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... 16 Monate später!

Simone Wilkens, Lüneburg 18.07.2009

Mittlerweile bin ich seit 16 Monaten Hasenmama und freue mich jeden Tag über meine beiden Mitbewohner: Merlin und Schnucki (ja, sie haben endlich Namen). Nun ja, eigentlich bin ich nur der Koch, die Putzfrau und der Animateur, aber ich seh mich als Rudelführerin :o))

In den letzten 16 Monaten ist so einiges passiert: von Merlins-Kastration über (teilweise erfolgreiche) Ausbruchsversuche, Scheinschwangerschaften von Schnucki, Schnupfen, Verstopfung, Tierarztbesuche inkl. Krallenschneiden, Gehege-Einrichtungs-Ideen bis hin zu einfach tollen Erlebnissen beim Spielen und Beobachten.

    Beide zusammen
Aber erstmal möchte ich kurz erklären, wie die beiden zu ihren Namen gekommen sind.
Merlin (Widderkopf): zum einen war es Liebe auf den ersten Blick beim Züchter. Während alle anderen Hasenbabys sich in eine Ecke verdrückten blieb er vorne am Gitter und guckte zu mir hoch, da hatte er mich schon "verzaubert". Und als ich eines Tages von der Arbeit nach Hause kam saß er ganz brav VOR dem Gehege!!! Aber es war nirgends ein Schlupfloch, Gehegeelemente verschoben oder Sprunghilfen, sodass ich einfach an Zauberei glaubte. Und so erhielt er den Namen Merlin.

Schnucki (Löwenkopf) sprang am Anfang immer über alles was ihr vor die Pfoten kam. Sie war sehr schnell, schlug viele Haken und erinnerte mich so an das aus der Zeichentrick-Serie "Heidi" bekannte Zicklein Schnucki, die ja auch weiß ist ;o)

Kastration:
Natürlich wurden die beiden nach einigen Wochen geschlechtsreif und da ich kein Züchter bin, entschied ich, daß Merlin kastriert werden muß. Da der Termin noch etwas hin war und ich echt Angst hatte vor unkontrollierten Nachwuchs, habe ich die beiden räumlich getrennt.*1 Ab da hatte ich 2 Gehege im Flur und dank der flexiblen Gitterelemente hatte jeder auch genug Auslauf: Merlin im Wohnzimmer und Schnucki im Flur. Heute weiß ich, es war nicht richtig die beiden im gleichen Zimmer zu halten nur durch ein Gitter getrennt. Sie konnten sich sehen, riechen und ein wenig durchs Gitter beschmusen doch mehr nicht und das bedeutet Streß pur für die Tiere.. Jedenfalls kam dann der OP-Tag und bevor ich Merlin zum Doc brachte, filmte ich ihn noch ein paar Minuten mit meiner Handykamera. Ich hatte voll Angst, daß was schief geht und er nicht wiederkommt.. ABER es ist alles komplikationslos verlaufen und meine Angst war unbegründet.

Nachdem die beiden dann noch ein paar Wochen weiter getrennt bleiben mußten kam der große Tag der Zusammenführung. Auch davor hatte ich Bammel, habe ja im Internet soviel darüber gelesen, was alles passieren kann.. Doch auch hier war alles unspektakulär: da die beiden sich ja sowieso andauernd gesehen/gerochen etc. haben, verhielten sie sich völlig ruhig, als ich sie auf neutralem Boden zusammenlies. Kein Rumgejage, keine Action, keine Revierkämpfe. Puh.

Und da wir schon beim Tierarzt-Thema sind: IMMER IMMER IMMER beide Tiere mitnehmen, auch wenn nur einer was hat. Diese Erfahrung habe ich gemacht, als Merlin mal Verstopfung hatte.
Er lag wie dauermüde nur in einer Ecke, kam nicht angehoppelt mich zu begrüßen, kam nicht zum Füttern (dabei gab es sein Lieblingsgemüse: Möhren!), wollte auch kein Stückchen Apfel was ich ihm vor die Nase hielt.. Das beobachtete ich 3 Stunden und dann riß mein Geduldsfaden und ich rief den Tierarzt-Notdienst an. Zum Glück hat die Tierklinik auch abends/nachts einen Arzt vor Ort, so durfte ich nach Anmeldung vorbeifahren. Ich brachte Merlin also alleine zum Doc, dort wurde er geröngt und es war (zum Glück) nur eine Verstopfung (woher auch immer, ich habe nix neues gefüttert oder blähendes wie Kohlrabi/Brokkoli..).*2 Er bekam Spritzen/Infusionen und dann konnten wir wieder nach Hause. Nach all dem Streß, Bauchweh und rumgepieke war er sicher froh wieder daheim zu sein.. doch kaum lies ich ihn ins Gehege kam es zu einem Revierkampf!!! Schnucki war knapp 2,5 Stunden allein und somit war das nun ihr Revier und Merlin der "Feind". Armer Merlin, anstatt sich zu erholen mußte er durch´s Gehege jagen und sich verteidigen.. Daher: IMMER mit beiden Tieren zum Doc.

