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Erkrankungen des Bewegungsapparates

Symptome:
Das Kaninchen läuft/hoppelt nicht wie gewohnt oder es bewegt sich kaum noch. Wenn es sich bewegt, dann humpelt es, oder/und die Hinterbeinchen knicken zur Seite weg, oder/und es hat Probleme geradeaus zu laufen. Mitunter halten die Tiere eine verstauchte/gebrochene Pfote in Schohnhaltung (die Pfote wird hochgehoben und nicht belastet).

Mögliche Ursachen:
Eine Fraktur der Knochen (Knochenbruch) oder eine Verstauchung ist hier häufig der Auslöser. Möglicherweise ist das Kaninchen irgendwo hängen geblieben (in nicht abgedeckte Gitterheuraufen, auf nicht abgedeckten Gitterkäfigen) oder es ist gefallen/hat sich versprungen und hat sich dabei ein Bein gebrochen oder Gelenke gestaucht/gebrochen. Bei älteren Kaninchen können auch Spondylosen (Wucherungen und Veränderungen der Wirbelsäule) der Grund für diese Probleme sein. Diese Symptome treten auch auf, wenn das Kaninchen sich "Versprungen" hat, es wird vermutet, dass in dem Fall ein Nerv gereizt wird und dieser Reiz zu vorrübergehenden Schmerzen führt, häufig ist das Problem aber schon nach wenigen Stunden nicht mehr existent. Seltener sind starke Mangelerscheinungen und extrem schlechte Haltungsbedingungen ein Auslöser. Diese Symptome weisen auch auf E. Cuniculi hin.

Behandlung:
Das Kaninchen wird geröntgt, um eine eindeutige Diagnose zu bekommen.
Bei Frakturen (Knochenbrüchen) wird, je nach Lokalisation, der Bruch geschient, operiert und mit Nägeln fixiert oder im schlimmsten Fall wird das Bein amputiert. Es gibt durchaus Kaninchen, die sich auch auf drei Beinen sehr flink fortbewegen können.
Bei Verstauchungen und Frakturen wird Kortison und, bei Verdacht auf Infektion, auch ein Antibiotikum verabreicht.

Grundsätzlich ist bei Brüchen und Verstauchungen zu beachten, dass die Kaninchen bis zur Heilung in kleinen Gehegen (2 m²) untergebracht werden, wo sie sich möglichst wenig bewegen und auf nichts drauf springen können. Der Boden sollte möglichst weich gepolstert sein, am besten mit Streu und darüber Heu oder Stroh. Auch alte Teppiche sind geeignet, diese müssen aber auf jeden Fall rutschfest verklebt oder anderweitig befestigt sein. Auf keinen Fall sollten die Tiere auf einem harten Betonboden laufen. Als Unterschlüpfe werden große Häuser mit Spitzdach oder Kuschelhöhlen empfohlen.

Es sollten keine hohen Schmerzmitteldosen verabreicht werden, da die Kaninchen sonst ihre verletzten Gliedmaßen nicht ausreichend schonen. Leichte Schmerzmittel (Metacam) sind allerdings erlaubt. Die Kaninchen sollten nicht unnötig leiden und natürlich ist das Schmerzmittel so hoch zu dosieren, dass die Kaninchen nach wie vor selbstständig Nahrung aufnehmen.

Bestehen starke Veränderungen der Wirbelsäule, können die Tiere nicht mehr selbstständig laufen und ist eine Besserung der Erkrankung ausgeschlossen, dann sollte über eine Euthanasie nachgedacht werden.

Kaninchen mit Gibsverband kurz nach dem Beinbruch (später wurde dann mit fester Bandage geschient)
Kaninchen mit Gibs