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Durchfall bei Farbmäusen

Wie erkenne ich dass meine Farbmäuse Durchfall haben?

Oft sieht man es an den Tieren selber nicht unbedingt an, da sie sich sehr gründlich putzen, man findet aber schmierige oder gar Breiige Kotabsonderungen im Nest und im Gehege, bei starkem Durchfall (meist verursacht durch Bakterien) riecht es sehr unangenehm.

Haben Farbmäuse schweren Durchfall ist das Fell verschmutzt, mitunter ist der Durchfall flüssig (dann sollte unverzüglich ein Tierarzt aufgesucht werden). Die Tiere wirkt teilnahmslos, sie fressen nicht mehr richtig, zeigen Schmerzen, das Fell wirkt struppig und schlecht geputzt.

Woher kommt der Durchfall?

Durchfall kann verschiedenen Ursachen haben. Häufig kommt es vor, dass die Farbmäuse eine schnelle Futterumstellung nicht verkraftet haben, gerade junge Tiere müssen sehr langsam an neues Futter gewöhnt werden, da sonst der Darm kollabiert.

Eventuell wurde beim Kauf nicht das gewohnte Trockenfutter aus der Tierhandlung mitgenommen? Oder es wurde ungewohntes Frischfutter oder Trockenfutter in solchen Mengen gegeben, dass der Darm überfordert war?

Ein weiterer Grund für Durchfall kann auch gespritztes und nur unzureichend gewaschenes Gemüse oder Obst sein (also eine Vergiftung). Oder nicht gut abgetrocknetes Gemüse und Grünfutter, sowie verschimmeltes oder schlechtes Trockenfutter.

Häufig ist eine Bakterielle Infektion z.B. Colibacillose und Salmonellose oder Pastreurellose der Grund für Durchfall. Die Ansteckung erfolgt über die Nahrung, Kot, vom Menschen zum Tier etc. Sauberkeit ist unbedingt notwendig um andere Tiere nicht anzustecken.

Ein Grund für Durchfall kann ebenfalls ein Befall mit Würmern (Syphacia obvelata und Aspiculuris tetraptera) sein. Massiver Juckreiz im Analbereich weist auf Würmer hin.

Auch ein Befall mit Einzellern (Protozoen wie Trichomonas muris, Giardia muris und Spironucleus muris) kommt leider häufig vor.

Ein besonders gefährlicher Grund für Durchfall kann sein, dass die Mäuse folgende Dinge angenagt oder gefressen haben: Plastik, Katzenstreu (meist aber eher ein Grund für Verstopfung), andere giftige Einstreu, chemisch behandelte Gegenstände, giftige Pflanzen, Zigaretten, etc.

Auch Stress kann ein Grund für Durchfall sein, Vergesellschaftungen, Hitzeschlag, ein Umzug - all das kann zu Durchfall führen wenn die Tiere in der Zeit nicht vorsichtig gefüttert werden.

Ständig wiederkehrende Durchfälle ohne Befunde haben ihre Ursache meist in einer falschen Ernährung oder massivem Stress im Mäuserudel. Die Ernährung und die Gruppenzusammensetzung sollte überdacht werden!

Wichtig:

Durchfall bei Farbmäusen sollte niemals länger als 24 Stunden nach der Entdeckung ohne Tierarztbesuch behandelt werden, länger andauernder Durchfall führt zum Tode der Tiere! Grundsätzlich ist nach Möglichkeit sofort nach Endeckung des Durchfalls ein Tierarzt aufzusuchen. Ist nach einem Tag keine eindeutige Besserung des Durchfalls in Sicht, muss beim Tierarzt eine Kotprobe des kranken Tieres untersucht werden um die Ursache des Durchfalls ein zu grenzen. In dieser Kotprobe lassen sich die Wurmeier, Einzeller sowie Bakterien leicht nachweisen.

Der Tierarzt wird wahrscheinlich eine Aufbauspritze geben wollen, dieses ist bei Farbmäusen aber oft unnötig und verschlimmert die Lage nicht gerade selten. Bei Infektionen ist eine Behandlung mit einem Antibiotikum notwendig. Am Besten vertragen wurden bisher die Wirkstoffe: Tetrazyklein, Marbofloxacin, Chloramphenicol und Enrofloxacin. Bei Wurmbefall wird Fenbendazol (Panacur) verabreicht, bei Protozoen werden Dimetridazol oder Ronidazol verabreicht. Leider sind diese Medikamente schwer zu dosieren, weshalb sie häufig über das Trinkwasser gegeben werden sollen. Allerdings trinken nicht alle Mäuse regelmäßig, von daher ist eine Aufnahme des Medikaments so nicht unbedingt gewährleistet.

