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Spiele und Beschäftigungsideen für Farbratten

Ratten wollen nicht den ganzen Tag nur zum Freßnapf und zurück wandern - diese klugen Tiere möchten gefordert werden. Spiele und Beschäftigung sind deshalb ein wichtiger Teil der Rattenhaltung

Beschäftigungsideen für den Auslauf

Der Auslauf wird für die Ratten gleich viel interessanter, wenn sie dort zur Beschäftigung angeregt werden. Es muss gar nicht immer viel sein, eine neue Beschäftigungsidee pro Woche reicht schon aus.
  • Geben Sie alte Pappkartons (unbedruckt) zum Durchlaufen und Reinklettern. Füllen Sie diese mit zerknüllten Zeitungen, Küchenpapier oder Papierschredder zum darin herum wühlen. Verstecken Sie Leckerchen in den Papierbergen. Die meisten Ratten wühlen gern im Papier und manche Ratten fangen dann auch schnell an, das Papier zu zernagen und es stückchenweise in ihr Nest zu transportieren.

  • Aus mehreren Kartons können Sie auch leicht Labyrinthe bauen. Verstecken Sie Futter darin und lassen Sie die Ratten danach suchen. Ist ein großer Karton vorhanden, kann dieser auch schnell in ein Labyrinth umfunktioniert werden: Schneiden Sie die Deckelklappen ab. Zeichnen Sie ein großzügiges Labyrinth ein, aber so, dass größere Räume bleiben. Anschließend kleben Sie die Deckelklappen senkrecht als Wände in den Karton (bis zum austrocknen mit Stecknadeln fixiert, nur ungiftigen Kleber verwenden).

  • Bieten Sie eine Buddelkiste an. Eine Wäschewanne mit Erde gefüllt wird gern komplett unterbuddelt. Häufig wird dafür Torf empfohlen, allerdings ist dieser sehr umstritten, denn er ist meist zu sauer und schädigt das Fell, außerdem werden beim Torfabbau die Moore zerstört und vielen Wildtieren wird so der Lebensraum genommen. Fragen Sie im Blumenhandel nach ungedüngter Erde oder verwenden Sie Erde aus dem eigenen Garten. Die Erde aus dem Garten sollte im Ofen bei 100 °C durchgetrocknet werden um Keime abzutöten, danach muss die Erde wieder leicht befeuchtet werden, damit sie nicht zu stark staubt und die Atemwege des Tieres reizt. Wegen der Feuchtigkeit dürfen Erde und Torf nicht als Einstreu verwendet werden, da sich die Ratten durch die Feuchtigkeit erkälten können. Auch ein Erde/Sandgemisch oder eine reine Sandbadewanne sind möglich. Geeignet sind folgende Sandarten: Vogelsand (achten Sie darauf, dass kein Muschelgrit enthalten ist, dieser ist scharfkantig und kann die Füße verletzten), Chinchillasand (nur Quarzsand oder Bimsstein; Attapulgus und Sepiolith stauben zu stark und enthalten scharfkanntige Stäube, die in Verdacht stehen, Krebs zu erregen), feiner Bausand, Sandkastensand, Kinderspielsand und weitere Quarzsandarten. Der Sand darf nicht zu grob sein, sonst besteht Verletzungsgefahr.

  • Bauen Sie ihren Ratten Höhlen. Dafür können Sie alte Geschirrtücher verwenden, die sie über einen (unbehandelten) Weidenkorb legen. Sie können auch Zweige von verschiedenen Obstbäumen zusammen stellen und die Handtücher darüber legen. Die Ratten rupfen das nur zu gern auseinander. Verwenden Sie immer nur ausgewaschene Baumwollstoffe und Leinen (neue Stoffe sind zu stark behandelt). Achten Sie darauf, dass die Stoffe keine Fäden ziehen und nehmen Sie kein Frottee, dort können die Ratten mit den Krallen zu leicht hängen bleiben.

  • Röhren zum Durchlaufen sind natürlich der Hit im Rattenauslauf. Ab ca. 7 cm Durchmesser sind die Röhren geeignet, sie dürfen aber auch gern größer sein. Im Zoofachhandel sind Röhren für Frettchen zu bekommen, die gut für Ratten geeignet sind. Besonders beliebt sind große Pappröhren, Teppiche werden auf solchen Röhren aufgewickelt, fragen Sie im Teppichladen, ob Sie dort Röhren bekommen können. Gut geeignet sind auch Röhren aus dem Baumarkt, dort gibt es z.B. Tonröhren (diese werden als Weinregal verkauft), Plastikrohre, welche als Abflussrohre verkauft werden, Drainagerohre und Aluröhren. Dosen (Kaffeedose, Konservendose), sind geeignet, müssen allerdings gut gereinigt werden. Achten Sie bei allen Röhren darauf, dass diese gut zu reinigen sind (sie sollten also nicht zu lang sein) und alle Kanten sauber abgeschliffen sind. Wenn die Ratten diese nicht annagen, sind auch saubere Dosen von Stapelchips geeignet.

