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Meine 1. Woche mit den Kaninchen

Erfahrungsbericht einer Ersthalterin von 2 Zwergkaninchen

Simone Wilkens, Lüneburg 09.03.2008

Nachdem ich mir im Oktober 2007 überlegt habe, was für ein Haustier ich haben möchte, fiel die Entscheidung ziemlich schnell auf Zwergkaninchen. Die sind ja so knuffig und nieeedlich, essen Rohkost (wie ich), machen keinen Krach und sind Morgen- und Abendaktiv (passt zu meinen Arbeitszeiten). Gebongt, mind. 2 Tiere will ich haben (Einzelhaltung geht garnicht!).

Also hab ich schon mal viel im Internet gesurft und gelesen; Platz in meiner Wohnung geschaffen (für das Gehege, denn ich bin berufstätig und die Süßen sollen es von Anfang an gut haben); einen großen Käfig besorgt (140x80x50), Freilaufgehege (75 cm hoch), Weidenbrücken (verschiedene Größen), Nippeltränke, Einstreu, Stroh und Heu und einen selbstgetöpferten Napf. Die Anschaffungskosten waren recht hoch, so musste ich noch 2 Monate warten, bis ich finanziell für den Echtfall gewappnet war.

Eigentlich wollte ich 2 Tiere aus dem Tierheim holen. Es war auch ein 5-Jahre altes Männer-Pärchen vorhanden (natürlich kastriert), doch sie wollten mir die Tiere nicht geben, da ich Ersthalterin bin und sicher auch mal streicheln und spielen möchte? Ja klar! Tja, sagte die Frau vom Tierheim, die beiden Hasenmänner sind "Problemtiere", sie beißen und wollen überhaupt garnicht angefasst werden. Ich wäre sicher nicht froh mit denen. Schade, aber cool, dass die die Tiere nicht um jeden Preis irgendwohin geben.

Nun denn, am 29.02.08 war es soweit: ich hab mir einen Züchter aus dem Internet ausgesucht, der mit einer bunten Homepage wirbt und viele verschiedene Rassen anbietet und ständig Abgabetiere hat. Vor Ort wurde ich nett empfangen und durfte gleich alle Stallungen ansehen. Der Boden war gefegt und auch sonst sah alles sauber aus, für mich als absoluten Laien zumindest. Dass alle Erwachsenen-Tiere in kleinen Boxen sitzen, die Abgabetiere noch viel zu jung waren, hat mich in dem Moment nicht gewundert oder schockiert. Das ist mir jetzt erst bewusst geworden.. oh man.

Zumindest hab ich mir dort ein "japanerfarbenen Widderkopf"-Männchen (7 Wochen alt) und ein "rhönfarbenes Löwenkopf"-Weibchen (7,5 Wochen alt) ausgesucht, vom Züchter vor meinen Augen impfen lassen (Myxo und RHD), bezahlt und in einer Transportbox mit nach Hause genommen.

    Beide zusammen

Nun musste ich sie ja aus der Box "schnappen" und in den vorbereiteten Käfig setzen, oh man, hoffentlich tue ich denen nicht weh! Hab noch nie einen Nackengriff gemacht.. PANIK! Geschafft, irgendwie mit zaghaftem Griff im Nacken (mit oder ohne Ohren? Erstmal egal, Hauptsache packen) und mit Hilfe der anderen Hand unterm Po; sie waren im Käfig (der noch den Gitteraufsatz hatte, denn ich wollte sie erstmal ankommen lassen). Sie beschnüffelten alles und verschwanden dann schnell unter der Weidenbrücke. Dabei hatte ich extra ein teures Eck-Holz-Haus mit Flachdach besorgt und die Brücke sollte nur zum spielen sein... Ich lies sie auf jeden Fall komplett in Ruhe, verliess sogar die Wohnung für ein paar Stunden.

Am nächsten Morgen konnte ich es kaum abwarten, ging vorsichtig an den Käfig, setzte mich davor und beobachtete einfach nur. Ich sprach leise und lieb mit den Ninis. Sie putzten sich schon und ER hat auch schon vor meinen Augen getrunken! Hach wie süß. Also war der erste Umzugs-Schock überstanden. Vom Züchter hab ich 2 kg Trockenfutter (Heupellets und Gerste) mitbekommen, das kennen die schon, weil die Mutter das ja auch isst. Also füllte ich den Napf mit 2 EL von dem TroFu und zack kamen beide und schlangen gierig. Hach nee, wie nieeedlich!