Sofortmaßnahmen bei Durchfall:

Grün- und Saftfutter sollte so lange nicht geben werden, bis der Kot wieder fest ist. Trockenfutter sollte immer im Gehege vorhanden sein.

Die verschmutzte Afterregion ist zu reinigen (am besten mit einem feuchtem Waschlappen) da sonst an den Stellen Hautreizungen und Entzündungen entstehen können!

Versuchen Sie die Ursache für den Durchfall abzuklären, überprüfen Sie vor allem das Futter des Tieres.

Die Tiere müssen vor dem Austrocknen (dehydrieren) geschützt werden. Sollten sie nicht selber trinken, ist es Wichtig ihnen Wasser (oder Kamillentee) einzuflößen (mehrmals am Tag mit einer Pipette)! Manchmal wird behauptet, Farbmäuse würden durch ganz normales Trinkwasser Durchfall bekommen, das ist nicht wahr, nimmt man das Wasser ganz weg, dehydriert die Tiere nur noch schneller! (Mitunter wird allerdings Leitungswasser nicht vertragen, prüfen sie die Qualität des Wassers und geben sie ggf. Gasfreies Wasser aus der Flasche). Ist ein Tier dehydriert, d.h. ausgetrocknet, dann muss es schleunigst vom Tierarzt mit einer elektrolytische Injektion behandelt werden. Eine Austrocknung des Tieres erkennt man, wenn beim Ziehen oder Zusammendrücken einer Hautfalte diese sich nicht mehr an den Körper anlegt, sondern stehen bleibt auch dran, dass die Augen weiter hervorstehen.

Darmflora:

Die Darmflora der erkrankten Tiere muss wieder aufgebaut werden.

LC1-Joghurt oder ein ähnlicher Joghurt mit Probiotischen Joghurtkulturen hat sich da als sinnvoll erwiesen (1/4 Teelöffel pro Tag). Vom Tierarzt wird meist Bird Bene Bac verabreicht, dieses Gel besteht aus gefriergetrockneten Bakterien, welche der Darmflora helfen soll, sich wieder zur regulieren. Leider enthält Bird Bene Bac Zucker und von daher ist es fraglich, ob es wirklich so sinnvoll ist - denn Zucker schädigt den Darm. Alternativ kann Omniflora N gegeben. Diese Kapseln für Menschen sind in der Apotheke rezeptfrei zu bekommen. Der Inhalt der Kapseln wird in Wasser aufgelöst. Bei akutem Durchfall wird eine Kapsel wird über 4 Tage verteilt gegeben, bei abklingendem Durchfall wird eine Kapsel auf 8 - 10 Tage verteilt.

Etwas Baby-Karotten- oder Baby-Apfelbrei regt zur Futteraufnahme an. Wenn das Tier zu wenig oder gar nicht frißt, bzw. zu stark abnimmt muß es Zwangsernährt werden, damit die Darmtätigkeit nicht zum Erliegen kommt. Bitte wägen Sie gut ab, ob das Tier zwangsernährt werden muss, da das Päppeln das Tier sehr stresst und Stress den Heilungsprozess negativ beeinflusst. Fenchel- und Kamillentee beruhigen den Magen-Darmtrakt.

Um das Tier wieder an Frischfutter zu gewöhnen wenn der Durchfall sich gebessert hat ist gibt man sehr kleine Stückchen Fenchel, Reibeäpfel (kurz zum Anbräunen stehen lassen), dazu geriebene Karotte, das regt den Appetit an, damit kann man schon 2 - 3 Tage nachdem der Durchfall weg ist anfangen.

Behandlung und Diagnose von Wurmbefall:

Zur Diagnose wird beim Tierarzt eine Kotprobe abgegeben. In dieser Kotprobe lassen sich die Wurmeier leicht nachweisen. Behandelt wird dann meist mit Fenbendazol (Panacur). Weitere Informationen bekommen Sie beim Tierarzt.