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Erfahrungsbericht

Mein Schilddrüsenschwein Yuki

Yuki war immer schon ein bisschen zickiger. Und mit ihrer Halbschwester Aria war es auch nie die große Freundschaft. Immer mal gab es Probleme, weil Yuki mein Chefschwein Aria nicht in Ruhe lassen wollte. Als Yuki etwa 2 ½ Jahre alt war wurde die Situation unerträglich, nachdem es einige Male heftig geknallt hatte und auch Blut geflossen war, beschloss ich das Yuki nun die Gruppe verlassen muss und einen eigenen Kastraten bekommt. Die erste Vergesellschaftung mit einem Notkastraten war ein Desaster. Sie hat ihn gejagt, bestiegen und dann auch übel gebissen. Der arme Kerl saß nur noch fiepend in der Ecke. Glücklicherweise klappte die Vergesellschaftung mit dem zweiten Notmann besser. Pablo und sie waren schnell eingespielt. Allerdings war Yuki immer noch hektisch und herrisch. Mir fiel auf das es an ihren Lieblingsstellen relativ schnell sehr nass wurde und sie fing an als einziges meiner Schweine überhaupt zu trinken (wenn auch nicht viel). Zudem wurde ihr Fell lichter. Ich ließ sie untersuchen und wollte das Blut abgenommen wird, allerdings funktionierte das an dem Termin nicht. Die ausgiebige Ultraschalluntersuchung brachte keinen Befund. Zysten waren also nicht der Grund für die dauernde Aufregung und und den Haarausfall. Ich sollte weiter beobachten.

Mittlerweile war mein Schwein 3 ½ und der Haarausfall wurde schlimmer, außerdem nahm sie nun auch noch schleichend ab, obwohl sie fraß wie ein Weltmeister. Diesmal nahm ich mir vor die Tierklinik nicht ohne Bluttest zu verlassen, denn es war im Grunde eindeutig das mein Schwein ein Schilddrüsenproblem hat. Diesmal war die Blutabnahme kein Problem. Drei Tage später hatten wir dann das erwartete Ergebnis: T4-Wert von 1,6 µg/dl (Richtwert ist 0,5-1,2 µg/dl) . Nicht gerade sensationell erhöht, aber an der Obergrenze und damit ausreichend um Probleme zu machen. Mein Schwein bekommt nun seit etwa 4 Monaten Carbimazol (das ist ein Schilddrüsenmedikament aus der Humanmedizin). Täglich einmal 1 mg mit Wasser eingeflößt. Mit einiger Übung haben wir uns mit dem lästigen täglichen Prozedere arrangiert. Am Ende gibt es ein paar Dickmacher (Erbsenflocken, Sonnenblumenkerne) als Entschuldigung. Leider habe ich in Bezug auf das Fell bisher keine Verbesserungen bemerkt, allerdings ist es auch nicht schlimmer geworden. Die zweite Blutuntersuchung zeigte keine Senkung des T4-Wertes. Allerdings ist mein Schwein weniger hektisch und nicht mehr so durstig. Was sehr erfreulich ist: mein Schwein hatte beim letzten Wiegen 40 g zugelegt! Das Medikament verursacht bei Yuki keine Nebenwirkungen, mit Matschkötteln haben wir auch selten zu tun. Ich hoffe das wir lange den jetzigen Status aufrecht erhalten können, auch wenn eventuell eine Dosissteigerung notwendig wird. Insgesamt hatte ich hier ein zufriedenes Schweinchen das ganz gut Leben kann trotz seiner Erkrankung.

Yuki Meerschweinchen

Nach diversen Ultraschalluntersuchungen, die ohne Ergebnis verlaufen sind hatten wir uns auf die tägliche Carbimazol-Gabe eingestellt und mussten damit zurechtkommen. Bis auf den Fellverlust und dem immer noch relativ geringen Gewicht hatten wir alle Symptome im Griff, auch wenn das optische Ergebnis unbefriedigend war.

Yuki Meerschweinchen

Entfernung der Gebärmutter/

Im Januar letzten Jahres (Yuki war 4 1/2) entdeckte ich Blutstropfen in den Kuschelsachen. Es ging sofort zum TA und ich bestand auf eine erneute Ultraschalluntersuchung, obwohl nur rund 2 Monate vorher nichts zu sehen war. Der veränderte Uterus war sofort zu erkennen. In derselben Woche fand die Kastration statt und der gutartige Tumor wurde entfernt. Der auf Kastrationen bei Kleintieren spezialisierte Tierarzt musste sein Bestes geben, da sich diverse Reste von Mini-Zysten mit umgebenden Gewebe verklebt hatten. Als ich mein Schwein wieder abholen konnte, war sie wach und fit. Die OP-Wunde sah schrecklich aus und ging fast über den gesamten Körper. Angespannt setzte ich sie wieder zu ihrem Partner in Erwartung einer anstrengenden Nacht am Krankenlager. Kaum drin, kam Yuki sofort zum Frischfutter und hat sich erst mal richtig den Bauch vollgeschlagen. Obwohl mein Schwein sich alle äußeren Fäden und danach auch die Klammern immer und immer wieder gezogen hat (manchmal bevor wir vom Klammern überhaupt wieder daheim waren) verlief die Heilung gut. Letztendlich ließen wir ein Stück offen, bis es selbst verheilt war. Wenige Tage nach der Kastration fing ihr Fell wieder an zu wachsen und sie nahm zu. In den kommenden Wochen reduzierte ich die Carbimazol-Gabe ohne negativen Effekt. Letztendlich haben wir das SDÜ-Medikament ganz abgesetzt. Sie frisst normal, trinkt nicht und ihr Fell sieht toll aus.

Yuki Meerschweinchen

Yuki blieb nicht lange gesund, das nächste Problem folgte bald, hier geht es weiter mit ihrer Geschichte:
Erfahrungsbericht: Amputation eines Hinterbeinchens

Dieser Erfahrungsbericht wurde uns freundlicherweise von Anne zur Verfügung gestellt. Sie ist im hier unter dem Nicknamen Pardona zu erreichen: Meerschweinchen Ratgeber Forum. Der Text und das Bild steht unter ihrem Urheberrecht, sie dürfen nicht ohne ihr Einverständnis kopiert werden.