Das Gehege ist im Flur untergebracht (Wohnzimmer wäre zu laut, da ich viel Musik höre/TV gucke) und die ersten Stunden bin ich extremst geschlichen. Dann hab ich mir gedacht: so ein Quatsch, ich kann doch jetzt nicht 5-10 Jahre nur rumschleichen, damit die sich nicht erschrecken! Also ging ich ganz normal, öffnete Türen normal, wusch in der Küche Geschirr (klapper, schepper) und sie leben immer noch. Zwar sind sie bei den ersten lauteren Geräuschen geflüchtet, doch mittlerweile bleiben sie da, wo sie sind.

Nach 2 Tagen konnte ich sehen, wohin sie immer Pipi machen. Wie im Lehrbuch haben sie sich beide eine Ecke ausgesucht, jeder eine eigene selbstverständlich, seufz. Also besorgte ich 2 Eck-Klo´s und befüllte sie mit Strohpellets und legte Köttel und etwas Pipi-Streu hinein. Und sie haben es anstandslos angenommen, freu...

Irgendwo in einem Internetforum hatte ich gelesen, die Jungtiere erstmal mindestens 1 Woche im Käfig zu lassen, damit sie sich an die Umgebung und mich gewöhnen; sind sie erstmal "frei" kriegt man sie wohl nie wieder zum Streicheln/Handzahm. Nach 4 Tagen im Käfig waren sie auch eigentlich zutraulicher geworden. ER lies sich schon mal sanft Streicheln und SIE frass mir schon aus der Hand. Hm, doch wohin mit denen, wenn ich mal den Käfig sauber machen will. Jetzt schon ins Freigehege? Dann ist das zarte Band des Vertrauens sicher dahin und ich komm nie dazu die zu streicheln!?

Dank Frau Wilde hab ich Mut gefasst und umgehend das Gehege aufgebaut, die vordere Käfigseite hochgeklappt und mich etwas entfernt. Die Kleinen sollten selber entscheiden wann sie wie rauskommen. Zack, war SIE die erste; flitze überall rum, schnüffel hier, hoppel da; alles super. ER kam langsamer hinterher, guckte erstmal nur verwirrt und hoppelte Stück für Stück alles ab. Schon putze SIE sich, ER machte sich gleich lang (erstmal ausruhen). Später setzte ich mich leise ins Gehege und machte nix. Es dauerte nicht lange, da kamen beide an und schnüffelten an mir. ER stellte sogar schon seine Vorderpfoten auf meine Knie, da wär ich fast vor Freude in Tränen ausgebrochen: sie lieben mich noch. Sind sogar noch anhänglicher als im Käfig. Komisch aber wahr!!

Beide zusammen

Täglich setze ich mich mit ins Gehege, lass sie aus meiner Hand fressen, auf mir rumturnen, unter meinen angewinkelten Beinen verstecken spielen und meine Beine als Hürden nehmen. Sie schnüffeln an mir, stubsen gegen meine Hand und sogar SIE lässt sich gaanz vorsichtig leicht streicheln während er schon fast eine Klette ist. Einfach herrlich-super-toll-unbeschreiblich-schön!! Aber ich respektiere auch ihre Ruhephasen: sitzen sie in "Hennenstellung" oder liegen flach, störe ich sie nicht. Kommen sie von allein angehoppelt (auch ohne Essen in meiner Hand) ist das Spielen erlaubt und macht sehr viel Freude, genauso sie einfach nur zu beobachten. Ich bin verliebt!

Mittlerweile hab ich ihren Bereich erfolgreich sauber gemacht; die Ninis dank des flexiblen Geheges in eine Hälfte verbannt um die andere Hälfte zu staubsaugen (auch den Krach verkraften sie super, chillen einfach weiter! Hätt ich nie gedacht..). Ich weiß nun auch, wann ich die Kloecken erneuern muss und wieviel Heu sie täglich essen. Leider noch zu wenig, denn sie sind voll auf das TroFu fixiert. Aktuell versuch ich schon langsam eine Futterumstellung, denn das TroFu ist überhaupt garnicht geeignet. Mein Kühlschrank/meine Küche sieht aus wie ein Gemüseladen und der Haselnuss-Strauch aus dem Garten meiner Schwester wurde offiziell als Nager-Quelle ernannt. Mal sehen, was das noch wird.

Tja, das war meine erste Woche mit meinen Ninis. Namen hab ich noch nicht, denn erstmal will ich sie näher kennen lernen und passende Namen zum Charakter haben.

Liebe Grüße von der glücklichen Ersthalterin

Simone :o))

Es geht weiter:
....und 16 Monate später!