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Außenhaltung von Kaninchen

von Rona Stacke

Wenn einem die entsprechenden Möglichkeiten für eine artgerechte Haltung gegeben sind, wird es mit Sicherheit zu einem spannenden Erlebnis Kaninchen draußen in reiner Gehegehaltung leben zu lassen. So gut wie jedes Kaninchen ist für die Außenhaltung bestens geeignet und da diese Form der Unterbringung auch sicher die ist, die der Natur am ehesten entgegenkommt, fühlen sich die Tiere dort auch besonders wohl. Allerdings würde ich von Langhaarkaninchen, die draußen leben sollen, abraten, genauso wie ich es mir überlegen würde ein altes, schwächeres und eher zu Krankheiten neigen lassendes Tier draußen unterzubringen.

Zunächst einmal spielt die Größe des Lebenraumes eine bedeutende Rolle. Für 2-3 Kaninchen sind 6 m² ein Minimum, es gilt natürlich aber: "Je größer, desto besser."

Idealerweise sollte man sich einen teils schattigen, teils sonnigen Platz für das Gehege aussuchen (Bitte beachten: die Sonne wandert im Laufe des Tages!). Ein Abschnitt des Geheges muss überdacht sein, so dass es dort immer trocken ist. Das Gesamte Gehege muss absolut ein- und ausbruchsicher sein, damit die Kaninchen dort gefahrlos leben können. Dafür ist es unter anderem notwendig, Draht an den Seiten des Geheges und idealerweise auch unter dem Gehegeboden mindestens 50 cm tief einzugraben, weil sich die Kaninchen sonst sofort heraus buddeln.

Eine wetterfeste Schutzhütte ist Pflichtbestandteil des Geheges. Diese sollte eine Mindestgröße von 0,5 m x 0,5 m haben und in mehrere boxenartige Räume durchteilt sein, sodass die Kaninchen diese mit ihrer eigenen Körperwärme erhitzen können. Stets muss sie mit warmen Heu und Stroh ausgestattet sein.

Zusätzlich zur Hütte sollte das Gehege noch sehr viele Versteckmöglichkeiten und Naturalien beinhalten. Einen ausgehölten Baumstamm oder eine Korkröhre kann ich nur empfehlen. Andere Baumstümpfe, Wurzeln , Äste und Zweige zum Klettern, Beknabbern, Verstecken und Draufspingen dürfen aber auch nicht vergessen werden und sind sehr wichtig für eine gute Struktur im Geheges und damit für das Wohlbefinden unserer Kaninchen. Auch Tannenzweige bieten z.B. eine schmackhafte Abwechslung wie auch eine ideale Rückzuggelegenheit zum Ausruhen der Tiere und sollten - genau wie andere frische Zweige und Blätter - möglichst nie fehlen. Auch mit Hilfe von Steinen, Blumentöpfen und Brettern kann man das Gehege kaninchengerechter gestalten. Wichtig ist nur, dass man den Lebensraum seiner Kaninchen regelmäßig verändert und Altes durch Neues ersetzt, um so für Abwechslung zu sorgen, denn sonst wird es den Tieren bald langweilig. Etagen an der Rückwand oder andere höher gelegene Plattformen werden gern als Aussichtspunkt genutzt.

Da das ursprüngliche Gras meist schnell abgefressen ist, kann man für die Bodenbedeckung Rindenmulch, Sand, Kies oder einfach die ganz normale Naturerde verwenden. So kann man alles auch viel leichter sauber machen. Bei Regen oder im Winter sollte in der Schutzhütte gefüttert werden, damit das Gemüse bei niedrigen Temperaturen nicht einfriert. Das Einfrieren des Wassers wird man in harten Wintern allerdings kaum verhindern können, weshalb dieses so oft wie möglich am Tag erneuert werden sollte. Zudem wird man anders als bei Innenhaltung zumindest im Winter nicht auf Trockenfutter verzichten können, weil sich die Tiere vorher ein bisschen Winterspeck anfuttern müssen. Pro Tier und Tag sollte aber nicht mehr als 1 Esslöffel Trockenfutter, bestehend aus Trockengemüse, Kräuter oder Heupellets und Kräutern gegeben werden.

Sofern die Anlage richtig eingerichtet ist und die Tiere spätestens im Sommer an die Außenhaltung gewöhnt worden sind, können sie zu jeder Jahreszeit dort leben.

Zusammenfassend ist die Außenhaltung zwar auch mit etwas Aufwand verbunden, aber insgesamt habe ich es nie bereut mich für diese Alternativhaltung entschieden zu haben - im Gegenteil! Man sieht den Tieren einfach an, wie lebenslustig sie sind, wenn sie sich den Wind um die Ohren pfeifen lassen, ihre Tunnel graben, durch's Gehege flitzen und dabei Haken schlagen, sich in in der Erde wälzen usw. Entgegen vieler Annahme kann ich übrigens nicht im geringsten bestätigen, dass meine Kaninchen durch die Außenhaltung scheuer geworden sind.

Wer sich jetzt für dieses Thema interessiert und mehr erfahren will, weil er mit dem Gedanken spielt sich selbst solch ein Gehege zuzulegen, dem kann ich nur das Buch "Artgerechte Haltung- ein Grundrecht auch für (Zwerg-)Kaninchen" von Ruth Morgenegg empfehlen. In diesem wird die Außenhaltung nochmal intensiv besprochen und jeder findet dort Anregungen, Bauvorschläge und jede Menge Tipps!