  • Bei Ratten, die nicht gleich alles völlig zernagen, sind auch Rascheltunnel für Katzen und andere Stofftunnel sehr beliebt. Ich habe z. B. immer alte Jeanshosenbeine an den Rändern umgekrempelt, dort fest vernäht, so dass ein hoch stehender Eingang entsteht und diese dann als Krabbeltunnel auf den Boden gelegt oder aufgehängt. Alle alten Kleidungsstücke - Pullover, Shirts, Hosen etc. - können angeboten werden. Allerdings sollten sie nicht aus künstlichen Stoffen bestehen, nicht behandelt oder parfümiert sein (kein Weichspüler) und keine Fäden ziehen. Solche Kleidungsstücke können aufgehängt oder einfach auf den Boden geschmissen werden. Ratten lieben es, sich in alte Pullover zu kuscheln, durch die Ärmel zu rennen und letztlich natürlich auch, diese ein wenig umzugestalten. Warum es alte Klamotten sein müssen, ist wohl klar, Ratten wissen nicht, welche Sachen ihr Besitzer noch tragen will... Schuhe sind übrigens auch sehr beliebt, da sie aber unhygienisch sind und Schuhcreme nicht gerade gesund ist, sollten die Ratten bestenfalls alte Hausschuhe aus Stoff auseinander nehmen dürfen (darin kann man aber auch prima wohnen, meinten meine Ratten jedenfalls).

  • Brötchentüten und Brottüten aus Papier sind sehr beliebt, vor allem wenn noch ein paar Krümelchen in der Tüte bleiben. Legen Sie die offene Tüte einfach in den Auslauf und schauen Sie zu, wie die Ratten darin herumkrabbeln und die Tüte auseinander nehmen - oder es sich darin gemütlich machen.

  • Echte Herausforderungen sind Intelligenzspiele. Bieten Sie den Ratten z.B. im Labyrinth zu Anfang immer an der gleichen Stelle ein Leckerchen. Dann jeweils täglich abwechselnd an zwei verschiedenen Stellen, dann immer im gleichen Turnus an drei verschiedenen Stellen und so weiter. Die Ratten wissen bald ganz genau, an welcher Stelle sie an dem bestimmten Tag suchen müssen.
  • Als Rattenkletterburg können auch handelsübliche Katzenkratzbäume dienen. Ratten wollen gern hoch hinaus und viele Katzenspielsachen eignen sich auch gut für Ratten.

Sie können aus verschiedenen Einrichtungsgegenständen auch regelrechte Kletterburgen bauen. Aus Kartons, Häusern, Hängematten, Röhren und Co können riesige Spiellandschaften werden. Ideen für Einrichtungsgegenstände sind hier zu finden: Ratten Gehege Einrichtungsideen. So kann ein Rattenzimmer mit Auslauf aussehen: Rattenzimmer.

Auch das Futter kann zur Beschäftigung anregen:

  • Geben Sie das Frischfutter nicht immer nur in den Freßnapf, verteilen Sie Frischfutter im Auslauf, damit die Ratten danach suchen müssen. Im Sommer können Sie das Futter suchen mit einer besonderen Erfrischung verbinden: Nehmen Sie eine Auflaufform (nicht höher als 5 - 7 cm), die wenige cm mit handwarmen Wasser gefüllt ist. Darin können Sie kleine Gemüse- und Obststückchen schwimmen lassen. Manchen Ratten macht es großen Spaß, vom Rand aus diese Gemüsestückchen zu erbeuten, wenig wasserscheue Ratten planschen auch gern in diesem kleinen Wasserbecken herum. Diese Wasserspiele sollten aber immer nur unter Aufsicht statt finden und nur bei warmen Temperaturen. Nasse Ratten kühlen schnell aus und könnten sich dann erkälten!

  • Besonders beliebt sind Futterspieße, dazu spießen Sie einfach Gemüse und Obst auf Metallspieße die es extra zu dem Zweck im Zooladen gibt und hängen sie ins Gehege. Die Spieße sollten aber auf keinen Fall frei schwingen, sie müssen immer am Boden aufliegen! Statt der Spiele können Sie auch Leinen mit Leckerchen aufhängen. Dazu eignet sich Paketband aus Jute. Darauf werden die Leckerchen einfach auf gefädelt und diese "Leckerchenbänder" werden dann aufgehängt.