Apropos beide zum Doc: beim halbjährlichen Impfen lass ich auch immer die Krallen schneiden, da ich mir das alleine nicht zutraue. Mittlerweile halte ich meine Tiere beim Doc selber (so sind sie ruhiger, denn sie kennen meinen Geruch und meine Stimme), denn das 1. Mal hat es die Helferin gemacht und Schnucki hat richtig geschrien!!! Nicht vor Schmerzen, vor Angst! Daß so ein kleines Tier so laut schreien kann.. das will ich nie wieder hören.

Und Merlin ist wirklich ein Zauberer, denn er windet sich flink aus dem Griff der Helferin und ist vom Tisch gesprungen, dann sind wir zu dritt im Behandlungzimmer rumgekrochen um ihn wieder einzufangen.. das war mir peinlich, denn vielleicht hätte ich meinen Hasen besser erziehen/dran gewöhnen sollen? Aber nein, Zwangshochheben und Zwangskuscheln hab ich noch nie gemacht. Entweder sie kommen von sich aus und lassen sich streicheln oder nicht. Und die kommen oft.. ;o)

Schnucki war auch schon zwei mal Scheinschwanger. Ich konnt´s erst garnicht glauben, wieviel Stroh so ein kleiner Hase im Maul rumtragen kann! Die hat doch tatsächlich das ganze Stroh durchs Gehege geschleppt um sich in einer Ecke ein Nest zu bauen! Und wieviel Fell die sich gerupft hat.. aua, das zu hören war nicht schön, doch anscheinend ist das normal.*3 Natürlich hab ich mich da komplett rausgehalten (Merlin übrigens auch), habe drumrum sauber gemacht und ihr lecker Fenchel gegeben. Nach einigen Tagen war sie wieder "normal" und hat das Nest nicht mehr beachtet. So konnt ich es also mit aufräumen :o)

Ich mache das Gehege wöchentlich sauber (Futternapf, Wasser und grobe Verschmutzungen natürlich täglich). Ich verfrachte die Nini´s ins Wohnzimmer ins "Übergangsgehege" (bestehend aus 4 Gitterelementen im Quadrat) räume alles aus, staubsauge, tausche bei Bedarf die Läufer/Teppiche, reinige die Käfigschale mit heißem Wasser und Essigreiniger in der Dusche. Und jedesmal richte ich das Gehege neu ein, stelle die Sachen anders und variiere (mal ne Buddelkiste mit Spielsand, mal ein Katzenkratzbaum, mal ein Rascheltunnel oder einfach ein Bettlaken zum wühlen). So haben die Süßen immer was zu entdecken, wenn sie aus dem Übergangsgehege wieder zurück dürfen.

So sieht das Übergangsgehege aus:
Übergangsgehege

Anmerkung: komisch, am Anfang hab ich allein für das Gehege-Reinigen 2-3 Stunden gebraucht, weil ich noch garnicht wußte wie genau und wohin mit allem.. Jetzt schaff ich in 2 Stunden meine ganze Wohnung UND das Gehege :o) Routine eben.

Ganz wichtig und nicht mehr wegzudenken ist der alte Holzstuhl mit einer Decke drüber, den ich testweise mal reingestellt hatte. Aber nicht zu nah ans Gitter, sonst hüpfen sie ja raus! Sie verstecken sich gern drunter und hocken auch mal auf der Sitzfläche.

Gehegeeinrichtung am 18.07.09
Übergangsgehege

Die Teppiche/Läufer sind alle waschbar und mußten teilweise auch schon vernichtet werden, weil Schnucki gern Löcher buddelt/beißt.. *grummel* Da ich aber schnell rausgefunden habe, wo ihre Lieblings-Zerstör-Ecken sind, hab ich einfach Backsteine hingelegt. So wetzen sie beim wetzen auch mal die Krallen ein wenig und seitdem leben meine Teppiche länger :o)

Alles in allem: es ist herrlich mit Kaninchen und macht mir viel Freude die Süßen zu beobachten, sie auf mir rumturnen zu lassen und auch wenn ich mich mal erschrecke, weil sie mir beim fernsehen vor die Nase auf´s Sofa hüpfen, bin ich schnell wieder versöhnt wenn sie mich z.B. an der Wange oder am Unterarm ablecken (nein, das ist kein Salzmangel und ich bin auch nicht dreckig, ich gehöre eben zur Familie).

Und in Streßsituationen z.B. im Job, denke ich einfach an die beiden, wie sie hoppeln oder miteinander kuscheln und schon bin ich viiiieeel ruhiger und entspannter.

Ich liebe meine Kaninchen und möchte nicht mehr ohne sein!

Simone :o))


Redaktionelle Anmerkungen:
*1 Bei Kaninchen ist eine Frühkastration möglich, statt zu trennen kann man Jungtiere kastrieren lassen, die dann beim Rudel verbleiben dürfen - mehr Infos dazu hier: Kastration
*2 Verstopfungen sind allerdings nicht immer harmlos, häufig werden sie durch die Aufnahme von Einstreupellets ausgelöst und sie können unbehandelt zum Tod des Tieres führen. Mehr Infos dazu gibt es hier: Verstopfung
*3 Scheinschwangerschaften sind nicht generell normal, sie können auch auf Erkrankungen der Geschlechtsorgane hinweisen, mehr Infos dazu gibt es hier: Scheinschangerschaft beim Kaninchen