NagerInfoLemmingHamsterZwerghamsterMeerschweinchenChinchillaRatteMausDeguKaninchenRennmaus

Erfahrungsbericht: "Schwere Verletzung mit Komplikationen"

An einem Sonntag Morgen im Februar entdeckte mein Sohn Blut im Stall und Lucky blutete am Po. Ich konnte gar nicht feststellen ob sie verletzt war oder ob das Blut von innen kam. Wir fuhren sofort zum Notdienst und der stellte dann fest, dass sie sich böse verletzt hatte. Ich habe den ganzen Stall durchsucht und eigentlich nichts Scharfes oder Spitzes gefunden. Allerdings hatten wir den Boden von einem abgeschnittenen Plastik - Kanister als Hasenklo, die Ränder waren zwar abgefeilt, aber vielleicht hat sie sich ja doch daran gerissen. Das Teil flog natürlich sofort raus.

Sie war um die Scheide herum ganz aufgerissen und der TA musste 1,5 Stunden nähen um alles wieder anatomisch richtig hinzubekommen. Sie hat die OP zum Glück gut überstanden und alles heilte prima. Das einzige was blieb ist ein kleines Urinproblem. Wenn sie große Höppler macht verliert sie manchmal ein paar Tröpfchen, aber sie stört es nicht und uns somit auch nicht.

Nach 10 Tagen waren wir noch zur Endkontrolle beim TA und Lucky durfte wieder raus in den Stall zu seinem Krümelchen.

Wenige Wochen später kam mir Lucky außergewöhnlich ruhig vor und ich nahm sie hoch und sah dass sie wieder eine Wunde hatte. Dieses mal nicht um die Scheide sondern etwas mehr in Richtung Beinchen.

narbe

Also wieder zum TA! Wir waren ratlos, wie das passieren konnte. Der Stall wurde mehr als gründlich durchsucht und unser Krümel ist wesentlich wilder und hat sich auch nicht verletzt. Sie wurde geklammert und bekam dieses mal einen Halskragen, weil der TA meinte eventuell hat sie sich aufgeknabbert. Konnte ich mir nicht vorstellen, aber gut ich hatte ja auch keine bessere Idee.

Sie bekam wieder Antibiotika, musste wieder alleine im Keller wohnen und wurde mit dem Kragen fast irre. Sie tat mir so schrecklich leid.

Nach 10 Tagen war wieder alles super verheilt, der Kragen kam ab, sie durfte wieder raus in den Stall.

Kaum eine Woche später, war sie wieder offen. Die gleiche Seite aber eine andere Stelle, also nicht die Naht vom letzten mal. Ich war verzweifelt, der TA ratlos. Dieses mal wurde sie in Narkose gelegt und genäht. Das gleiche Spiel von vorne, AB, Halskragen, Einzelhaft.

Der Kragen war ab und einen Tag später war sie wieder offen. Dieses mal war sie noch unten im Keller wo es 100 %ig keine Ecken und Kanten gibt, wo sie sich reißen hätte können. Ich saß da und heulte und wusste nicht mehr weiter. Ich sagte: "Wenn sie sich wirklich selbst aufknabbert und das immer wieder tut, was soll ich dann machen? Ich kann das arme Tier nicht sein Leben lang in so einen Kragen stecken, sie leidet ja schrecklich."

Es war Samstag Mittag und unser TA nicht zu erreichen. Also rief ich die TÄ an, zu der ich mit dem Hund immer gehe, sie ist fast rund um die Uhr zu erreichen und tatsächlich durfte ich am Samstag Abend um 19 Uhr noch vorbeikommen.

Ich war am Boden zerstört und aufs Schlimmste gefasst. Ich holte Lucky aus der Transportbox, sie guckte die Wunde an und meint "nein das ist nicht aufgeknabbert, das ist gerissen". Die Haut zum Bein hin ist viel zu straff und wenn sie einen großen Sprung macht, reißt das immer wieder ein, weil die Haut da so dünn ist.

Bei dieser ersten OP war die Wunde ja so ausgerissen, dass sie die Wundränder erst einmal wieder gerade und sauber machen mussten, dabei wurde die Haut wohl schon sehr straff und durch die beiden anderen Nahten wurde immer noch mehr Haut "verbraucht" und das Ganze wurde immer noch straffer und riss bei jeder dummen Bewegung.

Die TÄ meinte sie hätte den gleichen Fall selbst schon erlebt. Sie hatte 3 x genäht und jedes mal ist es wieder gerissen. Sie sagte wir versuchen nun eine sekundäre Wundheilung. Die Wunde bleibt offen und es bildet sich dann neue Haut über dem Muskel und es ist alles nicht mehr so unter Spannung.

Ich konnte es kaum glauben, dass das funktioniert, dieser Riss klaffte so weit auseinander, das war ein Loch mind. so groß wie ein 5-Mark-Stück.

Da ich die TÄ aber kenne und weiß dass sie immer sehr vorsichtig ist, hab ich ihr vertraut und einfach gar nichts gemacht. Sie sagte ich soll sie ruhig mit ihrem Partner zusammen lassen, wenn sie sich gut vertragen. Halskrause brauchte sie auch nicht und Antibiotika war auch nicht nötig, weil sie meinte da bestehe keine Infektionsgefahr. Sie musste nur im Keller bleiben, weil sie halt auf einem sauberen Untergrund sitzen sollte. Und Lucky musste natürlich gut beobachtet und die Wunde immer genau kontrolliert werden.

Mit Partner Krümelchen lässt sich alles besser ertragen:
kuschelkaninchen

Nun ist es fast 3 Wochen her, die Wunde ist komplett verheilt. Gestern ist die letzte Kruste abgefallen und man sieht von dem großen Loch nur noch eine vieeeel kleinere Narbe. Und es geht ihr richtig gut, sie ist so munter wie schon lange nicht mehr. Nur etwas dünn ist sie noch, ich denke das hat doch Kraft gekostet diese ganzen Aktionen, aber sie wird jetzt halt noch etwas mehr betüddelt und bekommt immer mal wieder ein Leckerchen extra und dann wird das auch wieder. Abkürzungen: TA/TÄ = Tierarzt/Tierärztin, AB = Antibiotikum.

Hier können Sie nachlesen, wie wir überhaupt zur Kaninchenhaltung kamen:
Erfahrungsbericht: "So kam Lucky zu uns"

Dieser Erfahrungsbericht, sowie die Fotos wurden uns freundlicherweise von Annette Bayer zur Verfügung gestellt. Der Text und die Fotos stehen unter ihrem Urheberrecht! Es ist nicht erlaubt, Text und/oder Fotos ungefragt zu kopieren oder Fotos direkt zu verlinken.