  • Im Sommer können Sie z. B. Löwenzahn, Kamille und andere Kräuter, Getreideähren oder auch Obstbaumzweige mit Blättern sammeln. Bündeln sie daraus bunte Sträuße. Diese können Sie frisch kopfüber in das Gehege hängen. Sie können diese Bündel aber auch trocknen (kopfüber auf dem Dachboden oder in der Küche aufhängen, mindestens sechs Wochen durchtrocknen lassen).

  • Leckerchen und auch Frischfutter können auch in Papprollen (saubere Toilettenpapierrollen, Küchenrollen, Posterrollen) gesteckt werden, von beiden Seiten wird noch Papier vorgesteckt und dann brauchen die Fellnasen eine ganze Weile um an das Futter zu kommen.

  • Trockenfutter und Leckerchen können Sie in einen Futterball geben. Diese werden im Zoofachhandel angeboten. Allerdings werden diese von Ratten mitunter angenagt und sollten dann nicht mehr angeboten werden.

  • Beliebt sind auch aufgestellte Zweige auf die Früchte und Obst gespießt sind. Danach müssen sich die kleinen Nasen ordentlich recken. Verwenden Sie dafür einen Ziegelstein mit Löchern oder einen Ytongstein, in den Sie selbst Löcher bohren. Darin werden dann Zweige gesteckt (aber so, dass die Ratten sich dazwischen nicht einklemmen können). Auf diese Zweige wird dann Frischfutter oder auch Grünrollies gesteckt.

  • Es gibt Bausteine mit größeren Löchern darin. Diese können senkrecht ins Gehege gestellt werden, die Löcher werden dann mit Leckerchen, die zusätzlich in Taschentücher, Toilettenpapier oder anderes Papier gewickelt werden, gesteckt.

  • Ebenfalls sehr beliebt sind kleine Graswiesen. Dazu nehmen Sie einen Blumentopf, eine Keramikpflanzschale, eine alte Auflaufform oder einen Balkonkasten und füllen diese mit ungedüngter Erde. Dort hinein können Sie dann Verschiedenes aussähen, beliebt sind Mischungen aus Weizen, Gerste, Hafer, Gras mit einem kleinen Anteil an Kräuter wie Dill und Petersilie. Wenn das Grün ca. 10 cm hoch steht, können Sie diese "kleinen Wiesen" den Ratten zum Fressen und Auseinander nehmen in den Auslauf oder unten in das Gehege stellen. Gewöhnen Sie die Ratten vorher langsam an das ungewohnte Grün.

  • Kleine gepresste Heuballen. Diese Mini Heuballen mit grob strukturiertem Heu bestehen aus Wiesengras- und kräutern, welche einfach nur fest gepresst wurden. An so einem Miniheuballen nagen manche Ratten gern herum. Auch Wiesengrascobs Pre Alpin Protein light, Heucobs/Wiesencobs und Bloxx bestehen zu einem großen Teil aus kaltgepresstem Heu und Kräutern und eignen sich als Beschäftigungsfutter.

  • Kolbenhirse, Haferrispen, Getreideähren können ebenfalls als Beschäftigungsfutter angeboten werden, im Käfig werden sie einfach mit Holzwäscheklammern an das Gitter gehängt.

Interaktion mit den Ratten

Ratten sind sehr intelligent und die meisten Ratten lernen gern. Um die Ratten geistig zu fordern und auch um sie zu zähmen, sollte der Halter sich viel mit ihnen beschäftigen. Manche Ratten mögen Streicheleinheiten, andere sind der Ansicht ihr Halter wäre ein tolles Klettergerüst und manche Ratten nutzen ihren Halter auch gern als Ruhekissen und kuscheln sich auf die Schulter oder in den Pullover. Aber Ratten können natürlich noch viel mehr und damit es für Halter und Ratte nicht langweilig wird sollte der Halter mit seinen zahmen Ratten spielen.

Beim Spielen dürfen die Tiere niemals überfordert werden. Sie müssen alle Spiele freiwillig beim Auslauf machen und die Ratten müssen immer die Möglichkeit haben weg zu gehen und das Spiel zu beenden!

Zu Anfang
Zuerst sollten Sie herausfinden, was die Ratten gern naschen. Besonders beliebt sind meist kleine Trockenobststückchen, Nüsse und Kerne oder auch mal ungezuckertes Poppcorn. Geben Sie aber nie zu viele Leckerchen auf einmal, sonst haben Sie bald keine agilen, sondern eher fette Ratten ;)

Zu Anfang bringen Sie den Ratten einfach bei, dass Sie Leckerchen in der Hand halten. Sobald die Ratten das gelernt haben, werden sie zu Ihrer Hand kommen und nach den Leckerchen suchen. Dann lernen die Ratten, Männchen machen, indem man ihnen die Leckerchen über den Kopf hält. Damit haben die Ratten die grundlegenden Kenntnisse auf denen man aufbauen kann - sie wissen, dass sie Leckerchen bekommen.

