Fotos wurden uns freundlicherweise von Tamara Neubauer zur Verfügung gestellt. Der Text und die Fotos stehen unter ihrem Urheberrecht! Es ist nicht erlaubt, Text und/oder Fotos ungefragt zu kopieren oder Fotos direkt zu verlinken.