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Päppeln/ Zwangsernähren von kranken Chinchillas

Im Krankheitsfall sind radikale Futterumstellungen zu vermeiden! Ideal wäre es, wenn Sie einfach die gewohnten Pellets in Wasser; Heusud oder Kamillentee aufweichen, ggf müssen Sie diesen Brei nochmal pürieren, damit er gut verfüttert werden kann.

Damit diese Breie etwas besser schmecken kann Folgendes hineingemischt werden. Im Notfall (also bei völliger Verweigerung anderer Futtermittel) kann auch damit gepäppelt werden, wenn die Tiere es freiwillig nehmen:
Reibeapfel, Haferflocken (Schmelzflocken), Karottenbabybrei (bis 4. Monat), gemahlene Kräuter.

Ein Päppelbrei könnte z. B. so aussehen:

  • 3 Löffel aufgeweichte Pellets
  • 1 Löffel Karottenbrei
  • 1 Tropfen Sab Simplex® Tropfen und 1 Tropfen Lectade

Alternativen zu selbst hergestellten Päppelbreien:

Beim Tierarzt oder auch über das Internet können Sie verschiedene Futtermittel zur vorübergehenden Ernährung von kranken Tieren bekommen:
  • "Herbi Care Plus", dieses Päppelmittel ist sehr stark vermahlen, es enthält in erster Linie Gräser, aber auch Getreide. Es lässt sich gut durch normale Spritzen aufziehen und ist damit leicht zu verabreichen. Sie können "Herbi Care Plus" unter Anderem hier bestellen: Aufziehmaus, Tiervitalshop.
  • "Critical Care", dieses Futtermittel ist etwas grober und lässt sich mit einer normalen Spritze nur schwer verabreichen, es enthält Timotheegras, Getreide, allerdings auch genverändertes Soja und Melasse. Sie können "Critical Care" unter Anderem hier bestellen: Tiervitalshop, Frau Meier.

Zum Zwangsernähren nehmen Sie eine Spitze. Gute Erfahrungen haben wir mit Insulinspitzen (1 ml) gemacht, denen wird die Spitze abgeschnitten. Damit kann man den Brei gut direkt ins Maul geben (von der Seite hinter die Nagezähne). Falls das Tier Interesse zeigt, können Sie den Brei gesondert in einer Schale anbieten. Die Breie immer frisch zubereiten! Alle 3 Stunden sollten die Tiere über den Tag verteilt insgesamt ca. 1/20 des Körpergewichts an Päppelbreit bekommen. Das wären z. B. bei einem 500 g Chinchilla täglich 25 g. Der Magen eines erwachsenen Chinchillas fasst ca. 10 - 20 ml, mehr als 10 mg sollten aber pro Mahlzeit nicht gereicht werden. Ideal wären 8 - 10 mg pro Fütterung. Die Fütterung sollte immer zu den normalen Aktivitätszeiten des Chinchillas statt finden.

Warnung

Das Tier ist beim Päppeln möglichst in der natürlichen Lage zu halten. Es darf nicht zu senkrecht gehalten werden und es darf niemals zu viel Brei ins Mäulchen gegeben werden. Nach jedem Schluck ist eine Pause zu machen, damit das Tier atmen kann! Wird zu schnell gepäppelt, wird das Tier falsch gehalten und werden keine Pausen eingehalten, dann kann Futter in die Lungen kommen, dies führt zur Aspirationspneumonie - und nicht selten zum Tod des Tieres!