Klicker oder Worte?
Um Ratten zu zähmen, sind Klicker (auch Clicker) sehr beliebt. Es handelt sich dabei um kleine Geräte, die beim drauf drücken ein Klick Geräusch von sich geben. Hat die Ratte etwas gemacht, was sie machen soll, wird der Klicker betätigt und gleichzeitig bekommt sie ein Leckerchen. So lernt die Ratte, den Ton des Klickers als etwas Positives zu bewerten. Ich selbst bin allerdings kein Freund des Klickerns, denn die Ratten sind dann auf ein Gerät fixiert und nicht auf mich als Halter. Außerdem bekomme ich mit den so gezähmten Ratten Probleme, wenn das Gerät mal kaputt oder verloren gegangen ist. Ich fixiere die Ratten lieber auf mich und meine Stimme. Dabei versuche ich klare Signale zu geben: ich schaue das Tier an - macht es, was es soll (also z.B. Männchen machen), dann gebe ich ein klares Signal: Kopfnicken und ein kurzes Wort (beispielsweise ein klares: ja, oder ein ok, das Wort muss kurz sein, damit es einen klaren Wiedererkennungswert hat und schnell gesprochen werden kann). Macht es nicht, was es soll (beißt es, oder kratzt es herum oder läuft es weg) gibt es ein klares nein und natürlich auch kein Leckerchen. Bei sensiblen Ratten zieht es sogar, wenn der Halter dann deutlich schmollt und sie ignoriert. Das könnten einige Ratten wirklich gar nicht leiden und manche bemühen sich dann, den Halter aufzumuntern.

Kleine Kunststückchen
Nun haben die Ratten schon Grundlegendes gelernt, sie können normalerweise schnell nein und ja unterscheiden und wissen es einzuschätzen (und sie ignorieren es auch gern mal absichtlich und zeigen einem damit, dass sie mindestens so eigenwillig sind, wie Katzen). Jetzt können Sie die Ratten ein wenig fordern. Locken Sie die Ratten über kleine Hindernisse (aufgeklappte und hochgestellte Bücher, Pappen, Besenstiel oder irgendwas anderes - nicht zu hoch!). Führen Sie die Ratten mit dem Leckerchen in der Hand über das Hindernis. Geht sie drüber, wird sie belohnt. Als nächstes führen Sie die Ratte durch kurze Tunnel und bringen ihr bei, dort hindurch zu gehen, wenn sie auf den Tunnel zeigen. Danach können Sie nach und nach regelrechte Hindernisparkure aus Röhren und Klettergerüsten bauen, sie können ihnen bei bringen, durch Reifen zu springen und derlei Dinge mehr. Aber bitte: immer alles rein freiwillig. Manche verspielte Ratten machen solche Albernheiten gern mit, andere sehen es überhaupt nicht ein und dürfen dann auf keinen Fall gezwungen werden!

Tanzen
Sie können Ihren Ratten auch kleine Tänze bei bringen, einfache Drehungen im Kreis oder um die Hand herum, oder führen Sie die Ratten zwischen Ihren Armen und Beinen hindurch. Manche, besonders kluge Ratten, lernen auf diese Weise sogar regelrechte Choreographien.

Kleines Suchspiel, angeregt von Anna von Rattige Infos
Man nehme Leckerlis und lasse sie vom Ratti z.B. aus einer Pappklorolle fingern. Wenn Ratti kapiert hat, dass da was drin ist, legt man die Rolle stets woanders hin. Wenn Ratti die Klorolle gefunden hat, darf Ratti das Leckerli daraus haben. (Am Besten klappt man die Enden zu, so dass man der Ratte das Leckerli selbst geben kann.) Funktioniert das gut und Ratti hat kapiert, dass es ums Finden der Klorolle geht, kann man die Klorolle auch im Zimmer verstecken. Unterm Sofa, in einem offenen Regal, unter einem Sofakissen oder Ähnliches.

Nicht für Ratten entwickelt, aber für diese sicher nutzbar ist das Suchbrett der Öttis, hier finden Sie eine ausführliche Bastelanleitung: Das Öttbrett.


Wenn Sie noch weitere Vorschläge haben, freuen wir uns wirklich sehr über Anregungen! Auch passende Fotos zur Rubrik werden dringend gesucht!

Hier findet sich noch eine ganze HP mit ganz vielen weiteren tollen Beschäftigungsideen:

Ratten Kultur