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Kastration eines Kaninchenweibchens

ein Erfahrungsbericht von Pia Maar

Als ich Emilie im Februar 2005 bekam, war sie ca. 2 Jahre alt. Sie wurde zu zwei kastrierten Rammlern (Sam und Fred) vergesellschaftet und es blieb nicht aus, dass sie kurze Zeit später scheinschwanger wurde, was nicht ungewöhnlich ist. Leider häuften sich aber diese Scheinschwangerschaften in den folgenden Monaten, und nachdem sie innerhalb von ca. 10 Wochen das dritte Mal scheinschwanger wurde, stellte ich sie einem Tierarzt meines Vertrauens vor. Emilie hatte sich in ihrer Pflegestelle in einer Gruppe von ca. 10 Kaninchen über Monate hinweg unauffällig verhalten, weshalb ich bereits bei der zweiten Scheinschwangerschaft vermutete, dass da etwas nicht stimmt. Da sie auch ständig markierte, Sam (mittlerweile musste ich Freddi über die RBB gehen lassen) permanet bedrängt und bespritz hatte (der arme Kerl sah nur noch aus wie ein nasser Pudel), befürwortete der Tierarzt eine Kastration.

Emilies letzte Scheinschwangerschaft:
Scheinschwangeres Kaninchen

An einem Freitag Vormittag brachte ich Emilie in die Tierarztpraxis. Die Kastration verlief problemlos, allerdings hatte sich auch herausgestellt, dass sie bereits krankhafte Veränderungen an der Gebährmutter hatte, was ihr Verhalten und die ständigen Scheinschwangerschaften erklärte. Aus dieser Sicht war die Entscheidung für diesen Eingriff goldrichtig gewesen.

Am Nachmittag, nachdem sie sich einigermaßen von der OP erholt hatte, durfte ich sie wieder abholen. Da ihr Kumpel Sam sich innerhalb des Käfigs stets rührend um seine kranken Artgenossen kümmert, habe ich mich entschieden die beiden nicht zu trennen. Käfig und Toiletten hatte ich bereits mit Decken und Küchentüchern ausgelegt, weiterhin Häuschen und alles, wo Emilie hätte draufspringen können, entfernt. Ich legte sie in den Käfig und wie erhofft kam Sam sofort um sie abzulecken und mit ihr zu kuscheln. Sie hatte sichtbar Schmerzen, saß still und mit halb geschlossenen Augen da. Fressen mochte sie auch nichts. Mit dem Tierarzt war ich ständig im telefonischen Kontakt, da ich mit einer solchen OP noch keine Erfahrung hatte und mich doch sehr sorgte.

Nach der Kastration:
nach der Kastration

Ab dem nächsten Morgen begann ich, Emilie zu füttern. Alle drei bis vier Stunden bekam sie Critical Care mit Karottenbrei und Wasser eingeflöst, weiterhin Bird Bene Bac. Die Narbe ließ sie zum Glück in Ruhe, so dass ich ihr keinen Trichter anlegen musste. Ihr Zustand blieb am Samstag unverändert und so sollte ich sie am Sonntag Morgen in die Praxis bringen. Die Wunde verheilte gut und es gab keinerlei Komplikationen. Sie bekam ein Schmerzmittel und Antibiotika gespritzt. Allerdings mochte sie auch an diesem Tag nicht von alleine fressen, weshalb ich sie weiter fütterte. Dann ging es bergauf mit ihr. Langsam begann sie wieder zu fressen und ich musste immer weniger zufüttern. Sie wurde immer munterer und hatte auch bald wieder Blödsinn im Kopf:

Emilie bastelt sich ein Kleidchen:

nach der Kastration      nach der Kastration
 
nach der Kastration      nach der Kastration

Eine Woche später war sie wieder fit und sprang fröhlich durch die Wohnung.

Hier ein Bild, wo Emilies Narbe zu sehen ist:
Narbe

Manche Halter von Kaninchen befürworten eine vorsorgliche Kastration von Weibchen. Doch auch wenn mir die Erfahrung mit Emilie zeigt, wie schnell krankhafte Veränderungen entstehen können, kann ich das nicht befürworten. Es ist ein großer und keineswegs risikoloser Eingriff, den ich keinem Kaninchen zumuten möchte, wenn es nicht unbedingt sein muss.

Emilie ist seit der Kastration etwas ruhiger geworden und hat auch ein paar Gramm zugenommen. Doch ansonsten ist sie ganz die alte geblieben.

Danken möchte ich an dieser Stelle auch dem Tierarzt, der für mich rund um die Uhr erreichbar und auch jederzeit bereit war in die Praxis zu kommen.

17.06.2006 / Pia Maar

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